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Verfasst: 11.10.2006, 07:02
von Camau
Die Vergleiche, die Du anstrebst sind etwa so, wie wenn jemand die Verbrechen des Nationalsozialismus anprangerte und Du würdest erwidern: Jaja, aber bei Demonstrationen setzt die Polizei heutzutage auch Wasserwerfer ein.
Deine angeführten Vergleiche dienen nur der Rechtvertigung unhaltbarer Zustände im Umgang mit Tieren in China. Ich gehöre zwar keiner Organisation an und würde mich auch nicht Tierschützer nennen, weil dazu die aktive Arbeit gehört, aber was ich kann, ist meine Stimme abgeben gegen Unrecht, das ich aus Gründen des moralischen Empfindens nicht mittragen kann.
Weisst Du liebe Kitty, es ist soooooo einfach mit dem Finger auf andere zu zeigen, anstatt im eigenen Land zuerst zu gucken was es da so zu tun gibt! Und es gäbe eigentlich sehr viel zu tun! Wir alle, die hier in diesem Thread schreiben, kennen die Bilder, die Zustände in China. Aber man verdrängt die Bilder die aus Deutschland, Polen, Rumänien und co. stammen. Die aufzeigen wie die Tiere transportiert werden, dass Kühe bereits tot sind wenn sie am Schlachthof ankommen und vieles mehr! Dass Hühner immernoch auf engstem Raum gehalten werden, zum teil schon gar keine Federn mehr haben, sich gegenseitig totpicken! Schweine die so eingepfercht sind, dass sie sich nicht bewegen können. Aber davon wird ja nichts gesagt, neeeeeiiiiinnn, man muss sich gleich auf China und andere Länder stürzen um von der eigenen Sauerei abzulenken!

Du sagst, dass Du keine Tierschützerin bist! Was denn dann? Und was unser "Vögelchen" betrifft, so frage ich mich, ob er noch anderes in der Tasche hat als nur
*steht auf und klatscht laut beifall
Ausserdem
also ich muss sagen in china schreien die leute lauter und ausdauernder als in deutschland... nix mit westlichem geschrei.
zeigt mir diese Antwort, dass Du noch weniger begriffen hast um was es geht, als ich ahnte! Aber ich war auch mal jung und wollte die Welt verändern!
Ich schlage also vor, Du unterhältst Dich ab jetzt mal mit chinesischen Tierschützern, weil es keinen Zweck hat, jemandem etwas klar zu machen, was er nicht wahr haben will. Du kannst denen ja dann erzählen, dass Hunde eigentlich besser in Rudelhaltung zu halten wären.
Siehst Du Kitty, Du hast überhaubt nicht begriffen was ich sagen wollte! Lies es nochmals durch, vielleicht kommst Du dann drauf!

Ca Mau
[/b]

Verfasst: 11.10.2006, 08:13
von belrain
kitty hat geschrieben:
Wenn Du die Reportage oder nur einen der Pelztier-Links gesehen hättest, wüsstest Du, dass fast all unsere Hunde hier in Luxus leben, gegenüber denen in China.
Findest du es artgerecht, wie Tiere in Deutschland gehalten werden? Hunde in Großstädten, Vögel in Käfigen usw. Natürlich geht es vielen Tieren in Deutschland besser als in China, das bedeutet aber nicht, das es keine Qual für die Tiere ist - oder weisst du, was in einem Tier vorgeht? Denn schon beim Menschen weiss man, Qualen müssen nicht nur körperlich sein.

@kitty & Camau
Bevor ihr euch immer wieder gegenseitig vorwerft, die Eine hätte die Andere nicht verstanden, erklärt es doch ruhig und sachlich, von mir aus so als wären hier kleine Kinder die keine Fremdworte verstehen, aber bringt die Diskussion wieder auf ein vernünftiges Niveau. Sich gegenseitig Anmachen bringt euch wohl nicht weiter.

@ emu5000
Möchtest du Tierschutz notfalls mit Waffengewalt duchsetzen?
emu5000 hat geschrieben: hm, sagen muss mans doch aber, oder? und wenn sich nichts ändert, dann muss man eben zu anderen mitteln greifen...
Ich bin auch gegen Tierquälerei, aber ich bin auch gegen Waffengewalt.
Camau hat geschrieben: Natürlich sind die Tiere dort arm dran, aber was hilft es zu verbieten? Besser wäre doch einen Kompromiss, resp. Hilfe anzubieten. Die Leute schulen wie man mit Tieren umgeht denen man etwas beibringen will. Ein Verbot, ein drastisches Eingreifen bringt nur Zorn, Aufruhr und Unverständnis mit sich! Aufklärung und systematisches heranführen wäre sinnvoll!
Kann ich nur beipflichten. Zumal, wie Bossel auch erwähnte, ist direktes und agressives Vorgehen gerade in China von vorne herein zum Scheitern verurteilt.

Verfasst: 11.10.2006, 10:53
von kitty
Ach jo. Nur mal ne Frach: hat einer von Euch schon mal eine Liste unterschrieben, durch die was gegen schlechte Haltungsbedingungen, sagen wir mal z.B. Käfighennenhaltung, unternommen werden soll.
Kauft einer von Euch wirklich konsequent Bio-Hühnereier?
Ich könnte die Liste hier ewig erweitern, finde aber, dass meist die Leute den Mund am weitesten aufreissen, die nichts dabei finden, dass Tiere wo immer auf der Welt so leben müssen, weil es ja Tiere sind, die weit weit unter dem Menschen stehen, sonst würden wir sie ja nicht essen.

Über die Tierhaltungsbedingungen hier würde ich mich in einem hiesigen Forum über deusche oder europäische Tierhaltung/quälerei o.ä., wenns sein muss auch mit millitanten Tierschützern streiten.
Ich muss aber nicht eine Liste dessen, was ich persönlich gegen Tierquälerei getan habe hier veröffentlichen. Das finde ich selbstverständlich, etwas zu tun.

Und es gibt m.E. immer zwei Seiten, wo jeder was machen kann. Einmal sich an die zuständigen politischen Stellen wenden, zum zweiten bestimmte Produkte boykottieren. Der dritte Weg ist handeln im konkreten Fall, was nicht für alle möglich ist, aber das ist auch in Ordnung, wenn man bei den beiden ersten was macht. Reden bringt nichts. Das ist nur meine bescheidene Einstellung, nach der ich persönlich zu leben versuche.

Warum im Moment Emu5000 der angeblich "einzige" hier ist, der auf meiner, sagen wir mal "Linie" ist, liegt wohl eher daran, dass es ihn hierher verschlagen und er sich die Mühe gemacht hat, seinen Standpunkt zu erklären. Wahrscheinlich haben die meisten Tierschützer gar nicht die Zeit und Lust, sinnlos Zeit mit Leuten zu vergeuden, bei denen jedes Gespräch über Tierschutz verschwendet ist. Und in der Tat KÖNNTE ich meine Zeit beim Tierschutz sinnvoller einsetzen als hier. Da ich aber keine Tierschützerin bin, womit ich die Zugehörigkeit zu einem Verein meine ... Wenn ich auch schon mal ein Feuer gelöscht habe, bin ich bin ja auch noch lange keine Feuerwehrfrau, wenn ich nicht mindestens in der Freiwilligen Feuerwehr bin. So sehe ich die Sache.

Auch auf die Gefahr mit der Anthro...Schiene von Bossel, für mich gebietet es mein Verstand, mich für die Sache einzusetzen, nicht, weil ich Tiere vermenschlichen will, sondern weil ich finde, dass Tiere keine Sache sind, sondern Lebewesen, die ein Recht auf artgerechte und gute Behandlung haben. Das ist alles.

Mit Sprüchen wie "Ich war auch mal jung und wollte die Welt verändern", wird sich nie was ändern. Ich werde in jedem Alter versuchen, sie ein wenig mit zu verändern, das wird mich zumindest im Kopf jung halten. Hab da ein paar gute Vorbilder.

Verfasst: 11.10.2006, 11:19
von belrain
kitty hat geschrieben:
Und es gibt m.E. immer zwei Seiten, wo jeder was machen kann. Einmal sich an die zuständigen politischen Stellen wenden, zum zweiten bestimmte Produkte boykottieren.
Das würde aber kosequenterweise bedeuten, dass du Veganer sein müsstest. Schliesslich werden die Tiere nicht nur wegen uns Fleischfressern getötet, sondern auch wegen der Ledertragenden oder Pelztragenden Leute usw.
kitty hat geschrieben:
Kauft einer von Euch wirklich konsequent Bio-Hühnereier?
Hier kommt, neben dem moralischen aspekt noch der finanzielle hinzu. Bio-Produkte sind, meiner Meinung nach unverschämt teuer. Und wer garantiert mir, dass diese Produkte auch aus "Artgerechter" Haltung stammen? Zumal es eine Frage der Definition ist, was artgerecht bedeutet.
kitty hat geschrieben:
Und in der Tat KÖNNTE ich meine Zeit beim Tierschutz sinnvoller einsetzen als hier.
Sei mir nicht böse, aber solche Kommentare sind überflüssig. Wenn du der Meinung bist hier deine Meinung zu vertreten sei Zeitverschwendung, warum tust du es dann? Ich denke, so ein Forum ist sinnvoll und keine Zeitverschwendung. Und offensichtlich hast du hier eine große Beteiligung am Thema erreicht. Gibt es eine bessere Chance als andere von deiner Meinung zu überzeugen?
kitty hat geschrieben:
Da ich aber keine Tierschützerin bin, womit ich die Zugehörigkeit zu einem Verein meine ... Wenn ich auch schon mal ein Feuer gelöscht habe, bin ich bin ja auch noch lange keine Feuerwehrfrau, wenn ich nicht mindestens in der Freiwilligen Feuerwehr bin. So sehe ich die Sache.
Wenn man für eine Sache aus Überzeugung eintritt, muss man auch keinem Verein angehören, ist nicht nötig. Im Gegenteil, denn dann tut man es aus freien Stücken, und nicht weil einen der Verein oder die Gesellschaft zwingt. Genauso verhält es sich aber auch, wenn man mit anderen diskutiert. Es hilft nichts, anderen die Meinung aufzwingen zu wollen. Überzeugen ist das magische Wort :wink:

Und du hast recht, nur reden hilft nicht. Aber nicht jeder hat die Möglichkeit oder Zeit, aktiv Tierschutz zu betreiben. Und das kann man den Leuten wohl kaum vorwerfen.

Verfasst: 11.10.2006, 12:09
von Camau
Jo Bossel, hast recht, war wohl ein wenig zu geladen, aber trotzdem denke ich dass man auch die andere seite sehen muss bevor man in der Ferne was erreichen will.
Kauft einer von Euch wirklich konsequent Bio-Hühnereier?
Jo, wenn ich mal welche brauche gehe ich zum Bauernhof wo ich weiss, dass da die Hüner Tag und Nacht frei wählen können ob sie draussen oder drinnen sein möchten.

Ca Mau

Verfasst: 11.10.2006, 13:58
von kitty
@Camau: Ja, der Ansatz mit den Eiern ist ein guter Anfang und regionale Produkte auch. Jeder vor seiner Tür, aber auch überall in dieser einen Welt. Die Nichteinmischung in anderen Ländern im diplomatischen Sinne als Grundhaltung hat für viel Leid in der Menschheitsgeschichte gesorgt. Aber das kann Bossel als "Historiker" sicher besser ausführen.

@Belrain: Die Vegetarier/Veganer/Lederdiskussion hatten wir ein wenig früher schon. s.o. Leder wäre nicht mal das Problem, da es ohnehin bei der "Fleischgewinnung" als sogenanntes Abfallprodukt beständig anfällt. Ich finde es nur dann inakzeptabel, wenn Tiere nur um des Leders oder Pelzes Willen unnötiges Leid ertragen müssen. Denn verhindern zu wollen, dass Tiere überhaupt geschlachtet werden, ist eine Utopie. Wichtig ist es für mich allerdings, mich auch nach Alternativen z.B. bei Schuhen, Taschen etc. umzuschauen. Das ist durchaus praktikabel.

Was die Alternative zum Essen betrifft (will hier keinen zum Vegetarismus bekehren!), sind wir in Berlin wahrscheinlich in einer exponierten Position. Die Preise für Bio-Lebensmittel unterscheiden sich hier nicht gross von denen in den mittelpreisigen Supermärkten. Wobei wir nicht ausschliesslich Bio, sondern vor allem regionale Produkte aus ökologisch vertretbarem Anbau kaufen. Diese kleinen Höfe im Umland kann man auch besuchen und sich über die Produktionsweise überzeugen.

Ich könnte hier lang und breit über meine Weigerung, spanisches Gemüse zu kaufen, reden, aber auch da kann sich jeder im Netz selber informieren, was da an Umweltschäden und Menschenverachtung abgeht - vom gesundheitlichem Aspekt, der mit Insektiziden und Pestiziden verseuchten Waren ganz zu schweigen.

Will hier auch keine Überzeugungsarbeit leisten, Belrain. Denn ich denke, es können nur Denkanstösse sein, dass jemand plötzlich entdeckT: Ach ja, so habe ich das noch nicht gesehen. Oder: Von dieser Seite habe ich das noch nicht betrachtet.
Es hilft einfach nicht angesichts der Missstände in China, anderes Leid hervorzukramen, denn das ist ein Schlag ins Gesicht all jener, die sich auf privater sowie politischer Ebene seit Jahrzehnten dafür einsetzen, das diese Zustände verbessert werden.
Wenn wir als Touristen in ein fernes Land fahren, dann haben wir auch eine Verantwortung den Menschen, der Natur und auch den Tieren gegenüber in diesen Ländern. (Ich sag jetzt mal das Stichwort sanfter Tourismus.)
Die Verdrängung des Tierleides in solchen Ländern führt letztlich dazu, dass auch das Leid der Menschen ein Stück weit von uns abrückt, das ist das Wesen von selektiver Verdrängung, die letztlich dazu dienen soll, dass fremde Land ungestört idealisieren zu können. Das ist manchmal auch der Fall bei der sogenannten "exotischen" Partnerwahl - der Wunsch nach dem Ideal.

Verfasst: 11.10.2006, 15:48
von Camau
kitty hat geschrieben:Wenn wir als Touristen in ein fernes Land fahren, dann haben wir auch eine Verantwortung den Menschen, der Natur und auch den Tieren gegenüber in diesen Ländern. (Ich sag jetzt mal das Stichwort sanfter Tourismus.)
Das hingegen kann ich voll und ganz so stehen lassen! :wink:

Ca Mau

Verfasst: 11.10.2006, 15:57
von emu5000
Wahrscheinlich haben die meisten Tierschützer gar nicht die Zeit und Lust, sinnlos Zeit mit Leuten zu vergeuden, bei denen jedes Gespräch über Tierschutz verschwendet ist.
richtig! und ich werd mich hier auch nicht mehr sehen lassen. zur freude derer, die immerwieder vom thema ablenken und anderer, die immerwieder beleidigen müssen und nicht auch nicht verstehen, dass man nach einer guten rede auch aufsteht und beifall klatscht...

ich sage nicht, dass man tierschutz mit waffengewalt durchsetzen sollte, aber die leute immerwieder bitten und betteln, nur weil sie ihre kultur vorschieben und gerne mit dem samthandschuh angepackt werden wollen, das ist wohl genauso falsch.

so. thema abgewählt. macht mal euer ding ohne mich ;)