Ich habe hier in Deutschland, aber auch in Südeuropa, wo ich viele Jahre gearbeitet habe, schon des öfteren mitbekommen, wie sehr sich hier in Europa lebende Chinesinnen für ihre Familien krumm schuften. Insbesondere diejenigen, die sich hier als Einzelkämpfer und ohne Partner durchschlagen.
Das Erstaunliche dabei, nicht etwa nur für ihre Eltern und ihre eigenen Kinder, die entweder in China beim (un-) geschiedenen Mann oder bei den Großeltern sind, nee, sondern auch für ihre Geschwister (vor allem Brüder) und manchmal sogar Freunde.
Sei es, dass sie ihr Geld dafür verwenden, ihren Brüdern Autos zu kaufen, oder für deren Hochzeit richtig Kohle rüberwachsen zu lassen, ihnen (angebliche?) Operationen, die in die Tausende gehen zu zahlen oder sonst was. Da hab ich schon so einiges mitbekommen.
Um so bemerkenswerter, wenn man bedenkt, dass von deren Zuhause eigentlich nur die Söhne und nicht die Töchter bedacht werden.
Ich habe auch mehrere Jahre in Südamerika gelebt und kenne den dortigen Familiensinn. Aber in der Art hab ich das noch nicht mitbekommen.
Irre ich mich eigentlich, wenn ich vermute, dass sowas die Brüder wohl in den seltensten Fällen für ihre Schwestern tun würden (da sie das Geld lieber für sich ausgeben)?
Ist so ein Verhalten schichtenspezifisch, oder ist sowas "typisch chinesischer Familienzusammenhalt"?
Meine seit 15 Jahren hier lebende chinesische Freundin sagt dazu nur - wobei sie selbst allerdings extrem geizig ist...
Bei den chinesischen Paaren hier in Deutschland finde ich hingegen seltsam, dass die gut verdienenden Ehemänner ihre Frauen, Kinder und evtl. Geliebte mit Geld und vor allem teuren Markensachen nur so stopfen, für ihre z.T. fast bedürftigen Eltern in China aber nur "ein paar Groschen" übrig haben. Weil "die brauchen ja nicht mehr zum Leben" bzw. "die sind auch so zufrieden". Schon komisch. Aber das ist ein anderes Thema.



