Yip Man 2, Kritik

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wudang
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Yip Man 2, Kritik

Beitrag von wudang »

Hallo,

ich dachte mir, warum gibt es im Forum kein Beriech, wo Filme irgendwie bewertet werden. Ich möchte mit Yip Man 2 anfangen.

Die Kampfszenen waren wie immer sehr gut. Kung Fu sieht eben immer cool aus :) Donnie Yen macht auch das beste daraus.
Leider, obwohl Yip Man ein echter Kung-Fu Meister war, stimmt die Geschichte mit der Wirklichkeit nicht überein. Es gibt so eine Art Zensur. Mir ist nicht bekannt, wo Yip Man mit einem Boxer gekämpft haben soll. Wie die "Westler" dargestellt werden ist ein anderes Problem. Die "Westler" sind die ignoranten, bösen und dummen. Es wird auch verschwiegen, dass Yip Man Drogenabhängig war.
Wie gesagt Action gibt es in dem FIlm genug und Kung Fu ist immer cool aber der Film erinnert mich an Propaganda-Filmen. Yip Man 1, KungFu besser als Karate, Yip Man 2 Kung Fu besser als boxen ist gleich " wir chinesen sind besser als die ganze Welt" :)

Ist meine Meinung :wink:

LG, Wu
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yaoshu
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Re: Yip Man 2, Kritik

Beitrag von yaoshu »

wudang hat geschrieben:Hallo,

ich dachte mir, warum gibt es im Forum kein Beriech, wo Filme irgendwie bewertet werden.
hm...
http://forum.chinaseite.de/ftopic8425.html
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Grufti
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Re: Yip Man 2, Kritik

Beitrag von Grufti »

Es fehlt doch ein explizites "Kulturforum"...... 8)
damit die Leute wissen, wohin sie solches posten können
Nein...ich bin ja schon stille, sonst beziehe ich wieder Prügel... :oops:
Früher ging es uns gut. heute geht es uns besser...
Es wäre aber besser , es ginge uns wieder gut !
beowulf
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Re: Yip Man 2, Kritik

Beitrag von beowulf »

Es gibt so eine Art Zensur.
Ich glaube Yip Man stellt keinerlei Ansprüche historisch korrekt zu sein. Die Figur Yip Man war an sich in China bis vor kurzem nur in kleinen Kreisen bekannt - im Gegensatz zu Wang (huang) Fei Hong oder Huo Yuan Jia. Die Filmfigur ist eher eine Kunstfigur als eine historische Persönlichkeit. Ausserdem ist das Wort Zensur hier völlig falsch. Besonders da die Handlung beider Filme völlig frei erfunden ist.

"Die "Westler" sind die ignoranten, bösen und dummen. "

Ja, liegt vor allem an der schauspielerischen Leistung der Akteure. Die Japaner im ersten Teil waren nicht weniger ignorant und böse - ach was, sie waren viel bösartiger, aber dank des Charisma des Hauptbösewichtes zumindest nicht eindimensional. Die Schauspielerische Leistung der Europäer war unter aller Sau - grenzenloses Overacting...

Ich muss aber anderseits zugeben, dass die Westler im Yip Man 2 große Ähnlichkeit zu dem Verhalten vieler Expats im heutigen Shanghai oder Hongkong haben. Die in ihrem Auftreten oft wirklich unglaublich ignorant, bösartig (frustriert) und dumm sind. Von dem her passt es ironischerweise schon fast wieder. (Wer das nicht glaubt, soll einmal in eine Expat Disco in Shanghai gehen - da läufen genug Charakter herum, die wie der Boxweltmeister sind. Überheblich, aggressiv und laut grölend)

"Es wird auch verschwiegen, dass Yip Man Drogenabhängig war."

War mir nicht bekannt, es handelt sich aber sowieso um einen reinen Fantasie Kungfu Film und nicht um eine ernst zunehmende Biographie.
aber der Film erinnert mich an Propaganda-Filmen.
Natürlich, Action Filme haben regelmäßig eine nationalistisch propagandistische Note. Siehe Hollywood Kino - da ist eigentlich jeder Action Film ein US nationalistisches Propaganda Machwerk. Uns fällt soetwas halt eher bei den anderen, als bei uns selber auf.
Zum Film Yip Man 2 - ich finde ihn wirklich schlecht, auch vor allem wegen diesem dumpf nationalistischen Beigeschmack. Huo Yuanjia oder Huang Fei Hong waren viel intelligentere Filme.

Yip Man 1 war vor allem von den Kampfszenen großartig, die Handlung war schlechter als bei Huo Yuan Jia, aber noch annehmbar. Yip Man 2 hingegen ist ein seelenloser Film, der einfach die Formula des ersten Filmes neu aufgegriffen und an Hongkong angepasst hat. Damit wollten die Produzenten anscheinend auf Nummer sicher gehen - das typische Problem von Fortsetzungen.

ps. Diese "Auflehnen" gegenüber Europäer ist ein traditionelles Element in Hongkong Filmen (siehe Wang Fei Hong Reihe) - liegt auch an der Hongkonger Geschichte und der britischen Fremdherrschaft.

ps2. Hier ein netter Blog Eintrag zu dem Thema
http://wangbo.blogtown.co.nz/2010/05/23/ip-man-2/" target="_blank

ps3: Yip Man 2: "Today's match was not intended to show that Chinese martial arts are better than western boxing. Although people have high and low social statuses, there is no difference in the nature of people!"
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wudang
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Re: Yip Man 2, Kritik

Beitrag von wudang »

Ich muss aber anderseits zugeben, dass die Westler im Yip Man 2 große Ähnlichkeit zu dem Verhalten vieler Expats im heutigen Shanghai oder Hongkong haben
Ich kann nur zustimmen. Sehe sie immer wieder herumlaufen, wenn sie dann noch trinken, verhalten sie sich wirklich wie der Boxer im Film.
Mit den Filmen in Hollywood hast du auch recht, da geht es auch immer um "God bless America". Yip Man 2 ist eine enttäuschung für mich, weil der Film "mich" so darstellt wie ein ignoranter Arsch obwohl ich gar nicht so bin wie der Boxer :)

Verstehsch

LG, Wu
beowulf
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Re: Yip Man 2, Kritik

Beitrag von beowulf »

Was mich an Yip Man 2 besonders gestört hat, ist diese fehlende Differenzierung wie sie in Wang Fei Hong oder Huo Yuan Jia zumindest teilweise vorhanden war. Ja sogar im ersten Teil war der japanische General kein wirklich böser Mensch. Hier fehlte einfach eine Rolle die diese Funktion übernahm und ein differenzierteres Bild aufwirft. Damit meine ich jetzt nicht einen "Alibi Guten" wie sie so oft in den US Schinken plaziert wird (der Russe, Araber oder Chinese der ebenfalls für Demokratie und "freedom" ist und den Amis hilft und dabei häufig stirbt), sondern eine Figur wie den Priester oder Arzt in Wang Fei Hong, der nicht automatisch für China ist (und die Chinesen anhimmelt und deren Sichtweise teilt - siehe die oben genannten Alibi Guten), aber doch kritisch gegen Unrecht ist und unabhängig von den Differenzen Hilfe leistet oder zumindest Anteilnahme zeigt. Eine Figur die klar zeigt, dass es auch im anderen Lager unterschiedliche und gute Menschen gibt. Der Rundenansager (der übrigens unglaublich schlecht war) hätte zum Beispiel Abneigung gegen das flegelhafte Verhalten des Boxers zeigen können.

Ich bin ehrlich gesagt froh, dass Donnie Yen schon angekündigt hat keinen weiteren Yip Man Film mehr zu machen.
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