Petermedia hat geschrieben: 07.05.2022, 10:29
Tatsächlich scheint das einzutreten, was ich ganz zum Anfang der aktuellen Ausbruchs in SH prognostiziert habe.
China wird sich mit aller Kraft gegen das Virus stellen und weiterhin eine, wenn auch moderater Zero Covid Strategie fahren.
https://mp.weixin.qq.com/s/UlL403ThZyJStt57dgk8hg
Ich vertrete aufgrund von epidemiologischen, politischen, und anderen Gründen schon seit fast 2 Jahren die Ansicht, dass China erst nach CNY 2023 generelle Änderungen in seiner Covid Strategie vornehmen wird.
Interessant ist wie diese instabile Zwischenzeit das labile Gleichgewicht im Trias Virus ( Inzidenz) Bevölkerung ( Maßnahmen) und Politik ( Stabilität) justiert wird.
Jeder der in seinem Beruf mit labilen Gleichgewichten wie ich als Ingenieur, aber auch andere als Ökonomen, aber auch Wissenschaftlern, wissen wie schwierig das ist, da man schnell an "Kippunkte " kommt.
Ich hoffe nur das die Zeit bei aller Politik genutzt wird um Strukturen zu schaffen. ( Booster vor allem bei der in China kaum Geimpften Gruppe der Ü 60 mit z.B mRna Impfstoff) aber auch Strategien zur Versorgung der zwangsweise Erkrankenden gefunden werden.
Denn der Energieaufwand für die Aufrechterhaltung der Zero Covid Blasen wird überproportional steigen.
Nach zwei Jahren hat man sicher auch gelernt, dass die totale Abschottung vom Rest der Welt neben den Anfangs gewünschten politischen Effekten, mittelfristig auch große Gefahren für die wirtschaftliche Entwicklung darstellt.
Denkst Du nicht, dass China längst in einer handfesten Wirtschaftskrise steckt?
Dass sich die Aussichten insbesondere für Auslandsinvestitionen, Unternehmensansiedlungen .. also dem chinesischen Wachstumsmodell .. nicht nur eingetrübt, sondern dramatisch verschlechtert haben?
Ich hatte dazu ja schon einiges ergänzend ausgeführt und hab dies heute nochmals aktualisiert:
viewtopic.php?p=390128#p390128
Insbesondere wirtschaftlich jagt für China doch eine Hiobsbotschaft die andere und dies bereits seit Jahren.
Der mörderische russische Angriffskrieg hat die Vorzeichen noch um einen Faktor verstärkt.
Man weiß nun in Europa und in der Welt, was Abhängigkeit und Erpressbarkeit heißt, vor allem wenn man sich auf Diktatoren einlässt.
Ähnliche Abhängigkeiten gibt es auch zu China und China hat mit Litauen bereits demonstriert, dass es Abhängigkeiten ebenso zur Erpressung nutzt [Litauen].
Wegsehen bei menschenverachtenden Diktaturen ist politisch nicht mehr "en vogue". Der wiedergewählte französische Präsident wurde doch nur durch Merkels Lobby-Außenpolitik ausgebremst, ENDLICH China so zu behandeln, wie China es verdient. Die Bedeutung der Osteuropäer hat in den letzten Wochen deutlich zugenommen.
"Würden wir China und seine Unternehmen international so behandeln, wie unsere Unternehmen und Investoren in China behandelt werden, wäre China binnen eines Jahres in zahlreiches Marktsegmenten bedeutungslos und in nicht wenigen Marksegmenten handlungsunfähig!"
Litauens Präsident Gitanas Nauseda
Quid pro quo.
Frankreich wollte schon seit Jahren eine schärfere Gangart gegenüber Beijing, vor allem was Urheberechtsverletzungen und Vertragsbrüche (WTO, etc) angeht, Großbritannien will dies seit 2 Jahren ebenso, war nur politisch behindert, die deutsche Regierung hat dies ebenfalls in ihrem Programm und sogar schriftlich formuliert und für Biden ist dies sogar strategisch.
Glaubst Du wirklich, dass Xi Jinping mit seinem Milliardärsclub in Beijing auf dem Sofa sitzt und möglicherweise darüber nachdenkt, was künftig zu tun ist um "mittelfristig" Schaden von der CN Wirtschaft abzuwenden?
Immobilienbranche kaputt, Autobranche kaputt, Bankenbranche kaputt, 50 Millionen Arbeitslose [offiziell], elementare Unternehmensabwanderung, ungelöste Handelskonflikte, Hyperverschuldung CN Unternehmen im Ausland, schrumpfende Wirtschaft ..
Was genau hat Xi denn noch im Griff?
Oder steht er nicht genauer vor einem Scherbenhaufen, der seit 2016 entstanden ist?
Und wie sind die Aussichten?
Vereinzelt seit 4 Jahren, unter Trump beschleunigt, seit Pandemiebeginn sprunghaft, kündigen Großunternehmen an, die Fertigungstiefe wieder zu erhöhen. Seitdem China als "die können es nicht" gilt (seit einigen Monaten) und 1/3 aller Frachtschiffe dieser Welt vor CN Häfen dösen, Lieferketten zusammenbrechen und dies zu
Milliardenverlusten führt, wird nun der Turbolader angeworfen, die Abhängigkeiten zu reduzieren. Im Vergleich zu anderen Ausbeuterstaaten sind die Kosten in China mittlerweile zu hoch, die Gängelei kaum noch hinzunehmen, der know-how Diebstahl zu umfassend.
Keine guten Aussichten.
Die ZERO COVID Strategy gilt mittlerweile als unsinnig, spätestens ab Herbst 2021. Hatten ja ohnehin kaum Länder durchgeführt und die wenigen haben ihr Scheitern erkannt und diese "Strategy" fallen lassen, da nur eine hohe Impfquote mit einem hochwirksamen Impfstoff und anschließender Durchseuchung zum Ende dieser Pandemie führt.
Natürlich wird Xi das bis zu seiner Wiederwahl durchhalten wollen (Oktober). Wie viele Bürger deshalb sterben werden, arbeitslos werden, welche wirtschaftlichen Schäden - auch irreparabel - dabei entstehen, muss ihm - als guter Diktator und Despot - gleichgültig sein.
Du sagst "Ich hoffe nur das die Zeit bei aller Politik genutzt wird um Strukturen zu schaffen."
Da fällt meine "Hoffnung" doch etwas anders aus.
Ich hoffe sehr, dass der größenwahnsinnige Imperator Rex aus Beijing vertrieben wird, was aller Wahrscheinlichkeit nach aber ein Traum bleiben wird. Dem chinesischen Volk wird also weiterhin Schaden zugefügt, wie in der vergangenen Jahren auch.
Berechtigte Hoffnung gibt es allerdings, dass die katastrophale wirtschaftliche Lage, die kritische außenpolitische Lage, die instabile, kritische Pandemielage und die genannten, schlechten Aussichten dazu führen werden, dass die - nach "Säuberungen" - zwar geschwächten aber nicht eliminierten Gegner aus den eigenen Reihen seine Macht beschneiden werden.
Es ist höchste Zeit!