sweetpanda hat geschrieben:Es gibt vielleicht 10-20 Deutsche deren Anwesenheit in China nicht erwünscht ist. ... Deutsche können niemals in China untertauchen oder irgendeinen Schaden anrichten. Sollen sie "Schwarz" für 150 Euro im Chinarestaurant arbeiten, ... ?
Naja. Gaaaaanz so klar sieht es da für China da inzwischen aber auch nicht mehr aus. Arme und Schwerkriminelle kommen sicher nicht überwiegend aus Deutschland nach China. Was es aber durchaus gibt sind Leute aus Europa und den USA, die China so nicht in seinem Arbeitsmarkt haben möchte. Und das sind inzwischen auch mehr als 10-20.
Da sind z.B. die "Englischlehrer" (Hauptkriterium: Weiß), die über Jahre hinweg auf alle möglichen Touren (Geschäftsvisum, Studentenvisum, Tourismusvisum) hier in China gearbeitet haben. Seit so 2 Jahren steuert China dem aber gegen. Nimmt "Chinesischkurse" hops, die nur Visa für Studenten verschaffen, in denen aber kein Ausländer sitzt und Chinesisch lernt. Unangekündigt taucht jetzt auch mal die Polizei bei Englischschulen auf und wer von den ganzen Ausländern dann kein Arbeitsvisum vorzeigen kann, wird des Landes verwiesen. Letzten Monat ist einer meiner Untermieter aus den USA im Wesentlichen so rausgeflogen. Hat er auch so akzeptiert, hat das nie anders gesehen, als dass er illegal in China arbeitet und so etwas als Risiko eben dazugehört. Groß rumtönen von wegen "Scheiß-China, Polizeistaat blablabla" - Fehlanzeige. Verantwortung übernommen und abgereist. Hat mir sogar noch einen Nachmieter hingestellt für den Rest des Monats.
Diese "Englischlehrer" kommen nun nicht überwiegend aus Deutschland - aber auch. Hauptsache: Weiß. Und wie weit sich China da die Mühe machen möchte, da noch groß weiter zu differenzieren und für Deutschland andere Visarichtlinien (inklusive: Gebührensätze) aufzustellen als für sagen wir mal England, ist letztendlich China überlassen. Halte ich aber für unwahrscheinlich. Und ob die Visastellen in England genauer hinschauen bei den Anträgen in Deutschland, weiß ich auch nicht. Ich vermute aber: Eher nicht, in Deutschland wird wohl auch mehr hingeschaut.
Denn was aus Deutschland statt "Englischlehrern" gerne kommt, sind Praktikanten. Und auf die hat China auch keine Lust, denn die nehmen dort auch Arbeitsplätze weg. Bevor jetzt einer sagt "Pft! Was kann denn so ein Praktikant schon?": Selbst wenn man mal annimmt, dass die alle von Tuten und Blasen keine Ahnung hätten (wobei sich dann die Frage stellt: Warum lässt die Firma die dann überhaupt nach China kommen - aus lauter Menschenfreundlichkeit?) - Leute, die von Tuten und Blasen keine Ahnung haben, hat China selbst mehr als genug. China hätte aber trotzdem lieber, dass auch denen von irgendjemandem ein Gehalt, Steuern und Sozialabgaben gezahlt werden (wie die Sozialabgaben dann verjuxt werden, steht auf einem anderen Blatt). Umso besser, wenn von einer ausländischen Firma. Und da stören Praktikanten aus Deutschland nur. Vor allem, wenn die das Praktikum auch noch für lau machen.
Muss man das jetzt schön finden, dass ein Tourismusvisum nun 100 Euro kostet? Nö. Ist China irgendwie selbst schuld, dass das chinesische Bildungssystem Leute auswirft, mit denen ein Praktikant aus Deutschland konkurrieren kann? Oder dass Eltern ihre Kinder lieber von einem weißen High School Dropout betreuen lassen als den eigenen Lehrern zu vertrauen? Sicher auch. Fallen die überhaupt groß ins Gewicht verglichen mit den echten Touristen? Das muss China letztendlich selbst entscheiden. Aber dass gar keine Ausländer aus Europa / USA illegal in China arbeiten, stimmt so nicht mehr. China hat sich da lange Zeit nicht drum geschert, inzwischen aber schon.
Ausbaden darf das wie immer dann der Rest der Besucher und am meisten der, der in Visaverfahren stets die schlechteste Position hat: Der Tourist. Keine Geschäftseinladung von einer Firma, keine Einladung von Verwandten (sicher kein Zufall, dass China vor 2 Jahren ein entsprechendes Besuchsvisum eingeführt hat), keine Einladung von Freunden und nix. Nur die Aussage: "Ladida - ich will mich halt mal in China umsehen."
Einen Vorteil hat man allerdings als echter Tourist (im Ggs. mal zu denen, die das nur vorgeben, um hier zu arbeiten) und der ist ja oben schon genannt worden: Man muss ja nicht nach China. Wem das zu teuer oder einfach auch nur zu lästig ist: Es gibt massenhaft Alternativen. Wer wirklich nur als Tourist nach Asien kommt, um hier Geld zu lassen, der findet sicher eine nette Ecke, wo das auch ohne größeren Aufwand geht.
Wer die Wahl hat muss sich ja nicht unbedingt quälen.
P.S.: Die Gebühren werden natürlich erhöht, damit mehr Geld reinkommt. Ein Zusammenhang mit lebenden Personen, realen Handlungen oder der Servicequalität wäre rein zufällig.