Ajiate hat geschrieben:Am vergangenen Wochenende habe ich beim sog. Ehemaligen-Tag in KL einige frühere Klassenkameradinnen getroffen. Fast alle waren Lehrerinnen geworden und sind jetzt pensioniert: zu ihrer Erleichterung, wie die einhelige Meinung ist. Gerade auch diejenigen, die ich als "Vernünftige" bezeichnen würde, sind froh, dass sie die Auswüchse der Lehrexperimente Hauptschule und Gymnasien/Realschule nicht mehr durchführen müssen.
Diese "Schnellschüsse" ohne logischen Gegencheck, ob die auch wirklich sinnvoll in der Praxis umsetzbar sind ...
In Berlin wurde vor einigen Jahren das Jahrgangs übergreifende Lernen (JüL) an den Grundschulen verpflichtend eingeführt - unabhängig von der Kritik eines Großteils der betr. Schulen und Lehrer, welche klar und logisch darlegten, weshalb das (für Berlin) nicht nur keine Verbesserung, sondern sogar eine Verschlechterung wäre.
Wie leider nicht anders zu erwarten, hielten die Bildungs-Theoretiker aber an diesem "Geistesblitz" fest ...
Dabei vergaßen sie zwei Dinge (oder wollten sie nicht wahr haben) :
1. "Neu" war das ganz und gar nicht, sondern gängige Praxis in den kleinen Dörfern und Städten - z.T. bis weit in die 1960-er Jahre.
2. Funktionierte das auch nur, weil die Kids damals aus vergleichbaren kulturellen Verhältnissen kamen, d.h., i.d.R. auch von zuhause vergleichbare Gos und NoGos mit bekamen.
JüL kann nur da funktionieren, wo die dafür nötige Schülerstruktur und das nötige Personal gegeben sind.
In Großstädten wie Berlin, ist das schon lange nicht mehr der Fall.
Das mussten mittlerweile auch die "Wolken-Kuckucksheimer" Bildungs-"Fachleute", wenn auch widerstrebend realisieren.
Fazit: Mittlerweile sind ca. 80 % der Berliner Grundschulen wieder zum jahrgangs bezogenen Unterricht zurück gekehrt.
DAS wird von den verantwortl. Bildungs-"Fachleuten", die diesen Mist zu verantworten haben, jedoch nicht an die große Glocke gehängt ...
Es war und ist m.E. hochgradig verantwortungslos, Schulkinder wider besseren Wissens für unausgegorene Bildungsexperimente zu missbrauchen, nur um Profilneurotiker zu befriedigen ...
Die Spätfolgen der Versuchs-"Kaninchen" ... interessieren ja nicht ... kann ja mal passieren -> Kollateralschaden eben
Ist übrigens nicht nur meine Meinung, sondern auch die der betr. Schulen.
Ajiate hat geschrieben:Über ein Blog/FB bin ich auf das nachfolgende Lehrziel eines Gymnasiums gestoßen: Also, wenn dieses Chinesisch-Kurs-Ziel so wunderbar erreicht werden kann, wie ausgeführt, dann sollten die Forumsväter sich zumindest für die Chinesisch-Ausbildung der SprößlingInnen (hehehe) keine Sorgen machen müssen.
http://www.bildung-staerkt-menschen.de/ ... _wb_bs.pdf
Mal sehen, wie dies bzgl. das Angebot in Berlin aussehen wird, wenn meine Kids auf die Oberschule kommen - in 5 bzw. 7 Jahren.