die zwischenzeitliche Entspannung scheint nur von geringer Dauer gewesen zu sein, mit BA.5 werden die Zügel wieder angezogen:
https://www.nzz.ch/international/corona ... ld.1692334
[quote][b]Chinas Kampf gegen die BA.5-Variante des Coronavirus hat begonnen[/b]
Am Mittwoch meldeten die Gesundheitsbehörden für den Dienstag chinaweit 241 Neuinfektionen, fast doppelt so viele wie am Tag zuvor. Mehr als die Hälfte davon ging auf das Konto der Provinz Anhui im Osten des Landes. Die Nachbarprovinz Jiangsu mit den wichtigen Industriestädten Wuxi, Nanjing und Suzhou meldete 61 bestätigte Fälle; weiter südöstlich in Schanghai steckten sich am Dienstag 9 Personen an. Zuvor hatte die Stadt, die im April und Mai komplett unter Lockdown stand, mehrere Tage in Folge keine neuen Infektionen gemeldet.
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Die Behörden in mehreren Städten sind darum erneut in Alarmbereitschaft. In Schanghai müssen sich die Bewohner in 9 von 16 Stadtbezirken bis Donnerstag zweimal testen lassen. In der Stadt Xian in Zentralchina gelten für die Bewohner seit heute weitreichende Einschränkungen. Restaurants dürfen nur noch Speisen zum Mitnehmen anbieten, Schulen und Kindergärten starten frühzeitig in die Sommerferien, und sämtliche öffentlichen Einrichtungen wie Klubs, Kinos, Internetcafés und Sportstätten bleiben geschlossen. Die Regelungen gelten vorerst für sieben Tage. Die Zwölf-Millionen-Einwohner-Stadt, in der sich eine Reihe wichtiger Industriefirmen befindet, stand bereits im Dezember unter Lockdown.
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China ist in einer Endlosschleife aus Verschärfungen und Lockerungen der Massnahmen zur Pandemiebekämpfung gefangen. Es zeigt sich immer mehr, dass die von der Regierung ersonnene Strategie, den wirtschaftlichen Schaden mithilfe von kurzen und lokal sehr beschränkten Einschränkungen gering zu halten, nicht aufgeht.
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Das Land geht daher sehr schwierigen Zeiten entgegen. An der Basis, vor allem unter Kleinunternehmern, wächst die Unzufriedenheit. Ein Restaurantbesitzer in Hangzhou, der anonym bleiben möchte, schimpft etwa, die Zero-Covid-Strategie der «Pekinger Führung» treibe China in den Ruin. Der Lachs, den der Unternehmer in Schanghai einkauft, ist wegen der Unterbrüche in den Lieferketten heute dreimal so teuer wie Anfang Jahr.
Fast noch schlimmer ist: Ständige Massentests und Lockdowns haben tiefe Löcher in die öffentlichen Kassen gefressen. Geld für öffentliche Investitionen, wie Peking sie von den Lokalregierungen fordert, ist daher kaum noch da. Die Lage ist so angespannt, dass bereits mehrere chinesische Städte, unter ihnen auch Schanghai, die Beamtengehälter kürzen mussten.
Im Zweifel werden die lokalen Verwaltungen wohl dem von Xi Jinping in Wuhan vorgegebenen Kurs folgen: Wenn es gar nicht anders gehe, müsse die Wirtschaft dem Infektionsschutz geopfert werden. Angesichts von hoher Arbeitslosigkeit, vor allem bei den jungen Menschen, und wachsendem Unmut ist das ein für Chinas Führerschaft enorm gefährlicher Kurs.[/quote]