Seite 20 von 27
Re: Chinesische Studentin in Dessau vermisst
Verfasst: 29.11.2016, 00:02
von Laogai
Nachgetreten:
Julia Lin hat geschrieben:Wäre, hätte, würde ...
Die Ansammlung deiner Vermutungen und Phantasien hast du prima als Konjunktiv erkannt!
Aber...
Julia Lin hat geschrieben:zumindestens sollte aufgrund der Aufmerksamkeit der chinesischen Medien und Menschen für den Dessauer Fall denen im Vorfeld mal dringendst ein Spiegel vorgehalten werden ...
... warum sollten diese deine Vermutungen und Phantasien der chinesischen Bevölkerung als "Spiegel" vorgehalten werden? Sie spiegeln doch eher deine Unfähigkeit wider, Sachverhalte im realen Kontext zu betrachten.
Re: Chinesische Studentin in Dessau vermisst
Verfasst: 29.11.2016, 00:06
von otternase
jackie_chan hat geschrieben:Julia Lin hat geschrieben:
...
Da ist durchaus was dran, trotzdem würde ich mich da nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Genauso gut hätten die Verantwortlichen in China hingerichtet und die lokale Vätternwirtschaft ausgehoben werden können. Was wirklich passiert wäre kann kein Mensch sagen ... (was jetzt nicht unbedingt heißt, dass ich ein großer Fan des chin. Rechtssystems bin).
guter Hinweis, es gibt da ja noch einen anderen Vergleichsfall, den Mord an dem englischen Geschäftsmann Neil Heywood durch die Frau von Bo Xilai, Gu Kailai. Die wurde zum Tode verurteilt, saß zwei Jahre in "death row", dann wurde die Strafe auf Bitten der britischen Regierung in eine lebenslange Haftstrafe umgewandelt.
Bitte keine Wahrheit!
Verfasst: 29.11.2016, 00:25
von Laogai
otternase hat geschrieben:[...] es gibt da ja noch einen anderen Vergleichsfall, den Mord an dem englischen Geschäftsmann Neil Heywood durch die Frau von Bo Xilai, Gu Kailai. Die wurde zum Tode verurteilt, saß zwei Jahre in "death row", dann wurde die Strafe auf Bitten der britischen Regierung in eine lebenslange Haftstrafe umgewandelt.
Die Verhängung der Todesstrafe gegen Gu Kelai wurde keineswegs "auf Bitten der britischen Regierung" ausgesetzt!
Es gibt im chinesischen Strafrecht die "bedingte Todesstrafe", diese hat hier gegriffen

Re: Chinesische Studentin in Dessau vermisst
Verfasst: 29.11.2016, 00:53
von otternase
Zweiter Prozesstag Die tote Yangjie Li "sah aus wie eine Puppe“ – Quelle:
http://www.mz-web.de/25185890 ©2016
der Polizist, der die Leiche fand, wurde heute befragt
Ohne ihn hätte die Suche nach Yangjie Li wahrscheinlich noch viel länger gedauert. Einem jungen Bereitschaftspolizisten aus Magdeburg ist es zu verdanken, dass die Leiche der chinesischen Studentin zeitnah geborgen werden konnte.
Der 24-jährige Lukas O. entdeckte die Tote am 13. Mai in Dessau hinter einem Dixie-Klo, versteckt unter einer Konifere und nur wenige Meter vom Tatort entfernt. Zwei Tage zuvor war Yangjie Li vom abendlichen Joggen nicht zurückgekehrt.
Am Landgericht Dessau, das gegen zwei Tatverdächtige wegen gemeinschaftlichen Mordes in Tateinheit mit Vergewaltigung verhandelt, wurde der Beamte am Montag in den Zeugenstand gerufen.
Andere Polizisten, die gleichfalls das Viertel rund um den ehemaligen Wohnsitz des Opfers durchkämmten, hatten seiner Auskunft zufolge die Stelle bereits passiert. Lukas O. jedoch nahm auch eine unscheinbare Lücke zwischen Dixie-Klo und Gebüsch genauer in Augenschein. „Unter Zweigen erblickte ich einen Kopf.“
Beinahe wäre auch er weitergegangen, gab der Polizist freimütig zu Protokoll. Der Grund: „Die Tote sah aus wie eine Puppe.“ Der zweite Blick ließ ihn, der zuvor wohl noch keine Leiche aus nächster Nähe gesehen hatte, erschaudern.
Und das lag nicht nur an der schrecklichen Blässe des Gesichts, wie er sagte. Blutergüsse und viel geronnenes Blut hatten es fast bis zur Unkenntlichkeit entstellt.
eine Reihe von Fragen an den Chefermittler konnten nicht abschliessend geklärt werden, er wird als Zeuge ein zweites Mal auftreten
Was bislang fehlt, ist eine plausible Erklärung zu vermeintlichen Verzögerungen. Dabei spielen sowohl die lange erfolglose Suche nach der vermissten Chinesin als auch die möglicherweise verspätete Befragung des jetzt Hauptverdächtigen eine Rolle.
Seinen ganzen Unmut zeigte der Vertreter der Nebenklage, als der Chefermittler berichtete, wie es überhaupt zur ersten Befragung des Angeklagten kam. Dabei habe es sich wörtlich um einen „innerverwandtschaftlich vermittelten Termin“ gehandelt.
Im Klartext bedeutet das: Die Polizei überließ es der Mutter, die als Kriminalistin in die Untersuchung einbezogen war, zuerst mit ihrem Sohn über den Mordfall zu sprechen. Dieser Umstand löste seit seinem Bekanntwerden immer wieder neue Gerüchte über eine mögliche Verschleppung der Ermittlungen aus.
dabei dürfte auch eine Rolle spielen, dass der Chefermittler sich an einer Stelle recht unvorsichtig aus dem Fenster gelehnt hat, er schloss eine Beeinflussung kategorisch aus, jedoch allein aufgrund der Aktenlage, dies dürfte die Nebenklage und auch das Gericht nicht zufriedengestellt haben:
Diese „verwandtschaftliche Terminvereinbarung“ sei ein Begriff, den er höchst seltsam finde, so Peitzner, der mit seinen Fragen auch auf eine mögliche Einflussnahme der Eltern des Angeklagten abhob.
Diese habe es aber nicht gegeben, so der Kriminaloberrat vor Gericht. Zu den Ermittlungen vor der Übernahme seiner Leitung berichtete er am Montag anhand der Aktenlage, da die Polizeidirektion Süd erst nach der Festnahme des Tatverdächtigen hinzugezogen worden war.
– Quelle:
http://www.mz-web.de/25181818 ©2016
Re: Chinesische Studentin in Dessau vermisst
Verfasst: 30.11.2016, 11:45
von petrie12345
Was ich aber auch sehr merkwürdig finde ...
-- Quelle:
http://www.mdr.de/sachsen-anhalt/dessau ... u-100.html
16. Mai – Die Leiche wird identifizier
Hier steht: "Ob dabei DNA-Spuren sichergestellt werden konnten, will die Staatsanwaltschaft erst noch bekannt geben."
20. Mai – DNA-Abgleich bringt kein Ergebnis
21. Mai – Eltern helfen Tatverdächtigen beim Umzug
24. Mai – Haftbefehle wegen Mordes mit sexuellem Hintergrund
Hier steht: "Der mutmaßliche Täter hat sich am Montag bei der Polizei gemeldet, um mitzuteilen, dass die bei der Leiche gefundenen DNA Spuren möglicherweise von ihm stammen können." Also der 23. Mai, das Wochenende nach dem Umzug.
-- Quelle:
http://www.mz-web.de/dessau-rosslau/mor ... t-25181818
Hier steht: "Durch die Mutter von Sebastian F., ebenfalls Polizistin, sei dann ein Kontakt hergestellt worden, ein Termin kam für den 23. Mai zustande."
Der TV wusste also VOR dem 23.05. dass DNA an der Leiche gefunden wurde. Woher denn wohl?
Re: Chinesische Studentin in Dessau vermisst
Verfasst: 30.11.2016, 11:51
von otternase
Eklat vor Gericht Mordprozess im Fall Yangjie Li muss wiederholt werden – Quelle:
http://www.mz-web.de/25194362 ©2016
Der Mordprozess am Dessauer Landgericht ist am Mittwoch geplatzt. Der Grund ist eine Justizpanne: Eine Schöffin war nicht vereidigt worden. Deshalb muss die bisherige Verhandlung wiederholt werden.
Am Mittwochmorgen verlas die Staatsanwältin nach der Vereidigung der Schöffin deshalb die Anklage noch einmal. Das sorgte im Publikum erneut für sichtliche Erschütterung.
Auch die am Montag gehörten Zeugen müssen noch einmal angehört werden. Wie es zu der Panne kommen konnte, ist noch unklar.
Fehler können passieren, aber das unprofessionelle Bild, welches hier von Dessau abgegeben wird, ist schon peinlich. Jedenfalls hier in Dessau (bin seit gestern zurück) sind die meisten, mit denen ich sprach, von diesen Vorgängen peinlich berührt.
Re: Chinesische Studentin in Dessau vermisst
Verfasst: 30.11.2016, 12:35
von ingo_001
otternase hat geschrieben:Fehler können passieren, aber das unprofessionelle Bild, welches hier von Dessau abgegeben wird, ist schon peinlich. Jedenfalls hier in Dessau (bin seit gestern zurück) sind die meisten, mit denen ich sprach, von diesen Vorgängen peinlich berührt.
Bei den ganzen Ermittlungs-Pannen und den m.E. z.T. vorsätzlichen (durch Medien-Recherchen) ans Licht gekommenen "Ungereimtheiten", ist das jetzt nur ein weiterer Punkt, der meine These von der Unfähigkeit (anders kann ich das Weglassen/Vergessen der Vereidigung einer Schöffin nicht nennen) der betr. Juztiz weiter stützt.
Im worst case ist es sogar nicht auszuschließen, dass dieses Vergessen, gar kein Vergessen, sondern Vorsatz war.
Denn, dass Mama und Stiefvater des Tatverdächtigen in den hiesigen Polizeibehörden gut vernetzt sind, wurde ja durch MDR-Recherchen belegt.
Da ist dann die Annahme, dass es auch wohlwollende Kontakte bei den betr. Juztizbehörden gibt alles andere als abwegig.
Wie sonst ist es erklärlich, dass (Stief)-Sohnemann von Justitzia bei seinen vorherigen Straftaten so ... sanft behandelt wurde?
Logisch gar nicht.
Und es spricht m.E. Nichts dafür, dass diese über Jahre gewachsene Connection sich nun in Luft aufgelöst haben soll.
Der Prozess wird m.E. auch weiterhin durch solcherlei Machenschaften verzögert werden, in der Hoffnung, die Anklage Mürbe so zu machen und so letztlich zu einem milderen Urteil zu kommen.
Wie sich die Familie des Mordopfers bei all dem fühlt ... who cares

Re: Chinesische Studentin in Dessau vermisst
Verfasst: 30.11.2016, 16:53
von otternase
@petrie12345
Der TV wusste also VOR dem 23.05. dass DNA an der Leiche gefunden wurde. Woher denn wohl?
Möglicherweise aus der Zeitung, siehe Artikel vom 19.5 und 20.5
http://www.mz-web.de/halle-saale/getoet ... n-24088824
http://www.mz-web.de/halle-saale/getoet ... e-24092398
Irgendjemand bei der Polizei hat diese Info an die Zeitung durchgestochen, es gab deshalb auch eine interne Untersuchung, das Leck wurde aber nicht gefunden.
Re: Chinesische Studentin in Dessau vermisst
Verfasst: 01.12.2016, 23:38
von otternase
hat nur indirekt mit dem Fall zu tun, aber vielleicht trotzdem interessant:
Auch am Landgericht Dessau läuft derzeit ein Prozess gegen einen Asylbewerber aus Guinea-Bissau, der im Sommer mitten am Tag im Dessauer Stadtpark einen Landsmann niedergestochen und lebensgefährlich verletzt hatte.
Nachdem nun gestern fast der Prozess gegen die Mörder von Yangjie Li wegen Formfehlern geplatzt wäre (bzw. deswegen neubegonnen werden musste), ist der Prozeß gegen diesen Messerstecher heute tatsächlich ausgesetzt worden, weil der vom Gericht bestellte Dolmetscher offenbar sichtlich überfordert war:
"Obwohl ihm die Anklage schriftlich vorlag, hatte er gerade den ersten Satz übersetzt, als diese bereits zur Hälfte verlesen war – und diesen ersten Satz, wie eine Nachfrage von ihm zeigte, möglicherweise nicht ganz korrekt. – Quelle:
http://www.mz-web.de/25203440 ©2016"
Die Dessauer Justiz macht sich wirklich gerade öffentlich zum Affen.
Re: Chinesische Studentin in Dessau vermisst
Verfasst: 13.12.2016, 11:01
von petrie12345
Die Märchenstunde geht weiter - Kommilitonen können nicht aussagen:
http://www.mdr.de/sachsen-anhalt/dessau ... n-100.html
So viele Probleme ... Für mich ist das kein Zufall mehr.

Re: Chinesische Studentin in Dessau vermisst
Verfasst: 13.12.2016, 11:36
von otternase
Als Hunderttausende Glücksritter ohne oder mit gefälschten Papieren Europa fluteten, überschlug sich die Bundesregierung geradezu, die Schlagbäume so hoch wie möglich zu reißen. Wenn es um die Aufklärung und Verfolgung eines schweren Verbrechens geht, ist es nicht möglich, Zeugen für die Aussage vor Gericht ein Visa-on-arrival auszustellen?
Das ist schon ein reichlich peinliches Bild, was Deutschland hier gegenüber dem Ausland präsentiert!
Re: Chinesische Studentin in Dessau vermisst
Verfasst: 13.12.2016, 12:11
von blur
Mit einem Visa On Arrival wären sie doch gar nicht erst ins Flugzeug gelassen worden, denn beim Check-in hätten sie ja nichts offizielles vorzuweisen gehabt. Das hätte schon über die Botschaft laufen müssen.
Re: Chinesische Studentin in Dessau vermisst
Verfasst: 13.12.2016, 12:12
von ingo_001
otternase hat geschrieben:Als Hunderttausende Glücksritter ohne oder mit gefälschten Papieren Europa fluteten, überschlug sich die Bundesregierung geradezu, die Schlagbäume so hoch wie möglich zu reißen. Wenn es um die Aufklärung und Verfolgung eines schweren Verbrechens geht, ist es nicht möglich, Zeugen für die Aussage vor Gericht ein Visa-on-arrival auszustellen?
Das ist schon ein reichlich peinliches Bild, was Deutschland hier gegenüber dem Ausland präsentiert!
Ja, die Lebenden sind eben wichtiger als die Aufklärung eines Mordes ...
Zudem, wenn das Mordopfer "nur" eine chin. Studentin ist und die Täter "arme dt. fehl geleitete Jugendliche" sind.
Dass der Hauptverdächtige "Prachtspross" einer Polizisten von dieser bis dato immer protegiert wurde - so what - wozu sind Mütter denn da?
Und der Stiefvater - ja, natürlich werden seine (nachgewiesenen) Connections nicht geschadet haben, ums mal diplomatisch zu formulieren ...
Evtl. sollten die betr.. Zeugen (wenn das noch nicht geschehen ist) den Zweck ihres Besuchs in D. der betr. dt. Botschaft bzw. des betr. dt. Konsulates darlegen.
Re: Chinesische Studentin in Dessau vermisst
Verfasst: 13.12.2016, 12:14
von JensB
Sorry, was soll das bringen? Deren Aussage wäre absolut irrelevant. Beim Opfer gibt es nichts zu be- oder entlasten. Wie sie gelebt hat spielt keine Rolle.
Re: Chinesische Studentin in Dessau vermisst
Verfasst: 13.12.2016, 12:30
von ingo_001
JensB hat geschrieben:Sorry, was soll das bringen? Deren Aussage wäre absolut irrelevant. Beim Opfer gibt es nichts zu be- oder entlasten. Wie sie gelebt hat spielt keine Rolle.
Einspruch.
Lt. der (m.E.) Schutzbehauptung des Haupttatverdächtigen, soll der Sex ja einvernehmlich stattgefunden haben.
Mal abgesehen von diesem indirektem Schuldeingeständnis - ist damit die Zeugenvernehmung gerechtfertigt, denn dass, was der Haupttatverdächtige da von sich gab, war Üble Nachrede - und die gehört richtig gestellt.
Da das das Mordopfer nicht mehr selbst kann, müssen und SOLLEN das die übernehmen, die sie gekannt haben.