Seite 3 von 3
Re: Chinesischer Gast - am verzweifeln
Verfasst: 15.07.2013, 20:53
von Bernhard
blur hat geschrieben:Hab es mir bestätigen lassen, wenn man zu einem Chinesen sagt "ich helfe dir dabei", dann wird es i.d.R. so aufgefasst, dass man ihm alles abnimmt. Ansonsten sollte man wohl eher sagen "ich zeige dir wie es geht = 我示范给你看一次", dann verstehen sie das eher.
ich glaube, das ist teils ein sprachliches Problem.
In Schulbüchern heißt es oft, 帮 heiße "helfen". Es kann helfen bedeuten, aber es heißt oft tatsächlich "etwas für jemanden machen". Als Präposition heißt es "für", bzw. es zeigt ein indirektes Objekt an (可以帮我拿这个下来吗?).
Vielleicht hat er wirklich fragen wollen "kannst du alles für mich machen?", aber an Hand der Schulbuchübersetzung "helfen" verwendet, was im Deutschen aber eine andere Bedeutung hat.
Zu seinem Verhalten muss ich sagen: Auch wenn es in China in manchen Bereichen graduelle Unterschiede geben mag (weniger Bitte/Danke, bei engen Freunden geht man mit den Sachen des anderen vertrauter um, etc.), muss man doch sagen: Der ist ein verwöhntes Kind ohne Manieren!
Und dabei ist schhila nicht einmal seine engste Freundin (sondern als Mentorin schon fast sowas wie eine höhergestellte Person!).
Re: Chinesischer Gast - am verzweifeln
Verfasst: 15.07.2013, 21:22
von blur
Vielleicht hat sie auch einfach irgendwann zuvor mal gesagt "wenn du in Zukunft mal Hilfe bei etwas brauchst kannst du dich gerne bei mir melden" oder dergleichen. Das wird mit der Schulbuchübersetzung dann vielleicht so aufgefasst worden sein, dass sie ihm alles abnehmen will. Wer weiß.
Re: Chinesischer Gast - am verzweifeln
Verfasst: 15.07.2013, 21:43
von Bernhard
blur hat geschrieben:Vielleicht hat sie auch einfach irgendwann zuvor mal gesagt "wenn du in Zukunft mal Hilfe bei etwas brauchst kannst du dich gerne bei mir melden" oder dergleichen. Das wird mit der Schulbuchübersetzung dann vielleicht so aufgefasst worden sein, dass sie ihm alles abnehmen will. Wer weiß.
Manche Chinesen fassen das so auf, ja...
Re: Chinesischer Gast - am verzweifeln
Verfasst: 16.07.2013, 07:34
von schhila
blur hat geschrieben:Vielleicht hat sie auch einfach irgendwann zuvor mal gesagt "wenn du in Zukunft mal Hilfe bei etwas brauchst kannst du dich gerne bei mir melden" oder dergleichen. Das wird mit der Schulbuchübersetzung dann vielleicht so aufgefasst worden sein, dass sie ihm alles abnehmen will. Wer weiß.
Jetzt weiß ich, wo der Hase begraben liegt

Das hab ich tatsächlich mal gesagt.
Und ja, ihr habt recht- sogar meine Freunde sagen mir schon immer, dass ich manchmal einfach zu nett bin und zuviel mit mir machen lasse

Re: Chinesischer Gast - am verzweifeln
Verfasst: 02.12.2013, 16:54
von Reisende
Das mag vielleicht anstrengend sein, aber gerade wenn es um die Suche nach einer Wohnung geht, dann muss man feststellen, das etwa in unseren Großstädten auch ein ziemlich guter Teil der Deutschen eine Menge Hilfe bei der Wohnungssuche nötig hat.
Ich würde das nicht an der chinesischen Herkunft festmachen. Persönlich hatte ich etwa auch schon einige Male extreme Schwierigkeiten damit.
Re: Chinesischer Gast - am verzweifeln
Verfasst: 06.12.2013, 20:47
von dasenkan
schhila hat geschrieben:
Zudem (da wir vorwiegend per Mail kommunizieren) ignoriert er fast jede Frage meinerseits, was mich zusätzlich schon wütend macht.
Ein Fragezeichen sollte ja trotz Verständnisproblemen unviersal gültig sein, oder?
Vielleicht nicht? ich hab komischwerweise dasselbe problem mit ein japanischen (guten!) freund, vielleicht denken sie, es sei was anderes?
komisch, ich hab mich schon oft gefragt, warum er nicht versteht. ich schreibe dabei auch noch auf englisch....