Vom Aufstieg zum Niedergang der chinesischen Zivilisation
Vom Aufstieg zum Niedergang der chinesischen Zivilisation
Viele denken, China sei eine fünftausendjährige Zivilisation und Chinas Kultur habe Jahrtausende überdauert. China sei die einzige antike Zivilisation der Welt, die bis heute noch existiere.
Jedoch wissen nicht viele dass...
die altchinesische Nation schon 2 mal untergegangen war, das letzte Mal vor 364 Jahren, von dem sich die altchinesische Zivilisation nie mehr erholt hat...
lange vor dem Opiumkrieg mit den Engländern das chinesische Volk bereits von Fremdherrschern versklavt wurde. Kulturell und ethnisch unterdrückt waren die Chinesen, lange bevor die europäischen Kolonialherren Handelsbeziehung mit den vermeintlichen "chinesischen" Kaiserhäusern zu etablieren versuchten.
Kulturbrüche gab es in China schon mehrmals in der Geschichte.Dass das chinesische Festland endgültig von Fremdern unterworfen wurde, gab es insgesamt zweimal.
Vor mehr als 5000 Jahren trennten sich zwei Gruppen des Sino-tibetischen Urvolkes die Wege. Der Großteil dieses Volkes beschloss, in das tibetische Hochland zu ziehen. Diese wurden die Vorfahren des tibetischen Volkes und der Qiang. Ein paar tausend von ihnen zogen gen Osten und ließen sich in einem Land, das sie später als Zhongyuan nannten, die Mittelerde, nieder. Das waren die Vorfahren der Chinesen, die Huaxia. Ursprünglich umfasste sich diese "Mittelerde" nur einen Bruchteil der heutigen kernchinesischen Provinz Henan. Im Laufe der Zeit unterwarfen sie alle vier Völker, die sie in vier Himmelsrichtungen umgaben. Früher bewohnten hauptsächlich die Vietvölker das heutige Zentralchina und Südchina. Die Huaxia besiegten sie, vertrieben sie in die Berge, in die Sumpfregionen und auf die Meere hinaus. Nach einem weiteren Jahrtausend entstand ein Großreich, 2000 Jahre vor unserer Zeit, dessen Grenzen im Osten bis zum Pazifik, im Norden bis tief in die mongolische Steppen, im Süden weit nach Vietnam, in die Urwälder mit für Huaxia tödlichen Bedingungen, mit mysteriösen Gasen, die einen töteten, sobald man sie einatmete. Im Westen drangen die Huaxia mit den Armeen bis zum kaspischen Meer vor, bis an die Grenze Persiens, als der chinesische General Ban Chao zum ersten Mal von Rom hörte. Das war das Reich Han, dessen Name der Names eines Volkes wurde und an dessen Zeiten die Chinesen sehnsüchtig zurückdenken.
Dies ist die Geschichte Chinas, die Geschichte des Aufstiegs und Untergangs der großen chinesischen Zivilisation.
1. Gründung des Chineischen Kaiserreiches
Die Chinesen glauben fest daran, dass das chinesische Volk aus einem gemeinsamen Ursprung stammt. Ob Legende oder nicht, so glauben sie, dass das chinesische Volk einen Urahnen hat, nämlich den sogenannten „gelben Kaiser“.
Historiker glauben, dass der gelbe Kaiser einem sinitischen Volksstamm angehört, der vor etwa 5000 Jahren am gelben Fluß angesiedelt war. Dieser Volkstamm besiegte unter der Führung des gelben Kaisers ein rivalisierendes Volk am gelben Fluß, wahrscheinlich Vorfahren des heutigen Volkes Hmong, und vertrieb es nach Süden.
Dann verbündete sich der gelbe Kaiser mit dem „Yan Kaiser“eines anderen sinitischen Volksstamms. Dieses neu entstandene Volk verbreitete sich über Zentralchina und gründete vor 4000 Jahren das Königreich der Xia.
Nach 400 Jahren Herrschaft wurde das Königreich Xia von einem sinisierten Volk Shang angegriffen und vernichtet. Die Shang waren höchstwahrscheinlich ein Mischvolk aus sinotibetischen Volkstämmen und Dongyi (wörtlich:Barbaren des Ostens, bewohnt in der Provinz Shandong).
Die Shang gründeten ein Königreich und entwickelten die Kultur der Xia Dynastie
weiter. Nach 600 Jahren Herrschaft wurde dieses Königreich von einem sinitischen Volk namens Zhou aus dem Westen Chinas angegriffen und vernichtet. Die Zhou bezeichneten sich als Nachfahren des gelben Kaisers. Sie gründeten ein Königreich in Zentralchina und schickten ihre Stammesbrüder nach außen, um Herzogtürmer zu errichten. Insgesamt wurden mehrere hundert
Herzogtümer errichtet.
771.v.Chr. wurde die damaligen Hauptstadt der Zhou von einem Reitervolk, damals Babaren des Westens genannt, angegriffen und zerstört. Die königliche Familie, die diese Katastrophe überlebt hatte, verlegte die Hauptstadt in eine Stadt weit im Osten des Zentralchinas, nach Luoyang. Aber die königliche Macht war bereits durch den Untergang der alten Hauptstadt stark geschwächt. Die Herzogtümer wurden mächtiger und führten miteinander Kriege. Einige Jahrhunderte später wurden aus diesen hunderten Herzogtümern 7 Königreiche.
Die Zhou bezeichneten sich als „Huaxia“. Das Wort „Hua“bedeutete eigentlich Schönheit. Gemeint waren die schönen Kleidungen, die die Zhou trugen. Das Wort Xia bedeutete Größe. Da die sinitischen Stämme in den vielen Herzogtümern mit den Zhou verwandt waren, bezeichneten sie sich auch als „Huaxia“. Alle anderen Völker waren für sie Barbaren. Aus den „Huaxia“ wurden später Han Chinesen, also ethnische Chinesen.
Im Übrigen war das Hochchinesisch von damals die Sprache der Bewohner von Luoyang, der Hauptstadt von Zhou. Die Huaxia konnten sich mit dieser Sprache überall in den Huaxia Staaten verständigen. So konnten zum Beispiel Konfuzius Schüler Konfuzius verstehen, obwohl sie
aus verschiedenen sinitischen Staaten stammten, weil Konfuzius Hochchinesisch
sprach.
Das Königreich von Qin, auch ein Huaxia (sinitischer) Staat im Westen, unterwarf alle anderen
Huaxia Staaten in China im 3.Jahrhundert v. Chr. Der König von Qin, Ying Zheng, ließ
sich zum Kaiser krönen. Er nannte sich den ersten Kaiser von Qin, oder Kaiser
von Qin der Erste. Dies war die Geburststunde des ersten großen Chinesischen Kaiserreiches.
2. Zwischen Einigkeit und Spaltung, China bis zum Zusammenbruch des Nordens
Das Qin Imperium war nur von kurzer Dauer. Das Reich wurde innerhalb von 20 Jahren von Aufständen zertrümmert. Zunächst wollten die Adligen der alten Huaxia Königreiche die Feudalstaaten wiederherstellen. Nach Jahrzehnten langen Kämpfen jedoch gelang es Liu Bang, dem König von Han (sein Königreich umfaßte einen Teil des Gebiets des ehemaligen Königreiches von Qin), alle Huaxia Staaten wieder zu vereinen und gründete das Kaiserreich von Han.
Im Laufe der folgenden vier Jahrhunderte wurde das Han Reich auf das Zweifache vergrößert. Die Huaxia Völker wurden fortan von den "Babarenvölkern" als "Han" bezeichnet. Diese Bezeichnung übernahmen die Huaxia später als ihre eigene.
Am Ende des 2. Jahrhunderts n. Chr. spaltete sich das Han Reich in drei Kaiserreiche: Kaiserreich von Wei, Kaiserreich von Shu und Kaiserreich von Wu. Nach ungefäir 50 Jahren wurden die drei Reiche zum „Jin“ Reich geeint.
Die Namen der Königreiche und Kaiserreiche im antiken China stammen fast immer von den adligen Titeln der Staatsgründer. So war der erste Kaiser von Jin früher Herzog von Jin des Kaiserreiches Wei. Er wurde später zum König von Jin erhoben und war irgendwann so mächtig, dass er den Wei Kaiser zur Abdankung zwang.
Nach der Reichesgründung von Jin führte der Kaiser von Jin Krieg gegen Kaiserreich von Wu und eroberte es. Das Kaiserreich von Shu war bereits paar Jahren zuvor vom Kaiserreich von Wei erobert worden. China wurde erneut vereint.
Jahrzehnte nach der Wiedervereinigung Chinas brach jedoch ein Bürgerkrieg zwischen 8 Jin Prinzen
aus. Dadurch wurde das chinesische Reich sehr geschwächt. Die schon Jahrhunderte zuvor von den Chinesen unterworfenen und ins chinesische Reichsgebiet umgesiedelten Xiongnu Stämme (Hunnen) machten sich das zunutze und rebellierten gegen die Chinesen. Bald eroberten sie die Hauptstadt des Kaiserreiches von Jin und besetzten Nordchina.
3. Völkermorde und grausame Kämpfe ums Überleben
Wie in Europa gab es in China zu dieser Zeit eine Völkerwanderung. Hunderttausende Chinesen
flohen vor dem Hunnensturm nach Südchina, wo damals große Teile noch Kolonien der Chinesen waren. Der Süden war damals im Vergleich zu Nordchina unterentwickelt. Erst die massive Einwanderung nordchinesischer Flüchtlinge veränderte das wirtschaftliche und kulturelle Gewicht des Südens.
Das Hunnenreich wurde aber bald darauf von den in Nordchina ansiedelnden Völker aus Zentralasien vernichtet. Insgesamt 5 Völker aus Zentralasien und der Mandschurei gründeten auf nordchinesischem Boden 16 Kaiser-/Königreiche.
Südchina blieb jedoch in chinesischer Hand. Im Norden gab es ununterbrochen Kämpfe zwischen Chinesen und nicht-chinesischen Völkern und zwischen Völkern aus Zentralasien und Völkern aus der Mandschurei. Es war eine dunkle Epoche, in der Kanibalismus und Morde zum Alltag gehörten. Auf einem Feldzug der Xibanbei zum Beispiel wurden zehntausende chinesische Frauen verschleppt und als Nachrungsvorräte verzehrt (Die Xianbei nannten sie "Zweibeinige Schafe").
Ran Min, ein chinesischer General, rief aus Rache die chinesische Bevölkerung in Nordchina auf, alle Nicht-Chinesen zu vernichten. Allein in der Hauptstadt Yecheng wurden 200.000 Nicht-Chinesen umgebracht.
Aus Angst vor Vergeltung flohen viele Völker wieder nach Zentralasien. Auf dem Weg nach Hause kämpften sie sich gegenseitig. Nur etwa zwei oder drei von zehn Leuten konnten in ihre Heimat zurückkehren (Chronik von Jin 《晉紀》:“自季龍末年而閔盡散倉庫以樹私恩。与羌胡相攻,無月不戰。青、雍、幽、荊州諸氐、羌、胡、蠻數百余万,各還本土,道路交錯,互相殺掠,且飢疫死亡,其能達者十有二三。).
"Xianbei ", das einzige verbliebene nicht-chinesische Volk aus der Mandschurei war so stark in Unterzahl, sodass es mit den Chinesen kooperieren musste. Die Xianbei wurden im Laufe der Jahrhunderte sinisiert.
4.Vom Zweiten Imperium bis zur Mongolenherrschaft
Im Jahr 589 n. Chr. wurde ganz China unter dem Banner des Han-chinesischen Adligen namens Yang Jian vereint. Er gründete das Kaiserreich von Sui. 29 Jahre später wurde die Sui Dynastie durch die Tang Dynastie der Han-chinesichen Adelsfamilie Li ersetzt.
Die Tang Periode war das goldene Zeitalter der chinesichen Expansion und der chinesischen Literatur. China zur Tang-Zeit übertraf die alte Größe des Han-Reiches.
Nach der Tang Dynastie folgte die Song Dynastie.Die chinesische Zivilisation
erreichte in der Song Zeit den Höhepunkt.1126 n. Chr. wurde Nordchina von einem kriegerischen Halbnomadenvolk Jurchen aus der Mandschurei besetzt und 1279 wurde schließlich ganz China von Mongolen erobert.
Das war das erste Mal in der Geschichte Chinas, dass das gesamte chinesische Volk von
Nicht-Chinesen unterworfen wurde. Für viele Konfuzianer brach die Welt zusammen.Viele riefen:"Es gibt kein China mehr nach der Schlacht von Yashan! (endgültiger Sieg der Mongolen)"
Wähend der mongolischen Fremdherrschaft wurden alle Menschen des Reiches in Rassenklassen unterteilt. Mogolen gehörten zur obersten Rassenklasse. Tibeter, Zentralasiaten und Araber bildeten die zweite Rassenklasse, die Nordchinesen die 3. Klasse und schließlich die Südchinesen die 4.Klasse. Die Nordchinesen und Südchinesen wurden rechtlich stark diskriminiert. Ein Mongole bezahlte es etwas mit dem Tod, falls er einen anderen Mongolen totschlug. Wenn er jedoch einen Südchinesen totschlug, brauchte er nur einen Esel als Wergeld zu zahlen.
Die mongolische Herrschaft dauerte weniger als hundert Jahren. Dann vertrieben die Chinesen unter der Führung des Rebellenanführers Zhu Yuanzhang die Mongolen aus China. Chinesische Gelehrter jubelten den Sieg und prophezeiten:"Eine Fremdherrschaft über China kann niemals länger als hundert Jahre dauern!"
5. Der Wiederaufstieg und die zweite Fremdherrschaft
Zhu gründete das Kaiserreich von Ming (1368-1644) und begann mit dem Wiederaufbau Chinas. Durch die Mongolenherrschaft waren viele Tradionen und Erfindungen verloren gegangen. Die Ming Herrscher versuchten, die chinesische Zivilisation fortzuführen und alte chinesische Werte wiederherzustellen.
Die Gesellschaft Chinas zur Zeit der späteren Ming-Zeit (16.bis Anfang 17. Jahrhundert) kennzeichnete sich durch den Pluralismus und ideologische und geistige Umbrüche. Es war eine Zeit, wo völlig neue politische und gesellschaftliche Ideen von der geistigen Elite empor gebracht wurden. Der berühmteste Philosoph zu dieser Zeit war Wang Yangming.(1472-1529). (mehr dazu*)
Ende des 16. Jahrhundertes begann die berühmte-berüchtigte "kleine Eiszeit" in Ostasien. Jahre lang gab es schlechte Ernten. Kälteresistente Nachrungen wie Kartoffeln kannten die Chinesen damals noch nicht. Die Lage des Reiches verschimmerte sich, als das vereinte Japan Ende des 16. Jh. mit einem riesigen Heer Korea (damals chinesischer Tributstaat) angriff, sodass das chinesische Reich Korea zur Hilfe eilte. Letzendlich besiegte China und Korea die japanischen Truppen, doch der Jahre lang Krieg zwischen Japan und China leerte die chinesischen Staatskassen und forderte hunderttausende Todesopfer auf der chinesischen Seite allein. Unmittelbar nach Ende des Kriegs in Korea begannen die Mandschuren im Nordosten, in das Reich zu einzufalen. China reagierte daruf, indem es drastisch die Steuern der Bauern erhöhte, um den Krieg gegen die Mandschu zu finanzieren. Dies führte in Kombination mit schlechten Ernten letztlich zu massiven Bauernaufständen, sodass das chinesische Reich einen zweifronten-Krieg führen musste: Gegen die Mandschu und gegen die Rebellen.
Schließlich fiel Peking, die Hauptstadt Ming-Chinas, 1644 den Bauernrebellen in die Hände. Der Ming Kaiser Chongzhen erhängte sich. Die Mandschuren aus der Mandschurei machten sich das zunutze und fielen in China ein.China befand sich zu diesem Zeitpunkt in einem Zustand der Anarchie und das Reich konnte keinen wirksamen Widerstand leisten. Die verbliebenen Ming Regierungen in Südchina waren viel zu sehr um den verwaisten Thron zerstritten, um sich erfolgreich die Mandschuinvasion abzuwehren. So eroberten die Mandschuren in nur 20 Jahren mit Hilfe von chinesischen Generälen, denen sie Reichtum und Königtitel versprochen hatten, ganz China.
Die Mandschuren waren damals noch eine Stammesgesellschaft. Sie machten chinesische Bauern zu ihren Leibeigenen (genannt Baoyi 包衣) und befahlen allen chinesischen Männern wie sie fast sämtliche Kopfhaare zu scheren und einen Zopf zu tragen, damit der kulturelle Stolz der Chinesen gebrochen werden konnte. Die Chinesen betrachteten das Zopftragen als eine Barbarei. So gab es erbitterte Aufstände gegen diesen Befehl und Millionen Tote auf der Seite der chinesischen Bevölkerung waren die Folgen. Die Chinesen wurden ausserdem noch aufgezwungen nomadisch geprägte Kleidungen der Mandschu zu tragen, die übrigens heute international als die "traditionelle Kleidung der Chinesen " (z.B. Qipao) gilt.
Das war besonders demütigend für die damaligen Chinesen, da die mehr als 3000 Jahre alte traditionelle Kleidung der Han-Chinesen einen wichtigen Teil der chinesischen Kultur darstellte. Chinese mit dreieckigem Mandschuhut und Manschuzopf und Mandschukleidung wird als Image der traditionellen Chinesen in Europa gebrandmarkt.
Der berühmte zeitgenössige chinesische Gelehrter Gu Yanwu sagte dazu:"Es gibt einen Unterschied zwischen dem Untergang eines Staates und dem Untergang aller unter dem Himmel (天下)." Mit "alles unter dem Himmel" ist traditionell die chinesische Welt gemeint. Er betonte dass es bei dieser Dynastiewechsel um den Untergang "aller unter dem Himmel handelte". Das bedeutete eigentlich den Untergang der chinesischen Welt.
6. Die Mandschuren zuoberst, Chinesen immer in zweiter Reihe
Die Mandschuren waren gegenüber Chinesen in absoluter Unterzahl. Deswegen regierten sie das unterworfene chinesische Reich durch die Kooperation der chinesischen Oberschicht (z.B. Großlandbesitzer/ Konfuzianer). Die Mandschuren übernahmen die ultrakonservativen konfuzianischen Traditonen, um die konservativen Konfuzianer auf ihre Seite zu ziehen und so ihre Herrschaft zu festigen. Der Konfuzius wurde von den Mandschu Herrschern in noch nie dagewesener Höhe vergöttert. Doch gleichzeitig übten die Mandschuren strengen Rassismus aus und wollten sich als Herrenrasse etablieren. Mandschuren wurden speziell gefördert, sie besetzten die meisten Führungspositionen in der Regierung und Ehen zwischen Mandschuren und Chinesen waren strengst verboten.
Die Chinesen mussten als Zeichen der Unterwürfigkeit einen Zopf tragn."...hinten einen langen Schwanz, wodurch die Chinesen zu Tieren wurden" (North, S.12; Haydt u.a., S.40) Auf das Nicht-Beachten des Zopf-Gesetzes von 1645 stand die Todesstrafe. Im Laufe der Jahrhunderte wurde es für Chinesen zur Selbstverständlichkeit, dass Männer Zöpfe tragen. Erst als es im 19. Jahrhundert zu den gegen die mandschurische Fremdherrschaft gerichteten Bewegungen kam, wurde der Zopf zum Symbol der Unterdrückung.
In der Qing-Dynastie war es den Han-Chinesen bis in die zweite Hälfte des 19. Jh. hinein verboten, die Mandschurei, Tibet, Xinjiang oder Mongolei zu besiedeln. "Teile und Herrsche", so haben die Mandschu versucht, über die Völker ihres Riesenreiches zu herrschen. Außerdem galt die Mandschurei als Rückzuggebiet für die Mandschuren.Die Mandschu haben deswegen eine 2700-km lange Palisade vor den Toren der Mandschurei gebaut, um eine chinesische Einwanderung zu verhindern. Erst das Eindringen der Russen in die dünn besiedelte Mandschurei zwang die Qing-Dynastie dazu, die Einwanderungsspeere gegenüber Han-Chinesen aufzuheben.
Die militärische Innovationen wie die Entwicklung der Schußwaffen und Kanonen wurden vernachlässigt. Die kulturelle und wissenschaftliche Innvoationen wurden systematisch vernichtet. Während der Regentschaft von Manschu Kaisern Kangxi, Yongzheng und Qianlong wurden hunderte chinesische Gelehrter samt ihrer Sippenschaft wegen unerwünschten Schriften hingerichet. Hinrichtungen von Sippen der Strafgefangner waren keine Erfindung der Mandschu Herrscher, dennoch war es selten in der Geschichte so, dass so viele chinesische Gelehrter wegen ihrer schriftlichen Werke verfolgt und ermordet wurden. Tausende Bücher, die die Mandschuren als "antimanschurisch" verdächtigten, wurden vernichtet und verboten. Allein zwischen dem 40. und 47. Jahr der Regentschaft von Qianlong wurden 2621 Bücher verboten.Zu den "antimanschurischen" Büchern gehörten auch reinwissenschaftliche Bücher wie "Wissen der Handwerker/Tian Gong Kai Wu"(天工开物). Solche wissenschaftliche Bücher wurden in China von der mandschurischer Regierung vernichtet, bis die Chinesen sie eines Tages in Japan wiederfanden. Der Mandschu Kaiser Kangxi war selbst ein Bewunderer der westlichen Wissenschaft, doch verbot er die Verbreitung der westlichen Wissenschaft in der Bevölkerung. Er befürchtete nämlich, dass die mandschurische Fremdherrschaft daduch in Gefahr geraten könnte, weil die militärische Überlegenheit der Mandschu gegenüber den Han-Chinesen in ihren Reiterheeren lag.
Diese Epoche der Verfolgungen chinesischer Gelehrter ging als "Schrifteninquisition" (文字狱) in die Geschichte ein.
Eigentliche eine Ironie der Geschichte, dass das finstere "Mittelalter" in China zurückkehrte in einer Zeit in der die Europäer jeden Tag in der Wissenschaft vorangingen.
7. Der Bruch mit der Vergangenheit
Die Revolution von 1911, die die mandschurische Qing-Dynastie beendete und Republik China ausrief, war in erster Line eine gegen die Fremdherrschaft der Mandschu gerichtete Revolution, die zum Ziel hatte, "Zhonghua wiederherzustellen" und "die Tataren zu vertreiben" (驱除鞑虏,恢复中华). In erster Linie wollten die Revolutionäre nur die 18 han-chinesischen Provinzen, also das eigentliche China, von der Mandschu-Herrschaft befreien.Nachdem die Qing gestürzt worden war, führten die Han-Chinesen das Konzept der "chinesischen Nation" (zhonghua minzu), das 1902 von dem Qing-loyalen Liang Qichao zum ersten Mal erwähnt wurde, ein, um die Nicht-Han-Gebiete und Völker des Mandschu-Reiches in den han-chinesischen Staat zu integrieren.Danach sollen Han, Mandschu, Mongolen, Tibeter und Uiguren einem Großchinesischen Volk angehören. "zhonghua" war übrigens früher ein Synonym für die han-chinesische Zivilisation.
Nachdem die Chinesen ihre politische Unabhängigkeit erlangt hatten, versuchten sie nicht die chinesische Zivilisation wieder aufblühen zu lassen. In den Augen der Elite Chinas bedeutete die westliche Zivilisation Fortschritt, und in der westlichen Kultur läge die Hoffung für China. Die chinesische Kultur war für die chinesische Elite, besonders nach den Bewegungen des 4.Mai 1919, ein Inbegriff der Rückständigkeit geworden. Für eine Renaissance der chinesischen Kultur, insbesondere der Kultur vor der Mandschu Fremdherrschaft, hatten die chinesischen Intellektuellen nichts übrig.
Nach der Machtübernahme der Kommunisten 1949, insbesondere während der Kulturrevolution 1966-1976, wurde der Rest der chinesischen Kultur systematisch vernichtet. Alles Traditionelle wurde als böse, rückständig und feudalistisch gebrandmarkt, und wurde mit allen Mittteln bekämpft.
Mao wollte sogar die chinesische Schrift abschaffen und sie durch lateinische Buchstaben ersetzen. Zum Glück war der Versuch gescheitert, da eine einheitliche Sprache mit Buchstaben in China gar nicht möglich wäre, zumal die Chinesen mehr als 7 sinitische Sprachen sprechen.
Das chinesische Volk von heute ist im Grossen und Ganzen ein Volk ohne eigene Werte und eigene Kultur. Heute findet man die Spuren altchinesischer Kultur wesentlich mehr in Japan, Südkorea und Taiwan. Die Japaner haben vieles von den Chinesen aus der Tang Zeit übernommen, die Koreaner vieles aus der Ming Zeit. Sie sind trotz ihrer eigenen einzigartigen kulturellen Merkmalen die wahren Träger der altchinesischen Zivilisation.
*
Traditionell galt der Beruf des Handwerkers und Händlers bei Konfuzianern als unsitterlich und verachtenswert. Aus diesem Grund strebten die Chinesen seit jeher, Gelehrte und dadurch Beamte zu werden, statt Handwerker oder gar Händler zu werden. Wang Yangming jedoch war der Auffassung, dass der Handwerker und der Händler die gleiche soziale Position erhalten sollte wie der Gelehrter (Konfuzianer). Er sagte:"sie betreiben zwar täglich Geschäfte, es schadet jedoch nicht dass sie auch dadurch heilig und weise werden können.(雖經日作買賣,不害其為圣為賢)
Ein anderer großer Denker, Huang Zongxi (1610-1695), forderte den Ming-Kaiser auf, die Macht der Monarchen einzuschränken. Huang war der Meinung dass eine Monarchie den Interessen des Volkes und des Staates nur schadet. Er schrieb in seinem Buch 明夷待訪錄·原君::"Zu seiner Lebzeit will der Mensch sich seinen eigenen Interessen widmen, er will für sich profitieren.Wenn es Gemeininteressen unter dem Himmel gibt, dann will er sie manchmal nicht fördern.Wenn es Gemeinschäden unter dem Himmel gibt, dann will er diese manchmal nicht beseitigen. Dann kommt jemand, er betrachtet seine eigenen Interessen nicht als Interessen, sondern er will dass alles unter dem Himmel von ihm profitiert; er betrachtet seine eigenen Schäden nicht als Schäden, sondern will dass alles unter dem Himmel seine Schäden aufheben kann. Dieser Mensch muss tausendmal fleißiger sein als die anderen unter dem Himmel .So einer, der tausendmal fleißiger ist und sich davon nicht profitieren kann, wollen die Menschen unter dem Himmel bestimmt nicht werden [...] Aber die späteren Herrscher sind nicht so. Sie sind alle der Meinung, dass das Recht aller Interessen und Schäden unter dem Himmel von ihnen ausgeht; dass alle Interessen unter dem Hmmel ihnen gehören sollten; dass alle Schäden unter dem Himmel anderen Menschen gehören sollten. Sie machen es so, damit alle anderen Menschen unter dem Himmel es nicht wagen werden, für sich zu profitieren und sich ihren eigenen Interessen zu widmen; dass ihre eigene große Eigennützigkeit das große Gemeinschaftliche unter dem Himmel sei. Am Anfang schämen sie sich noch einwenig. Aber später finden sie es selbstverständlich, dass alles unter dem Himmel ihr großes Eigentum sei, das an ihre Söhne und Enkelsöhne weitergegeben wird damit sie es unendlich genießen können. [..]"(有生之初,人各自私也,人各自利也;天下 有公利而莫或興之,有公害而莫或除之。有人者出,不以一己之利為利,而使天下受其利;不以一己之害為害,而使天下釋其害。此其人之勤勞必千万于天下之人。夫以千万倍之勤勞而己又不享其利,必非天下之人情所欲居也。後之為人君者不然,以為天下利害之權皆出於我,我以天下之利盡歸於己,以天下之害盡歸於人,亦無不可;使天下之人不敢自私,不敢自利,以我之大私為天下之大公。始而慚焉,久而安焉,視天下為莫大之產業,傳之子孫,受享無窮)
Huang war zu dem Schluß gekommen :"Heute ist der Monarch der Herr, alles unter dem Himmel ist nur der Gast." (今也,君為主,天下為客)
In einem anderen Werk 明夷待訪錄之二 schrieb er :"die Ordnung und das Chaos aller unter dem Himmel ist nicht das Schicksal von einer Familie, sondern das Glück und Unglück von Zehntausenden vom Volke. (蓋天下之治亂,不在一姓之興亡,而在萬民之憂樂。)
Huang stellte das Regierungsrecht der Monarchie in Frage. Er sagte:"Die Person, die unter dem Himmel am größten schadet ist der Monarch.Wenn es keinen Monarch gäbe, dann könnte jede für sich selbst profitieren, dann könnte jeder sich seinen eigenen Interessen widmen." (為天下之大害者,君而已矣。向使無君,人各得其自私也,人各自利也)
Huang war der Ansicht dass die Beamten und der Monarch nur Repräsentanten des Volkes seien. Es gäbe keinen wesentlichen Unterschied zwischen den Beamten und dem Monarch.“是官者,分身之君 也”.Er betonte dass die Beziehung zwischen den Beamten und dem Monarch kooperativ sein müsste.Die Beziehung sollte wie die zwischen den Lehrern und Schülern, den Freunden sein. Er war gegen die Macht des Monarchs.Er forderte, dass das Amt des Kanzlers wieder eingeführt werden soll, der die Macht des Monarchs stark einschränken soll.Huangs Vorschlag: wenn der Monarch nicht schafft alle Regierungsvorschläge zu unterschreiben, dann sollte der Kanzler
die Macht haben sie zu unterschreiben.
「凡章奏進呈,六科給事中主之。給事中以白宰相,宰相以白天子,同議可否。天子批紅,天子不能盡,則宰相批之,下六部施行。」
Die Macht des Monarchs soll also geteilt werden. Und der Monarch soll dem Kanzler großes Respekt zollen, in dem er aufstehen muss, wenn er den Kanzler sieht.
"Altchinesischer Origialtext:“有生之初,人各自私也,人各自利也;天下 有公利而莫或興之,有公害而莫或除之。有人者出,不以一己之利為利,而使天下受其利;不以一己之害為害,而使天下釋其害。此其人之勤勞必千万于天下之人。
Jedoch wissen nicht viele dass...
die altchinesische Nation schon 2 mal untergegangen war, das letzte Mal vor 364 Jahren, von dem sich die altchinesische Zivilisation nie mehr erholt hat...
lange vor dem Opiumkrieg mit den Engländern das chinesische Volk bereits von Fremdherrschern versklavt wurde. Kulturell und ethnisch unterdrückt waren die Chinesen, lange bevor die europäischen Kolonialherren Handelsbeziehung mit den vermeintlichen "chinesischen" Kaiserhäusern zu etablieren versuchten.
Kulturbrüche gab es in China schon mehrmals in der Geschichte.Dass das chinesische Festland endgültig von Fremdern unterworfen wurde, gab es insgesamt zweimal.
Vor mehr als 5000 Jahren trennten sich zwei Gruppen des Sino-tibetischen Urvolkes die Wege. Der Großteil dieses Volkes beschloss, in das tibetische Hochland zu ziehen. Diese wurden die Vorfahren des tibetischen Volkes und der Qiang. Ein paar tausend von ihnen zogen gen Osten und ließen sich in einem Land, das sie später als Zhongyuan nannten, die Mittelerde, nieder. Das waren die Vorfahren der Chinesen, die Huaxia. Ursprünglich umfasste sich diese "Mittelerde" nur einen Bruchteil der heutigen kernchinesischen Provinz Henan. Im Laufe der Zeit unterwarfen sie alle vier Völker, die sie in vier Himmelsrichtungen umgaben. Früher bewohnten hauptsächlich die Vietvölker das heutige Zentralchina und Südchina. Die Huaxia besiegten sie, vertrieben sie in die Berge, in die Sumpfregionen und auf die Meere hinaus. Nach einem weiteren Jahrtausend entstand ein Großreich, 2000 Jahre vor unserer Zeit, dessen Grenzen im Osten bis zum Pazifik, im Norden bis tief in die mongolische Steppen, im Süden weit nach Vietnam, in die Urwälder mit für Huaxia tödlichen Bedingungen, mit mysteriösen Gasen, die einen töteten, sobald man sie einatmete. Im Westen drangen die Huaxia mit den Armeen bis zum kaspischen Meer vor, bis an die Grenze Persiens, als der chinesische General Ban Chao zum ersten Mal von Rom hörte. Das war das Reich Han, dessen Name der Names eines Volkes wurde und an dessen Zeiten die Chinesen sehnsüchtig zurückdenken.
Dies ist die Geschichte Chinas, die Geschichte des Aufstiegs und Untergangs der großen chinesischen Zivilisation.
1. Gründung des Chineischen Kaiserreiches
Die Chinesen glauben fest daran, dass das chinesische Volk aus einem gemeinsamen Ursprung stammt. Ob Legende oder nicht, so glauben sie, dass das chinesische Volk einen Urahnen hat, nämlich den sogenannten „gelben Kaiser“.
Historiker glauben, dass der gelbe Kaiser einem sinitischen Volksstamm angehört, der vor etwa 5000 Jahren am gelben Fluß angesiedelt war. Dieser Volkstamm besiegte unter der Führung des gelben Kaisers ein rivalisierendes Volk am gelben Fluß, wahrscheinlich Vorfahren des heutigen Volkes Hmong, und vertrieb es nach Süden.
Dann verbündete sich der gelbe Kaiser mit dem „Yan Kaiser“eines anderen sinitischen Volksstamms. Dieses neu entstandene Volk verbreitete sich über Zentralchina und gründete vor 4000 Jahren das Königreich der Xia.
Nach 400 Jahren Herrschaft wurde das Königreich Xia von einem sinisierten Volk Shang angegriffen und vernichtet. Die Shang waren höchstwahrscheinlich ein Mischvolk aus sinotibetischen Volkstämmen und Dongyi (wörtlich:Barbaren des Ostens, bewohnt in der Provinz Shandong).
Die Shang gründeten ein Königreich und entwickelten die Kultur der Xia Dynastie
weiter. Nach 600 Jahren Herrschaft wurde dieses Königreich von einem sinitischen Volk namens Zhou aus dem Westen Chinas angegriffen und vernichtet. Die Zhou bezeichneten sich als Nachfahren des gelben Kaisers. Sie gründeten ein Königreich in Zentralchina und schickten ihre Stammesbrüder nach außen, um Herzogtürmer zu errichten. Insgesamt wurden mehrere hundert
Herzogtümer errichtet.
771.v.Chr. wurde die damaligen Hauptstadt der Zhou von einem Reitervolk, damals Babaren des Westens genannt, angegriffen und zerstört. Die königliche Familie, die diese Katastrophe überlebt hatte, verlegte die Hauptstadt in eine Stadt weit im Osten des Zentralchinas, nach Luoyang. Aber die königliche Macht war bereits durch den Untergang der alten Hauptstadt stark geschwächt. Die Herzogtümer wurden mächtiger und führten miteinander Kriege. Einige Jahrhunderte später wurden aus diesen hunderten Herzogtümern 7 Königreiche.
Die Zhou bezeichneten sich als „Huaxia“. Das Wort „Hua“bedeutete eigentlich Schönheit. Gemeint waren die schönen Kleidungen, die die Zhou trugen. Das Wort Xia bedeutete Größe. Da die sinitischen Stämme in den vielen Herzogtümern mit den Zhou verwandt waren, bezeichneten sie sich auch als „Huaxia“. Alle anderen Völker waren für sie Barbaren. Aus den „Huaxia“ wurden später Han Chinesen, also ethnische Chinesen.
Im Übrigen war das Hochchinesisch von damals die Sprache der Bewohner von Luoyang, der Hauptstadt von Zhou. Die Huaxia konnten sich mit dieser Sprache überall in den Huaxia Staaten verständigen. So konnten zum Beispiel Konfuzius Schüler Konfuzius verstehen, obwohl sie
aus verschiedenen sinitischen Staaten stammten, weil Konfuzius Hochchinesisch
sprach.
Das Königreich von Qin, auch ein Huaxia (sinitischer) Staat im Westen, unterwarf alle anderen
Huaxia Staaten in China im 3.Jahrhundert v. Chr. Der König von Qin, Ying Zheng, ließ
sich zum Kaiser krönen. Er nannte sich den ersten Kaiser von Qin, oder Kaiser
von Qin der Erste. Dies war die Geburststunde des ersten großen Chinesischen Kaiserreiches.
2. Zwischen Einigkeit und Spaltung, China bis zum Zusammenbruch des Nordens
Das Qin Imperium war nur von kurzer Dauer. Das Reich wurde innerhalb von 20 Jahren von Aufständen zertrümmert. Zunächst wollten die Adligen der alten Huaxia Königreiche die Feudalstaaten wiederherstellen. Nach Jahrzehnten langen Kämpfen jedoch gelang es Liu Bang, dem König von Han (sein Königreich umfaßte einen Teil des Gebiets des ehemaligen Königreiches von Qin), alle Huaxia Staaten wieder zu vereinen und gründete das Kaiserreich von Han.
Im Laufe der folgenden vier Jahrhunderte wurde das Han Reich auf das Zweifache vergrößert. Die Huaxia Völker wurden fortan von den "Babarenvölkern" als "Han" bezeichnet. Diese Bezeichnung übernahmen die Huaxia später als ihre eigene.
Am Ende des 2. Jahrhunderts n. Chr. spaltete sich das Han Reich in drei Kaiserreiche: Kaiserreich von Wei, Kaiserreich von Shu und Kaiserreich von Wu. Nach ungefäir 50 Jahren wurden die drei Reiche zum „Jin“ Reich geeint.
Die Namen der Königreiche und Kaiserreiche im antiken China stammen fast immer von den adligen Titeln der Staatsgründer. So war der erste Kaiser von Jin früher Herzog von Jin des Kaiserreiches Wei. Er wurde später zum König von Jin erhoben und war irgendwann so mächtig, dass er den Wei Kaiser zur Abdankung zwang.
Nach der Reichesgründung von Jin führte der Kaiser von Jin Krieg gegen Kaiserreich von Wu und eroberte es. Das Kaiserreich von Shu war bereits paar Jahren zuvor vom Kaiserreich von Wei erobert worden. China wurde erneut vereint.
Jahrzehnte nach der Wiedervereinigung Chinas brach jedoch ein Bürgerkrieg zwischen 8 Jin Prinzen
aus. Dadurch wurde das chinesische Reich sehr geschwächt. Die schon Jahrhunderte zuvor von den Chinesen unterworfenen und ins chinesische Reichsgebiet umgesiedelten Xiongnu Stämme (Hunnen) machten sich das zunutze und rebellierten gegen die Chinesen. Bald eroberten sie die Hauptstadt des Kaiserreiches von Jin und besetzten Nordchina.
3. Völkermorde und grausame Kämpfe ums Überleben
Wie in Europa gab es in China zu dieser Zeit eine Völkerwanderung. Hunderttausende Chinesen
flohen vor dem Hunnensturm nach Südchina, wo damals große Teile noch Kolonien der Chinesen waren. Der Süden war damals im Vergleich zu Nordchina unterentwickelt. Erst die massive Einwanderung nordchinesischer Flüchtlinge veränderte das wirtschaftliche und kulturelle Gewicht des Südens.
Das Hunnenreich wurde aber bald darauf von den in Nordchina ansiedelnden Völker aus Zentralasien vernichtet. Insgesamt 5 Völker aus Zentralasien und der Mandschurei gründeten auf nordchinesischem Boden 16 Kaiser-/Königreiche.
Südchina blieb jedoch in chinesischer Hand. Im Norden gab es ununterbrochen Kämpfe zwischen Chinesen und nicht-chinesischen Völkern und zwischen Völkern aus Zentralasien und Völkern aus der Mandschurei. Es war eine dunkle Epoche, in der Kanibalismus und Morde zum Alltag gehörten. Auf einem Feldzug der Xibanbei zum Beispiel wurden zehntausende chinesische Frauen verschleppt und als Nachrungsvorräte verzehrt (Die Xianbei nannten sie "Zweibeinige Schafe").
Ran Min, ein chinesischer General, rief aus Rache die chinesische Bevölkerung in Nordchina auf, alle Nicht-Chinesen zu vernichten. Allein in der Hauptstadt Yecheng wurden 200.000 Nicht-Chinesen umgebracht.
Aus Angst vor Vergeltung flohen viele Völker wieder nach Zentralasien. Auf dem Weg nach Hause kämpften sie sich gegenseitig. Nur etwa zwei oder drei von zehn Leuten konnten in ihre Heimat zurückkehren (Chronik von Jin 《晉紀》:“自季龍末年而閔盡散倉庫以樹私恩。与羌胡相攻,無月不戰。青、雍、幽、荊州諸氐、羌、胡、蠻數百余万,各還本土,道路交錯,互相殺掠,且飢疫死亡,其能達者十有二三。).
"Xianbei ", das einzige verbliebene nicht-chinesische Volk aus der Mandschurei war so stark in Unterzahl, sodass es mit den Chinesen kooperieren musste. Die Xianbei wurden im Laufe der Jahrhunderte sinisiert.
4.Vom Zweiten Imperium bis zur Mongolenherrschaft
Im Jahr 589 n. Chr. wurde ganz China unter dem Banner des Han-chinesischen Adligen namens Yang Jian vereint. Er gründete das Kaiserreich von Sui. 29 Jahre später wurde die Sui Dynastie durch die Tang Dynastie der Han-chinesichen Adelsfamilie Li ersetzt.
Die Tang Periode war das goldene Zeitalter der chinesichen Expansion und der chinesischen Literatur. China zur Tang-Zeit übertraf die alte Größe des Han-Reiches.
Nach der Tang Dynastie folgte die Song Dynastie.Die chinesische Zivilisation
erreichte in der Song Zeit den Höhepunkt.1126 n. Chr. wurde Nordchina von einem kriegerischen Halbnomadenvolk Jurchen aus der Mandschurei besetzt und 1279 wurde schließlich ganz China von Mongolen erobert.
Das war das erste Mal in der Geschichte Chinas, dass das gesamte chinesische Volk von
Nicht-Chinesen unterworfen wurde. Für viele Konfuzianer brach die Welt zusammen.Viele riefen:"Es gibt kein China mehr nach der Schlacht von Yashan! (endgültiger Sieg der Mongolen)"
Wähend der mongolischen Fremdherrschaft wurden alle Menschen des Reiches in Rassenklassen unterteilt. Mogolen gehörten zur obersten Rassenklasse. Tibeter, Zentralasiaten und Araber bildeten die zweite Rassenklasse, die Nordchinesen die 3. Klasse und schließlich die Südchinesen die 4.Klasse. Die Nordchinesen und Südchinesen wurden rechtlich stark diskriminiert. Ein Mongole bezahlte es etwas mit dem Tod, falls er einen anderen Mongolen totschlug. Wenn er jedoch einen Südchinesen totschlug, brauchte er nur einen Esel als Wergeld zu zahlen.
Die mongolische Herrschaft dauerte weniger als hundert Jahren. Dann vertrieben die Chinesen unter der Führung des Rebellenanführers Zhu Yuanzhang die Mongolen aus China. Chinesische Gelehrter jubelten den Sieg und prophezeiten:"Eine Fremdherrschaft über China kann niemals länger als hundert Jahre dauern!"
5. Der Wiederaufstieg und die zweite Fremdherrschaft
Zhu gründete das Kaiserreich von Ming (1368-1644) und begann mit dem Wiederaufbau Chinas. Durch die Mongolenherrschaft waren viele Tradionen und Erfindungen verloren gegangen. Die Ming Herrscher versuchten, die chinesische Zivilisation fortzuführen und alte chinesische Werte wiederherzustellen.
Die Gesellschaft Chinas zur Zeit der späteren Ming-Zeit (16.bis Anfang 17. Jahrhundert) kennzeichnete sich durch den Pluralismus und ideologische und geistige Umbrüche. Es war eine Zeit, wo völlig neue politische und gesellschaftliche Ideen von der geistigen Elite empor gebracht wurden. Der berühmteste Philosoph zu dieser Zeit war Wang Yangming.(1472-1529). (mehr dazu*)
Ende des 16. Jahrhundertes begann die berühmte-berüchtigte "kleine Eiszeit" in Ostasien. Jahre lang gab es schlechte Ernten. Kälteresistente Nachrungen wie Kartoffeln kannten die Chinesen damals noch nicht. Die Lage des Reiches verschimmerte sich, als das vereinte Japan Ende des 16. Jh. mit einem riesigen Heer Korea (damals chinesischer Tributstaat) angriff, sodass das chinesische Reich Korea zur Hilfe eilte. Letzendlich besiegte China und Korea die japanischen Truppen, doch der Jahre lang Krieg zwischen Japan und China leerte die chinesischen Staatskassen und forderte hunderttausende Todesopfer auf der chinesischen Seite allein. Unmittelbar nach Ende des Kriegs in Korea begannen die Mandschuren im Nordosten, in das Reich zu einzufalen. China reagierte daruf, indem es drastisch die Steuern der Bauern erhöhte, um den Krieg gegen die Mandschu zu finanzieren. Dies führte in Kombination mit schlechten Ernten letztlich zu massiven Bauernaufständen, sodass das chinesische Reich einen zweifronten-Krieg führen musste: Gegen die Mandschu und gegen die Rebellen.
Schließlich fiel Peking, die Hauptstadt Ming-Chinas, 1644 den Bauernrebellen in die Hände. Der Ming Kaiser Chongzhen erhängte sich. Die Mandschuren aus der Mandschurei machten sich das zunutze und fielen in China ein.China befand sich zu diesem Zeitpunkt in einem Zustand der Anarchie und das Reich konnte keinen wirksamen Widerstand leisten. Die verbliebenen Ming Regierungen in Südchina waren viel zu sehr um den verwaisten Thron zerstritten, um sich erfolgreich die Mandschuinvasion abzuwehren. So eroberten die Mandschuren in nur 20 Jahren mit Hilfe von chinesischen Generälen, denen sie Reichtum und Königtitel versprochen hatten, ganz China.
Die Mandschuren waren damals noch eine Stammesgesellschaft. Sie machten chinesische Bauern zu ihren Leibeigenen (genannt Baoyi 包衣) und befahlen allen chinesischen Männern wie sie fast sämtliche Kopfhaare zu scheren und einen Zopf zu tragen, damit der kulturelle Stolz der Chinesen gebrochen werden konnte. Die Chinesen betrachteten das Zopftragen als eine Barbarei. So gab es erbitterte Aufstände gegen diesen Befehl und Millionen Tote auf der Seite der chinesischen Bevölkerung waren die Folgen. Die Chinesen wurden ausserdem noch aufgezwungen nomadisch geprägte Kleidungen der Mandschu zu tragen, die übrigens heute international als die "traditionelle Kleidung der Chinesen " (z.B. Qipao) gilt.
Das war besonders demütigend für die damaligen Chinesen, da die mehr als 3000 Jahre alte traditionelle Kleidung der Han-Chinesen einen wichtigen Teil der chinesischen Kultur darstellte. Chinese mit dreieckigem Mandschuhut und Manschuzopf und Mandschukleidung wird als Image der traditionellen Chinesen in Europa gebrandmarkt.
Der berühmte zeitgenössige chinesische Gelehrter Gu Yanwu sagte dazu:"Es gibt einen Unterschied zwischen dem Untergang eines Staates und dem Untergang aller unter dem Himmel (天下)." Mit "alles unter dem Himmel" ist traditionell die chinesische Welt gemeint. Er betonte dass es bei dieser Dynastiewechsel um den Untergang "aller unter dem Himmel handelte". Das bedeutete eigentlich den Untergang der chinesischen Welt.
6. Die Mandschuren zuoberst, Chinesen immer in zweiter Reihe
Die Mandschuren waren gegenüber Chinesen in absoluter Unterzahl. Deswegen regierten sie das unterworfene chinesische Reich durch die Kooperation der chinesischen Oberschicht (z.B. Großlandbesitzer/ Konfuzianer). Die Mandschuren übernahmen die ultrakonservativen konfuzianischen Traditonen, um die konservativen Konfuzianer auf ihre Seite zu ziehen und so ihre Herrschaft zu festigen. Der Konfuzius wurde von den Mandschu Herrschern in noch nie dagewesener Höhe vergöttert. Doch gleichzeitig übten die Mandschuren strengen Rassismus aus und wollten sich als Herrenrasse etablieren. Mandschuren wurden speziell gefördert, sie besetzten die meisten Führungspositionen in der Regierung und Ehen zwischen Mandschuren und Chinesen waren strengst verboten.
Die Chinesen mussten als Zeichen der Unterwürfigkeit einen Zopf tragn."...hinten einen langen Schwanz, wodurch die Chinesen zu Tieren wurden" (North, S.12; Haydt u.a., S.40) Auf das Nicht-Beachten des Zopf-Gesetzes von 1645 stand die Todesstrafe. Im Laufe der Jahrhunderte wurde es für Chinesen zur Selbstverständlichkeit, dass Männer Zöpfe tragen. Erst als es im 19. Jahrhundert zu den gegen die mandschurische Fremdherrschaft gerichteten Bewegungen kam, wurde der Zopf zum Symbol der Unterdrückung.
In der Qing-Dynastie war es den Han-Chinesen bis in die zweite Hälfte des 19. Jh. hinein verboten, die Mandschurei, Tibet, Xinjiang oder Mongolei zu besiedeln. "Teile und Herrsche", so haben die Mandschu versucht, über die Völker ihres Riesenreiches zu herrschen. Außerdem galt die Mandschurei als Rückzuggebiet für die Mandschuren.Die Mandschu haben deswegen eine 2700-km lange Palisade vor den Toren der Mandschurei gebaut, um eine chinesische Einwanderung zu verhindern. Erst das Eindringen der Russen in die dünn besiedelte Mandschurei zwang die Qing-Dynastie dazu, die Einwanderungsspeere gegenüber Han-Chinesen aufzuheben.
Die militärische Innovationen wie die Entwicklung der Schußwaffen und Kanonen wurden vernachlässigt. Die kulturelle und wissenschaftliche Innvoationen wurden systematisch vernichtet. Während der Regentschaft von Manschu Kaisern Kangxi, Yongzheng und Qianlong wurden hunderte chinesische Gelehrter samt ihrer Sippenschaft wegen unerwünschten Schriften hingerichet. Hinrichtungen von Sippen der Strafgefangner waren keine Erfindung der Mandschu Herrscher, dennoch war es selten in der Geschichte so, dass so viele chinesische Gelehrter wegen ihrer schriftlichen Werke verfolgt und ermordet wurden. Tausende Bücher, die die Mandschuren als "antimanschurisch" verdächtigten, wurden vernichtet und verboten. Allein zwischen dem 40. und 47. Jahr der Regentschaft von Qianlong wurden 2621 Bücher verboten.Zu den "antimanschurischen" Büchern gehörten auch reinwissenschaftliche Bücher wie "Wissen der Handwerker/Tian Gong Kai Wu"(天工开物). Solche wissenschaftliche Bücher wurden in China von der mandschurischer Regierung vernichtet, bis die Chinesen sie eines Tages in Japan wiederfanden. Der Mandschu Kaiser Kangxi war selbst ein Bewunderer der westlichen Wissenschaft, doch verbot er die Verbreitung der westlichen Wissenschaft in der Bevölkerung. Er befürchtete nämlich, dass die mandschurische Fremdherrschaft daduch in Gefahr geraten könnte, weil die militärische Überlegenheit der Mandschu gegenüber den Han-Chinesen in ihren Reiterheeren lag.
Diese Epoche der Verfolgungen chinesischer Gelehrter ging als "Schrifteninquisition" (文字狱) in die Geschichte ein.
Eigentliche eine Ironie der Geschichte, dass das finstere "Mittelalter" in China zurückkehrte in einer Zeit in der die Europäer jeden Tag in der Wissenschaft vorangingen.
7. Der Bruch mit der Vergangenheit
Die Revolution von 1911, die die mandschurische Qing-Dynastie beendete und Republik China ausrief, war in erster Line eine gegen die Fremdherrschaft der Mandschu gerichtete Revolution, die zum Ziel hatte, "Zhonghua wiederherzustellen" und "die Tataren zu vertreiben" (驱除鞑虏,恢复中华). In erster Linie wollten die Revolutionäre nur die 18 han-chinesischen Provinzen, also das eigentliche China, von der Mandschu-Herrschaft befreien.Nachdem die Qing gestürzt worden war, führten die Han-Chinesen das Konzept der "chinesischen Nation" (zhonghua minzu), das 1902 von dem Qing-loyalen Liang Qichao zum ersten Mal erwähnt wurde, ein, um die Nicht-Han-Gebiete und Völker des Mandschu-Reiches in den han-chinesischen Staat zu integrieren.Danach sollen Han, Mandschu, Mongolen, Tibeter und Uiguren einem Großchinesischen Volk angehören. "zhonghua" war übrigens früher ein Synonym für die han-chinesische Zivilisation.
Nachdem die Chinesen ihre politische Unabhängigkeit erlangt hatten, versuchten sie nicht die chinesische Zivilisation wieder aufblühen zu lassen. In den Augen der Elite Chinas bedeutete die westliche Zivilisation Fortschritt, und in der westlichen Kultur läge die Hoffung für China. Die chinesische Kultur war für die chinesische Elite, besonders nach den Bewegungen des 4.Mai 1919, ein Inbegriff der Rückständigkeit geworden. Für eine Renaissance der chinesischen Kultur, insbesondere der Kultur vor der Mandschu Fremdherrschaft, hatten die chinesischen Intellektuellen nichts übrig.
Nach der Machtübernahme der Kommunisten 1949, insbesondere während der Kulturrevolution 1966-1976, wurde der Rest der chinesischen Kultur systematisch vernichtet. Alles Traditionelle wurde als böse, rückständig und feudalistisch gebrandmarkt, und wurde mit allen Mittteln bekämpft.
Mao wollte sogar die chinesische Schrift abschaffen und sie durch lateinische Buchstaben ersetzen. Zum Glück war der Versuch gescheitert, da eine einheitliche Sprache mit Buchstaben in China gar nicht möglich wäre, zumal die Chinesen mehr als 7 sinitische Sprachen sprechen.
Das chinesische Volk von heute ist im Grossen und Ganzen ein Volk ohne eigene Werte und eigene Kultur. Heute findet man die Spuren altchinesischer Kultur wesentlich mehr in Japan, Südkorea und Taiwan. Die Japaner haben vieles von den Chinesen aus der Tang Zeit übernommen, die Koreaner vieles aus der Ming Zeit. Sie sind trotz ihrer eigenen einzigartigen kulturellen Merkmalen die wahren Träger der altchinesischen Zivilisation.
*
Traditionell galt der Beruf des Handwerkers und Händlers bei Konfuzianern als unsitterlich und verachtenswert. Aus diesem Grund strebten die Chinesen seit jeher, Gelehrte und dadurch Beamte zu werden, statt Handwerker oder gar Händler zu werden. Wang Yangming jedoch war der Auffassung, dass der Handwerker und der Händler die gleiche soziale Position erhalten sollte wie der Gelehrter (Konfuzianer). Er sagte:"sie betreiben zwar täglich Geschäfte, es schadet jedoch nicht dass sie auch dadurch heilig und weise werden können.(雖經日作買賣,不害其為圣為賢)
Ein anderer großer Denker, Huang Zongxi (1610-1695), forderte den Ming-Kaiser auf, die Macht der Monarchen einzuschränken. Huang war der Meinung dass eine Monarchie den Interessen des Volkes und des Staates nur schadet. Er schrieb in seinem Buch 明夷待訪錄·原君::"Zu seiner Lebzeit will der Mensch sich seinen eigenen Interessen widmen, er will für sich profitieren.Wenn es Gemeininteressen unter dem Himmel gibt, dann will er sie manchmal nicht fördern.Wenn es Gemeinschäden unter dem Himmel gibt, dann will er diese manchmal nicht beseitigen. Dann kommt jemand, er betrachtet seine eigenen Interessen nicht als Interessen, sondern er will dass alles unter dem Himmel von ihm profitiert; er betrachtet seine eigenen Schäden nicht als Schäden, sondern will dass alles unter dem Himmel seine Schäden aufheben kann. Dieser Mensch muss tausendmal fleißiger sein als die anderen unter dem Himmel .So einer, der tausendmal fleißiger ist und sich davon nicht profitieren kann, wollen die Menschen unter dem Himmel bestimmt nicht werden [...] Aber die späteren Herrscher sind nicht so. Sie sind alle der Meinung, dass das Recht aller Interessen und Schäden unter dem Himmel von ihnen ausgeht; dass alle Interessen unter dem Hmmel ihnen gehören sollten; dass alle Schäden unter dem Himmel anderen Menschen gehören sollten. Sie machen es so, damit alle anderen Menschen unter dem Himmel es nicht wagen werden, für sich zu profitieren und sich ihren eigenen Interessen zu widmen; dass ihre eigene große Eigennützigkeit das große Gemeinschaftliche unter dem Himmel sei. Am Anfang schämen sie sich noch einwenig. Aber später finden sie es selbstverständlich, dass alles unter dem Himmel ihr großes Eigentum sei, das an ihre Söhne und Enkelsöhne weitergegeben wird damit sie es unendlich genießen können. [..]"(有生之初,人各自私也,人各自利也;天下 有公利而莫或興之,有公害而莫或除之。有人者出,不以一己之利為利,而使天下受其利;不以一己之害為害,而使天下釋其害。此其人之勤勞必千万于天下之人。夫以千万倍之勤勞而己又不享其利,必非天下之人情所欲居也。後之為人君者不然,以為天下利害之權皆出於我,我以天下之利盡歸於己,以天下之害盡歸於人,亦無不可;使天下之人不敢自私,不敢自利,以我之大私為天下之大公。始而慚焉,久而安焉,視天下為莫大之產業,傳之子孫,受享無窮)
Huang war zu dem Schluß gekommen :"Heute ist der Monarch der Herr, alles unter dem Himmel ist nur der Gast." (今也,君為主,天下為客)
In einem anderen Werk 明夷待訪錄之二 schrieb er :"die Ordnung und das Chaos aller unter dem Himmel ist nicht das Schicksal von einer Familie, sondern das Glück und Unglück von Zehntausenden vom Volke. (蓋天下之治亂,不在一姓之興亡,而在萬民之憂樂。)
Huang stellte das Regierungsrecht der Monarchie in Frage. Er sagte:"Die Person, die unter dem Himmel am größten schadet ist der Monarch.Wenn es keinen Monarch gäbe, dann könnte jede für sich selbst profitieren, dann könnte jeder sich seinen eigenen Interessen widmen." (為天下之大害者,君而已矣。向使無君,人各得其自私也,人各自利也)
Huang war der Ansicht dass die Beamten und der Monarch nur Repräsentanten des Volkes seien. Es gäbe keinen wesentlichen Unterschied zwischen den Beamten und dem Monarch.“是官者,分身之君 也”.Er betonte dass die Beziehung zwischen den Beamten und dem Monarch kooperativ sein müsste.Die Beziehung sollte wie die zwischen den Lehrern und Schülern, den Freunden sein. Er war gegen die Macht des Monarchs.Er forderte, dass das Amt des Kanzlers wieder eingeführt werden soll, der die Macht des Monarchs stark einschränken soll.Huangs Vorschlag: wenn der Monarch nicht schafft alle Regierungsvorschläge zu unterschreiben, dann sollte der Kanzler
die Macht haben sie zu unterschreiben.
「凡章奏進呈,六科給事中主之。給事中以白宰相,宰相以白天子,同議可否。天子批紅,天子不能盡,則宰相批之,下六部施行。」
Die Macht des Monarchs soll also geteilt werden. Und der Monarch soll dem Kanzler großes Respekt zollen, in dem er aufstehen muss, wenn er den Kanzler sieht.
"Altchinesischer Origialtext:“有生之初,人各自私也,人各自利也;天下 有公利而莫或興之,有公害而莫或除之。有人者出,不以一己之利為利,而使天下受其利;不以一己之害為害,而使天下釋其害。此其人之勤勞必千万于天下之人。
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Re: Vom Aufstieg zum Niedergang der chinesischen Zivilisatio
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Re: Vom Aufstieg zum Niedergang der chinesischen Zivilisatio
Es handelt sich wahrscheinlich um einen weiteren Aufsatz, den shuhan während seiner Schulzeit verfasst hat. Über weite Strecken liest er sich wie die (teilweise recht holprige*) Übersetzung pseudowissenschaftlicher chinesischer Geschichtsbücher.
shuhan, kannst du noch die Quellen benennen, die du seinerzeit herangezogen hast?
* "Im Laufe der Zeit unterwarfen sie alle vier Völker, die sie in vier Himmelsrichtungen umgaben" und "[...]in die Urwälder mit für Huaxia tödlichen Bedingungen, mit mysteriösen Gasen, die einen töteten, sobald man sie einatmete.", um nur zwei Beispiele zu nennen.
shuhan, kannst du noch die Quellen benennen, die du seinerzeit herangezogen hast?
* "Im Laufe der Zeit unterwarfen sie alle vier Völker, die sie in vier Himmelsrichtungen umgaben" und "[...]in die Urwälder mit für Huaxia tödlichen Bedingungen, mit mysteriösen Gasen, die einen töteten, sobald man sie einatmete.", um nur zwei Beispiele zu nennen.
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Re: Vom Aufstieg zum Niedergang der chinesischen Zivilisatio
1. Mit den vier Völkern sind die vier "Barbarenvölker" (四夷) gemeint. Die alten Chinesen betrachteten alle Nicht-Chinesen als Barbaren und unterschieden diese Völker jeweils nach vier Himmelsrichtungen:Laogai hat geschrieben:Es handelt sich wahrscheinlich um einen weiteren Aufsatz, den shuhan während seiner Schulzeit verfasst hat. Über weite Strecken liest er sich wie die (teilweise recht holprige*) Übersetzung pseudowissenschaftlicher chinesischer Geschichtsbücher.
shuhan, kannst du noch die Quellen benennen, die du seinerzeit herangezogen hast?
* "Im Laufe der Zeit unterwarfen sie alle vier Völker, die sie in vier Himmelsrichtungen umgaben" und "[...]in die Urwälder mit für Huaxia tödlichen Bedingungen, mit mysteriösen Gasen, die einen töteten, sobald man sie einatmete.", um nur zwei Beispiele zu nennen.
Die Ostbarbaren (東夷), Südbarbaren (南蠻), Westbarbaren(西戎) und Nordbarbaren (北狄).
2. Mit dem giftigen Gas ist "瘴气" gemeint, ein häufig in den Urwäldern des antiken Südchinas vorkommendes giftiges Gas.
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Re: Vom Aufstieg zum Niedergang der chinesischen Zivilisatio
Ja, das ist mir bekannt. Nur kann man das so nicht mit "alle vier Völker, die sie in vier Himmelsrichtungen umgaben" ins Deutsche übersetzen. Die Deutschen nehmen doch immer alles wörtlichshuhan hat geschrieben:1. Mit den vier Völkern sind die vier "Barbarenvölker" (四夷) gemeint.[...]
Malaria und andere Tropenkrankheiten gibt es auch heute noch in Südostasien. Ist aber kein Gas, wie man früher lange Zeit glaubte.shuhan hat geschrieben:2. Mit dem giftigen Gas ist "瘴气" gemeint, ein häufig in den Urwäldern des antiken Südchinas vorkommender giftiger Gas.
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Re: Vom Aufstieg zum Niedergang der chinesischen Zivilisatio
Bei solchen Beiträgen wäre es schon wünschenswert, dass du deine Quellen angibst. Das erleichtert auch die vertiefende Lektüre.
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Re: Vom Aufstieg zum Niedergang der chinesischen Zivilisatio
Ansonsten kann man es als Plagiat bezeichnen. Als Möchtegern-Politiker weisst du ja, wie das enden kann!
R.I.P. Little Yingxiong Engelskind 05.01.2013
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