Xinjiang

Alle Themen rund um Politik in der Volksrepublik China
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LeChef
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Xinjiang

Beitrag von LeChef »

http://www.welt.de/data/2006/04/15/874459.html

und wenn man ein wenig nach "uiguren" in den medien sucht findet man weitere artikel zu dem thema.

wer kennt sich denn mit xinjiang einigermaßen aus?

ich bereite gerade eine umfassende präsentation über xinjiang. was gibt es denn so momentan für aktuelle themen (oder immer wieder aktuelle themen) zu xinjiang?
sprich separatistenbewegung, wirtschaftsprojekte (paar beispiele von westlichen firmen, die in xinjiang investiert haben), soziale entwicklung, sinisierungspolitik der chin. regierung (also zuwanderung von chinesen), etc.

jegliche hilfe kommt mir gelegen :D
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bossel
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Beitrag von bossel »

Habe gestern noch einen ziemlich religiös gefärbten Text zum Thema 1-Kind-Familie gelesen. Die behaupteten, daß die 1-Kind-Politik in Xinjiang eingesetzt wird, um die Sinisierung voranzutreiben. Aber im großen & ganzen war das nur ein (katholischer) Propagandaartikel zum Thema Zwangsabtreibung.

Wenn mir wieder einfällt, wo ich das gelesen habe, poste ich einen Link (im Augenblick bin ich mir nicht mal sicher, ob ich's auf englisch oder deutsch gelesen habe).
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Beitrag von LeChef »

soweit ich weiss gilt die ein-kind politik für nationale minderheiten nicht, oder?
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bossel
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Beitrag von bossel »

LeChef hat geschrieben:soweit ich weiss gilt die ein-kind politik für nationale minderheiten nicht, oder?
Jau, kam mir auch seltsam vor. Aber ich habe den Link noch nicht wiedergefunden. Mal sehen...
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Babs
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Beitrag von Babs »

Hi LeChef,

BBC online http://news.bbc.co.uk/ hat eine ganze Menge Artikel über Xinjiang, allerdings alle aus den letzten Jahren, vielleicht findest du ja trotzdem ein paar Artikel, mit denen du was anfangen kannst. Musst nur "Xinjiang" in die Suche eingeben.

Barbara
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LeChef
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Beitrag von LeChef »

optimal, das habe ich gesucht :D
...könnten sich die deutschan medien mal ne scheibe von abschneiden.
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bossel
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Beitrag von bossel »

LeChef hat geschrieben:optimal, das habe ich gesucht :D
...könnten sich die deutschan medien mal ne scheibe von abschneiden.
Also bitte...

Ganz so schlecht sieht es in Deutschland auch nicht aus, müsstest nur ein bißchen googeln.

Wenn Du oppositionelle Info suchst:
http://www.uygur.org/deutsch.htm

Gesellschaft für bedrohte Völker:
http://www.gfbv.de/volk.php?id=34

Das Problem mit den deutschen Medien sehe ich eher in der uneinheitlichen Schreibweise: Ostturkestan/Xinjiang oder Sinkiang, Uiguren/Uighuren/Uyghuren oder werweißwas

Die katholische Propagandaseite finde ich leider nicht mehr.
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Beitrag von LeChef »

so, habe meine präsentation fertig. wer sich für xinjiang interessiert, der kann mir ja eine PN schreiben.

nur mal so zusammenfassend, eine frage die man sich stellt, warum die chinesen so sehr an xinjiang festhalten und es auch niemals zulassen werden, dass es sich von china abspaltet:
strategisch wichtige industrieen!

zum Beispiel befinden sich 25% von Chinas Ölvorkommen in Xinjiang!
dort gibt es eine bedeutende öl- und petrochemische industrie und ansonsten ist xinjiang auch sehr reich an anderen bodenschätzen.
~9% der landwirtschaftlich nutzbaren fläche chinas befindet sich in xinjiang, aber nur 1,5% von chinas bevölkerung!
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Beitrag von domasla »

"~9% der landwirtschaftlich nutzbaren fläche chinas befindet sich in xinjiang, aber nur 1,5% von chinas bevölkerung!"

Na, dann ist ja noch Platz!

D.
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Beitrag von LeChef »

so, kazakstan (wie immer man das schreibt) liefert nun per pipeline öl an china. hier: http://www.atimes.com/atimes/China_Busi ... 7Cb05.html nachzulesen.
stellt euch mal ein unabhängiges ostturkestan vor, durch das das chinesische öl fließen würde!
keine chance!
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Beitrag von Melodie »

LeChef hat geschrieben:so, habe meine präsentation fertig. wer sich für xinjiang interessiert, der kann mir ja eine PN schreiben.

nur mal so zusammenfassend, eine frage die man sich stellt, warum die chinesen so sehr an xinjiang festhalten und es auch niemals zulassen werden, dass es sich von china abspaltet:
strategisch wichtige industrieen!

zum Beispiel befinden sich 25% von Chinas Ölvorkommen in Xinjiang!
dort gibt es eine bedeutende öl- und petrochemische industrie und ansonsten ist xinjiang auch sehr reich an anderen bodenschätzen.
~9% der landwirtschaftlich nutzbaren fläche chinas befindet sich in xinjiang, aber nur 1,5% von chinas bevölkerung!
Bist Du sicher? Eigentlich seit hunderten Jahren ist die Abspaltung immer abgesagt. Seit wann wird aber die Ölvorkommen in Xinjiang gefunden? Und seit wann ist solches Öl den Menschen wichtig geworden?
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Beitrag von LeChef »

naja, früher hatte xinjiang eine andere bedeutung: die Seidenstraße! und die sicherung gegen nomadenstämme!
die qing dynastie hat es ja nicht umsonst "neue grenze" genannt.
bemerkenswert in der geschichte der seidenstraße ist, dass sie immer nur dann guten handel herbeiführte, als sie von den chinesen kontrolliert wurde. also wenn eine starke macht für recht und ordnung sorgte.
öl war sicher nicht der grund für die qing xinjiang vollends einzuverleiben, aber sicherlich damals für die KMT xinjiang wieder zurückzuerobern. und für die kommunisten es zu halten.

außerdem war es früher für jedes land interessant zu expandieren. land an sich war schon immer wertvoll, und da xinjiang stets dünn besiedelt war konnte es auch gut für die ausbreitung der han dienen.

ich weiss leider nicht, wann diese ölvorkommen dort entdeckt wurden. 1955 wurde aber ein großes ölfeld erschlossen, dementsprechend kann man davon ausgehen, dass diese schon wesentlich früher entdeckt wurden.
ich vermute mal nationalstolz trägt (vielleicht in nur geringem maße, als hauptgrund würde ich das nicht sehen) dazu bei, das land, dass unter den qing zu china gehörte, auch als VR zu etablieren.

wobei mir nicht ganz klar ist, wie sich die mongolei dann abspalten konnte. und besonders: warum die innere mongolei sich nicht abgespalten hat.

ob tibet jetzt reich an ressourcen ist weiss ich auch gar nicht, es ist sehr reich an wasser. ob das der grund war für die kommunisten tibet einzunehmen?
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Grufti
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Beitrag von Grufti »

Hier ist das von mir schon mal "angeschrieben" worden.. :
http://forum.chinaseite.de/viewtopic.ph ... et&start=0

Unter http://www.tibetmap.com/ mußt Du Dich mal durchklicken

Wenn Du dann "Tibet Administrative maps" anklickst, ist als allererstes eine Karte zu finden, auf der eingezeichnet ist, wie groß Tibet ursprünglich....( bis 1955 ) war....und welche Gebiete von Tibet durch die KP Chians abgetrennt wurden. Leider habe ich eine sehr wichtige URL "verloren"...denn dort gab es Karten, die das Ganze noch wesentlich deutlicher ( mit Jahreszahlen der Abtrennung und mit eingezeichneten Rohstoffstandorten) darlegten....
Früher ging es uns gut. heute geht es uns besser...
Es wäre aber besser , es ginge uns wieder gut !
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Beitrag von Melodie »

LeChef hat geschrieben: außerdem war es früher für jedes land interessant zu expandieren. land an sich war schon immer wertvoll, und da xinjiang stets dünn besiedelt war konnte es auch gut für die ausbreitung der han dienen.
Für China, das früher ein Agrarland war, war Xinjiang kein ideales Ziel für die Zuwanderung der Han, obwohl Xinjiang dünn besiedelt war. Die Sicherheit der Grenze stellte immer die Hauptfrage für die chinesischen Dynastie dar. Die Besiedlung der Han in Xinjiang wurde zum Aufbau von Städten zur Sicherung der Grenze durchgeführt. Infolgedessen wurden die Leute dort umgesiedelt, um die Landwirtschaft zu entwickeln, damit die stationierte Armee direkt finanziert und unterstützt werden konnte und die logistischen Probleme für die Armee gelöst werden konnten.
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Beitrag von Melodie »

LeChef hat geschrieben: wobei mir nicht ganz klar ist, wie sich die mongolei dann abspalten konnte. und besonders: warum die innere mongolei sich nicht abgespalten hat.

ob tibet jetzt reich an ressourcen ist weiss ich auch gar nicht, es ist sehr reich an wasser. ob das der grund war für die kommunisten tibet einzunehmen?
Die Abspaltung der außeren Mongolei hat aber wieder was mit damaligen Soviet Union zu tun. Die innere Mongolei hat schon seit Qing Dynastie eine engere Bindung zu der Dynastie und damit auch zu anderen Teilen Chinas, mit innere Mongolei konnte die Soviet Union sowiewo nicht viel machen. Ich habe mal gelesen, dass es vor der Abspaltung eine Abstimmung in der außeren Mongolei gab, um zu bestimmen ob außeren Mongolei von China getrennt werden soll. Die Leute, die gegen diese Trennung waren und Einfluß hatten, wurden umgebracht. Eigentlich hat die Soviet Union auch versucht Xinjiang von China abzuspalten, nur nicht geschafft.

Bei Tibet geht es wieder um die Sicherheit Chinas. Dafür muss man nur die Geschichte lesen, was die Engländer damals in Tibet getan haben und was sie erreichen wollten. Darüber hinaus kann man die Gründe auch in der Geschichte über die Beziehung zwischen 土蕃 und 中原 finden. Eigentlich hat die chinesische Regierung viel Geld in Tibet ausgegeben. Wirtschaftlich kann man aber nicht so viele erwarten in Tibet wegen der natürlichen Bedingungen dort . Es reicht schon, wenn einmal Tibet nicht durch die Finanzierung der Zentralregierung das angemessene Lebensniveau erhalten kann.
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