Also eine umfassende Formel, wie Chinesinnen ticken gibt es leider nicht, dafür gibt es zuviele von Ihnen. Das Spektrum ist hier wie auch anderswo breit gestreut. Allerdings habe ich aus meiner persönlichen Erfahrung und der Erfahrung anderer heraus leichte Tendenzen feststellen können, die vielleicht in anderen Kulturkreisen nicht so ausgeprägt sind, Aber wie gesagt, China ist groß, dass alles gilt vielleicht mehrheitlich für die Frauen aus den Regionen die ich kenne, andere haben andere Erfahrungen:
- Aufgrund der Einzelkind"problematik" sind einige sehr verwöhnt worden. Sie erwarten von ihrem Partner genauso verwöhnt zu werden. Durch dieses verhätschelt werden hat man das Gefühl, dass einige emotional in der Pubertät hängengeblieben sind.
- Die Streitkultur ist in China eine andere. Ist man bei uns eher kompromissbereit und harmoniebedürftig werden Diskussionen in China meist deutlich emotionaler geführt und jeder will das letzte Wort und unbedingt Recht haben. Nachgeben gibt es kaum.
- Einige Chinesen wundern sich über die deutsche "Emotionslosigkeit", diese werden bei Chinesen viel eher ausgelebt (schau dir mal chinesisches Fernsehen an, was da rumgeschriehen wird...). Allerdings nicht was Zuneigung angeht. Händchenhalten, Kuscheln etc. in der Öffentlichkeit ist verpöhnt.
- Drama ist für chinesische Frauen wichtig.
- Wenn eine Chinesin einen Mann haben will, dann sorgt sie auch dafür ihn zu bekommen. Und jahrelanges unverheiratetes Zusammenleben wie bei uns ist eher ein No-Go. Meist geht das alles recht fix.
- Geld ist unbedingt wichtig. Je "ärmer" die Familie, desto wichtiger, dass der zukünftige etwas vorzuweisen hat. Bei Ausländern ist man etwas toleranter. Aber als Hartz 4 er würdest Du nie eine abbekommen. Meine Frau wurde auch "gewarnt" einen so armen Mann wie mich zu heiraten (in Deutschland verdiene ich wie "gute Mittelschicht"), da sie aus einer reichen Familie stammt.
- Wirst Du freiwillig ohne weitere Gründe den Eltern vorgestellt ist das ein recht deutliches Zeichen, dass der Schwiegersohn-TÜV ansteht. Ich war damals praktisch der Letzte, der erfuhr, dass ich heiraten werde.
- Viele wechselnde Beziehungen sind schlecht für den Ruf, man sucht eher etwas Festes als was nur zum Spaß (gibt hier natürlich auch wie überall Ausnahmen)
- Fernbeziehung ohne vorher eine echte Beziehung zu haben sehe ich als problematisch an, aber nicht unmöglich.
- Mit 21 ist sie noch weit von Heiratsverfallsdatum weg (25-30), daher wird sie sich vielleicht noch nicht so schnell für einen Mann entscheiden wollen.
- Die heutigen 35+ haben eine andere Erziehung als die heutigen 20+, da gibt es starke Denkunterschiede.
- Je länger im Westen, desto westlicher werden auch ihre Ansichten
- Vermeide in englischsprachigen "jungen" Kreisen in China eher die Abkürzung MBA, das ist da mehrdeutig behaftet
- Stammt sie aus Yunnan und kribbelt deine Handinnenfläche beim Händchenhalten darfst Du im Baumarkt eine Ausziehleiter kaufen gehen
So, dass waren meine Eindrücke, die ich zu dem Thema gesammelt habe, ob's hilft, weiß ich nicht.
Halt uns auf dem Laufenden, wenn der Antrittsbesuch ansteht geben wir Dir Tipps

Ich hab mir vor meinem Antrittsbesuch (nach einem halben Jahr Partnerschaft) so ein gelbes Buch "Der China Knigge" gekauft, ist ganz amüsant zu lesen und gibt ein paar Hintergrundinfos zur chinesischen Mentalität, vielleicht hilft es Dir so wie mir damals (ich hatte den Test bestanden).