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Verfasst: 17.04.2006, 08:56
von TaugeNix
Um mal wieder back-to-topic zu kommen:

Also, nachdem ich jetzt hier alle Kommentare zur Propaganda/Ansichten/usw. gelesen habe..
Mich wundert, wieso ihr das alles so negativ aufnehmt.
Natürlich, in UNSEREM Verständnis ist es undenkbar, von einer Partei wie der KPCh regiert zu werden. Aber: es wird uns hier keiner nach UNSEREM Verständnis fragen?!

In Deutschland führen wir immer wieder eine Leitkulturdebatte, Ausländer hätten sich den Gegebenheiten anzupassen. Dies sehe ich auf China bezogen genauso. Natürlich ist Kritik erlaubt, aber: wem es nicht gefällt, der muss ja nicht nach China kommen, oder?

Ich habe China bislang als wundervolles, offene und unglaublich freies Land kennenglernt. Freier war ich niemals, mehr freundliche Menschen habe ich noch nie in so kurzer Zeit kennengelernt (und ich bin eigentlich ein recht kontaktfreudiger Mensch).
Natürlich ist es hier und da ein Kampf, aber das macht es doch alles erst aus.. In Deutschland sind die Leute satt, meckern über Belanglosigkeiten, irgendwie habe ich das Gefühl, hier herrscht mehr Lebensfreude (auch ohne Luxus).

Klar macht das einen manchmal müde.. Aber lieber müde vom Leben in diesem Land, als Lebensmüde :P

Ich habe es jedenfalls bislang nicht bereut, hierhergekommen zu sein.. Für mein Studium bringt das hier alles leider nix, mir persönlich um so mehr.

Gruß,
TaugeNix^aus der Wüste Beijing *hust*


PS:
Bidde, wen die Internetzensur stört, Proxys helfen.. Und wen Propaganda stört, welches Medium ist in Deutschland am Auflagenstärksten? Die Bild-"Zeitung". Was haben RFID-Chips in den WM-Karten zu suchen? Warum Kameraüberwachung wie in London? Was bringt die Voratsspeicherung von Telefondaten? Warum Wahlquoten von knappen 50%?
Nein, es ist kein chinesisches Problem, dass das Volk sich viel gefallen lässt. Man kann damit leben, oder sich auf anderes konzentrieren.
Nur meine Meinung.

Verfasst: 17.04.2006, 10:35
von Crocop
mehr freundliche Menschen habe ich noch nie in so kurzer Zeit kennengelernt
Das hat mit der Politik wenig zu tun, tatsächlich scheint es zu stimmen, dass die Asiaten immer freundlich sind und freundlich vor sich hin schauen, während in D. und Westeuropa über jeden Schwachsinn gemeckert wird (Kahn muss Nummer 1 bleiben! :roll: Die Hundesteuer ist zu hoch! :roll: :roll: ) Das wäre wohl nicht anders, wenn China eine Demokratie wäre, oder wenn immer noch Mao persönlich herrschen würde. Da du aber in China wohnst, scheint mir dein Optimismus und deine Beurteilung der chin. Situation durchaus fundiert zu sein...
in Deutschland am Auflagenstärksten? Die Bild-"Zeitung".
Das ist so traurig. :cry: :cry: :cry:
Für mein Studium bringt das hier alles leider nix
Wieso denn nicht? Aufenthalt in China bringt dir doch in jedem Studium etwas...?

Ach ja, fahr dich nicht tot...

Verfasst: 17.04.2006, 11:47
von TaugeNix
Crocop hat geschrieben: Das hat mit der Politik wenig zu tun. [...]. Da du aber in China wohnst, scheint mir dein Optimismus und deine Beurteilung der chin. Situation durchaus fundiert zu sein...
Stimmt, mit Politik hat das wenig zu tun.. Und ja, ich bin sehr optimistisch, man könnte sagen, sinophil.
Aber sehen wir es mal so: Freundlichkeit hat doch eigentlich in keinem Land etwas mit Politik zu tun, oder? Wenn ich mir einen Deutschen ansehe, ist doch nicht mein erster Gedanke: Rot/Schwarz/Grün/Gelb/National.. Bei einem Chinesin, einer Chinesin ist es dasselbe: Meine ersten Gedanken sind meist freundlich/unfreundlich/nett/usw., wie überall auf der Welt.

Was ich aber eigentlich meinte: du musst dir für dein Studium schon bewusst sein, dass dieses Land WIRKLICH anders ist.. Ich bin mit der asiatischen (inbesondere der chinesischen) Mentalität aufgewachsen, für mich gab es keinen "Kulturschock". Aber ich kenne genug Leute, die es hier nicht ausgehalten haben, aus welchen Gründen auch immer.
China ist ein wundervolles Land, dass man aber lieben MUSS, um es zu überleben :? (Nicht wörtlich nehmen.. Aber NUR wegen eines Jobs, der einem vielleicht irgendwann mal mehr Kohle bringen sollte: das klappt meiner bescheidenen Meinung nicht, aber jeder soll sich dran versuchen!)
Crocop hat geschrieben: Aufenthalt in China bringt dir doch in jedem Studium etwas...?
Hmm, ich meine "Schein"-mäßig.. Dafür ist bislang die Vorlesungsdecke deutlich zu gering. Aber wurscht, ich bin eh wegen der Sprache hier, nicht wegen Jura.. Und jeder Schein, den ich mitnehmen kann, ist ein Bonus.
Crocop hat geschrieben: Ach ja, fahr dich nicht tot...
Ich versuchs.. Danke! :wink:

So, jetzt muss ich mal wieder lernen.. *grr* IntComLaw ist einfach nur nervig, wenn man alles am Beispiel Australiens (Commonlaw sux!) lehrt..

Gruß,
TaugeNix^aus der wirklich GELBEN Stadt Beijing *husthust*

Verfasst: 17.04.2006, 15:17
von TaugeNix
TaugeNix hat geschrieben: TaugeNix^aus der wirklich GELBEN Stadt Beijing *husthust*
Wer es nicht versteht, hier ein kleiner Link:
http://www.tagesschau.de/aktuell/meldun ... F1,00.html

*husthusthust*
Gruß,
Ta*hust*uge*Hust*Nix*husthusthust* :evil:

Verfasst: 17.04.2006, 16:02
von Fu
oh, das hört bzw. liest sich überhaupt nicht gut. Pass auf dich auf!!
..hoffentlich hast du noch keine Atemprobleme.....??

Gruss nach Bejing.

Verfasst: 17.04.2006, 16:08
von Crocop
NUR wegen eines Jobs, der einem vielleicht irgendwann mal mehr Kohle bringen sollte: das klappt meiner bescheidenen Meinung nicht
Das ist natürlich richtig. Nur darum geht es auch nicht. Ich bin sehr interessiert an fremden Kulturen, und aus meiner Sicht ist Asien das Fremdeste was sich hier anbietet. Ich bin auch allem neuen ggü immer aufgeschlossen. (Trotzdem lässt sich nicht leugnen, dass die Tatsache, dass man einen China-Aufenthalt in sein CV schreiben kann, ein sehr angenehmer Nebeneffekt ist! :D
China ist ein wundervolles Land, dass man aber lieben MUSS, um es zu überleben
Wie meinst du das genau? um mit der mentalität der leute zurechtzukommen, oder wie?

P.S. Ich finde zwar, dass "Deutsche Leitkultur" ein guter Kandidat für DAS mega-unwort ist, aber schön, wieder normales Deutsch zu lesen, danke Dennis :wink:

Verfasst: 17.04.2006, 18:46
von Lanhua
Hallo Crocop!

Du machst ja das selbe, was ich später auch mal machen will! Ich will auch in China(Hongkong) BWL studieren und dann Unternehmensberaterin werden!
Liebe Grüße
Lanhua :D

Verfasst: 17.04.2006, 19:00
von Dennis (CDS)
Ich fühle mich jetzt mal davon angesprochen...
TaugeNix hat geschrieben:Um mal wieder back-to-topic zu kommen:

Also, nachdem ich jetzt hier alle Kommentare zur Propaganda/Ansichten/usw. gelesen habe..
Mich wundert, wieso ihr das alles so negativ aufnehmt.
Natürlich, in UNSEREM Verständnis ist es undenkbar, von einer Partei wie der KPCh regiert zu werden. Aber: es wird uns hier keiner nach UNSEREM Verständnis fragen?!

In Deutschland führen wir immer wieder eine Leitkulturdebatte, Ausländer hätten sich den Gegebenheiten anzupassen. Dies sehe ich auf China bezogen genauso. Natürlich ist Kritik erlaubt, aber: wem es nicht gefällt, der muss ja nicht nach China kommen, oder?
Deswegen bin ich ja nicht in China :lol: Aber Spaß beiseite. Ich hätte kein Problem damit, wenn sich Ausländer in Deutschland gegen offensichtliche Verstöße der Menschenrechte einsetzen und dafür die Regierung kritisieren würden. Um dieses aber überhaupt zu schaffen, sind zumindest erstmal Interesse an dem Land und seiner Sprache und seinem politischen System nötig, wogegen entweder mangelndes Interesse oder unzureichende Mittel stehen. Das mit Ausländern in China zu vergleichen finde ich blödsinnig.
TaugeNix hat geschrieben:Ich habe China bislang als wundervolles, offene und unglaublich freies Land kennenglernt. Freier war ich niemals, mehr freundliche Menschen habe ich noch nie in so kurzer Zeit kennengelernt (und ich bin eigentlich ein recht kontaktfreudiger Mensch).
Natürlich ist es hier und da ein Kampf, aber das macht es doch alles erst aus.. In Deutschland sind die Leute satt, meckern über Belanglosigkeiten, irgendwie habe ich das Gefühl, hier herrscht mehr Lebensfreude (auch ohne Luxus).

Klar macht das einen manchmal müde.. Aber lieber müde vom Leben in diesem Land, als Lebensmüde :P

Ich habe es jedenfalls bislang nicht bereut, hierhergekommen zu sein..
Du wirst es kaum glauben, aber genau das Gleiche kann ich auch über Taiwan sagen. Ein herrlich verrücktes Plätzchen mit liebenswerten Menschen, die mir hier das wirkliche Gefühl einer zweiten Heimat geben. Das hat aber, wie Crocop bereits richtig bemerkte, nichts mit Politik zu tun und nur davon habe ich gesprochen, ja ich habe sogar Erfahrene dazu aufgefordet eventuelle Auswirkungen auf ihr Leben in China zu schreiben. Es freut mich, wenn du nur diese positiven Eindrücke sammeln kannst.

TaugeNix hat geschrieben:PS:
Bidde, wen die Internetzensur stört, Proxys helfen.. Und wen Propaganda stört, welches Medium ist in Deutschland am Auflagenstärksten? Die Bild-"Zeitung". Was haben RFID-Chips in den WM-Karten zu suchen? Warum Kameraüberwachung wie in London? Was bringt die Voratsspeicherung von Telefondaten? Warum Wahlquoten von knappen 50%?
Nein, es ist kein chinesisches Problem, dass das Volk sich viel gefallen lässt. Man kann damit leben, oder sich auf anderes konzentrieren.
Nur meine Meinung.
Ich denke, du studierst Jura und nicht Mathematik? Es gilt hier eben nicht Minus mal Minus ergibt Plus und alles relativiert sich, nur weil es irgendwo genau so schlimm oder noch schlimmer ist. Ich finde BILD auch zum Kotzen, die Einschränkung schutzbedürftiger Privatsspähre für gefährlich und die niedrige Wahlbeteiligung eine Ohrfeige für die Politik. Wenn du als angehender Jurist mit solchen Dingen leben kannst, ohne sie kritisch zu hinterfragen, dann vertrete mich bitte niemals vor Gericht.

Vielleicht kommen meine Äußerungen aber auch etwas zu drastisch herüber, aber die Art und Weise, wie so das Eine oder Andere vielleicht doch wichtige Detail über China beiseite gefegt wird, macht mich sehr nachdenklich... :roll:

Verfasst: 17.04.2006, 20:14
von TaugeNix
Dennis (CDS) hat geschrieben: Du wirst es kaum glauben, aber genau das Gleiche kann ich auch über Taiwan sagen. Ein herrlich verrücktes Plätzchen mit liebenswerten Menschen, die mir hier das wirkliche Gefühl einer zweiten Heimat geben. Das hat aber, wie Crocop bereits richtig bemerkte, nichts mit Politik zu tun und nur davon habe ich gesprochen, ja ich habe sogar Erfahrene dazu aufgefordet eventuelle Auswirkungen auf ihr Leben in China zu schreiben. Es freut mich, wenn du nur diese positiven Eindrücke sammeln kannst.
Schön.. Was soll mir das sagen? Das Taiwan auch schön ist? Hmm, da widerspreche ich nicht.. Und das das nichts mit Politik zu tun hat, das ist mir klar, was ich aber auch in meinen Postings anklingen habe lassen..

Dennis (CDS) hat geschrieben: Ich denke, du studierst Jura und nicht Mathematik? Es gilt hier eben nicht Minus mal Minus ergibt Plus und alles relativiert sich, nur weil es irgendwo genau so schlimm oder noch schlimmer ist. Ich finde BILD auch zum Kotzen, die Einschränkung schutzbedürftiger Privatsspähre für gefährlich und die niedrige Wahlbeteiligung eine Ohrfeige für die Politik. Wenn du als angehender Jurist mit solchen Dingen leben kannst, ohne sie kritisch zu hinterfragen, dann vertrete mich bitte niemals vor Gericht.
Oh Junge.. Solche Antworten zeugen von absoluter Arroganz. Hast du mein Posting überhaupt gelesen? Hast du meine Signatur mal angeklickt? Kennst du mich in irgendeiner Weise? Wenn ja, wüsstest du, dass ich mich gerne informiere über die Dinge hinter den Dingen.
Denn: Wenn ich diese Dinge NICHT kritisch hinterfragen würde, dann würde ich sie doch nicht nennen, oder? Ich wollte damit nur aufzeigen, dass es kein CHINESISCHES Problem ist, sondern ein allgemeines.

Ob ich damit leben kann, ist eine andere Frage. Natürlich möchte ich dies ändern, natürlich möchte ich in einem System leben, dass völlig fehlerfrei ist. Nenne mir EIN Land auf dieser Welt, dass fehlerfrei ist, oder in dem die Menschen gewillt sind, ebensolches Level zu erreichen.
Bitte verstehe mich nicht falsch: ich würde alles ändern, wenn es mir möglich wäre. Dies ist vielleicht auch EIN Grund, warum ich Jura studiere. Um Zusammenhänge zu verstehen und gewisse Dinge vielleicht ändern zu können oder aber mich immerhin wehren zu können.
Dennis (CDS) hat geschrieben: Vielleicht kommen meine Äußerungen aber auch etwas zu drastisch herüber, aber die Art und Weise, wie so das Eine oder Andere vielleicht doch wichtige Detail über China beiseite gefegt wird, macht mich sehr nachdenklich... :roll:
Jop, und Taiwan ist die Blüte der Reinheit. *kopfschüttel*
Wie gesagt, ich denke NICHT, dass alles (SchwarzRot) Gold ist, was glänzt. Ich habe wie auch in der BRD Zweifel an der Richtigkeit an vielen Dingen in der VRC. Soll ich deshalb mein Leben verschwenden und nur noch heulen?

Bidde, ein für allemal:
Ich bin sehr kritisch, ich hinterfrage alles und jeden (auch mich).
Doch: zum jetztigen Zeitpunkt sehe ich keine Möglichkeit auch nur ansatzweise etwas zu ändern, egal wo, ob in der BRD, der VRC oder Taiwan, egal ob es nun zu China gehört oder nicht.
Nenn es Kapitulation vor der Realität, ich bin gespannt, was du bislang geleistet hast, das du meinst, solche Reden schwingen zu können.

Gruß,
TaugeNix^der sich manchmal fragt, vor wem er sich eigentlich rechtfertigen muss

Verfasst: 17.04.2006, 20:17
von Crocop
Du machst ja das selbe, was ich später auch mal machen will! Ich will auch in China(Hongkong) BWL studieren und dann Unternehmensberaterin werden!
Eigentlich möchte ich nicht ganz dort studieren, sondern nur ein Jahr dort machen. Unternehmensberater ist mir auch zu krass. :D Scherz beiseite. Ich nehme an, du bist chinesin, oder halb-chinesin (oder du hast einfach einen chinesischen Namen, kann auch sein.) Solche leute wie ich hingegen werden ins kalte wasser geschmissen. Man mag mich für verrückt halten, aber das macht das Leben aus. Wer nichts neues lernt, bewegt sich rückwarts. (Ist von Lao-tse, glaub ich.)


Deswegen bin ich ja nicht in China
Du hattest nur Glück, dass du keine Chinesin, sondern eine Taiwanerin kennengelernt hast! :D :D
Warum Wahlquoten von knappen 50%?
Das ist tatsächlich ein übles Problem, könnte aber gaanz einfach gelöst werden: Mehr Bildung für alle! Ich sehe jetzt schon die Leute, die in den nächsten, übernächsten Wahlen dafür sorgen werden, dass auch bundesweit solche quoten auftreten: Tokio-Hotel-Fans, die untereinander dieses pseudo-türkische, vom HipHop inspirierte Aggro-Deutsch reden. Solche Leute entwickeln kein politisches Interesse. Und wenn man zuviel davon hat, ist eine ganze demokratische Kultur in Gefahr.

Verfasst: 17.04.2006, 20:31
von TaugeNix
Fu hat geschrieben:oh, das hört bzw. liest sich überhaupt nicht gut. Pass auf dich auf!!
..hoffentlich hast du noch keine Atemprobleme.....??

Gruss nach Bejing.
Danke!
Nee, bislang hält mein Imunsystem ganz gut durch..
Nur: heute morgen lagen fast 2 cm Sand auf meinem Motorrad, das Zeug befindet sich inzwischen in meinen Augen/Mund/usw.. Sehr unangenehm!

Und das Licht heute morgen war der Hammer:
Ein gelblicheres Licht habe ich bislang nicht gesehen.

Gruß aus der Wüste Beijing,
TaugeNix

Verfasst: 18.04.2006, 01:31
von LeChef
als sprachstudent kann und sollte man sich in der tat nicht politisch engagieren in china. es bringt nichts! man hat kein netz, das einen auffängt, wenn man fällt.
es gibt viele möglichkeitem einem land zu helfen, mittlerweile könnte ich mir auch etwas anderes vorstellen, als in der musik oder eventbranche tätig zu sein: die Ökobranche!
für mich sowieso ein sehr wichitges thema! mit einer firma kann man lobbyismus betreiben, hat kontakte und so, als student? wird man wohl eher des landes verwiesen!

@Dennis (CDS): Taiwan ist seit noch nicht mal 10 jahren eine demokratie! nach 1945 schickte die KMT die armee nach taiwan, diese jahre sind gemeinhin als die zeit des "weissen terrors" bekannt! soweit ich weiss wird davon heute immer noch recht wenig gesprochen (es kommt aber angeblich, ich gebe zu, mit taiwan kenne ich mich kaum aus)
die KMT ist keinen deut besser als die KP


@lanhua:
du bist 13 und willst unternehmensberaterin werden? ich bin beeindruckt! schick doch jetzt schon deine bewerbung an McKinsey für ein schnupperpraktikum von einer oder 2 wochen.

Verfasst: 18.04.2006, 04:54
von Dennis (CDS)
TaugeNix hat geschrieben:Jop, und Taiwan ist die Blüte der Reinheit. *kopfschüttel*
Wie gesagt, ich denke NICHT, dass alles (SchwarzRot) Gold ist, was glänzt. Ich habe wie auch in der BRD Zweifel an der Richtigkeit an vielen Dingen in der VRC. Soll ich deshalb mein Leben verschwenden und nur noch heulen?

Bidde, ein für allemal:
Ich bin sehr kritisch, ich hinterfrage alles und jeden (auch mich).
Doch: zum jetztigen Zeitpunkt sehe ich keine Möglichkeit auch nur ansatzweise etwas zu ändern, egal wo, ob in der BRD, der VRC oder Taiwan, egal ob es nun zu China gehört oder nicht.
Nenn es Kapitulation vor der Realität, ich bin gespannt, was du bislang geleistet hast, das du meinst, solche Reden schwingen zu können.

Gruß,
TaugeNix^der sich manchmal fragt, vor wem er sich eigentlich rechtfertigen muss
Hatte ich jemals behauptet, dass Taiwan die Blüte der Reinzeit ist? Wenn du das denkst, dann hast du meine Beiträge nicht aufmerksam gelesen.

Ist doch schön, wenn ich dich mit meiner vermeintlichen Arroganz mal ein bisschen aus der Reserve locken konnte, denn so wie jetzt geschrieben, verstehe ich deine Aussagen wirklich besser.

Ich hatte mich übrigens in meinem eigenen Beitrag selbst nochmal hinterfragt, wenn du dich durch meine Ausagen persönlich so sehr auf den Schlips getreten fühlst, dann entschuldige ich mich dafür, 對不起.

Was mich nach wie vor stört ist die Haltung, man könne nichts ändern, also arrangiert man sich am Besten mit allem. Und ich akzeptiere es einfach nicht, negative Dinge in China mit negativen Dingen in Deutschland, in Taiwan oder sonstwo in der Welt zu relativieren. Die Erkenntnis, dass ich auch ich nicht wirklich etwas daran ändern kann, ist für mich eher traurig, ich werde es aber auch nicht verschweigen. Ich habe gar keine Möglichkeit große Reden zu schwingen, aber ich kann meine Meinung vertreten, genau so wie du auch.

Wenn du meinst, ich sei es nicht wert, dass du dich vor mir rechtfertigst, dann lass es einfach bleiben.

Edit: Eben gerade gefunden. Eine Meldung, die ich in der Form bestätigen kann und auch das jetzige politische Stimmungsbild hier gut wiedergibt.

http://derstandard.at/?url=/?id=2416222

Jetzt beantwortet mir eins. Wäre sowas auch in China möglich? Ich meine Oppositionsarbeit in dieser Form gegen die Regierung....

Verfasst: 18.04.2006, 07:44
von meiyong
Was mich nach wie vor stört ist die Haltung, man könne nichts ändern, also arrangiert man sich am Besten mit allem. Und ich akzeptiere es einfach nicht, negative Dinge in China mit negativen Dingen in Deutschland, in Taiwan oder sonstwo in der Welt zu relativieren. Die Erkenntnis, dass ich auch ich nicht wirklich etwas daran ändern kann, ist für mich eher traurig, ich werde es aber auch nicht verschweigen. Ich habe gar keine Möglichkeit große Reden zu schwingen, aber ich kann meine Meinung vertreten, genau so wie du auch.
Dem kann ich nur zustimmen, allerdings ist die Frage wie ich hier was aender soll. Seit ich auf dem Mailand bin muss ich mich bei jedem Eintrag in einem Internetforum fragen, ob es wirklich gut ist das zu schreiben da ich schliesslich auch noch hier bin. Und genau das finde ich ehrlich gesagt schon ziemlich uebel!

Verfasst: 18.04.2006, 08:04
von belrain
Dennis (CDS) hat geschrieben:
Jetzt beantwortet mir eins. Wäre sowas auch in China möglich? Ich meine Oppositionsarbeit in dieser Form gegen die Regierung....
Möglich ist es sicherlich, aber nicht ratsam. Wie die Regierung mit Protesten umgeht dürfte seit Tian Anmen (oder wie man es auch immer schreiben mag) bekannt sein.

Ich selbst habe sowohl mit Chinesen als auch mit Taiwanesen Kontakt und muss feststellen, die Menschen in Taiwan sind offener und reden freier. Man mekrt in China sehr stark, dass die Bevölkerung von der Regierung beeinflusst und eingeschüchtert ist. Aber das ist nunmal so in China.

Ich kann aus meinen Erfahrungen nur sagen, wenn man plant für einen langen Zeitraum in China zu leben (zwei Jahre oder mehr), sollte man sich die Zeit nehmen das Land vorher schon mal zu besuchen und sich abseits der Touristenzentren aufzuhalten. China ist anders als Deutschland - in jeder Beziehung.
Ausserdem sollte man unbedingt die Sprache lernen - die Menschen werden offener und freundlicher wenn man sie in ihrer Sprache anspricht. Ich selbst kann nur ein paar Brocken, aber das bewirkt schon sehr viel. Was Konflikte mit dem Gesetz angeht macht es sicherlich Sinn, sich im Vorfeld zu informieren was erlaubt ist und was nicht, aber im Großen und Ganzen ist die Gesetzeslage ähnlich wie in Deutschland. Allerdings würde ich mir in Deutschland deutlich härtere Strafen wünschen - muss ja nicht gleich die Todesstrafe sein, die es in China ja noch gibt.