juergen1978 hat geschrieben:Und dann sagt man zu mir niedriger Bildungsstand nur weil ich nicht weiß, wer der Couseng 2. Grades des Kochs vom 3. Kaisers von China war
... niedriger Bildungsstand wurde dir, so glaube ich jedenfalls, nicht vorgeworfen. Einfach ein wenig Kritik daran, dass du dir auf mehr oder weniger entscheidende Körperstellen ein paar chin. Zeichen stempeln lassen willst, aber nicht bereit bist, etwas Zeit für eine Recherche des Themas zu investieren.
Um aber zum Cousin 2. Grades des Kochs des 3. Kaisers von China zurück zu kommen: Ich staune, dass du den dann kennst. Ist ja in China wirklich eine grosse Persönlichkeit...
Li SchlauBin hat er geheissen. Der Koch hat ihn damals an den Hof geholt, weil er mit einem guten Verstand und viel Schalk ausgestattet gewesen sein soll. Er hat zu allen Problemen des Lebens eine Lösung gefunden.... Der Koch des Kaisers war mächtig stolz auf ihn. Berühmtheit in dieser Art hat aber am Kaisershof auch immer zu Problemen geführt. Es wurde dann auch eine Lösung erwartet, sonst konnte man schnell einen Kopf kleiner sein...
So hatte z.B. der Kaiser von einen uralten Grossvater mütterlicherseits. Dessen Zähne waren so schlecht, dass er überhaupt nicht mehr richtig kauen konnte. Fleisch hatte er schon lange keines mehr gegessen, auch an den Verzehr von Brot war nicht zu denken. Hie und da etwas durchgekochtes Gemüse, das war's dann. So wurde er immer schwächer. Also liess man diesen besagten Li SchlauBin kommen, ob er eine Lösung wusste. Nun begann er mit dem Koch des Kaisers zu tüfteln. die kochten Brot und Fleisch und zermantschten es in einem Köcher. Das schmeckte dem alten Grossvater überhaupt nicht, er foderte den Kopf des armen Li SchlauBin. Der Koch bat aber um eine zweite Chance, was der Kaiser dann auch guthiess...
Also versuchte er eine andere Lösung. Er backte das Brot nicht einfach in einem Steinofen, wie sonst üblich, sondern rollte es ganz dünn aus. Dann zerhackte er Schweinefleisch und gab etwas Gemüse dazu. Der Alte brauchte ja auch Vitamine.... Das ganze rollte er zusammen. Sah nicht speziell schön aus, hielt aber recht gut. Der Koch wollte das Ganze in den Steinofen schieben, ist ja schliesslich Brot. Der schlaue Li SchlauBin hatte aber eine andere Idee: "Wir kochen das Täschchen in Wasser. So bleibt es schön weich." Gesagt getan. Dem alten Grossvater des Kaisers schmeckte die Kreation hervorragend. Er wollte nichts anderes mehr essen. Auch der Kaiser selber fand Geschmack an der Speise. Jeden Sonntag ass der ganze Kaiserhof diese Täschchen. Heute sind sie übrigens als JiaoZi bekannt....
Die zweite Geschichte um Li SchlauBin ist etwas pikanter. Der Kaiser hatte einen Bruder, der sich immer mal wieder zu den Konkubinen des Kaisers schlich. Natürlich konnte der das nicht akzepieren. Da er den Bruder aber sonst gerne hatte, wolle er ihn auch nicht einfach einen Kopf kürzer machen. Auch eine Verbannung in die Wüste erschien dem Kaiser nicht die angemessene Strafe...
Also liess er wieder Li SchlauBin kommen um eine Lösung zu finden. Nach einer Woche flüsterte er dem Kaiser seinen Vorschlag in die kaiserliche Ohren (er hatte übrigens die für Kaiser typisch langen Ohrläppchen, was ihm zu hohem Ansehen verhalf...). Der Kaiser war sehr angetan von der Lösung und liess seine Ärzte antraben. Heimlich schütteten sie dem Bruder etwas Schlafmittel in den Wein. Des Nachts machten Sie sich dann auf in sein Schlafgemach, wendeten eine ganz alte Sitte am Hofe an: Mit einer kleinen Nadel stachen Sie die Worte 谁触犯,谁掉脑袋 auf sein bestes Stück. Es soll längere Zeit keine Probleme mehr mit den Konkubinen gegeben haben.
Der Bruder hiess übrigens Ha Lang, wurde dann aber später in Ha LangGhabt umgetauft. Er fand nach ein paar Wochen dann trotzdem eine Konkubine aus dem Ausland, die die Zeichen nicht lesen konnte....
Da der Kaiser den Bruder immer noch nicht um einen Kopf kürzen wollte, kürzte er halt etwas anderes...
So, nun wünsche ich weiterhin fröhliches tätowieren und trollen.....
Haima