mr.shi hat geschrieben:
Und nicht alle Chinesen können ohne weiteres in Deutschland studieren, da gibt es wahrscheinlich NC-Selektionsverfahren. Zudem muss das deutsche Bankkonto von chinesischen Studenten (ich habe schon mit einigen gesprochen) ständig mit 7000 Euro als Backup gefüllt sein, was bei einem geschätzten Durchschnittseinkommen in den Städten von 5184 US-$ (Wikipedia) pro Jahr bzw. 3927 Euro / Jahr nicht unbedingt ein Schnäppchen für die Familien ist.
Die Intention deines Threads ist bestimmt hilfreich gemeint, allerdings möchte ich dann doch zu einigen Punkten was schreiben. Ohne dir damit zu nahe treten zu wollen, kommt mir das Ganze eher wie ein Leitfaden für die Generation 45+ vor, die sich ihre Frau im Internetkatalog ausgesucht hat. Anders sind deine Ausführungen für mich auch gar nicht einordenbar. Ich finde einfach viele Dinge sehr befremdlich, wenn ich hier was von Jagdschema, Beschützerinstinkt und Altersunterschieden lese. So ist mir nie in den Sinn gekommen, als Sextourist betrachtet zu werden - warum auch? An Unis in Deutschland sind internationale Beziehungen, seien es nun Deutsche mit Russen, Afrikanern, Chinesen, Türken, Südeuropäern oder aus sonst welchen Ecken der Welt nun nichts ungewöhnliches. Wen juckt da schon die Staatsangehörigkeit.
Deine Bedenken bzgl. der finanziellen Aspekte in allen Ehren aber für mich hört sich das zudem nach einem Abwegen, nach einer rein rationalen Entscheidungsfindung an - als ob man sich überlegt, ein Haustier oder ein neues Auto anzuschaffen. Deine Aussagen bzgl. Immobilien sind zudem schlicht und ergreifend falsch, was nicht gleichbedeutend damit ist, dass es so etwas nicht gibt. Weder meine Frau noch ich selbst haben eine Immobilie und haben tatsächlich geheiratet. Genauso wie der Cousin meiner Frau und dessen Frau, bei deren Hochzeitsfeier wir gerade vor ein paar Wochen in China waren, genauso wie genug andere rein chinesische Paare die wir kennen. Ich denke, hier spielt zudem die Unabhängigkeit, Bildung und Stärke des chinesischen Partners eine große Rolle. Aber auch die eigene. So kann man übrigens im Urlaub in China durch das Umdrehen des Glases und ein höfliches aber bestimmtes Nein dem Gegenüber durchaus klar machen, dass man nicht weiter trinken möchte. Wie weit ein Essen in ein Saufgelage ausartet, liegt also an jedem selbst. Und auch bei den Geschenken ist jeder Herr über seinen Geldbeutel. Eine Tradition von teuren Mitbringseln gibt es nicht. Mitunter habe ich das Gefühl, dass finanzielle "Traditionen" vor allem Chinesen betreffen, die ursprünglich aus der Provinz kommen.
Man ist auch bzgl. des Reisens nicht eingeschränkt - es ist alles nur ein wenig aufwändiger, wenn man bspw. in die USA reisen möchte. Ich finde es auch komisch, mit welchem Selbstverständnis du davon ausgehst, dass der chinesische Part unbedingt die deutsche Staatsbürgerschaft annimmt. Meine Frau möchte ihre chinesische Staatsbürgerschaft nicht aufgeben - höchstens für einen HK-Pass

. Vor allem vor dem Hintergrund im Notfall mal schnell nach China fliegen zu müssen, wäre es ja geradezu absurd - dann müsste sie nämlich erst einmal ein Visum beantragen. Hinzu kommt noch, was bspw. mit dem Eigentum in China passieren würde.
Auch wenn es schwieriger ist als noch vor zehn Jahren als Chinese in Deutschland zu studieren, so ist es doch kein Ding der Unmöglichkeit, wie man an den vielen chinesischen Studenten sieht. Das hat auch nichts mit einem NC zu tun. Meine Frau musste damals 1.600 € als Backup bei einer Bank hinterlegen. Die 7.000 € beziehen sich eher darauf, dass man bei der Visaverlängerung möglichst problemlos ein 1 oder 2 Jahresvisum bekommt. Hier wird aber auch unter den Chinesen fleißig Geld Hin und Her geschoben.
Wie gesagt, ich will dir hiermit nicht auf den Schlips treten. Für eine bestimmte Zielgruppe mögen deine Anmerkungen durchaus zutreffen, trotzdem wollte ich einige Dinge zumindest anders darstellen.