Petermedia hat geschrieben: 30.03.2022, 16:49
@ Tom
Du betrachtest den ganzen Vorgang von der falschen Seite.
Etliche Sportler haben zwei oder mehr Pässe, und die Regeln sind eigentlich klar, dass Doppelstaatler ein Wahlrecht haben.
Lieber Peter,
stimmt. Sportler mit mehr als einer Staatsangehörigkeit haben ein Wahlrecht, wenn auch kein beliebiges. Haben sie sich einmal entschieden und sind für ein Land angetreten oder haben an nationalen Meisterschaften teilgenommen, können sie dies nur erschwert wieder ändern. Dies gilt auch, wenn eine neue Staatsbürgerschaft erworben wurde. Nach der Olympischen Charta beträgt die Wartezeit mindestens drei Jahre, in einzelnen Disziplinen bis 9 Jahre. Beim Weltverband der Eishockeyspieler (IIHF) beispielsweise sind vier Jahre Spielpraxis in einem Land, dessen Staatsangehörigkeit ein Akteur annehmen möchte, Voraussetzung.
Mich verwundert schon etwas die Gelassenheit und Gutgläubigkeit einiger hier im Forum, dass Eileen oder eine/r ihrer rund 45 ausländischen Sportlerkollegen im Chinesischen Olympiateam eine Chinesische Staatsbürgerschaft
überhaupt besitzt.
Sie selbst hat dies
nie bestätigt, obwohl sie tausend Male danach gefragt wurde. Kein einziger der betroffenen Sportler hat je einen chinesischen Pass vorgezeigt. Die etwas weniger prominenten, ausländischen Teilnehmer im CN Olympia Team wie das 49köpfige Eishockey-Team (von denen 35 Ausländer sind) waren da etwas gesprächiger. Jeremy Smith hat erzählt, wie die "deals" im Sommer 2019 zustande kamen. Und über das Interview-Verbot bis zu den Spielen. Dass es gar nicht um Staatsbürgerschaft ginge, "man würde nicht fragen".
Jake Chelios war da noch etwas deutlicher und sagte "Ich bin Amerikaner!" und als er gefragt wurde, ob er überhaupt die chinesischen Staatsbürgerschaft besitze, hat er die Beantwortung der Frage verweigert und sagte "Dies darf ich nicht sagen, so ist dies vereinbart".
Anders als bei anderen, einzelnen Fällen in der Geschichte, in denen Sportler mit mehr als einer Staatsangehörigkeit und nach Erfüllung der Wartezeiten für ein anderes Land antraten und nie einen Hehl daraus machten, dass sie eine weitere Staatsangehörigkeit besitzen und entsprechende Pässe benutzten, denen niemals verboten wurde, darüber zu sprechen ... geht die Welt für die vorgenannten Sportler davon aus, dass sie
gar keine chinesische Staatsangehörigkeit besitzen.
Dies hat sogar kanadische und US Finanzämter beschäftigt, weil es dort steuerliche Konsequenzen hätte. Deren Anfragen an zuständige Stellen in China blieben unbeantwortet.
Und selbst wenn diese Sportler "eingebürgert" worden wären, hätte die Wartezeit eine Teilnahme an den Winterspielen in Beijing nicht erlaubt.
Sicher. In einer der korruptesten Organisationen der Welt, dem IOC, sollte es möglich sein, all dies zu "ermöglichen".
Abweichungen von der Olympischen Charta sind aber nur dem "IOC Executive Board" erlaubt, einem 15köpfigen Team aus aller Herren Länder.
Diese hätten zu jedem der betroffenen Sportler einzeln Beschlüsse fassen müssen.
Sitzungen dazu werden protokolliert und veröffentlich. Derartige Beschlüsse liegen nicht vor.
Auf Anfrage der USA teilte das IOC übrigens mit, dass die nationalen olympischen Komitees (NOC) dafür zuständig seien, die Startbefähigung eines Sportlers bei den Olympischen Spielen festzustellen. Weitere Prüfungen beim IOC fänden nicht statt.
Also hat das
Chinesische Olympische Komitee wohl festgestellt, dass alles in Ordnung ist

.
Mehr muss man nicht wissen.
Überdies ist dies alles mittlerweile ein "Nebenkriegsschauplatz" nachdem Putin gerade den sechsten Überfall (nach Afghanistan, Tschetschenien, Georgien, Syrien und der Krim) durchführt.