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Schriftzeichen für "Traditionelle Chinesische Medizin&q
Verfasst: 04.04.2007, 14:08
von campsy
Hallo allerseits!
Bin ich froh, dieses Forum gefunden zu haben! Ich hoffe, es findet niemand unverschämt, dass ich hier einfach ohne chinesische Grundkenntnisse reinplatze und womöglich dumme Fragen stellen
Ich brauche Hilfe bei der Verwendung der richtigen Schriftzeichen für "Traditionelle Chinesische Medizin".
Dieses Online-Wörterbuch (
http://www.chinaboard.de/chinesisch_deutsch.php?e=26160 ) spuckte mir aus: 中医 [ 中醫 ]
Es scheint also zwei Schreibweisen zu geben. Welche ist wohl gebräuchlicher? Oder würdet ihr vielleicht ganz andere Schriftzeichen empfehlen?
Verfasst: 04.04.2007, 14:13
von sushan
leider kann ich die schriftzeichen hier an dem pc nicht lesen... aber das erste schriftzeichen müsste das gleiche sein wie bei "chinesisch" (zhong1 wen2) und das zweite müsste ist das gleiche wie für "Medizin" (yi1)...
es könnte sein, dass die zweite version die langzeichenversion ist, aber ich kann die zeichen wie gesagt nicht sehn... nur kleine kästchen...
aber es gibt genug leute hier im forum, die dir helfen werden... (ich bitte auch um aufklärung...)
EDIT: hier ist aber eine website, in der die schriftzeichen auch zu finden sind (die 2 ersten roten):
http://www.tcm24.de/
Verfasst: 04.04.2007, 14:20
von campsy
Danke für die schnelle Antwort! Ich habe einen Screenshot gemacht und hoffe, dass ich das Bild jetzt richtig einfüge:

Verfasst: 04.04.2007, 14:25
von sushan
die erste variante sind kurzzeichen, und die zweite version sind die langzeichen...
wofür brauchst du die zeichen denn?
auf der website, die ich angegeben habe, sind die kurzzeichen verwendet worden...
*und: vielen vielen dank für die kleine abbildung!*
Verfasst: 04.04.2007, 14:37
von campsy
Oh, so langsam lerne ich dazu! Da ich, wie gesagt, von chinesisch keine Ahnung habe, habe ich mich mal bei Wikipedia über Kurz- und Langzeichen informiert. Demnach ist es also so, dass Chinesen in China kaum noch Langzeichen verstehen, während "Exil-"Chinesen mit den Kurzzeichen Probleme haben, dass allerdings in der Kalligraphie auch in China lieber Langzeichen verwendet werden.
Vielleicht könnt ihr mir dann einen Rat geben, für welche Form ich mich entscheiden sollte?
Ich möchte diese Schriftzeichen auf einer Visitenkarte, bzw. im Corporate Design, einer deutsche Akupunktur-Ärztin verwenden (die selbst allerdings auch kein chinesisch kann). Es hat also mehr dekorativen Charakter, sollte aber natürlich auch Sinn machen. Und natürlich möchte ich weder Chinesen noch Exil-Chinesen vor den Kopf stoßen
Verfasst: 04.04.2007, 14:41
von sushan
hm, ich weiss nicht...
also ich denke dass alle chinesen die kurzzeichen- version verstehen und wissen, was damit gemeint ist...
die langzeichenversion wird wie zum beispiel in der kalligraphie oder eben auf visitenkarten wegen dem ästhetischem Aspekt benutzt...
aber ich find nicht, dass hier die langzeichen- variante so viel schöner ist...
zeig ihr doch beide versionen und lass sie dann entscheiden... oder warte auf andere meinungen hier im forum...
Verfasst: 04.04.2007, 14:53
von campsy
Danke, sushan! Ich werde mal auf weitere Meinungen warten und derweil zwei verschiedene Versionen machen.

Verfasst: 04.04.2007, 18:55
von Dennis (CDS)
Schauen wir uns doch mal zum Spaß die Etymologie des Kurz- und Langzeichens an. (Sky Darmos, ich hoffe das geht in Ordnung für dich?

)
Das Kurzzeichen
医stellt ein Behältnis
匚 mit
矢 Pfeilen dar. Die ursprüngliche Bedeutung ist also ein Köcher, heutzutage aber nur noch Medizin. Schön, und was hat ein Köcher mit Medizin zu tun?
Schauen wir uns mal das Langzeichen
醫 an. Da finden wir das Behältnis
匚 mit
矢 Pfeilen wieder, zusätzlich mit
殳, was als Zeichenkomponente die Bedeutung von "schlagen" und zusammengesetzt als
殹 die Bedeutung von "Geräusch des Schlagens" hat. (Möglicherweise das Geräusch beim Abschießen eines Bogenpfeils oder Entnahme eines Pfeils aus dem Köcher??). Der untere Teil
酉 stellt ein (Wein-) Gefäß dar, da Mediziner ihre diversen Tränke und Mixturen in eben diesen aufbewahrten. Danke an Wenlin bis dahin. Meine eigene Interpretation des Langzeichens geht in etwa so: Die Medizin bedient sich der Gefäße mit Tränken und Mixturen, um im übertragenen Sinne ein "Geräusch des Schlagens" zu erzeugen = die Krankheit zu bekämpfen und den Patienten zu heilen. (Bitte nicht all zu ernst nehmen, aber es klingt gut

)
Ich persönlich finde es schade, dass solch anschauliche Herleitungen bei Kurzzeichen manchmal nicht mehr möglich sind. Natürlich ist so etwas für den alltäglichen Gebrauch ziemlich irrelevant, interessant zu wissen aber allemal.
Verfasst: 04.04.2007, 19:04
von campsy
@Dennis: danke, das ist wirklich interessant. Insbesondere, da ich heute erst eine Sage zur "Entdeckung" von Akupunktur als Heilmethode gelesen habe: "Ein Soldat wurde von einem Pfeil leicht verletzt und stellte in der Folgezeit verblüfft fest, dass nicht nur seine Wunde heilte, sondern auch eine organische Erkrankung, die ihn zuvor geplagt hatte." (zitiert von
http://www.akupunktur.de/akupunktur/wissen.htm)
Von daher würde in diesem Fall das Kurzzeichen sogar noch besser passen, denn die Akupunktur-Ärztin behandelt nicht mit Kräutern.
Verfasst: 04.04.2007, 19:27
von glizza
Dennis (CDS) hat geschrieben: Ich persönlich finde es schade, dass solch anschauliche Herleitungen bei Kurzzeichen manchmal nicht mehr möglich sind. Natürlich ist so etwas für den alltäglichen Gebrauch ziemlich irrelevant, interessant zu wissen aber allemal.
Und hilfreich dazu, ich versuche mir hanzi so zu merken - wenn' s hinhaut dann inkl. pinyin-Eselsbrücke, z.B. 不 bù
@Campsy
Die Sage gefällt mir!

Verfasst: 04.04.2007, 19:55
von Dennis (CDS)
Ich bezweifle aber, dass die Akupunktur so vorherrschend ist, das ihre übertragene Bedeutung (nehmen wir mal an, der Köcher steht für die Akupuntur) gleich als Synonym für die gesamte traditionelle chinesische Medizin gilt.
Akupunktur an sich auf Chinesisch heißt übrigens
針刺 und bedeutet nichts weiter als mit der "Nadel stechen/stimulieren".
Und Kräuter waren laut der von dir zitierten Seite nicht das einzige Heilmittel, sondern auch "tierische und mineralische Substanzen" und alles wird natürlich in der TCM verwendet (...und früher wohl in den betreffenden Behältnissen aufbewahrt).
Wenn man Akupunktur ebenso als Teil der TCM versteht (..und nicht als dessen alleiniger Bestandteil), dann macht das Langzeichen doch viel mehr Sinn, oder?
Ich wurde im letzten Jahr hier in Taiwan selbst mit TCM behandelt und Akupunktur war ein Teil davon (obwohl alles irgendwie nichts brachte, lag aber wohl an der Verletzung selbst)
(weitere Info darüber hier)
Falls es dir nur um Akupunktur geht und nicht allgemein um die gesamte traditionelle Medizin bist du mit
針刺 von der Bedeutung her meine Meinung nach besser aufgehoben.
Schade, dass ich das Thema für heute verlassen muss, aber knapp 2 Uhr morgens Ortszeit reicht dann doch.
Verfasst: 04.04.2007, 22:28
von siedenderschnee
Dennis (CDS) hat geschrieben:Akupunktur an sich auf Chinesisch heißt übrigens 針刺 und bedeutet nichts weiter als mit der "Nadel stechen/stimulieren".
Nicht 針灸?
Verfasst: 04.04.2007, 22:50
von anderer Li
Akupunktur = 針刺 ? ist mir was neues.
ich hab bislang nur von 針灸 (zhen jiu) gehört & gelesen...
http://de.wikipedia.org/wiki/Akupunktur
Verfasst: 05.04.2007, 02:29
von polyhedron
針ist Spitze oder Akupunktur, "灸"是用燒着的艾卷在皮膚上燙 / einen gebrannten "Zigarre" von Artemisia am Haut erwärmen. Das ist selbstverständlich, da 火 das Bedeutungsteilchen von 灸 ist. Und 針灸=針+灸. Allerdings ist heute 灸 nicht so viel gebraucht.
Verfasst: 05.04.2007, 03:23
von Grufti
Das 灸 bedeutet "Moxibustion" bei der ein kleines Kegelchen ( wie die Räucherhütchen einer japanischen Marke ( hab ich jetzt nicht gerade zur Hand) aus "Moxa" angezündet z.B. auf die Nierengegend am Rücken aufgesetzt wird. Dann wird ein Trinkglas darüber gestülpt. Durch die Verbrennung des Sauerstoffes entsteht ein Unterdruck...und
heissa sprudelt das Wasser durch die Haut aus dem Körper. So werden die Nieren "entwässert" und die Schadstoffe werden aus dem Körper entzogen. Das hatte ich in Taiwan schon einige Male machen lassen.
Auch Akupunktur hatte bei mir jedenfalls gegen meine fürchterliche Migräne mit normalerweise ca. einen ganzen Tag dauernden Brechkrämpfen erfolgreich geholfen. Da bei einem Migräneanfall rein zufällig ein uns bekannter Akupunkteur anwesend war, hatte dieser mir einige Nadeln gesetzt, und innehalb weiniger Minuten war meine Migräne nicht nur viel besser, sondern ich konnte auch ganz normal essen.
Leider konnten über 22 Nadeln an meinem rechten Bein nichts ausrichten, dessen Lymphgefäße durch eine heftige Entzündung, die mich gezwungen hatte , ins "Johannes XIII" Krankenhaus in Xinzhu zu gehen, so geschwächt wurden, daß ich heute noch an fürchterlich geschwollenen Füßen leide.
gegen "Wasser" ist selbst Akupunktur machtlos..
Im Übrigen wurde die letzte Nadel in die Mitte der Kniekehle gesetzt. Im gleichen Augenblick durchfuhrt mein Bein eine so heftige Reizung, als ob ich mit meinen Füßen in eine Steckdose geraten wäre...