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Unischer - Help :(

Verfasst: 19.07.2006, 12:57
von Hangover
Hallo....

Hab hier ja schon einiges zu meines Studienwunsch geäußert. Hab mich jetzt auch in Bonn und in Köln für Studiengänge mit Chinabezug beworben. Da mein Abi allerdings nicht der Brüller war, suche ich nach Alternativen. Eine Alternative wäre ein Sino Studium, mit Wirtschaft im NF oder ggf. Sino im NF an der Uni in Trier. Eine weitere Möglichkeit wäre der Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen an der TU Kaiserslautern. Beide Studiengänge sind zulassungsfrei. Da ich mich relativ schnell entscheiden möchte, um wenigstens etwas in der Hinterhand zu haben und da mir das Amt eine Vorgabe macht, eine Zusage vorzulegen (ansonsten muss ich wohl son 1 Euro Job fürn paar Monate annehmen), hoffe ich hier nochmal auf Entscheidungshilfe. Finde wie gesagt beide Fächer interessant. Was mich allerdings abschreckt, ist beim Studiengang Wirtschaftsing. der Mathe und Physikanteil, der doch recht hoch und komplex sein soll. Beim Sino- Studium hab ich schlichtweg schiss, dass mir China nicht liegt :?
What should I do? Hab keine Ahnung... Vielleicht wäre eine Reise nach China (kurzfristig) gut für die Entscheidungsfindung? Bin mir total unschlüssig und hab keine Ahnung was ich machen soll :(
Falls jemand irgendwelche Anregungen hierzu hat, würd ich mich freuen... Wie seht ihr die Sache? Mach ich mich zu verrückt? Einfach auf einen zukommen lassen? Wäre nett, wenn sich wer die Zeit nimmt....

Verfasst: 19.07.2006, 16:52
von kamillentee
hallo,

also ich gehe jetzt mal davon aus, dass du nicht so der mathe-physik pro bist, weil du ja sagst dass dein abi nicht so der "brüller" ist und du restpekt vor dem mathe/phsikanteil im studium hast.

daher würd ich dir auf jeden fall von einem ingenieursstudiengang abraten! wenn du schon weisst dass dir das nicht liegt und du da nicht gut bist, solltest du das wohl lieber nicht machen, da mathe/physik da doch im vordergrund steht.das is nur was für leute die ahnung von mathe und physik haben oder sonst nix zu tun haben um das zu pauken (wobei ohne verständnis für diese fächer kann ich mir da ein studium nur sehr schlecht vorstellen, vor allem wenn man nach problemlösungen suchen soll und das aufgrund von fehlenden kenntnissen oder verständnis nicht richtig hinkriegt). ist jedenfalls meine meinung.
du solltest aber auch bedenken, dass wenn du wirtschaft als NF belegst, auch mathe gemacht wird... du kannst das natürlich dann schon was eher machen als das ingenieursstudium.

du sagst: "schiss, dass mir China nicht liegt"
meinst du dass dir die chinesische sprache nicht liegt oder land, leute etc?

jedenfalls würde ich dir raten nochmal zur studienberatung zu gehen und versuchen vorallem mit studierenden dieser fächer und lehrenden zu sprechen! dort kannst du dann gezielt fragen stellen und dich beraten/ dir helfen lassen.

wenn du dir also bei beidem dann unsicher bist, überleg was dir noch liegt. schließlich passen mehre berufe zu jedem menschen, du musst das nur herausfinden. lass dich nochmal beraten, mach paar tests etc. und schau was dir liegt, dich interessiert und wofür du meinst geeignet zu sein.

du solltest dich jetzt schoma beeilen und das aktiv in die hand nehmen. wenn du dir unsicher bist, dann tu was ums herauszufinden ob das begründet ist.

viel erfolg

Verfasst: 19.07.2006, 18:49
von devurandom
aaaalso, meiner Erfahrungen als Tutor (u.a. fuer Wirt-Ings)an der Uni und als Nachhilfe haben damals gezeigt, dass viele Studis allein bei den Gedanken an Mathe und Physik schon Schweissausbrueche bekommen. Mit dieser Voreinstellung kommt man natuerlich nicht weit. Allerdings wenn man sich tatsaechlich daran wagt und einfach mal gemacht hat, dann stellen die meisten fest, dass das alles so schlimm gar nicht ist. :-D Deshalb waere mein Rat an Dich, einfach mal paar Uebungszettel zu besorgen (gibt's reichlich im Internet) und auszuprobieren. Es ist nicht so schlimm, wie's auf dem ersten Blick aussieht. Die Wirt-Ings muessen schliesslich nur ein Teil der techn. Faecher absolvieren von denen, was ein "richtiger" :-D Ingenieurstudent muss. An dieser Stelle sei auch gesagt, dass es auch Leute gibt, die sich durchaus ueberschaetzen, so ziemlich alle Studis, die bei Wirt-Ing ausfliegen, sind allersamt bei techn. Faechern auf die Nase gefallen. Von einem/r, der VWL , BWL, Kostenrechnung usw usw. nicht schafft, habe ich jedenfalls noch nie gehoert. :-D Bedenke dass bei den wiwis, Sprachwissenschaftlern, Soziologen im Hoersaal sind in der Regel mehere Hunderte erstsemestler sitzen, bei den Ing. bzw. wi-ing nicht mal die Haelfte. Die Situation auf der Arbeitsmarkt sieht aber genau umgekehrt aus. Es gibt schliesslich jetzt schon viel zu viele Account Manager, Marketing Experten oder Sozialpaedagogen.......

Letztendlich kannst ja nach Bauchgefuehl gehen und einfach mal anfangen, falls's Dir wirklich nicht liegt, kannst ja immer noch nach zwei Semestern wechseln. Wo Du eh nicht auf irgendeine NC wartest, duerfte das ja wohl noch im Rahmen sein, denke ich.

Gruss
/dev/urandom

Verfasst: 19.07.2006, 22:31
von Hangover
Danke euch beiden.
@dev du machst einem wenigstens mal Mut, mit deiner Einschätzung bzgl. Mathe usw... Weiss auch nicht, wieso heutzutage die Mathe so abschreckt... BWL im HF bzw. als Dipl oder BA Studiengang hat ja auch n haufen Matheanteil... Wird zwar net über den eines "vollingenieurs" hinausgehen, aber dürfte auch nicht unerheblich sein.
Ja, meinte ich hab n bissl schiss vor China, da ich Land/ Leute eben nicht wirklich einschätzen kann. Man kann zwar viel drüber lesen und sich informieren, aber im Endeffekt ist es doch was anderes, wenn man "mittendrin" ist.
Ich glaub ich schlaf über die Entscheidung noch 1-2 Nächte... Hoffe aber insgeheim noch, dass Bonn oder Köln klappt.... Auch wenn ich diese Angst, vor der noch fremden Kultur hab...

Verfasst: 19.07.2006, 23:34
von kamillentee
ich wünsch dir viel glück dabei und evt sieht man sich ja dann in einem jahr aner uni :D

ich schau jedenfalls mal in köln vorbei^^

Verfasst: 19.07.2006, 23:57
von Salphone
Ich hatte eigentlich mit dem Studium der Ostasienwissenschaften angefangen, ohne jemals zuvor in China oder sonstwo außerhalb Europas gewesen zu sein. Ich hatte damals auch keine Kontakte zu Chinesen gahabt (mal abgesehen von ein paar Brieffreunden, aber das ist schon mehrere Jahre her) oder hatte auch noch keine Chinesisch-Sprachkurse vor dem Studium besucht. Ich hatte einfach angefangen, weil ich Land, Leute, Sprache, Kultur etc. aus Büchern und aus dem Fernsehen interessant fand und diesen Studiengang deshalb auch machen wollte. Was ich damit sagen will ist, dass man vielleicht nicht unbedingt extra in das Land reisen muss, um zu wissen, ob es einem liegt oder ob man mit der Kultur zurecht kommt (bei einem Kurzurlaub hättest du sowieso nicht genügend Zeit, um dich daran zu gewöhnen). Aber bisher habe ich von Kommilitonen eigentlich nur positives gehört - vieles an das man sich gewöhnen muss oder das aus unserer Sicht unsinnig erscheint, aber letztenlich habe ich noch von keinem gehört, dass er mit dem Land nicht zurecht kommen würde oder sonstige größere Probleme hätte.
Selbst wenn du irgendwann feststellen solltest, dass du dich in dem Land nicht so wohl fühlst, musst du dort ja nicht bleiben, du kannst auch in Deutschland bzw. Europa bleiben. Ich kenne einige Leute, die nach dem Studium in irgendwelchen Betrieben angefangen und erst einmal gar keinen Ostasienbezug mehr hatten. Das alles hängt natürlich auch von der Wahl deiner Nebenfächer ab.
Ich muss sagen, dass Mathe in BWL und VWL machbar ist. In manchen der Gebiete muss man mehr rechnen als in anderen, aber in Lerngruppen und Tutorien wird es meist gut erklärt, so dass man zumindest die Gründzüge versteht. In den Prüfungen kam ich damit zumindest zurecht, aber ich mache Wirtschaft auch nur im Nebenfach; diejenigen im Hauptfach müssen sicher etwas mehr machen. Schlimmer fand ich dagegen Statistik und ich bin froh, dass ich es mittlerweile hinter mir habe. Das fand ich an der ganzen BWL und VWL am schlimmsten, da dort eben um die Anwendung geht und kaum um Theorie (jedenfalls in den Klausuren nicht). Und ich war in Mathe auch nie besonders gut und habe es an der Schule immer noch irgendwie geschafft. Die Mathematik ist also keine unüberwindliche Hürde, obwohl es schon schwerer fallen wird, wenn man mathematische Probleme nicht so gut erfassen kann. Aber es ist mit entsprechendem Fleiß durchaus machbar.

Verfasst: 20.07.2006, 12:32
von Grufti
Salphone hat geschrieben:Ich hatte eigentlich mit dem Studium der Ostasienwissenschaften angefangen, ohne jemals zuvor in China oder sonstwo außerhalb Europas gewesen zu sein. Ich hatte damals auch keine Kontakte zu Chinesen gahabt (mal abgesehen von ein paar Brieffreunden, aber das ist schon mehrere Jahre her) oder hatte auch noch keine Chinesisch-Sprachkurse vor dem Studium besucht. Ich hatte einfach angefangen, weil ich Land, Leute, Sprache, Kultur etc. aus Büchern und aus dem Fernsehen interessant fand und diesen Studiengang deshalb auch machen wollte. ....


Als ich mit Chinesisch begonnen hatte...vor x-Jahren... hatte ich schlicht und einfach die Schriftzeichen und die theoretische Beschreibung dieser Sprache im "Fischer Lexikon Sprachen" sehr interessant gefunden....
und hatte mich.. als es in München 1973 die erste Möglichkeit gab, diese Sprache als Wahlfach am Gymnasium zu lernen, sofort eingeschrieben..

Verfasst: 21.07.2006, 22:18
von Hangover
@Grufti....

Du hattest doch auch Sinologie studiert, oder?? Darf man fragen, was du als NF oder 2 tes HF hattest?
Und hat dein derzeitiger Job etwas mit China zu tun?

Verfasst: 22.07.2006, 02:17
von Grufti
Hangover hat geschrieben:@Grufti....

Du hattest doch auch Sinologie studiert, oder?? Darf man fragen, was du als NF oder 2 tes HF hattest?
Und hat dein derzeitiger Job etwas mit China zu tun?
Bei mir war Sinologie Hauptfach, mit den Nebenfächer Japanologie Koreanistik und Chinesischer Kunst und Archäologie..
Ich hatte anno ´80 mein Dolmetscherdiplom in Chinesisch bestanden, aber damals war das noch nicht gleichwertig mit dem "normalen" Magister. Erst 1 oder 2 Jahre später ist der Studiengang in Bonn mit einer 2. asiatischen Fremdsprache und einem wirtschaftlichen Nebenfach zu einem "Magister" gleichzusetzenden Abschluß aufgewertet worden....

Nach 2 Jahren "Thekendienst" ( nach dem Motto "Wer nichts wird, wird Wirt" :roll: :oops: :lol: ) im einem Bonner China-Restaurant, hatte ich endlich eine Möglichkeit zu einer "Umschulung "zum Speditionskaufmann gefunden.. Ich war damals schon 28 Jahre alt , aber dennoch immer noch ohne anderweitige "berufliche Erfahrung oder Qualifikation ", was eigentlich bei jeder Bewerbung immer neben meinen Sprachkenntnissen erforderlich war,.. und bin deshalb heilfroh gewesen, daß ich diese Chance gehabt habe.

"Beruflich mit China" hatte ich eigentlich nur 1985 bis zu "Tian An Men" 1989 zu tun, da ich damals jedes Jahr 6-8 Wochen in Beijing oder Shanghai für meine Firma mit der Durchführung von Messetransporten betraut war. Meine Aufgaben war das Organisieren und Einsteuern von Luft - und Seetransporten, und Versand via TSR( "Trans Sibirian Railroad") per Bahn, Erledigung von Zollformalitäten in Deutschland und China..und das Übersetzen der Zolldokumente und Inhaltsangaben von Videos für die chinesischen Zensurbehörden.

Nach "Tian An Men" kam die Scheidung von meiner ersten Frau, einer Taiwanesin, und als "entsorgter 付亲 ("zahlender Verwandter" ) hatte ich es als Selbstverständlichkeit angesehen, daß mein damals 4 jähriger Sohn sein Recht auf einen "regelmäßigen Kontakt" ( "alle 2 Wochen ein Wochenende und die Hälfte seiner Schulferien") zu seinem Vater wahrnehmen konnte, was mich natürlich gehindert hatte, mich aus München und Deutschland "vom Acker zu machen". und auf "Teufel komm raus" im chinesischsprachigen Ausland Fuß fassen zu können..


Seit ´89 ( nach meiner Versetzung von der Auslandsmesse in die Luftfracht) habe ich recht wenig "beruflich mit China " zu tun...nur wenn es (leider viel zu selten) "brennt", bin ich der letzte Notanker für meine Kollegen, und "muß" bei unseren Kollegen in China oder Taiwan anrufen.. um die Probleme zu lösen...
Für einen Job in China sieht es in meinem Alter (53) äußerst düster aus.. Wenn überhaupt etwas zu finden ist, so habe ich einzig und allein als "local worker" mit einem "Einheimischen Tarif"eine Chance, da mich sicher KEINE deutsche Firma mehr mit einem deutschen Gehalt nach China "entsendet"..

..aber ich kann mich noch zurückhalten, daß ich meine Stelle in Deutschland für ein Gehalt von 3-4000 RMB / Monat in China aufgebe...

Verfasst: 22.07.2006, 12:39
von Hangover
Klingt ja auch ein wenig... hmm.. schräg dein Lebenslauf. Irgendwie schreckt mich das auch ein wenig ab, bzgl. Berufsaussichten nach dem Studium. Allerdings finde ich die Sparte Luftfracht etc. doch auch sehr interessant.
Eigentlich finde ich es schade, dass jemand wie du, der qualifiziert ist für dieses Land und selbiges mag (zumindest macht es mir so den Eindruck) sich in diese Richtung nicht recht "entfalten" kann.
Ich bin immernoch schwer am rätseln, was ich denn machen soll. Allerdings erscheint es mir im Augenblick wohl intelligenter, ein "herkömmliches" Studium zu absolvieren, um eine solche "berufliche Qualifikation" zu erlangen und nebenbei chinesisch zu lernen...
Vielleicht sollte man das Thema in "Sinologie- Brotlose Kunst?!?" umbenennen :?

Verfasst: 22.07.2006, 13:07
von kamillentee
ich hab mir mal auf ner uniseite so nen ergebnis von ner umfrage angeschaut, nach der jeder(von diesem abschlussjahrgang) einen arbeitsplatz hat (ehemalige sinologiestudenten oder chinabezogenes studium)
ich denke mal als akademiker findest du schon eine stelle. fächer wie geschichte, also geisteswissenschaften allgemein, haben ja den ruf brotlos zu sein, es bestätigen aber immer wieder leute mit einem solchen studium, dass man durchaus gute chancen auf dem arbeitsmarkt hat, wenn man sich "schlüsselqualifikationen" aneignet. angeblich wäre man teilweise auch bevorzugt, weil man sich aufgrund des gelernten im studium anders in bestimmte aufgaben hineindenken könne.
und wenn du nicht ganz so auf karriere aus bist, könnte sich das also doch lohnen

grufti hast du nicht die möglichkeit zu übersetzen oder zu dolmetschen aufgrund deines dolmetscherabschlusses?
ansonsten evt museum oder ähnliches wegen kunst und archäologie könnte ich mir noch vorstellen. oder denk ich da falsch?

ich überleg auch ob sich ein regionalwissenschaften studium lohnt, wenn man dann noch irgendwie recht oder politik oder vwl/bwl dranhängt.
ansonsten würd ichs evt auch als übersetzer oder lehrer versuchen wenn das möglich ist

Verfasst: 22.07.2006, 13:10
von Grufti
Bei mir ist so Verschiedenes zusammengekommen ....ewig "zu alt" zu sein, dann Heirat, Scheidung, Kind.. etc die sich ungünstig ausgewirkt haben..
Studium ist zwar sehr schön... aber "Berufserfahrung "zählt eben doch mehr
Das beste ist, Du hängt Dich beruflich VOLL in eine Branche rein, die in China "Zukunft " hat...
Dein Interesse an Land und Volk kann nur förderlich sein, und die Sprache kannst Du im Notfall immer noch auf Firmenkosten lernen, wenn Du dorthin delegiert wirst.....

Das ist die Lehre , zumindest aus meinem Leben....

Verfasst: 22.07.2006, 16:04
von Grufti
kamillentee hat geschrieben:.......grufti hast du nicht die möglichkeit zu übersetzen oder zu dolmetschen aufgrund deines dolmetscherabschlusses?
ansonsten evt museum oder ähnliches wegen kunst und archäologie könnte ich mir noch vorstellen. oder denk ich da falsch?

Rein theoretisch könnte ich das schon... doch glaube ich nicht, daß ich damit mindestens genauso wenig ( an Industriejobs gemessen) , aber genauso sicher verdienen kann, wie mit meiner jetzigen zwar interessanten, aber einseitig "nicht China-bezogenen" Arbeit im Dienstleistungsgewerbe..

Da ich -- besonders in der letzten Zeit -- eine Unmenge von Überstunden habe leisten müssen, hatte ich nicht einmal genug Zeit , nur für mich einige von meinen vielen chinesischen Lieblingssongs genauer zu übersetzen-