Re: "Wahlen" in Hong Kong
Verfasst: 29.03.2012, 22:52
Nun hast Du ja Deinen Propagandaschwall fertig abgespult und vernünftige Leute können sich auch äussern.
Die Wahl des Verwaltungschefs war natürlich keine "demokratische Wahl" wie die US-Präsidentschaftswahlen. Sie war aber für Hongkong ein grosser Schritt nach vorn. Die Kandidaten wurden nicht hinter verschlossenen Türen bestimmt, sie mussten sich der Öffentlichkeit stellen, bevor sie dem durchaus vorsortierten Wahlmännergremium zur Abstimmung gestellt wurden. Das Wahlmännergremium war gewiss nicht repräsentativ, die einflusslosen "Pandemokraten" bekommen in HK immerhin noch knapp 40% der Stimmen, nicht die 10-15%, die sie in dem Gremium ausmachten. Bei Mehrheitswahlrecht ginge es aber auch in Demokratien nicht besser zu.
Soviel Du geiferst, Hongkong ist Teil der VR China. Da ist normal, dass der neugewählte Verwaltungschef der Vertretung der Zentralregierung einen Besuch abstattet. Da mag in dem Blättchen "The Standard", das vornehmlich in von Westlern besuchten Rotlichtetablissements for free ausliegt und dessen Redakteure vor kurzem wegen Manipulation der Auflagen gegenüber Anzeigenkunden in den Knast mussten, noch soviel Gegeifer stehen. In sachlicheren Medien von der SCMP bis zur Straits Times steht das anders. Da wird die Wahl eher als Generalprobe für die allgemeinen Wahlen zum Verwaltungschef 2017 gesehen.
Übrigens haben sich die Programme von Tang, Leung und Ho so sehr nicht unterschieden. Alle drei haben die enge Zusammenarbeit mit Beijing betont. Leung hatte die meisten sozialen Themen drin.
Das ist wichtig für die Menschen, vor allem die, auf die die "Pandemokraten" runterschauen, die Fabrikarbeiter/innen, Fahrer, Lastenträger, Dienstpersonen. Deren Einkommen stagniert in HK seit längerem, während das vergleichbarer Beschäftigter in Guangdong schnell steigt. Wenn man die Wohnverhältnisse und die Lebenshaltungskosten in Betracht zieht, gibt es heute schon Menschen in HK, denen es schlechter geht als solchen der selben Gesellschaftsschicht in Guangdong. Diese Leute sind immun gegenüber Propaganda gegen Nudeln essende Kinder in der U-Bahn. Die haben andere Probleme.
Ich bin so weit weg von HK (leider, ich mag die Stadt), aber Typen wie Du sind noch weiter weg, obwohl sie dort wohnen. Traurig.
a^2
Die Wahl des Verwaltungschefs war natürlich keine "demokratische Wahl" wie die US-Präsidentschaftswahlen. Sie war aber für Hongkong ein grosser Schritt nach vorn. Die Kandidaten wurden nicht hinter verschlossenen Türen bestimmt, sie mussten sich der Öffentlichkeit stellen, bevor sie dem durchaus vorsortierten Wahlmännergremium zur Abstimmung gestellt wurden. Das Wahlmännergremium war gewiss nicht repräsentativ, die einflusslosen "Pandemokraten" bekommen in HK immerhin noch knapp 40% der Stimmen, nicht die 10-15%, die sie in dem Gremium ausmachten. Bei Mehrheitswahlrecht ginge es aber auch in Demokratien nicht besser zu.
Soviel Du geiferst, Hongkong ist Teil der VR China. Da ist normal, dass der neugewählte Verwaltungschef der Vertretung der Zentralregierung einen Besuch abstattet. Da mag in dem Blättchen "The Standard", das vornehmlich in von Westlern besuchten Rotlichtetablissements for free ausliegt und dessen Redakteure vor kurzem wegen Manipulation der Auflagen gegenüber Anzeigenkunden in den Knast mussten, noch soviel Gegeifer stehen. In sachlicheren Medien von der SCMP bis zur Straits Times steht das anders. Da wird die Wahl eher als Generalprobe für die allgemeinen Wahlen zum Verwaltungschef 2017 gesehen.
Übrigens haben sich die Programme von Tang, Leung und Ho so sehr nicht unterschieden. Alle drei haben die enge Zusammenarbeit mit Beijing betont. Leung hatte die meisten sozialen Themen drin.
Das ist wichtig für die Menschen, vor allem die, auf die die "Pandemokraten" runterschauen, die Fabrikarbeiter/innen, Fahrer, Lastenträger, Dienstpersonen. Deren Einkommen stagniert in HK seit längerem, während das vergleichbarer Beschäftigter in Guangdong schnell steigt. Wenn man die Wohnverhältnisse und die Lebenshaltungskosten in Betracht zieht, gibt es heute schon Menschen in HK, denen es schlechter geht als solchen der selben Gesellschaftsschicht in Guangdong. Diese Leute sind immun gegenüber Propaganda gegen Nudeln essende Kinder in der U-Bahn. Die haben andere Probleme.
Ich bin so weit weg von HK (leider, ich mag die Stadt), aber Typen wie Du sind noch weiter weg, obwohl sie dort wohnen. Traurig.
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