Hm... Ich würd da China/Korea und Japan dennoch als anders ansehen. Nen Bekannter, der in Japan gelebt hatte, meinte mal, dass es da extrem mit Geschenken ist.
Da verkaufen Läden normale Früchte, verpacken sie in nem "Geschenkpack" und verkaufen das für 150€ für 5€ Früchte. Und beim Schenken soll der Preis nicht abgemacht werden, damit der Gegenüber sehen kann, dass man ja viel Geld für ihn ausgegeben hat.
War noch nie in Japan, kenne aber Korea recht gut. Obst ist in Korea extrem teuer und Äpfel werden im Supermarkt einzeln verpackt verkauft. Das man teures Obst herschenkt ist natürlich nichts unübliches. In China hingegen ist Obst eher billig. Geschenke gehören aber in China auch einfach dazu und sind genauso üblich. (Schnaps, Zigaretten)
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Zum Thema an sich muss ich aber schon sagen, dass gerade Chinesen oft ihren eigenen Vorteil aus Sachen rausziehen wollen. Gerade im Businessbereich scheint es so zu sein, wenn sie einen Profit sehen, "investieren" sie da rein und "Backstabbing" wär da auch kein moralisches Problem.
Beispiel 1: Die Cousine meiner Freundin ist sehr reich und hat auch nen gutes Business. Von angeblichen Freunden gibt es immer Geschäftsgeschenke. Darunter sind dann 4000€ Uhren, Prada- und Guccitaschen und sonstiges Luxuszeuchs. Man merkt direkt, dass die es nicht schenken, weil sie so gute Freunde sind, sondern lediglich erhoffen sie sich einen Vorteil daraus.
Naja, das nennt man Korruption. Kenne ich in dieser Form auch aus Österreich.
Beispiel 2: Vater meiner Freundin war kurz vor der Beförderung. Im Raume stand noch die Beförderung eines anderen angeblich guten Freundes. Dieser hat dann aber dem Boss später Lügen über den Vater meiner Freundin erzählt, so dass nur er die Beförderung bekommen sollte. Ohne Rücksicht auf den angeblich guten Freund wurde hier nur versucht die eigene Position zu stärken.
Das nennt man innerbetriebliche Machtspiele. Kenne ich in dieser Form auch aus Österreich.
Beispiel 3: Hab ich selber mitbekommen und scheint auch normal zu sein. Es scheint, man verarscht seinen Chef ziemlich oft. Ich hab das bei meinen Dienstreisen mitbekommen, wie aus einer 20 Yuan Taxirechnung eine 100 wurde oder wie für einen Vortrag die 5 Yuan Stifte plötzlich 200 gekostet haben. Und selbst auf Geschäftskosten hätten die sich fast im KTV Nutten geholt...
Kommt auf die Firma darauf an. Aber ich weiß aus persönlicher Erfahrung, dass viele staatliche Firmen mit Budgets hantieren. Diese müssen ausgeschöpft werden, sonst werden sie gekürzt. Kenne ich übrigens in dieser Form auch aus Österreich. Was Geschäftskosten und Nutten betrifft - willkommen im Big Business. Hauptkunden europäischer Edelbordelle sind übrigens Firmen und Politiker. Die leben fast ausschließlich davon. Kenne ich übrigens in dieser Form auch aus Österreich.
Ich will hier eigentlich nicht verallgemeinern, aber ich hab schon das Gefühl, dass der eigene Vorteil und ggf. Egoismus, wenn man es denn so nennen mag, ziemlich verbreitet in China unter vielen Leuten ist. Das schlägt sich dann auch in der Gesellschaft wieder, wenn man sieht, wie die Leute in die Ubahn rennen, nur damit sie nen Platz bekommen. Ohne Rücksicht auf die Gäste, die aussteigen wollen...
Ja und Nein. Durch die kapitalistische Reformen und den harten Kampf ums überleben, gerade in den städtischen Ballungszentren, wird in China dieser neue Egoismus immer stärker kritisiert. Andererseits muss man aber auch hier betonen, dass der chinesische Kollektivismus ein Familien, Clan bzw. Dorf bezogener ist. Chinesen verhalten sich äußerst sozial gegenüber Leuten die im eigenen Netzwerk sind, Fremden gegenüber nicht. Hinzukommt die Anonymität der Großstadt, sowie die unglaublich große Anzahl an Menschen. Hier muss man ab und zu die Ellbogen ausfahren um überhaupt irgendwo ankommen zu können.
Österreich/Deutschland ist fast gegenteilig. Hier ist der Umgang mit Familie, Freunden oder Bekannten vergleichsweise ziemlich verroht und respektlos und Fremden gegenüber sehr höflich. Konkretes Beispiel. In Deutschland/Österreich sehe ich selten, dass ein Sohn der eigenen Mutter die Tür aufhält. Einer wildfremden älteren Frau hingegen schon eher.
Weiters ist auch das Verhalten in österreichischen und deutschen Großstädten asozialer. Und das sind Dörfer im Vergleich zu Beijing oder Shanghai. Anderes Beispiel - schon mal was vom Stereotyp des arroganten, egoistischen New Yorker gehört?
