Ehtik/Moral in Europa, China und dem nahen + mittl. Osten

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beowulf
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Re: Ehtik/Moral in Europa, China und dem nahen + mittl. Osten

Beitrag von beowulf »

Ein Beispiel: mein Herz hängt an meinen 3 Meerschweinchen; demnach wären sie für mich Gott (bzw. die Dreifaltigkeit :mrgreen: )... aber ich habe bisher noch nicht mitgekriegt, dass meine Meerschweinchen mir auferlegen würden, ich müsse andere missionieren, umbringen weil sie lieber ihren Hund verehren, oder sie selbst fünf Mal am Tag anbeten.
(Dass ich ihnen dennoch 3 mal am Tag eine Gurke opfere zählt mal nicht :roll: )
Dann hörst du ihnen nicht richtig zu. Öffne dein Herz und du wirst ihren Willen vernehmen!

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ingo_001
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Re: Ehtik/Moral in Europa, China und dem nahen + mittl. Osten

Beitrag von ingo_001 »

ijontichy hat geschrieben:In Europa schaut die Jugend Pornos und ist am Komasaufen, waehrend in Shiraz am Grab von Hafez Jungen ihren Maedchen Gedichte vorlesen (so habe ich jedenfalls den Iran erlebt). Wer ist also zivilisierter?
Taiyang hat geschrieben:Vollste Zustimmung! Jedes Mal, wenn ich nach ein paar Monaten Indonesien wieder in Deutschland war, fiel mir auf, wie verkommen die Jugend dort doch ist. Und das hat sich jetzt mit Sicht aus China auch nicht verbessert.. Wenn ich in den Nachrichten lese, dass 13-jährige alte Frauen misshandeln, Jugendliche mit 4 Promille erwischt werden und 11-jährige von 12-jährigen schwanger werden, ... da kann ich keine weiter entwickelte Zivilisiertheit erkennen :?
Um diese Auswüchse schrankenloser Individualität nicht gut zu heissen (ich sags mal vorsichtig) muss man kein Chinese sein. Mir als Einheimischen fallen da noch ganz andere Worte ein, die ich in diesem Zusammenhang gerne gebrauchen würde :roll:
Zu meiner Jugendzeit gabs auch einiges, was jenseits von gut und böse war - aber diese exezzive Halt- und Masslosigkeit gabs halt nicht.
Mal brauch sich doch nur mal die "Urlauber" auf "Malle" ansehen, die teils schon besoffen aus den Urlauber-Jets torkeln bevor sie sie spanischen Boden betreten :roll:
So ist das eben, wenn die Gesellschaft als Ganzes mehr und mehr keine eigenen klaren Richtlinien mehr hat oder diese bei Straftaten eben eher mit dem erhobenen Feigefinger (Wattebausch) "ahndet".
Nun will ich hier nicht Peitschenhiebe auf die Fussohlen einführen.
Nur: Bei dem, was die beiden 13-Jährigen da in München gemacht haben läufts mir kalt den Rücken runter :roll: :evil:
Klar liegt in erster Linie die Verantwortung bei den Eltern (mangels der nicht erfolgten Erziehung).
Nur hilft das nichts, das nur laut zu bejammern. wenn wie im vorliegendem Fall ne Rentnerin gequält wird.
M.E. müssten (so leids mir im Prinziep tut) die Gesetze verschärft werden - sprich: Das Alter für die Strafmündigkeit herab gesetzt werden.
Dieser Fall ist ja kein Einzelfall, sondern "nur" die extreme Spitze des Eisbergs.
Mir ist völlig schleierhaft, wie man z.B. einerseitz das "Wahlalter" auf 16 herabsetzen will - gleichzeitig aber bei begangenen Straftaten so hochgradig naiv sein kann, weil per se vorausgesetzt wird, dass diese nicht vorsätzlich begangen würden :roll:
Die Jugendlichen sind eben nicht nur im Guten weiter entwickelt, sondern auch im Schlechten - und das muss realisiert werden.
Wenn das so weiter geht, dann möchte ich nicht wissen, wo diese Entwicklung noch hinführt ... :roll:
Individuelle Freiheit möchte ich nicht missen, ums noch mal ganz klar zu sagen.
Aber genauso deutlich muss - auch von Gesetzesseite her unmissverständlich klar gemacht werden, wo diese endet: Da wo Andere zu Schaden kommen.
So wies bis jetzt aussieht läufts falsch: Da wird der "arme" Täter eher thematisiert als das Opfer - so etwas nenne ich pervers und asozial.

Ein echtes "Highligt" von Ehtik und Moral :roll: :cry:
Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist.

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Re: Ehtik/Moral in Europa, China und dem nahen + mittl. Osten

Beitrag von devurandom »

"Die Jugend von heute liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und verachtet die Autorität...." sprach einst Sokrates irgendwann 400 v.Chr.. An der verdorbenen Jugend ist die Welt nun 2400 Jahre spaeter nicht untergegangen. (Gut, die Griechen sind untergegangen, lag aber wohl weniger an der verdorbenen Jugend, von der Sokrates sprach.)
ijontichy hat geschrieben:Wie sagte Luther? Woran der Mensch sein Herz hängt und worauf er sich verlässt, das ist sein Gott.
Die Vorrausgegangene Annahme dieser Aussage ist "jeder Mensch braucht einen Gott". Logisch gesehen ist diese Aussage also voellig sinnlos, wie so einiges, was Luther von sich gegeben hat. Logik war ja nicht ohne Grund der Wegbreiter der Aufklaerung.....

Gruss
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Re: Ehtik/Moral in Europa, China und dem nahen + mittl. Osten

Beitrag von incues »

devurandom hat geschrieben:"Die Jugend von heute liebt den Luxus,
welchen Luxus? Wie definierst du Luxus? Ich finde sie lieben lediglich die Bequemlichkeit, aber welche Generation hat der heutigen denn den Weg dorthin bereitet? Derweil sehe ich auch mehr Kinder die am Existenzminimum rumvegetieren als alles andere.
devurandom hat geschrieben:hat schlechte Manieren
...wo die Erziehung fehlt! Ich schieb's mal wieder auf die vorherige Generation.
devurandom hat geschrieben:und verachtet die Autorität...."
lässt sich nicht leugnen, aber man kann nicht alle über einen Kamm scheren. Die anständigen Kinder findest du nur nicht auf der Straße abhängen, deswegen ist es schwer ein Urteil zu fällen.
Außerdem sind sie mal wieder Produkt der vorherigen Geld fixierten und egozentrischen Umwelt. Von nichts kommt nichts.
devurandom hat geschrieben:[...]diese Aussage also voellig sinnlos, wie so einiges, was Luther von sich gegeben hat.
Diese Aussage bekräftigt definitiv NICHTS! Ohne deine Aussage du belegen grenzt es schon fast an der vergleichbaren Ketzerei. Es mag sein, dass es an meiner evangelischen Erziehung liegt, aber ich habe da eine komplett andere Meinung.


P.S. Ich hab vielleicht ein wenig rabiat geschrieben, deshalb bitte ich dich es nicht persönlich zu nehmen.
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Re: Ehtik/Moral in Europa, China und dem nahen + mittl. Osten

Beitrag von devurandom »

incues hat geschrieben:
devurandom hat geschrieben:"Die Jugend von heute liebt den Luxus,
welchen Luxus? Wie definierst du Luxus? Ich finde sie lieben lediglich die Bequemlichkeit, aber welche Generation hat der heutigen denn den Weg dorthin bereitet? Derweil sehe ich auch mehr Kinder die am Existenzminimum rumvegetieren als alles andere.
devurandom hat geschrieben:hat schlechte Manieren
...wo die Erziehung fehlt! Ich schieb's mal wieder auf die vorherige Generation.
devurandom hat geschrieben:und verachtet die Autorität...."
lässt sich nicht leugnen, aber man kann nicht alle über einen Kamm scheren. Die anständigen Kinder findest du nur nicht auf der Straße abhängen, deswegen ist es schwer ein Urteil zu fällen.
Außerdem sind sie mal wieder Produkt der vorherigen Geld fixierten und egozentrischen Umwelt. Von nichts kommt nichts.
*Kopfkratz*, Haeh? Richte Deine Kommentare bzgl. dieser Zitat bitte direkt an Sokrates (sofern Du im Besitz einer Zeitmaschine bist). /me hat nur das wiedergegeben, was der guter alter, ziemlich toter Barttraeger angeblich von sich gegeben hat.
Diese Aussage bekräftigt definitiv NICHTS! Ohne deine Aussage du belegen grenzt es schon fast an der vergleichbaren Ketzerei.
/shrug, was ist denn so schlimm an Ketzerei? Komme ich nun auf Scheiterhaufen?! :lol: :lol:

Gruss
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Re: Ehtik/Moral in Europa, China und dem nahen + mittl. Osten

Beitrag von incues »

Entschuldige, ich hatte Sokrates Worte ein wenig anders in Erinnerung :lol:
Aber ich bin bezüglich Sokrates nicht so versiert.
Wenn ich ihn erwische, soll ich ihm etwas von dir ausrichten?

/shrug, was ist denn so schlimm an Ketzerei? Komme ich nun auf Scheiterhaufen?!
Nein nein, ich hab leider keine Verbrennungslizenz ;)


//edit
Die Jugend liebt heutzutage den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor den älteren Leuten und schwatzt, wo sie arbeiten sollte. Die jungen Leute stehen nicht mehr auf, wenn Ältere das Zimmer betreten. Sie widersprechen ihren Eltern, schwadronieren in der Gesellschaft, verschlingen bei Tisch die Süßspeisen, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer.
folglich hattest du recht.
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Re: Ehtik/Moral in Europa, China und dem nahen + mittl. Osten

Beitrag von ijontichy »

Passt eine Religionsdebatte in diesen Thread? Ethik, Moral...? Hmmm, JA! Also los...

@beowulf:
Ein Agnostiker hängt (sic!) mit Sicherheit nicht seinen eigenen Goettern an. Da ein Agnostiker offen zugibt, dass er es nicht weiß.
Ja, so dachte ich auch. Bis ich merkte, dass ausserhalb der philosophisch-theologischen Debatte, wo man sich so elegant in eine Position des Zweifelns zurueckziehen kann, ich im taeglichen Leben mich auf so einiges fest verlasse, angefangen damit, dass auch morgen wieder die Sonne aufgeht.

@Taiyang:
Ein Beispiel: mein Herz hängt an meinen 3 Meerschweinchen; demnach wären sie für mich Gott (bzw. die Dreifaltigkeit )...
Genau. In meinem Fall sind es meine Frau, meine Familie, meine Freunde, meine Aufgaben, mein Erfolg... Auf diesen Stuetzen steht meine Welt, an diesen Goettern haengt mein Herz.
aber ich habe bisher noch nicht mitgekriegt, dass meine Meerschweinchen mir auferlegen würden, ich müsse andere missionieren, umbringen weil sie lieber ihren Hund verehren, oder sie selbst fünf Mal am Tag anbeten.
(Dass ich ihnen dennoch 3 mal am Tag eine Gurke opfere zählt mal nicht )
Das ist jetzt der alte Zirkelschluss: Da Du definierst, dass Religion intolerant sein muss, dann darf es keine Religion sein, wenn es nicht intolerant ist...

Viele Religionsfeinde fallen in dieses Denkmuster: Sie konstruieren sich einen Strohmann, was Religion bedeutet, und wie schlimm Religion ist, den sie dann genuesslich verbrennen koennen. Nur, dass sich wohl kein Glaeubiger einer Religion jemals an diesen selbstgebastelten Strohmann so glauben wuerde.

@devurandum
Wie sagte Luther? Woran der Mensch sein Herz hängt und worauf er sich verlässt, das ist sein Gott.
Die Vorrausgegangene Annahme dieser Aussage ist "jeder Mensch braucht einen Gott". Logisch gesehen ist diese Aussage also voellig sinnlos, wie so einiges, was Luther von sich gegeben hat. Logik war ja nicht ohne Grund der Wegbreiter der Aufklaerung.....
Deine Logik musst Du mir nochmal erklaeren. Wo zauberst Du denn ploetzlich das „brauchen“ her? Das irgendwer einen Gott „braucht“, ist in keiner Weise eine Annahme, die Luther hier vorraussetz. Er sagt lediglich, dass jeder einen oder viele Goetter hat, und sagt sogar ganz genau, wer oder was diese Goetter sind.

Anders ausgedrueckt: Wir alle verlassen uns letzlich auf eine Vielzahl von Massstaeben und Sicherheiten, die wir zwar vielleicht „rationalisieren“ koennen, wenn wir sie hinterfragen, die wir aber nicht aus selbst-evidenten Axiomen logisch ableiten koennen (wie das so einige der etwas verblendeteren Kinder der Aufklaerung gehofft hatten) oder „wissen“, sondern die wir einfach glauben. Um die Kurve zum Thread-Titel wieder zurueckzufinden: Unser Wertsystem, unsere Ethik, faellt in diese Kategorie. In Deinem Fall, so scheint es mir, faellt auch in diese Kategorie Dein Glaube an das Nicht-Brauchen von Goettern, sowie ein Glaube an Logik und Szientismus.
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ingo_001
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Re: Ehtik/Moral in Europa, China und dem nahen + mittl. Osten

Beitrag von ingo_001 »

devurandom hat geschrieben:"Die Jugend von heute liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und verachtet die Autorität...." sprach einst Sokrates irgendwann 400 v.Chr.. An der verdorbenen Jugend ist die Welt nun 2400 Jahre spaeter nicht untergegangen. (Gut, die Griechen sind untergegangen, lag aber wohl weniger an der verdorbenen Jugend, von der Sokrates sprach.)
Da hast Du (ungewollt?) ne Steilvorlage geliefert.
Die Welt ist sicher nicht deshalb untergegangen - wohl aber die betreffenden Staaten und Imperien (wenn ich da mal das Römische Imperium mit einbeziehe).
Die Geschichte zeigts doch klar auf: Wenn die Gesellschaft nicht mehr an ihren Werten festhält und diese auch offensiv verteidigt, geht sie unter.
Insofern hat mein "Freund" Guido schon Recht, wenn er von spätrömischer Dekadenz spricht.
Nur dass die im maasslosen Luxusleben Weniger begründet liegt - in Verbindung mit dem Verlust der eigenen Moral, die aber vehement von anderen eingefordert wird.
Wie war das: Wer aus den Fehlern der Geschichte nicht lernt ist dazu verdammt sie zu wiederholen ...
Das Leben besteht aus mehr als Party, Komasaufen, und Verantwortungslosigkeit - und das sollte auch tunlichst wieder vermittelt werden.
Freiheit und Wohlstand sind keine Naturgesetze - und erst recht kein Freibrief für derartige Auswüchse ... :roll:
Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist.

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Re: Ehtik/Moral in Europa, China und dem nahen + mittl. Osten

Beitrag von romeo »

ijontichy hat geschrieben:Meiner Ansicht nach darf und soll jeder seine eigenen Moralvorstellungen vertreten (und am besten dann sogar noch danach leben), und genau wie Du finde ich Steinigungen schlimm, und das duerfen wir auch gerne sagen. Aber gleich zu glauben, dass die ganze Gesellschaft in der man lebt, moralisch "weiter entwickelt", "zivilisierter" ist, als eine andere, weil "wir" nicht steinigen, und "die" das machen? Das finde ich doch etwas naiv.

Es gibt keine objektiven Wertmassstaebe, nach denen ein solches Urteil sinnvoll gefaellt werden koennte. Genausogut kann eben auch ein Iran-Fan andersherum argumentieren: In Europa schaut die Jugend Pornos und ist am Komasaufen, waehrend in Shiraz am Grab von Hafez Jungen ihren Maedchen Gedichte vorlesen (so habe ich jedenfalls den Iran erlebt). Wer ist also zivilisierter?
Na ja, die Scheinmoral im Iran empfinde ich als ziemlich herb, z.B. wenn mal wieder eine ungehorsame Ehefrau gesteinigt wird, oder ein Mädchen mit angeblichen Sexualkontakten gehenkt wird,oder der oftmals tödliche Umgang mit denjenigen, die den Islam verlassen wollen. Oder wie wär's mit Problem der Zeitehe, bei dem die Mullahs kräftig mitkassieren. Der Iran hat auch ein riesiges Drogenproblem, das schlimmer als in Dtl. ist.
Sicherlich gibt es viele gebildete Iraner, welche diese barbarischen Praktiken ablehnen, im Gesetz ist es aber verankert.

Von den Bengels, welche die alte Frau gequält haben auf die gesamte dt. Jugend zu schließen, zeugt auch nur von einer pauschalen Verurteilung, die so nicht stimmt.
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Re: Ehtik/Moral in Europa, China und dem nahen + mittl. Osten

Beitrag von romeo »

ingo_001 hat geschrieben:
devurandom hat geschrieben:"Die Jugend von heute liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und verachtet die Autorität...." sprach einst Sokrates irgendwann 400 v.Chr.. An der verdorbenen Jugend ist die Welt nun 2400 Jahre spaeter nicht untergegangen. (Gut, die Griechen sind untergegangen, lag aber wohl weniger an der verdorbenen Jugend, von der Sokrates sprach.)
Da hast Du (ungewollt?) ne Steilvorlage geliefert.
Die Welt ist sicher nicht deshalb untergegangen - wohl aber die betreffenden Staaten und Imperien (wenn ich da mal das Römische Imperium mit einbeziehe).
Die Geschichte zeigts doch klar auf: Wenn die Gesellschaft nicht mehr an ihren Werten festhält und diese auch offensiv verteidigt, geht sie unter.
Insofern hat mein "Freund" Guido schon Recht, wenn er von spätrömischer Dekadenz spricht.
Nur dass die im maasslosen Luxusleben Weniger begründet liegt - in Verbindung mit dem Verlust der eigenen Moral, die aber vehement von anderen eingefordert wird.
Wie war das: Wer aus den Fehlern der Geschichte nicht lernt ist dazu verdammt sie zu wiederholen ...
Das Leben besteht aus mehr als Party, Komasaufen, und Verantwortungslosigkeit - und das sollte auch tunlichst wieder vermittelt werden.
Freiheit und Wohlstand sind keine Naturgesetze - und erst recht kein Freibrief für derartige Auswüchse ... :roll:
Dem kann ich uneingeschränkt zustimmen.
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Re: Ehtik/Moral in Europa, China und dem nahen + mittl. Osten

Beitrag von ijontichy »

Die Geschichte zeigts doch klar auf: Wenn die Gesellschaft nicht mehr an ihren Werten festhält und diese auch offensiv verteidigt, geht sie unter.
Wertewandel in der Geschichte ist keine Einbahnstrasse, und immer wieder gab es moralische Restaurationsbewegungen. Als kleines Beispiel sei der Uebergang vom Georgianismus zum Viktorianismus in England genannt. Kurz skizziert war die Epoche George III gepraegt von einer "moralisch verlotterten" Gesellschaft. Korruption war an der Tagesordnung, Sitze im Parlament wurden gekauft, es wurde gesoffen und gehurt was das Zeug haelt. Als Gegenbewegung traten dann die evangelikalen Wiedererweckler ihren Siegeszug an, und der Ethos dieser Bewegung setzte sich durch, von den "Playing Fields of Eaton", ueber den "Civil Service", bis hin zu den Kolonien. Wie immer gibt es dann aber leider Licht und Schatten: Ihr neues moralisches Selbstwertgefuehl uebersteigerte sich in die Wahnidee des "White Man's Burden", kolonialer Ueberheblichkeit, und Heuchelei. Ein sehr interessantes Buch, dass dieses Umkippen der Gedankenwelt in Britisch-Indien beschreibt, ist "White Mughals" -- zunaechst die offenen, wirklich an der indischen Welt interessierten Briten aus georganischer Zeit, die Mughal-Prinzessinnen heiraten, und sich ganz in die Gesellschaft eingliedern. Dann die neuen Moralisten, die Mischehen verdammen und ihren Vorgaengern mangelnde Haltung und gespaltene Loyalitaet vorwerfen... Lange Rede, kurzer Sinn: Man muss aufpassen, was man sich wuenscht.
robbe
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Re: Ehtik/Moral in Europa, China und dem nahen + mittl. Osten

Beitrag von robbe »

ingo_001 hat geschrieben:
devurandom hat geschrieben:"Die Jugend von heute liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und verachtet die Autorität...." sprach einst Sokrates irgendwann 400 v.Chr.. An der verdorbenen Jugend ist die Welt nun 2400 Jahre spaeter nicht untergegangen. (Gut, die Griechen sind untergegangen, lag aber wohl weniger an der verdorbenen Jugend, von der Sokrates sprach.)
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Das hört sich wieder stark nach Vereinfachung/-allgemeinung an. Sicherlich ist es ein Problem, dass junge Leute gerne zu viel feiern und nichts lernen. Tut mir Leid, wenn ich das so sage, aber deine Meinung hört sich so an als wärst du ein Außenstehender (in Bezug auf jungendliches Verhalten) und hast ein paar TV-Beiträge gesehen, wie sich Jugendlich volllaufen lassen.
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Re: Ehtik/Moral in Europa, China und dem nahen + mittl. Osten

Beitrag von ingo_001 »

devurandom hat geschrieben:Das hört sich wieder stark nach Vereinfachung/-allgemeinung an. Sicherlich ist es ein Problem, dass junge Leute gerne zu viel feiern und nichts lernen. Tut mir Leid, wenn ich das so sage, aber deine Meinung hört sich so an als wärst du ein Außenstehender (in Bezug auf jungendliches Verhalten) und hast ein paar TV-Beiträge gesehen, wie sich Jugendlich volllaufen lassen.
Mitnichten, mein junger Freund, mitnichten.
Vielmehr ist es doch so, dass das von mir beschriebene Verhalten immer mehr um sich greift und auch eine andere Qualität hat als früher.
Jugend soll bestimmte Dinge in Frage stellen und auch feiern, das war zu allen Zeiten so und soll/wird sich kaum ändern.
Aber ums noch mal klar zu sagen Teile der Jugend (vorgelebt durch Werbung, TV-Serien, und nicht zuletzt der mangelnden Erziehung der Eltern), verlieren mehr und mehr jedes Maass, was elementare Verhaltensweisen angeht.
Um nur ein Beispiel zu nennen: Prügeleien an Schulen hats zu allen Zeiten gegeben. Nur wurde (zu meiner Zeit) aufgehört zu schlagen, wenn einer am Boden lag. Was passiert heute: Es wird noch mal mit Vorsatz ins Gesicht getreten, das Ganze dann auch noch mit dem Handy gefilmt ... :roll:
Beispiele gibts doch genug, nur müssen sie auch mal zur Kenntnis genommen werden.
Sorry, ich bin nicht derjenige, der sich da was zu einfach macht.
Missstände gehören schon offen benannt und auch angeprangert.
Es gibt bestimmte Dinge, die nun mal nicht zur Disposition stehen - jedenfalls bei mir.
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Re: Ehtik/Moral in Europa, China und dem nahen + mittl. Osten

Beitrag von incues »

Ich gebe Ingo recht.
Zu meinen Schulzeiten hat es sowas auch alles gegeben, aber in anderen Dimensionen.
Bei einer Schlägerei waren die Hiebe vielleicht genauso hart, aber man hat sich vielleicht 2 oder 3 eingefangen. Aber es wurde nicht solange auf jemanden eingeschlagen, bis sich derjenige nicht mehr regen konnte.
Natürlich gab es auch mal Situationen, wo einer von drei Anderen verprügelt wurde, aber sowas wurde gemeldet und der Direktor hat was dagegen unternommen. Ich stelle mir vor, dass wenn man es heute anspricht, nach der Schule wahrscheinlich noch 5 weitere auf dich lauern und dir noch einmal welche verpassen, weil du sie verpfiffen hast.
Ich hab ein ziemlich gutes Verhältnis zu unseren Azubis, deshalb bekomme ich mit, was die so an den Wochenenden treiben. Es hört sich blöd an das zu sagen, aber früher war wirklich vieles anders. In einigen Bereichen kann man wohl auch von "besser" sprechen.
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Re: Ehtik/Moral in Europa, China und dem nahen + mittl. Osten

Beitrag von ingo_001 »

ijontichy hat geschrieben:Lange Rede, kurzer Sinn: Man muss aufpassen, was man sich wuenscht.
Was jetzt für meinen Standpunkt ... was bedeutet?
Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist.

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