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Re: Hallo, Lea hätte da ein paar Fragen :)

Verfasst: 26.09.2009, 13:20
von Topas
Letztendlich kann jeder/jede hier dir Erfahrungen aus eigenen oder beobachteten Sitautionen und Entscheidungsprozessen wiedergeben.

Ich kann dir auch letztendlich nur meine persönlichen Erfahrungen aus dem Studium wiedergeben. Was du letztendlich draus machst, must du wissen. Wenn du allerdings auf nummer sicher gehen willst, mit Traumberuf China + Kultur wirst du langfristig nicht um wirtschaftliche Themen herumkommen. Warum ? Weil es gibt viele die dort hinwollen, aber nur die mit besten Vorraussetzungen werden genommen.

Naja, viel Erfolg wünsch ich dir.

Topas

Re: Hallo, Lea hätte da ein paar Fragen :)

Verfasst: 26.09.2009, 22:17
von Linnea
robbe hat geschrieben:Dabei finde ich es schon erstauntlich, dass manche Unis kein Ausstauschsemester für China planen... Gehört meiner Meinung einfach dazu, wenn man eine Sprache und Kultur studieren möchte. Ist sicherlich auch für die Studierenden interessanter.
Ich finde es eher erstaunlich erschreckend, dass immer mehr Universitäten dazu tendieren ihre Studenten semesterweise ins Ausland zu verfrachten, wo diese dann gemeinsam unter Deutschen in Kursen weilen. Soviel Organisationstalent und Eigenständigkeit sollte man dann doch jedem zutrauen, dass er oder sie sich selbst darum kümmern kann...
aquadraht hat geschrieben: Generell würde ich jedem intelligenten und nicht nur "praktisch interessierten" Menschen dringend von einer sechssemestrigen Bachelor-Tretmühle abraten. Das ist in der Tat meist geist- und nervtötend, wenn man Studium nicht bloss als Mittel zum Karrierezweck betrachtet.
Und wie lautet dein Alternativvorschlag?
Kraken hat geschrieben:aber neuerdings bieten immer mehr Universitäten und Fachhochschulen so genannte Kombinationen zw. Regionalstudiengänge an. Und bei solchen, einem „2-Fach-Bachelor Studiengang“ ähnlichem System, läuft jeder Student Gefahr, zu einem Generalisten ausgebildet zu werden, da die Vermittlung beider Studienfächer zwar breit gefächert aber nicht wirklich intensiv ins Detail geht. Die Gewichtung legt jede Universität selber fest, jedoch rate ich an dieser Stelle nicht - insbesondere bei Kommunikation oder Wirtschaft - zu einem solchem Unding.
Damit hast du nicht unbedingt Unrecht, aber ob es zu Magisterzeiten sooo viel anders gewesen ist, mag mal dahingestellt bleiben. Auch damals gab es Nebenfächer, und je nach Kombination und Motivation hat man vom einen oder anderen entweder kaum etwas gehört, oder letztlich eben drei Hauptfächer studiert.
Kraken hat geschrieben:Sinologie ist mit Sicherheit ein Traumstudium, zumindest für jeden der gewillt ist diesem Fach auch später mit voller Leidenschaft nachzugehen aber nicht weil er sich dadurch später einen Karrierekick erhofft (und davon gibt es eine Menge) weil China in den Medien als unkaputtbarer Riese mit Traumjobs hochgeschaukelt wird, nämlich weil davon nur die Hälfte stimmt.
Sinologie ist immer dann ein Traumstudium, wenn es wirklich das ist was man machen möchte, wenn man eine hohe Frustrationstoleranz besitzt (und das bezieht sich weniger auf die Sprache) und man mit den Durchhängern klarkommt. Denn das Studium relativiert das eigene Chinabild und meist auch das eigene Selbstbild ziemlich gewaltig. Wer damit leben kann während und auch nach dem Studiums noch mehr offene Fragen zu haben als zuvor, wer sich von Rückschlägen nicht schrecken lässt, wer damit klar kommt jahrelang durch die Welt zu tingeln und die eigene Motivation für's Studium und das Hinterher nicht aus einem spontanem Strohfeuer entsprungen sind (Liste an dieser Stelle beliebig erweiterbar), der liegt tendenziell nicht falsch. Aber noch ein paar Jahre weiter gedacht. Sinologie und die Möglichkeiten damit etwas beruflich anfangen zu können bedeuten oft wechselnde Wohnorte, im universitären Bereich eine Einschränkung auf relativ wenige Standorte, und unter Umständen lange Auslandsaufenthalte. Mit Mitte zwanzig werden da unter Umständen langsam noch andere Fragen laut, denen man sich stellen muss. Im besten Fall findet man jemanden, der diesen "Wahnsinn" mitträgt und unterstützt, ansonsten...?
chinese-owl hat geschrieben:Weiß jemand von euch über die Studienfachwahl gut bescheid, wie viele Unis in Deutschland bieten denn Sinologie als "erstfach" und eventuell Germanistik (oder muss man da Deutsch als Lehramt belegen?) als "nebenfach" an?
Da wirst du dich durch die Angebote der Unis quälen müssen. Grundsätzlich ist es so, dass es neben den Kombistudiengängen noch andere gibt, die entweder ein Nebenfach haben, oder komplett nebenfachfrei sind. Ich persönlich finde den alten Rat, neben Sinologie ein Methodenfach zu wählen, nach wie vor gut. Aber das ist Geschmackssache. Wenn du dir ein Dasein als Deutschlehrerin vorstellen kannst, dann kommt für dich vielleicht eher "Deutsch als Fremdsprache" (unter Umständen gibt es auch Kurse, die zusätzlich zum normalen Studium belegt werden können) als Germanistik in Frage.

Re: Hallo, Lea hätte da ein paar Fragen :)

Verfasst: 27.09.2009, 09:06
von kafijin
Hey Lea, also erstmal ich bin auch neu hier im Forum!^^
Und ich wollte dir meine Hilfe in Thema China anbieten was Erfahrung und sowas betrifft, denn ich wohne zurzeit, und für die nächsten 2 Jahre in Tianjin, also solltest du Fragen haben sag einfach bescheid!xD :wink:

Re: Hallo, Lea hätte da ein paar Fragen :)

Verfasst: 27.09.2009, 09:40
von chinese-owl
ich freue mich wirklich sehr, dass mein Thema so aktiv besucht wird! wie gesagt, danke für alle Antworten- ich denke, dass sicherlich auch andere Leute an diesenThemen interessiet sind, und nicht ein eigenes Thema unbedingt dafür aufmachen müssen, das ist auch praktisch für die Übersichtlichkeit ;).
Eine Praktika-, oder FSJ-Vermittlung über entsprechende Organisationen sind zwar ohne weiteres zu empfehlen, aber leider auch sehr teuer.
Auch ein FSJ kostet viel? Ich dachte, dass der Großteil von dem Unternehmen bezahlt wird, wie der Flug und die Unterkunft...^^
Naja, vermutlich bin ich da etwas naiv- ich glaube immernoch an das Gute in den Menschen ;).
Ich schreibe dir gleich mal eine nachricht, Kraken ;).
Danke schon mal im Vorraus :).

Also, rein theoretisch wäre es doch möglich, dass ich mich während meines Abis für ein FSJ anmelde, und nach dem Abi dann Bewerbungen an Unis in Deutschland schicke, dann mein FSJ mache, um nach dem absolvierten einen Platz an einer Uni zu erhalten? :).
Oder geht das nicht, dass man sich bewirbt, und dann erst ein mal woanders hingeht?

Was haltet ihr von der Uni in Hamburg? Dort gibt es ja das älteste Sinologie-Institut Deutschlands! :).
Die haben auf jeden Fall zwei Auslandssemester eingeplant! Und ich muss sagen, dass an anderen Unis auch fast immer ein Studienaufenthalt in China mitgeplant ist, außer man lernt Sinologie als Nebenfach! Dort habe ich bisher nichts von Auslandsaufenthalten gesehen...
Es gibt die klassische Sinologie und dann gibt es auch noch diese "Regionalstudien China", die etwas "moderner" aufgebaut sind.
Klassisch :). Sprachen-Freak und Kulturmonumental aufgebaut ;)...

Also die Tatsache, dass enorm viele junge Menschen sich vorstellen in China ein Wirtschaftsmonopol ausnehmen zu können und dabei so viel Geld erlangen wie Bill Gates ist denke ich vor allem in den letzten Jahren stetig gewachsen! Ich kann euch aber nur versichern, dass ich eine der Guten bin! Mir geht es nicht darum, in einer Villa an der Küste Shanghai's zu wohnen...! Mir geht es darum, einen Beruf ausüben zu können, der mir Spaß macht, und mir nicht schadet, denn sein ganzes leben etwas zu tun, was einen körperlich und seelisch beschädigt, nur um an Macht und Geld zu gelangen, dass ist sicher nicht mein Wunsch!
Hey Lea, also erstmal ich bin auch neu hier im Forum!^^
Hallo Kafijin! :)
Dir werde ich auch gleich mal schreiben :).

lieben Gruß an diese tolle Runde hier! :)

Re: Hallo, Lea hätte da ein paar Fragen :)

Verfasst: 27.09.2009, 10:13
von thore
Hallo Lea,

ich bin 19Jahre alt und mache im Moment genau das, was du machen willst: Ich arbeite fuer ein Jahr in China (Shenyang) als Englischlehrer.
Direkt nach dem Abitur ging es los. Fuer Details verweise ich gerne auf meinen Blog: http://www.thoreliebtchina.blogspot.com

Ich habe den Sommer 2008 schon in China (Beijing) bei einer Gastfamilie verbracht. Rueckblickend haette ich die knappen zwei Monate besser nutzen koennen (ich habe bis auf ein paar sightseeing-touren nicht viel gemacht), aber immerhin habe ich einen ersten Eindruck vom Leben in C bekommen.
Mit der gleichen Naivitaet wie du stand ich damals rum und habe von meiner Fastination/Faszination/Fastinazion (Jesus... wie schreibt man dieses Wort??) fuer China geredet. Glaub mir, wenn ich dir, als fast so jung wie du es bist, sage, dass China nichts mit deinen Vorstellungen zu tun hat. Das soll gar nicht heissen, dass es schlechter ist. Immerhin lebe ich hier jetzt erstmal.

Ich habe mich, da sich meine eigentliche Organisation einen Monat vor meiner Abreise in Luft aufgeloest hat, bei RealGap (http://realgap.de/) angemeldet. Die Kohle fuer ein Jahr hoert sich erstmal viel an. Allerdings ist es im Endeffekt ein Nullsummenspiel, weil du vor Ort im Monat 2000Yuan + Wohnung + Essen bekommst. In Shenyang ist das ne ganze Menge.
Fuer Details check die Website.
Ansonsten wuerde ich 'weltwaerts' gehen. Wenn du nicht weisst, was das bedeutet... google, erster Treffer.

Was bekommst du fuer ein Abi? Warum willst du direkt nach dem Abi studieren?
Wirklich gute Unis und Arbeitgeber schauen viel mehr auf Profile als auf reine Notenleistungen. Check mal bei den ganzen Elite-Unis, wie viel Prozent durch auswahlgespraeche zugelassen werden. Ein Jahr Englisch unterrichten in China boostet dich da ungemein.
Davon abgesehen ist es natuerlich ein unglaubliches Jahr voller Spass. (Anstelle dieses Satzes haette ich ein ganzes Buch schreiben koennen. Hohe Sprachoekonomie ist geil!)


Wenn du fragen hast, schreib mir eine PM!
Beste Gruesse, Thore

Re: Hallo, Lea hätte da ein paar Fragen :)

Verfasst: 27.09.2009, 13:26
von aquadraht
Linnea hat geschrieben:
aquadraht hat geschrieben: Generell würde ich jedem intelligenten und nicht nur "praktisch interessierten" Menschen dringend von einer sechssemestrigen Bachelor-Tretmühle abraten. Das ist in der Tat meist geist- und nervtötend, wenn man Studium nicht bloss als Mittel zum Karrierezweck betrachtet.
Und wie lautet dein Alternativvorschlag?
Wenn man wirklich interessiert ist, mindestens Master (für diesen dreckigen "Bologna-Prozess" könnte ich Bomben in gewisse Parteizentralen schmeissen, ist aber OT), wenn man kann Promotion anvisieren. Nein, man ist dadurch nicht schlauer als die anderen, aber es erweitert den Horizont (das kann ich aus Erfahrung sagen - man mag meine Sammlung von Berufs- und Studienabschlüssen für jemanden, der als bescheidener Techniker/Ingenieur sein Geld verdient, snobistisch finden, aber ich würde es immer wieder so machen, auch wenn es nicht einfach war).

Wer natürlich am Chinesischen ein eher praktisches Interesse hat, dem bringt es nichts, die Sprachgeschichte, sprachwissenschaftliche Aspekte, Chinesischdidaktik etc. zu erforschen. Aber das Genickschussstudium nach Bolognaart verhindert, sich überhaupt klarzuwerden, was man will.

a^2

Re: Hallo, Lea hätte da ein paar Fragen :)

Verfasst: 27.09.2009, 21:26
von Linnea
Aber einen Master kann man nur machen, wenn man zuvor auch einen Bachelor hinter sich gebracht hat (zumindest wenn man lediglich von Studienanfängern spricht und die Fächer, die man noch auf Staatsexamen studieren kann, ausklammert) - an der "Tretmühle" kommt man also nicht mehr vorbei. Nichts desto trotz, vieles hängt auch an der einzelnen Uni bzw. am Institut und der Umsetzung.

Re: Hallo, Lea hätte da ein paar Fragen :)

Verfasst: 28.09.2009, 14:28
von Linnea
chinese-owl hat geschrieben:Was haltet ihr von der Uni in Hamburg? Dort gibt es ja das älteste Sinologie-Institut Deutschlands! :).
Die haben auf jeden Fall zwei Auslandssemester eingeplant! Und ich muss sagen, dass an anderen Unis auch fast immer ein Studienaufenthalt in China mitgeplant ist, außer man lernt Sinologie als Nebenfach! Dort habe ich bisher nichts von Auslandsaufenthalten gesehen...
Ich denke mit der Uni Hamburg liegst du bei deinen Interessen nicht falsch - das wird aber auch für andere Unis zutreffen. Ein Auslandssemester ist vorgeschrieben, das, wie ich finde, relativ spät im Studium vorgesehen ist. Allerdings würde ich das nicht unbedingt als Nachteil werten, genausowenig wie die Tatsache, dass man sich wie es mir scheint die chinesische Uni selbst aussuchen kann, denn ich würde von einer "Gruppenreise" definitiv abraten. Ich würde jedoch dringend dazu raten, auch zuvor bereits die einen oder anderen Semesterferien in China zu verbringen. Grundsätzlich spricht aber nichts gegen andere Unis, die ihren Studenten keine Auslandsaufenthalte vorschreiben. Ob man sie macht oder nicht hängt dann eben am einzelnen, egal ob man im Hauptfach oder Nebenfach Sinologie studiert.

Was ich vom Konzept her auch gut finde ist der Beginn mit klassischem Chinesisch noch während des Bachelors, jedoch erst im dritten Semester. Bis dahin hat man dann auch die Grundzüge des modernen Chinesisch verstanden.

Hamburg hat allerdings einen Monobachelor (kein Nebenfach, sondern lediglich 18 LP, die zusätzlich zu erwerben sind) und du solltest im Vorfeld - hast ja noch genügend Zeit - mal klären, welche weiteren Fächer dich interessieren (Geschichte, Kunstgeschichte, Germanistik, Geographie, Philosophie oder auch Naturwissenschaften, andere Sprachen...), und in wieweit du Gelegenheit hast entsprechende Kurse in Hamburg (oder anderswo, je nachdem worauf deine Wahl fällt) zu besuchen. Der Blick über den Tellerrand schadet nie, und gerade bei Studiengängen, die ihn nicht wirklich vorschreiben, sollte man sich meiner Meinung nach selbst durum kümmern.

Und weil du nach Einstufungstests etc. gefragt hattest: Selbst wenn du bis zum Beginn deines Studiums das Niveau des dritten Semesters erreicht haben solltest, würde ich nur dann in einen höheren Kurs einsteigen, wenn du einen konkreten Plan hast was du mit der "gewonnenen Zeit" anstellen willst und weißt, in wieweit dir die Hochschule entgegen kommt. Ein gewonnenes Semester kann man nutzen, sei es in China oder auch beispielsweise mittels Erasmus im europäischen Ausland - für so ein Unternehmen lohnt sich dann auch der Stress, den man sich damit antut. Ansonsten würde ich eher dazu tendieren nochmal in den Anfängerkurs einzusteigen und die restliche Zeit lieber darauf verwenden vorzuarbeiten oder in andere Bereiche hinein zu blicken.

Re: Hallo, Lea hätte da ein paar Fragen :)

Verfasst: 28.09.2009, 14:37
von robbe
Schau dir mal die Uni-Trier an, falls du mehr Richtung Geschichte, Politik, Wirtschaft gehen willst anstatt Literatur und Kunstgeschichte. Dort kann man auch 50/50 studieren, sprich 50% Moderne Chinastudien und 50% was anderes.

Re: Hallo, Lea hätte da ein paar Fragen :)

Verfasst: 28.09.2009, 17:06
von chinese-owl
also ich finde, dass Hamburgs Angebote sich wirklich gut anhören :). Ich fänd es unheimlich klasse, wenn ich dann bei dem Mono-Bachelor z.b. Germanistik/Deutsche Literatur oder Anglistik belegen könnte. Aber ich werde mich auf jeden Fall auch bei anderen Unis bewerben!

Am Anfang dieses Themas hatte jemand gesagt, dass es keine richtigen Wartezeiten gibt, dass sozusagen die Sinologie Studiengänge recht "offen" sind... Kann ich mir um ehrlich zu sein nicht richtig vorstellen.... ?

liebe grüße! :)

Re: Hallo, Lea hätte da ein paar Fragen :)

Verfasst: 28.09.2009, 17:12
von Linnea
chinese-owl hat geschrieben:Am Anfang dieses Themas hatte jemand gesagt, dass es keine richtigen Wartezeiten gibt, dass sozusagen die Sinologie Studiengänge recht "offen" sind... Kann ich mir um ehrlich zu sein nicht richtig vorstellen.... ?

Hier gibt es die entsprechenden Informationen der Uni Hamburg dazu.