LeChef hat geschrieben:
also auf bbc komme ich von hier aus nicht, zumindest nicht ohne etwas hilfe, die sicherlich nicht gern gesehen wird von der regierung.
wikipedia kann ich auch nur über umwege einsehen und auf das chinesische wikipedia komme ich gar nciht.
Tian, uns ist allen klar, dass du ein absoluter patriot bist, aber wenn du deinem land helfen willst, dann sieh erstmal ein, dass eben doch viel von der kritik am land gerechtfertigt ist. auch wenn es besser wird, was ich selbst geschrieben habe, heisst das noch lange nicht, dass die situation in china akzeptabel ist.
und am montag ist die jährung von 1989, wird der tiananmenplatz wieder gesperrt, so wie letztes jahr? jaja, von wegen umbau.
auch ich bin deutscher patriot und ich kritisiere auch mein land, ich kritisiere häufig die einseitigkeit der medien, viele sachen passen mir nicht an deutschland, aber wie grufti schrieb, wenigstens haben wir in deutschland die möglichkeit uns auch ausländische presse durchzulesen.
SIEH DAS EIN und begrabe deinen übertriebenen patriotismus. solcher patriotismus, der sich weigert missstände anzuerkennen, schadet deinem land nur.
wir alle hier mögen oder lieben china sogar, deshalb wollen wir auch auf missstände hinweisen, damit es besser wird. Das ist KEINE westliche arroganz, sicherlich aber westliches denken von menschenrechten, gleichbehandlung, fortschritt, verbesserung der lebensumstände für alle menschen.
ja, vieles ist auch verlogen, aber bei weitem nicht alles.
wir hatten das glück, dass einige der westlichen philosophen so klug waren, sich getraut haben und die aufklärung losgetreten haben, sonst wären wir immer noch auf mittelalterlichem standard und leibeigene unserer herren. und über die letzten jahrhunderte waren europa und amerika herrscher der welt, so wie es china vor langer zeit zumindest über weite teile asiens war.
ja, westlicher imperialismus hat viel leid über die welt gebracht, sicherlich auch gutes im gegenzug wobei ich nciht sage, dass es in relation steht.
heutzutage versucht der westen aber ernsthaft, leider nicht selten mit nebenzielen, die lage in entwicklungsländern zu verbessern.
dafür müssen sich aber solche länder auch helfen lassen. und egal ob china ein entwicklungs oder schwellenland ist, es kann hilfe gut gebrauchen, in allen bereichen! auch der westen kann hilfe gebrauchen, und meist hört man verbesserungsvorschlägen zu.
also, schmetter diese hilfe nicht in deiner überheblichen arroganz ab, dadurch machst du dich noch schuldiger als die ganzen westlichen arroganten die auf china herabgucken. weil dein china eben mehr hilfe nötig hat. Leute mit einer einstellung wie du halten ihr eigenes land dumm und ihr seid die größten verbrecher an eurem volk.
Man muss mit den Veränderungsmöglichkeiten sehr vorsichtig umgehen. Veränderungen, die in Europa in ca 200 Jahren vollzogen wurden, kann kein Land in nur wenigen Jahren vollziehen. Man sieht ja schon in Deutschland, wie sich die veränderte Situation nach dem 1. Weltkrieg ausgewirkt hat. Anstatt mit demokratischen Mitteln das Beste für die Allgemeinheit zu verwirklichen, wurde mit demokratischen Mitteln der grösste und schlimmste Diktator
aller Zeiten in Deutschland gewählt.
Bei einer zu schnellen Einführung demokratischer Prinzipien nach europäischem Vorbild sehe ich grosse Gefahren eines Bürgerkriegs und somit des Zerfalls Chinas in viele kleine Staaten.
Die Gefahr geht dabei weniger von der Intelligenz in den Ländern aus. Die können meist gut damit umgehen. Die ärmeren Leute und die wenig gebildeten Menschen lassen sich jedoch leicht manipulieren. Und wenn die hören, wie gut es ihnen ginge, wenn ein Herr XY an der Macht wäre, dann hat er die Stimmen vom Volk sicher.
Dasselbe hatten wir doch 1990 in Deutschland. Helmut Kohl, der von seinen Parteigenossen ohne Wiedervereinigung als chancenlos eingestuft wurde, und der Monate vor der Wahl weit abgeschlagen hinter der SPD lag, wurde dank seiner Versprechungen, die er den DDR-Bürgern gemacht hatte, wiedergewählt.
Erst nach und nach merken die Menschen, dass viele Versprechen gar nicht eingehalten werden (können). Daher sieht man in vielen Ostländern, dass die kommunistischen Parteien auf dem demokratischen Vormarsch sind und teilweise sogar wieder regieren.
Ich habe vor 18 Jahren auch anders gedacht als heute. Damals war ich auch der Meinung, ein schneller Wechsel (z.B. in Deutschland und in Russland) wäre das Beste. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass dem nicht so ist. Russland ist auseinander gefallen, die Kriminalität hat überhand gewonnen, viele Mensche - v.a. Kinder - leben auf der Strasse, ...
In Ostdeutschland sind teilweise über 30 % der Mensche arbeitslos, viele Junge wandern in den Westen oder ins Ausland ab.
Wenn dies auch in China so geschieht, dann AMEN.
Die Menschen in China müssen erst über 1-2 Generationen lernen, mit Informationen umzugehen. Erst dann kann ein unblutiger Übergang in die Demokratie und ein Zusammenhalt des Staates erfolgen. Vorher sehe ich grosse Gefahren.