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warum hat der Buddha blaue Haare in China
Verfasst: 07.11.2006, 10:16
von dany
warum hat der Buddha blaue Haare in China? Ich war 4 Wochen in China unterwegs undkonnte leider keine Antwort auf meine Frage finden. Wer weiss eine ?
Verfasst: 07.11.2006, 11:52
von domasla
Blau? Ist mir noch nicht aufgefallen. Vielleicht liegt es am Material? Bei Keramik wurden bevorzugt Farben verarbeitet, die verfügbar waren und den Herstellungsprozess mitmachten. Bei Holz könnte man an die Haltbarkeit denken.
Blau? Ich habe oft gold in Erinnerung. Oder schwarz. Vielleicht war es auch blau. Ja, stimmt, könnte sein.
D.
Verfasst: 07.11.2006, 12:02
von MARTIN H.
Hallo,
hab ich auch oft gesehen, auch bei Tibetischen u.a.
Ich glaube, das hat was mit der Ausrichtung zu tun, kenne ich auch von antiken asiatischen Skulpturen, wo sich noch Farb-Fragmente erhalten haben, - gute Geister / Götter haben blaues Haar, und schlechte rotes. Ist aber noch etwas komplexer...... schau mal auf die Seite:
http://www.tibet-galerie.de
Gruss,
Martin
Verfasst: 07.11.2006, 17:44
von bossel
Warum die Figuren blaues Haupthaar haben, weiß ich auch nicht. Aber nach einer Überlieferung soll Buddha bläuliche Körperbehaarung gehabt haben. Die Haupthaare werden, soweit ich weiß, immer nur als dunkel beschrieben.
Verfasst: 07.11.2006, 17:47
von mesheel
Das liegt moeglicherweise daran, dass die blauer Farbe teurer als Gold war. Normalerweise haben Buddhas eine goldene Koerperfarbe, blaue Haare ist gehoert nicht zu den Bestimmungsmerkmalen des Buddha.
Aus welcher Zeit, aus welchem Material waren diese Buddhas? Ich tippe mal auf Tonerde und Tang....

Verfasst: 07.11.2006, 17:55
von domasla
Ja, das würde ich auch als vernünftigen Grund gelten lassen. Die Ming-Dynastie hat mehr hervorgebraucht als blau bemalte Vasen. Es war eben "in", Kobalt als Farbstoff zu verwenden. In der Tang-Zeit waren Glasuren gelb, braun, grün und blau. Aus der Song-Dynastie kennt man grüne und bläuliche Seladon-Vasen. Das ist ein Beispiel für nur einen Werkstoff. Vielleicht lässt sich eine Tradition darauf zurückführen. Irgendwann wurden dann auch Glas- und Messing-Buddhas blau bemalt, weil man eben dachte, das müsste so sein.
Die Überlieferung mit den dunklen Haaren hat bestimmt auch jemand aufgeschrieben, der eine Erzählung gehört hat, nach der jemand nach der Haarfarbe fragte und nach langem Nachdenken auf die wahrscheinlichste Haarfarbe für Indien geschlossen wurde.
D.
Verfasst: 07.11.2006, 21:44
von dany
Erstmal Danke für Eure Antworten.
Also die blauen Haare haben wir in z.B in Kunming gesehen. In Shangrila hatten die Buddhas die goldenen Hauben auf. Aber das hängt mit dem tibetischem Buddhismus zusammen. In Thailnad, Kambodscha, Laos und Burma waren die Buddhas immer golden. Aber in China haben die eine Art "Lockentracht" in Blau. Das fanden wir eben sehr komisch.
Vielleicht findet sich noch eine Antwort.
Verfasst: 07.11.2006, 22:43
von MARTIN H.
Mit "Lockentracht" meinst du wahrscheinlich die Schnecken, die sich nach der chinesischen Mythologie über den Kopf Buddhas legten, als er nach Erleuchtung suchend, meditierte, um ihn vor der Sonne zu schützen....
Farben haben, mehr als bei uns, in China eine besondere Bedeutung / Sprache, wie ich oben schon schrieb.....!
Verfasst: 08.11.2006, 08:42
von bossel
domasla hat geschrieben:Die Überlieferung mit den dunklen Haaren hat bestimmt auch jemand aufgeschrieben, der eine Erzählung gehört hat, nach der jemand nach der Haarfarbe fragte und nach langem Nachdenken auf die wahrscheinlichste Haarfarbe für Indien geschlossen wurde.
Die Überlieferung stammt aus dem Digha Nikaya. Dürfte also aus Indien sein.
Übrigens wird Buddha ebendort auch mit lockigen Haaren beschrieben.
Verfasst: 08.11.2006, 10:47
von serenita
MARTIN H. hat geschrieben:Mit "Lockentracht" meinst du wahrscheinlich die Schnecken, die sich nach der chinesischen Mythologie über den Kopf Buddhas legten, als er nach Erleuchtung suchend, meditierte, um ihn vor der Sonne zu schützen....
Farben haben, mehr als bei uns, in China eine besondere Bedeutung / Sprache, wie ich oben schon schrieb.....!
Schnecken?

Verfasst: 08.11.2006, 13:38
von MARTIN H.
Ja, Schnecken!
Werden und wurden oft nur stilisiert bei einigen Buddha-Statuen wiedergegeben, hier ein Foto, wo man's erkennen sollte, da er etwas feiner gearbeitet ist:
http://house-of-martin.homepage.t-onlin ... necken.jpg
Gruss,
Martin
Verfasst: 08.11.2006, 13:41
von Grufti
Sollen das nicht
Locken sein ?????
Wenn das wirklich "Schnecken" sein sollten, müßte sich das doch auch in der Literatur nachweisen lassen..
...oder kann man jetzt zu Buddha auch "
Schneckerl" sagen ??

Verfasst: 08.11.2006, 13:47
von MARTIN H.
Ach ja, - die oft halbrund dargestellte Erhöhung auf dem Kopf / der Haartracht ist "Ushnisha", das Zeichen des voll entwickelten Scheitel-Chakras, -hoechste geistige Vollendung!
Verfasst: 08.11.2006, 14:01
von MARTIN H.
Grufti
Na, da kennst du dich ja bestens in der Buddhistischen Mythologie aus, dann brauche ich auch nichts mehr zu schreiben!
Dann ist die abgebildete Skulptur auch nur ein Bronzemännchen und die Kopferhöhung eine Körperbehinderung........
Martin
Verfasst: 08.11.2006, 15:22
von bossel
MARTIN H. hat geschrieben:Na, da kennst du dich ja bestens in der Buddhistischen Mythologie aus, dann brauche ich auch nichts mehr zu schreiben!
Na, das wär aber schade. Mich würde nämlich interessieren, auf welche Legende sich das bezieht. Ich habe online zwar was über die 108
snail martyrs gefunden, aber keine Quelle für diese Legende.