Kleinkind zweimal überfahren und liegengelassen

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beowulf
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Re: Kleinkind zweimal überfahren und liegengelassen

Beitrag von beowulf »

Warum wird die Story in Deutschland so ausgeschlachtet? Wiedermal Stimmung für den totalen Krieg machen? :lol:
violija
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Re: Kleinkind zweimal überfahren und liegengelassen

Beitrag von violija »

Noch so einer, der einfach wegschaut und vorbeigeht.........
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Capt.
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Re: Kleinkind zweimal überfahren und liegengelassen

Beitrag von Capt. »

beowulf hat geschrieben:Warum wird die Story in Deutschland so ausgeschlachtet? Wiedermal Stimmung für den totalen Krieg machen? :lol:
Deinem Smilie zufolge findest Du das lustig, seltsame Art von Humor.
Nicht nur in Deutschland berichten die Medien über die "Story". Lies mal chinesische Zeitungen, auch im chinesischem TV wird eingehend darüber berichtet.
beowulf
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Re: Kleinkind zweimal überfahren und liegengelassen

Beitrag von beowulf »

@violija - wer geht eher vorbei? Derjenige der immer Angst davor hat irgendwo anzuecken und etwas falsch zu machen, oder derjenige der sich gegen den jeweiligen Mainstream stellt?

@Capt.

Find ich persönlich auch gut so, dass in China darüber diskutiert wird. Viel interessanter als dieses pseudomoralische Empörungsgequitsche wäre aber eine Metadiskussion, warum, wieso und wie das Thema in China behandelt wird und im Westen.

ps. Mein Smiley hat viel damit zu tun wie grotesk,lächerlich und vor allem Vorhersehbar ich das Verhalten in den deutschen Medien gefunden habe. Sich immer wieder selbst auf die Schulter klopfen wie aufgeklärt und liberal man ist und dann jedesmal in der ersten Reihe vom Lynch Mob mit der Fackel und der Heugabel in der Hand, ohne groß Ahnung zu haben was eigentlich los ist. :lol:
violija
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Re: Kleinkind zweimal überfahren und liegengelassen

Beitrag von violija »

Ich lebe in Deutschland und habe mich extra auf diesem Portal angemeldet, um meinem Entsetzen Luft zu machen. Kein Kind auf dieser Erde sollte auf solche Weise sterben müssen!
Dein Kommentar ist wirklich fehl am Platze, lebst du in China und hast dich bereits den Sitten und Gebräuchen des Landes angepasst?
beowulf
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Re: Kleinkind zweimal überfahren und liegengelassen

Beitrag von beowulf »

violija hat geschrieben:Ich lebe in Deutschland und habe mich extra auf diesem Portal angemeldet, um meinem Entsetzen Luft zu machen. Kein Kind auf dieser Erde sollte auf solche Weise sterben müssen!
Dein Kommentar ist wirklich fehl am Platze, lebst du in China und hast dich bereits den Sitten und Gebräuchen des Landes angepasst?
Lange genug in China gelebt und lange genug in Österreich und war auch genug in Ländern der "dritten Welt" unterwegs. Finde es traurig das du dich wegen soetwas extra in einem China Forum anmeldest um deinem Entsetzen Luft zu machen. Finde es immer wieder interessant wie leicht sich Deutsche emotional instrumentalisieren lassen. Ich glaube das hängt mit dem extremen Regelrelativismus in unserem Breitengraden zusammen (schliesse hier Österreich durchaus ein, aber Deutschland ist noch eine Spur radikaler).

Und weil du ja auf eine persönliche Ebene abzielst. Ich war vor ein paar Jahren in einer ähnlichen Situation - in Österreich. Hab zusammen mit einem Freund ein junges Mädchen (ca. 14-15) auf der Hauptstrasse in Linz gefunden (Taubenmarkt - falls das jemanden etwas sagt), die bewusstlos am Boden in ihre Kotze gelegen ist. Keine Sau hat sich gekümmert. Ich war auch hin und hergerissen, wir sind zuerst vorbei gegangen, aber haben uns dann doch entschieden zurückzugehen und ihr zu helfen. Haben Sie in stabile Seitenlage gebracht und die Rettung gerufen. Kann mich noch erinnern, dass wir von einer älteren Dame angestänkert wurden ala "die ist besoffen, lassts as liegen". Der Sanitäter hat uns nachher gesagt, dass das Mädchen einen starken eptileptischen Anfall gehabt hat und sehr leicht am Erbrochenen ersticken hätte können.

Zum damaligen Zeitpunkt war ich aber schon vorher lange in China und natürlich stark chinesisch sozialisiert. Das kann eigentlich nur bedeuten, dass in Europa ein Menschenleben nichts zählt. Ein anderer Schluss ist natürlich vollkommen verrückt und unlogisch.

ps. Hab vorhin einen CNN Beitrag dazu angesehen - der sehr rational und objektiv gestaltet worden ist. Es wäre schön, wenn die deutschen Mainstreammedien zumindest CNN Niveau erreichen könnten. In Deutschland und Österreich haben wir eh so eine dunkle Vergangenheit, warum lernen wir nicht daraus?

Hier noch eine Story die zeigt, dass uns Chinesen moralisch eindeutig überlegen sind :lol: :

http://www.newser.com/story/122533/todd ... s-her.html
violija
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Re: Kleinkind zweimal überfahren und liegengelassen

Beitrag von violija »

Ich verstehe nicht, warum du auf unserer Vergangenheit herumreitest. Die hat doch nichts mit diesem Vorfall zu tun. Und was heißt hier "wegen so etwas" hier anmeldest?
Natürlich bin ich emotional, finde ich besser, als abgestumpft und gefühllos. Wir können doch nicht alle die Augen verschließen und so tun, als ob dieses Ereignis uns nicht berührt. Wenn alle schweigen und wegschauen, wird sich nie etwas ändern.
Dass du in Österreich einem jungen Mädchen geholfen hast, finde ich wirklich ehrenhaft. Auch bei uns in Europa zählt ein Menschenleben oft nicht viel, aber auch dann nehme ich mir die Freiheit, meine Empörung darüber zu äußern.
PS. Die Medien in Deutschland haben sehr wenig darüber berichtet, hauptsächlich verbreitet wurde es über Facebook, youtube und Mundpropaganda.
beowulf
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Re: Kleinkind zweimal überfahren und liegengelassen

Beitrag von beowulf »

violija hat geschrieben:Ich verstehe nicht, warum du auf unserer Vergangenheit herumreitest. Die hat doch nichts mit diesem Vorfall zu tun. Und was heißt hier "wegen so etwas" hier anmeldest?
Natürlich bin ich emotional, finde ich besser, als abgestumpft und gefühllos. Wir können doch nicht alle die Augen verschließen und so tun, als ob dieses Ereignis uns nicht berührt. Wenn alle schweigen und wegschauen, wird sich nie etwas ändern.
Dass du in Österreich einem jungen Mädchen geholfen hast, finde ich wirklich ehrenhaft. Auch bei uns in Europa zählt ein Menschenleben oft nicht viel, aber auch dann nehme ich mir die Freiheit, meine Empörung darüber zu äußern.
PS. Die Medien in Deutschland haben sehr wenig darüber berichtet, hauptsächlich verbreitet wurde es über Facebook, youtube und Mundpropaganda.
Hat sehr viel mit unserer Vergangenheit zu tun. Negative Stereotypisierung, verbunden mit der gleichzeitigen Betonung der Überlegenheit der eigenen Kultur, die Schlussendlich in eine Kategorisierung aller Herren- und Untermensch abgleitet, ist die Kern von Rassismus und vor allem der Nazi Ideologie. Und die findet vor allem auf einer Emotionalisierenden Ebene statt - pseudowissenschaftliche Abhandlungen dazu, dienen nur zur Verstärkerung. Das ist natürlich nichts Deutsch(-Österreichisch)spezifisches, aber wenn wir schon immer wieder betonen, dass wir aus der Vergangenheit gelernt haben, überrascht es durchaus wie schnell wir doch wieder in alte Muster zurückfallen.

Das ich dem jungen Mädchen geholfen habe, finde ich jetzt nicht großartig ehrenhaft. Hätte genauso gut anders kommen können - wie gesagt, wir waren schon 100 m weg, als wir uns dann doch noch umgedreht haben. Unser Zögern hat aber nichts mit "Menschenverachtung" zu tun gehabt, sondern eher mit Verwirrung und Überforderung in der Situation. Verbunden mit dem Bedürfnis sich jetzt nicht in irgendetwas verwickeln zu lassen und Probleme am Ende davon zu tragen. In so einer Situation spielen viele Faktoren eine Rolle und es gehen einem viele Gedanken durch den Kopf. Ich habe dem Mädchen am Ende geholfen und bin sehr froh darüber. Keine Frage. Würde ich es wieder tun? In der selben Situation wie damals ja und vor allem schneller und besser. Aber das liegt halt daran, dass diese Situation für mich nicht neu wäre und mich nicht überfordern würde. Wenn die Situation ganz anders ist? Ich weiß es nicht - wird sich dann zeigen. Ich kann nur hoffen, dass ich das richtige machen werde.

Ich muss bei sotwas immer an das Milgram Experiment denken. Wo fast jeder der das Video dazu sieht, davon überzeugt ist, es nicht zu tun. Wenn aber 99% sich so sicher sind, wie ist dann das erschreckende Ergebnis zu erklären?

Wenn du keinerlei Bezug zu China hast, versteh ich nicht warum du unbedingt deine Empörung dazu äußern musst. Tagtäglich sterben in den Slums von Calcutta (Strassen-, aber nicht nur) Kinder und keinen scherrt. Weder die Menschen vor Ort noch hier in unseren Breitengraden. Empörend nicht? Finde ich auch, aber ich laufe nicht gleich überall herum, wenn ich mal auf ein Video auf Youtube dazu stosse. Ich kenne halt die Welt schon gut genug, um mir nichts vorzumachen. Das bedeutet aber nicht, dass ich abgestumpft bin oder brav immer die Schnauze halte. Aber ganz ehrlich, was bringt es denn überhaupt wenn ich mich im Dorf über etwas aufrege, was 10.000 km weit weg entfernt passiert ist.

Ich frag jetzt bewusst, was das bringen soll? Ich kann hier nur erkennen, dass Hass geschürrt wird. Das hat aber für mich absolut nichts positives.

Ich war schon in einigen Ländern der Welt unterwegs und hab genug negatives gesehen. Natürlich auch und vor allem bei uns. Ich sag dir ganz ehrlich, es ist sehr leicht, wirklich äußerst leicht, eine Land, eine Kultur, eine Gruppe oder ein Individuum in ein Hassobjekt zu verwandeln. Besonders, wenn man Rückendeckung von anderen dabei hat und das Land, die Kultur, die Gruppe oder das Individuum davon nichts direkt mitbekommt oder sich dagegen nicht wehren kann. Und noch leichter ist es, wenn man das Land, die Kultur, die Gruppe oder das Individuum kaum oder nur wenig kennt oder als Konkurrenten/Fremde auffasst. Die Differenzierung nimmt automatisch ab und die negative Stereotypisierung nimmt zu.

Und das ist etwas was mich ziemlich nervt. Wir sind in Deutschland und Österreich einfach so unglaublich schnell mit negativen Sterotypen zur Hand. Egal ob Muslime, Russen oder Chinesen. Alles wird so schnell politisiert, instrumentalisiert und in ideologische Systemfragen umgemünzt.

ps. zur Metakommunikation. Ein Unfall mit Fahrerflucht+Bypasser Effekt. Das passiert jetzt genau in diesem Moment überall auf der Welt. Ja, sogar in Deutschland. Vielleicht weniger extrem, vielleicht sogar noch extremer - Kind liegt tagelang tot auf der Strasse (empfehle mal einen Ausflug in diverse dritte Welt Länder, z.B. Indien).

Es stellt sich hier neben der Frage wie es soweit kommen konnte (Bypasser Effekt, Rechtsunsicherheit, Entfremdung&Anonymisierung in Großstädten, kulturelle Faktoren etc.) auch die Frage warum es sowohl in China als auch bei uns so ein Thema ist. Natürlich, dass das Thema in China so groß ist, führt dazu, dass es auch in anderen Ländern behandelt wird. Das erklärt aber nicht die extreme gehäßigkeit in den deutschen Medien. Auf z.B. CNN wurde der Fall um Welten objektiver behandelt als bei uns.
Huangming

Re: Kleinkind zweimal überfahren und liegengelassen

Beitrag von Huangming »

beowulf hat geschrieben:
violija hat geschrieben:Ich verstehe nicht, warum du auf unserer Vergangenheit herumreitest. Die hat doch nichts mit diesem Vorfall zu tun. Und was heißt hier "wegen so etwas" hier anmeldest?
Natürlich bin ich emotional, finde ich besser, als abgestumpft und gefühllos. Wir können doch nicht alle die Augen verschließen und so tun, als ob dieses Ereignis uns nicht berührt. Wenn alle schweigen und wegschauen, wird sich nie etwas ändern.
Dass du in Österreich einem jungen Mädchen geholfen hast, finde ich wirklich ehrenhaft. Auch bei uns in Europa zählt ein Menschenleben oft nicht viel, aber auch dann nehme ich mir die Freiheit, meine Empörung darüber zu äußern.
PS. Die Medien in Deutschland haben sehr wenig darüber berichtet, hauptsächlich verbreitet wurde es über Facebook, youtube und Mundpropaganda.
Hat sehr viel mit unserer Vergangenheit zu tun. Negative Stereotypisierung, verbunden mit der gleichzeitigen Betonung der Überlegenheit der eigenen Kultur, die Schlussendlich in eine Kategorisierung aller Herren- und Untermensch abgleitet, ist die Kern von Rassismus und vor allem der Nazi Ideologie. Und die findet vor allem auf einer Emotionalisierenden Ebene statt - pseudowissenschaftliche Abhandlungen dazu, dienen nur zur Verstärkerung. Das ist natürlich nichts Deutsch(-Österreichisch)spezifisches, aber wenn wir schon immer wieder betonen, dass wir aus der Vergangenheit gelernt haben, überrascht es durchaus wie schnell wir doch wieder in alte Muster zurückfallen.

Das ich dem jungen Mädchen geholfen habe, finde ich jetzt nicht großartig ehrenhaft. Hätte genauso gut anders kommen können - wie gesagt, wir waren schon 100 m weg, als wir uns dann doch noch umgedreht haben. Unser Zögern hat aber nichts mit "Menschenverachtung" zu tun gehabt, sondern eher mit Verwirrung und Überforderung in der Situation. Verbunden mit dem Bedürfnis sich jetzt nicht in irgendetwas verwickeln zu lassen und Probleme am Ende davon zu tragen. In so einer Situation spielen viele Faktoren eine Rolle und es gehen einem viele Gedanken durch den Kopf. Ich habe dem Mädchen am Ende geholfen und bin sehr froh darüber. Keine Frage. Würde ich es wieder tun? In der selben Situation wie damals ja und vor allem schneller und besser. Aber das liegt halt daran, dass diese Situation für mich nicht neu wäre und mich nicht überfordern würde. Wenn die Situation ganz anders ist? Ich weiß es nicht - wird sich dann zeigen. Ich kann nur hoffen, dass ich das richtige machen werde.

Ich muss bei sotwas immer an das Milgram Experiment denken. Wo fast jeder der das Video dazu sieht, davon überzeugt ist, es nicht zu tun. Wenn aber 99% sich so sicher sind, wie ist dann das erschreckende Ergebnis zu erklären?

Wenn du keinerlei Bezug zu China hast, versteh ich nicht warum du unbedingt deine Empörung dazu äußern musst. Tagtäglich sterben in den Slums von Calcutta (Strassen-, aber nicht nur) Kinder und keinen scherrt. Weder die Menschen vor Ort noch hier in unseren Breitengraden. Empörend nicht? Finde ich auch, aber ich laufe nicht gleich überall herum, wenn ich mal auf ein Video auf Youtube dazu stosse. Ich kenne halt die Welt schon gut genug, um mir nichts vorzumachen. Das bedeutet aber nicht, dass ich abgestumpft bin oder brav immer die Schnauze halte. Aber ganz ehrlich, was bringt es denn überhaupt wenn ich mich im Dorf über etwas aufrege, was 10.000 km weit weg entfernt passiert ist.

Ich frag jetzt bewusst, was das bringen soll? Ich kann hier nur erkennen, dass Hass geschürrt wird. Das hat aber für mich absolut nichts positives.

Ich war schon in einigen Ländern der Welt unterwegs und hab genug negatives gesehen. Natürlich auch und vor allem bei uns. Ich sag dir ganz ehrlich, es ist sehr leicht, wirklich äußerst leicht, eine Land, eine Kultur, eine Gruppe oder ein Individuum in ein Hassobjekt zu verwandeln. Besonders, wenn man Rückendeckung von anderen dabei hat und das Land, die Kultur, die Gruppe oder das Individuum davon nichts direkt mitbekommt oder sich dagegen nicht wehren kann. Und noch leichter ist es, wenn man das Land, die Kultur, die Gruppe oder das Individuum kaum oder nur wenig kennt oder als Konkurrenten/Fremde auffasst. Die Differenzierung nimmt automatisch ab und die negative Stereotypisierung nimmt zu.

Und das ist etwas was mich ziemlich nervt. Wir sind in Deutschland und Österreich einfach so unglaublich schnell mit negativen Sterotypen zur Hand. Egal ob Muslime, Russen oder Chinesen. Alles wird so schnell politisiert, instrumentalisiert und in ideologische Systemfragen umgemünzt.

ps. zur Metakommunikation. Ein Unfall mit Fahrerflucht+Bypasser Effekt. Das passiert jetzt genau in diesem Moment überall auf der Welt. Ja, sogar in Deutschland. Vielleicht weniger extrem, vielleicht sogar noch extremer - Kind liegt tagelang tot auf der Strasse (empfehle mal einen Ausflug in diverse dritte Welt Länder, z.B. Indien).

Es stellt sich hier neben der Frage wie es soweit kommen konnte (Bypasser Effekt, Rechtsunsicherheit, Entfremdung&Anonymisierung in Großstädten, kulturelle Faktoren etc.) auch die Frage warum es sowohl in China als auch bei uns so ein Thema ist. Natürlich, dass das Thema in China so groß ist, führt dazu, dass es auch in anderen Ländern behandelt wird. Das erklärt aber nicht die extreme gehäßigkeit in den deutschen Medien. Auf z.B. CNN wurde der Fall um Welten objektiver behandelt als bei uns.
Jetzt reicht's aber.Wissen Sie, was mich total nervt?Das ist, wenn jeglicher Bericht eines deutschen Mediums über schlimme Vorfälle in China REFLEXARTIG von manchen Chinesen und insbesondere auch von sogenannten deutschen "China-Kennern" als Hasspropaganda gegen China abgetan werden.Zu deiner Erinnerung, der Vorfall in Foshan wurde nicht nur von manchen deutschen Medien verfolgt, sondern vorallem auch von Medien aus China, Japan oder Medien aus englischsprahigem Raum.Im Vergleich zu englischsprachigem Raum wird in Deutschland viel zu wenig über die Vorfälle in China berichtet.

Jetzt Deutschland und China auf die gleiche Stufe zu stellen, ala "so was gibt es hier auch" oder "so was könnte auch hier passieren", ist enfach nur absurd.Ich sehe auch einen gewaltigen Unterschied zwischen einem scheinbar betrunkenen Jugendlichen und einem in einer Blutlache liegenden zwei jährigen Mädchen! Nein, so was wie in Foshan hätte NIEMALS in gleicher Weise in Deutschland passieren können.Davon bin ich überzeugt.
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Re: Kleinkind zweimal überfahren und liegengelassen

Beitrag von einfach-ich »

beowulf hat geschrieben:Warum wird die Story in Deutschland so ausgeschlachtet? Wiedermal Stimmung für den totalen Krieg machen? :lol:
versuch es mal mit Hirn
Huangming

Re: Kleinkind zweimal überfahren und liegengelassen

Beitrag von Huangming »

beowulf hat geschrieben:
violija hat geschrieben:

Den Verweis auf die Nazi-Vergangenheit der Deutschen/Österreischer finde ich genauso fehl am Platz wie violija .Nein, Ich sehe hier nicht, dass violija sich wie ein "Herrenmensch" aufführt. Im Gegenteil, ich finde es bewunderswert, dass violija sich für das Schicksal Yueyues in China interessiert.
Was die chinesische Gesellschaft angeht:
Es ist nun mal Fakt, dass heutezutage kaum jemand in China bereit ist, fremden Leuten bei Unfällen zu helfen und dass die meisten Chinesen sich in der Öffentlichkeit nicht richtig benehmen können und sich einen Dreck um das Empfinden ihrer Mitmenschen scheren.Das weisst du so gut wie ich, WENN du in China schon so lange gelebt hättest, wie du das behauptest.
Der Vorfall in Foshan ist ein Spiegelbild der chinesischen Gesellschaft, einer durch und durch krankhaften Gesellschaft.Die mutige Müllsammlerin war eine Ausnahme und wurde deswegen sogar von ihren Mitmenschen verleumdet, dass sie durch ihre Tat nur berühmt sein wolle.Und nebenbei, sie wurde nun von ihrem Vermieter zum Verlassen ihrer Wohnung gezwungen.
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Re: Kleinkind zweimal überfahren und liegengelassen

Beitrag von Laogai »

punisher2008 hat geschrieben:
laogai hat geschrieben:Und in der Tat, da wurde in den Jahrzehnten unter Mao nichts zerstört, weil es schon vorher nicht vorhanden war. Konfuzius hin, Buddhismus her.
[...]Aber es gab ja auch den Buddhismus der in China lange Zeit seinen Einfluß hatte. Zumindest der hätte doch in den Jahrhunderten gewisse Werte im Denken der Leute vermitteln müssen. Egal ob Konfuzianismus oder Buddhismus, diese Werte wurden größtenteils unter Mao zerstört. Die Jahre unter der KP sehe ich als Hauptursache für den heutigen Egoismus in der chinesischen Gesellschaft.
Werte, die über Jahrhunderte in einer Gesellschaft bestand hatten, können nicht binnen weniger Jahrzehnte zerstört werden. Und selbst wenn es so sein sollte, warum soll es dann ...
punisher2008 hat geschrieben:Nein, ich persönlich habe nicht die geringste Hoffnung dass sich hier so schnell (sagen wir in den nächsten Jahrhunderten?) was ändern wird. :(
... Jahrhunderte dauern, bis sie wieder restauriert werden?

Wenn es um Werte und Normen geht kann man den buddhistischen Einfluss auf die chinesische Gesellschaft so gut wie vergessen. Von ein paar Mönchen abgesehen gehen die meisten Chinesen nicht in einen buddhistischen Tempel, weil sie der Lehre Buddhas folgen, sondern um für den eigenen Vorteil (Glück, Reichtum, Kindersegen) zu bitten. Das ist heute so und war früher nicht viel anders.

Weiterhin hat die Politik Maos (den ich damit keineswegs verteidigen möchte) nicht darauf abgezielt die chinesische Gesellschaft zu Egoismus und Wegsehen umzuerziehen. Stichwort Lei Feng!
punisher2008 hat geschrieben:
laogai hat geschrieben:Leseempfehlung: Bo Yang.
Er hatte das Glück, im relativ freien Taiwan aktiv sein zu können.
Dafür, dass du "Die hässlichen Chinesen" im Original gelesen hast, weißt du aber ziemlich wenig über den Autor. Er hat neun Jahre als politischer Gefangener im "relativ freien Taiwan" verbracht, sechs davon, als Taiwan keineswegs "frei" war, sondern eine Diktatur.
Die Ignoranz vieler Chinesen gegenüber allen Mitbürgern, die nicht zu den "Eigenen" gehören, hat Bo Yang in mehreren Schriften mit unterschiedlicher Heftigkeit kritisiert.
Laogai <=> 老盖, Ex-Blogwart
Konfuzius sagt: "Just smile and wave, boys. Smile and wave."
天不怕地不怕就怕洋鬼子开口说中国话!
Huangming

Re: Kleinkind zweimal überfahren und liegengelassen

Beitrag von Huangming »

[quote="punisher2008"]Diese Gesellschaft ist extrem paradox und schizophren. [quote="sanctus"]

Absolut zutreffend.Ich würde sagen, dass wir Chinesen so erzogen sind.Uns wurde in der Schule immer wieder gesagt, dass China ein sozialistisches Land sei, in der das Volk Herr über das Land sei(人民当家作主).Als absolute Gegenbilder wurden kapitalistische Länder wie Amerika oder eben China vor der kommunistischen Machtergreifung genannt, wo die Arbeiter von den Schergen ihrer Fabrikbesitzer brutalst ausgebeutet würden.Den Tag der kommunistischen Machtergreifung nennt man "die Befreiung", selbst wenn man zu der unterdrückten Schicht zählt.Die Regierung nennt man "die Volksregierung", die Gerichte nennt man "Volksgerichte", die Polizei als "Volkspolizei", und die Armee als "Volksbefreiungsarmee", die kommunistische Revolution in China als "neue demokratische Revolution". All das wird zur Selbstverständlichkeit, selbst wenn alle Macht von der Partei monopolisiert wird.Und die kommunistische Partei nennt sich "der Vertreter der Bauern und Arbeiter", obwohl es keine unabhängige Gewerkschaft gibt (somit Arbeiter nicht selber für ihre Rechte organisieren dürfen) und obwohl Bauern nach dem Hukou-System nicht von dem Sozialystem der Stadt profitieren dürfen, selbst wenn sie jahrelang dort als Wanderarbeiter geschuftet haben bzw deren Kinder in der Stadt keine staatlichen Schulen besuchen dürfen, auch wenn sie dort geboren sind.Und mal ehrlich, eine Partei, die sogar reiche Privat-Unternehmer in ihre Reihe aufnimmt, ist noch kommunistische Partei?
Ich finde solche Erziehung absolut schädlich für Kinder, die zur eigenen Meinungsbildung noch nicht instande sind.Es wird eine Menge Propaganda in die Köpfe eingepumpt, die sich, während die Kinder groß werden, als absoluter Schwachsinn herausstellen sollte.Aber da eine öffentliche Thematisierung darüber nicht stattfindet, nicht stattfinden darf, wird die Wahrheit gerne verdängt, verschwiegen und verbannt. Schwarz wird weiss, und weiss wird schwarz. Es entsteht eine schizophrene Gesellschaft.
violija
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Re: Kleinkind zweimal überfahren und liegengelassen

Beitrag von violija »

Oh, wie schrecklich. Es stimmt, ich habe keinen Bezug zu China, aber was ich hier gelesen habe, macht mich total betroffen.
Geist

Re: Kleinkind zweimal überfahren und liegengelassen

Beitrag von Geist »

Das ist natürlich nichts Deutsch(-Österreichisch)spezifisches, aber wenn wir schon immer wieder betonen, dass wir aus der Vergangenheit gelernt haben, überrascht es durchaus wie schnell wir doch wieder in alte Muster zurückfallen.
Abgesehen davon, das Du relativierst ist das ist mal eine gewagte These, zumal diesbez. auch noch ordentlich pauschalisiert wird - so zumindest der Eindruck. Sollte dies nicht so sein, so wäre es mir neu, wenn sich, wie von Dir beschriebene rassenideologische Merkmale und Assoziationen während einer Zeitschleife dermaßen fest im mind etablieren (wir reden hier von einer Zeitschleife von einige Jahren in denen eine entsprechende Indoktrinierung stattfand), das diese sich auf folgende Generationen auch noch übertragt bzw. unterbewusst verflechtet sind. Gibt es dazu eine Quelle?

Oder wie muss ich das verstehen?
Und das ist etwas was mich ziemlich nervt. Wir sind in Deutschland und Österreich einfach so unglaublich schnell mit negativen Sterotypen zur Hand. Egal ob Muslime, Russen oder Chinesen. Alles wird so schnell politisiert, instrumentalisiert und in ideologische Systemfragen umgemünzt
Du relativierst auch hier, wieder einmal.

Gruß
Geist
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