tigerprawn hat geschrieben:Viele, die nicht länger im Ausland gelebt haben und die Welt nur durch Presse/Medien und höchstens noch Urlaub kennengelernt haben merken halt nicht welche Vorurteile eigentlich in ihnen drinstecken. Ist halt so.
Ich sehe das etwas anders. Man muss nicht zum Mond fliegen, um zu wissen, dass es dort kalt ist. Nach etlichen Arbeits- und Reisejahren im Ausland habe ich gemerkt, dass viele Vorurteile ihre guten Gründe und ihre verdiente Berechtigung haben.
Vorurteile sind kollektiv geronnene Erfahrungen. Sie helfen, die Welt zu strukturieren und sich darin effizient zurechtzufinden. Vorurteile und Stereotype, darunter auch Rassismus, haben wie Regeln Ausnahmen; sie werden weitergegeben und ausgetauscht, damit man gegenseitig aus Erfahrungen lernen kann und nicht Jeder alle Erfahrungen selbst machen muss. Sie sind ein wesentlicher Bestandteil, eigentlich ein kompetiver Vorteil des Menschseins, der Zivilisation an sich gegenüber der Tierwelt und man muss schon sehr jung oder sehr mit Blindheit geschlagen sein, um das nicht zu sehen. Oder stark mit Ideologie verblendet, um es zu ignorieren.
Ich habe mein Leben gegeben, um zu versuchen, die Leiden von Afrika zu lindern. Es gibt etwas, das alle weißen Männer, die hier gelebt haben, wie ich, lernen und wissen müssen: dass diese Personen eine Sub-Rasse sind. Afrikaner haben weder die intellektuellen, geistigen oder psychischen Fähigkeiten, um sie mit weißen Männern in einer beliebigen Funktion unserer Zivilisation gleichzusetzen oder zu teilen. Denn wann immer ein weißer Mann sucht unter ihnen als gleicher zu leben, werden sie ihn entweder zerstören oder ihn verschlingen. Und sie werden seine ganze Arbeit zerstören.
Albert Schweitzer, 1961.
Hatte der Mann Recht? Meine Erfahrung sagt: Generell, ja. Aber Flugtickets sind seit Albert Schweitzers Zeiten bezahlbar geworden. Just 1958 wurde die "Economyclass" eingeführt, wie ich soeben in der FAZ las. Jede/r kann sich gern selbst überzeugen, ob der Mann Recht hatte oder nicht. Man/frau sollte nur die idR. gut bewachten Touristenzonen meiden. Mit dem Taxi zum Touristenhotel und zurück, 1-2 geführte Exkursionen sind keine Afrikareise, sondern eine Illusion vergleichbar einem Zoobesuch.
Ähnlich verhält es sich übrigens bei den Safe Spaces der zahlreichen "Hilfsorganisationen", die sich dort nicht grundlos für die Ewigkeit eingerichtet haben. Sie brauchen das Elend Afrikas als Rechtfertigung, sich aus Spenden und Erbschaften nähren zu können. Je mehr Elend, desto besser für sie. Das ist der falsche Platz, um betreffend des Umfelds allgemeingültigere Beobachtungen machen bzw. Erfahrungen sammeln zu können.