So, wie
angedroht hier ein Bericht.
Als ich um 14:33 Uhr mit einem Kollegen im
Chinese Visa Application Service Center in der Invalidenstraße 116 in Berlin aufschlug hatte die Vorstellung bereits begonnen. Anwesend waren etwa 30 Leute von Visumdiensten, Reisebüros und Reiseveranstaltern. Weiterhin Vertreter der Konsularabteilung der chinesischen Botschaft sowie die Damen und Herren, die zukünftig die Visaanträge entgegen nehmen werden. Hauptsächlich Chinesen, aber auch ein paar Langnasen. Eine schicke Räumlichkeit (siehe Fotos weiter unten). Es gibt insgesamt 20 Schalter, vier davon dienen als Kasse und vier sind für Visumdienste/Reisebüros/Reiseveranstalter vorgesehen. Sprich an 12 Schalter (so sie denn alle besetzt sind) werden die Anträge von Privatpersonen entgegen genommen. Trotzdem muss man zunächst am Automaten im Eingangsbereich eine Nummer ziehen und sich dann auf einem der vielen Stühle lümmeln.
Die guten Nachrichten:
- Das Service Center in Berlin nimmt wieder Anträge aus ganz Deutschland entgegen! In Hamburg, Frankfurt und München hingegen werden weiterhin nur Anträge aus dem Einzugsgebiet angenommen. Allerdings hat ein Mitarbeiter aus der Botschaft signalisiert, dass man diese Regelung vorübergehend beibehalten und das Arbeitsaufkommen absehen will. Könnte also sein, dass sich das in ein paar Wochen/Monaten wieder ändern wird.
- Ich gehe davon aus, dass man nun nicht mehr -wie in den letzten Monaten in Berlin- so lange warten muss, bis man seinen Antrag losgeworden ist. Laut Website kann man einen Termin online beantragen, aber das ist laut mündlicher Aussage wohl (noch) nicht möglich.
- Die Öffnungszeiten sind Mo-Fr von 9:00 bis 16:00 Uhr. In der Zeit von 9:00 bis 15:00 Uhr kann man ein Antrag abgeben, in der Zeit von 9:00 bis 16:00 Uhr den Pass wieder abholen.
- Man kann sowohl bar, per EC-Karte, per Verrechnungsscheck als auch per Banküberweisung bezahlen. Wobei mir (Mist, die Fragen, die ich dort hätte stellen sollen, fallen mir alle erst jetzt ein

) nicht so ganz klar ist, wie das mit der Banküberweisung laufen soll.
- Beantragung auf dem Postweg nun möglich.
Die schlechten Nachrichten:
- Die Kosten. Wurde hier bereits genannt, ein "normales" Touristenvisum kostet nun 65,70 Euro.
- Bisher wurde bereits auf den Konsulaten entschieden, ob ein Antrag vollständig ist und ob ein Visum damit erteilt wird. Das ist nun anders. Das Service Center nimmt die Unterlagen entgegen und leitet sie an das Konsulat weiter. Dieses entscheidet dann, ob noch weitere Unterlagen benötigt werden. Im schlechten Fall kommt man also nach vier Werktagen wieder um zu erfahren, dass noch weitere Unterlagen einzureichen sind. Es wurde zwar versichert, dass die Mitarbeiter der Service Center für alle Eventualitäten geschult wurden und entsprechende Unterlagen sofort einfordern werden, aber die Schnittstelle (oder soll ich sie besser Sollbruchstelle nennen?) bleibt bestehen.
- Beantragung auf dem Postweg schweineteuer und langsam. Eine Beantragung auf dem Postweg dauert 14 Tage reine Bearbeitungszeit (also ohne die Postlaufzeit!) und kostet Minimum 101,40 Euro ohne(!) Portokosten.
Jetzt habe ich keinen Bock mehr noch weiter auszuführen. Fragt einfach und ich versuche zu Antworten.
Aber hier noch die versprochenen Pics:

Eingang (nicht die Straßenansicht, man muss zunächst in einen Hof).

Lobby mit Automat. Ich hoffe sie stellen noch einen Pianospieler hin.

WII. Touchscreen! Ziehen Sie eine Nummer und gehen Sie nicht über
Los.

Schalter und Wartesessel.

Links die Wartenummer, in der Mitte der Schalter. Rechts Fotos von Sehenswürdigkeiten und Minoritäten aus China. Die Lady mit den blonden Haaren ganz rechts habe ich noch nie gesehen.