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Re: Chinesische Studentin in Dessau vermisst

Verfasst: 26.05.2016, 16:43
von Ajiate
Wie mir mein Patensohn sagte, ist man übrigens bei 163.com ziemlich begeistert über das Vorgehen der deutschen Polizei in Dessau und Staatsanwaltschaft. Da würde sich zeigen, dass selbst bei Involvierung von Verwandten und Bekannten ( Revierleiter Stiefv., Mutter Polizistin , etc) es möglich sei , trotzdem konsequent die Untersuchungen durchzuführen. In China würde man dagegen vertuschen, Kader schützen etc. - die übliche Argumentation auf einer Website bzw. Plattform , die meist ohne genaue Kenntnis der Fälle vor allem Regierungsbashing betreibt.
Welche Fehler in D. gemacht wurden, interessiert niemanden.
Sagt er - ich nehm an, es ist so :wink:

Re: Chinesische Studentin in Dessau vermisst

Verfasst: 26.05.2016, 18:21
von Phytagoras
Ajiate hat geschrieben:In China würde man dagegen vertuschen, Kader schützen etc.
Meine Erfahrung mit der chin. Polizei ist jetzt auch nicht so positiv. Meine Frau hat bei einem Fake-Händler ein iPhone gekauft. Kam nix an. Hab dann IP etc., Telefonnummern, auf wen die Webseite registiert war etc. rausgefunden und meiner Frau gesagt, sie solls der Polizei sagen. Da kam: "Da kann man wohl nix machen."

Dann war ich persönlich als Ausländer dort und plötzlich konnte man alles rausfinden und Geld war innerhalb einer Woche wieder da und der Täter wurde angezeigt...

_________________________________________________

Zum Fall an sich bzw. der Berichterstattung auch in den chin. Social Networks. Sicher ist es schade, dass hier zwei Verrückte eine chinesische Staatsangehörige umgebracht haben. Dennoch ist es nicht Normalität, wie einige so in den chin. Netzwerken tun.
"Mir wurde meine Hermes-Tasche geklaut." "Deutschland ist nicht sicher."
"Nachdem ich auf der Kö war, war plötzlich meine Brieftasche weg." "Deutschland ist nicht sicher."
"Chinesische Studentin in Deutschland ermordet." "Deutschland ist nicht sicher."

Re: Chinesische Studentin in Dessau vermisst

Verfasst: 26.05.2016, 19:05
von ingo_001
Ajiate hat geschrieben:Wie mir mein Patensohn sagte, ist man übrigens bei 163.com ziemlich begeistert über das Vorgehen der deutschen Polizei in Dessau und Staatsanwaltschaft. Da würde sich zeigen, dass selbst bei Involvierung von Verwandten und Bekannten ( Revierleiter Stiefv., Mutter Polizistin , etc) es möglich sei , trotzdem konsequent die Untersuchungen durchzuführen. In China würde man dagegen vertuschen, Kader schützen etc. - die übliche Argumentation auf einer Website bzw. Plattform , die meist ohne genaue Kenntnis der Fälle vor allem Regierungsbashing betreibt.
Welche Fehler in D. gemacht wurden, interessiert niemanden.
Sagt er - ich nehm an, es ist so :wink:
Ich denke auch, das es so ist.

Glleichwohl wird man Seitens des Innenministeriums in Sachsen-Anhalt nicht ohne Grund nach dem Motto "Vertrauen ist gut - Kontrolle ist besser" den Dessauer Ermittlern den Fall weg genommen haben.

Ich hätte auch ... Bauchgrimmen, wenn ich wüsste, dass in Dessau Mutter und Stiefvater in Polizeidiensten sind.
Und die werden ihrerseits im worst Case auch gute Bekannte/Freunde in der Justiz haben.
Um dieses Risio der Einflussnahme auf die Ermittlungen und/oder der Urteilsfindung von vorn herein auszuschließen, war das die einzig richtige und logische Entscheidung.

Re: Chinesische Studentin in Dessau vermisst

Verfasst: 26.05.2016, 23:14
von otternase
ein wie ich finde sehr zutreffender Kommentar in der MZ

http://www.mz-web.de/dessau-rosslau/kom ... r-24124244

Re: Chinesische Studentin in Dessau vermisst

Verfasst: 26.05.2016, 23:44
von ingo_001
Dem stimme ich ohne Einschränkung zu.

Die Knackpunkte und Versäumnisse (auch der Vergangenen -> der alles andere als aufgeklärte Tod des im Artikel genannten Afrkaners) klar erkannt und ohne Schnörkeleien offen angesprochen.

Re: Chinesische Studentin in Dessau vermisst

Verfasst: 26.05.2016, 23:50
von Laogai
ingo_001 hat geschrieben:
Laogai hat geschrieben:
ingo_001 hat geschrieben:Lt. Obduktionsbericht führten die schweren Verletzungen von Gesicht und Kopf zum Tod.
Hmmm...
ingo_001 hat geschrieben:Die Leiche des Opfers nach der Tat auch noch zu entstellen ... zeigt auch klar die niederen Beweggründe ...
Was stimmt denn nun?
Ersteres - vom Zeitpunkt des Verfassens aber Zweiteres.
Du hättest die Reihenfolge der Zitat-Wiedergabe beachten sollen - so ergibt das keinen Sinn, sondern nur Verwirrung.
Als du das mit dem "entstellen der Leiche nach der Tat" geschrieben hattest war längst veröffentlicht worden, wie das Opfer ums Leben gekommen ist. Auch in den Medienberichten, die hier verlinkt waren.

Warum gibst du nicht einfach zu, dass deine Aussage Schrägstrich Vermutung Schrägstrich Vorverurteilung schlichtweg falsch war? Könnten es niedere Beweggründe gewesen sein?

Gute Nacht :D

Re: Chinesische Studentin in Dessau vermisst

Verfasst: 27.05.2016, 00:05
von ingo_001
Laogai hat geschrieben:Warum gibst du nicht einfach zu, dass deine Aussage Schrägstrich Vermutung Schrägstrich Vorverurteilung schlichtweg falsch war? Könnten es niedere Beweggründe gewesen sein?
Ok, diesen EINEN Aspekt habe ich überlesen.

Aber nun mal Butter bei die Fische: An der Tat als Solche (Mord aus niederen Beweggründen) ändert das de facto ... Nichts.

Die Studentin hätte ja auch am Leben gelassen werden können - aber nein ... man wollte verhindern, dass diese die Täter anzeigt.
Also wird sie (um das zu verhindern) ermordet -> Verdeckung einer annderen Straftat.
Man hätte sie ja "nur" erwürgen können - aber nein ... Gesicht und Kopf des Opfers wurden entstellt ...
Das erfordert nicht nur mehr Zeit, sondern zudem eine ... Lust (ich muss gleich kotzen) seine Gewalt- und Machtgelüste auf diese Art und Weise auszuüben :roll: :twisted:
Laogai hat geschrieben:Gute Nacht :D
Dir auch :D

Aber ich muss nochn Bisschen wach bleiben.
Zum Glück ist morgen Freitag - Licht am Ende des wöchentlichen Arbetstunnels :D

Re: Chinesische Studentin in Dessau vermisst

Verfasst: 27.05.2016, 00:36
von Laogai
ingo_001 hat geschrieben:Die Studentin hätte ja auch am Leben gelassen werden können - aber nein ... man wollte verhindern, dass diese die Täter anzeigt.
Also wird sie (um das zu verhindern) ermordet -> Verdeckung einer annderen Straftat.
Man hätte sie ja "nur" erwürgen können - aber nein ... Gesicht und Kopf des Opfers wurden entstellt ...
Das erfordert nicht nur mehr Zeit, sondern zudem eine ... Lust (ich muss gleich kotzen) seine Gewalt- und Machtgelüste auf diese Art und Weise auszuüben :roll: :twisted:
Interessante Erkenntnisse.
Beruhen diese auf Ermittlungen, Beweisen, Veröffentlichungen, Verurteilungen? Oder einfach nur deiner Phantasie entsprungen?

Ingo, dich möchte ich weder als Richter, Ankläger, Verteidiger noch Zeugen haben! Als -äh- "mutmaßlichen" Täter selbstredend erst recht nicht :wink:

Huch, ich wollte doch schon längst Mama Ajiate Gute Nacht gesagt haben :(

Re: Chinesische Studentin in Dessau vermisst

Verfasst: 27.05.2016, 01:42
von ingo_001
Laogai hat geschrieben:
ingo_001 hat geschrieben:Die Studentin hätte ja auch am Leben gelassen werden können - aber nein ... man wollte verhindern, dass diese die Täter anzeigt.
Also wird sie (um das zu verhindern) ermordet -> Verdeckung einer annderen Straftat.
Man hätte sie ja "nur" erwürgen können - aber nein ... Gesicht und Kopf des Opfers wurden entstellt ...
Das erfordert nicht nur mehr Zeit, sondern zudem eine ... Lust (ich muss gleich kotzen) seine Gewalt- und Machtgelüste auf diese Art und Weise auszuüben :roll: :twisted:
Interessante Erkenntnisse.
Beruhen diese auf Ermittlungen, Beweisen, Veröffentlichungen, Verurteilungen? Oder einfach nur deiner Phantasie entsprungen?
Weder noch "nur" logischen Schlussfolgerungen.
Aber dieses Thema hatten wir ja schon :(
Laogai hat geschrieben:Ingo, dich möchte ich weder als Richter, Ankläger, Verteidiger noch Zeugen haben!
Was beweist, dass Du gar nicht verstehst, dass es einen Unterschied macht, ob man einen Sachverhalt logisch analysiert und Schlussfolgerungen daraus zieht - oder ihn nur juristisch betrachtest.
Ersteres kann und darf Jeder - selbstständiges, logisches Denken und Schlussfolgern ist kein Tabu ... bei keinem Thema.

Die Aufgabe des Zeugen ist es, nur das widerzugeben, was er selbst gesehen/gehört hat - neutral und ohne Wertung.

Die Aufgabe des Anklägers ist es, den Tathergang und die Motivation des Angeklagten zweifelsfrei aufzuzeigen.

Die Aufgabe des Verteidigers ist es, nicht zwingend die Unschuld seines Mandanten zu beweisen, sondern zur Not einfach soviel Zweifel in der Argumentation der Staatsanwaltschaft zu wecken, dass das Gericht ggfs. den Angeklagten freispricht.
Insofern ist die Aufgabe der Verteidigung einfacher als die der Staatsanwaltschaft, weil die ebend zweifelsfrei die Schuld des Angeklagten zu belegen hat, während die Verteidigung zur Not auch mit Halbwahrheiten und Annahmen arbeiten kann.

Die Aufgabe des Gerichts ist es, beide Argumentationen auf Sachlichkeit und Wahrhaftigkeit zu prüfen, zu bewerten und dann - das Urteil zu sprechen.

Und was machst Du?
Du wirfst einfach mal Alles in einen Topf und bist einfach unwillg die Unterschiede der o.g. Punkte zu sehen.
P.S.: Ich war bereits Zeuge und auch Schöffe.
Mir sind die Unterschiede durchaus klar und ich halte mich da selbstverständlich auch an diese klaren Abgrenzungen.

Abgrenzungen, die Du nicht sehen willst oder kannst :(
Laogai hat geschrieben:Als -äh- "mutmaßlichen" Täter selbstredend erst recht nicht :wink:
Wenn Du nicht nur mutmaßlicher Täter wärst, dann sollte ich (aus Deiner Sicht) tatsächlich besser nicht Dein Ankläger sein und erst Recht nicht Dein Richter.
Sollte sich aber Deine Unschuld herausstellen, dann würde ich als Richter das entsprechend ebenso klar und deutlich in menem Urteil herausstellen - wie im umgekehrten Fall Deine Schuld :wink:
Anyway ...

Du kannst Dich gerne weiter ausschließlich auf den juristischen Punkt beziehen und das eigene Denken da meinetwegen unterlassen.
Ich tue Letzteres nicht - warte aber auch auf das, was bei den Ermittlungen zu Tage kommt.

Also abwarten und sehen, wer von uns wie richtig oder falsch mit seinen Statements lag.

Na ja, inhaltliche Statements hat ja nur einer von uns abgegeben - und das war ich.
Laogai hat geschrieben:Huch, ich wollte doch schon längst Mama Ajiate Gute Nacht gesagt haben :(
Bevor Mama Ajiate uns ohne Abendbrot ins Bett schickt, sage auch ich lieber ganz schnell und artig Gute Nacht :lol: :wink:

Re: Chinesische Studentin in Dessau vermisst

Verfasst: 27.05.2016, 10:18
von otternase

Re: Chinesische Studentin in Dessau vermisst

Verfasst: 27.05.2016, 20:42
von otternase
heute erschien beim MDR ein Kommentar, der meine Empfindungen und auch das, was viele Kollegen bei mir im Betrieb gesagt haben, sehr gut widerspiegelt:

http://sachsen-anhalt-live.mdr.de/Event ... /275799512

Speziell der letzte Satz "Seit heute kann ich mir alles vorstellen." bringt es auf den Punkt. Ich lebe ja schon ein paar Jahre in Dessau und die alljährlichen Demonstration im Januar der "Oury Jalloh-Das war Mord" Krakeler habe ich immer als Versammlung armer Irrer empfunden.
Seit heute liegt der Verdacht sehr nahe, dass hochrangige Polizisten einen Straftäter in der Verwandtschaft gedeckt haben, ja sogar versucht haben könnten, einen Mord zu vertuschen, vielleicht bereits im vergangenen Jahr einen Mord des gleichen Täters vertuscht haben!
Wenn ein Revierleiter einen mordenden Stiefsohn zu decken versucht, dann kann ich mir plötzlich auch vorstellen, dass in einem anderen Fall Polizisten mordende Kollegen gedeckt haben könnten!

Re: Chinesische Studentin in Dessau vermisst

Verfasst: 27.05.2016, 21:20
von ingo_001
Mitnichten sind das arme Irre - obwohl lautes Krakelen m.E. nicht die richtige Methode ist.
Sachliche, logsche Argumentation auf breiter öffentliicher Ebene, so sollte es korrekt gemacht werden.

Auch wenn Laogai jetzt im Dreieck springen sollte:

So wie von den Polizisten geschildert, kann Oury Jalloh nicht zu Tode gekommen sein - das ist logisch schlicht unmöglich.

Dabei ist es irrelevant, dass die betr. Polizisten sich gegenseitig mit ihren Aussagen gedeckt bzw. Alibis geliefert haben.
Das zynische daran: Die Justiz machte sich gar nicht die Mühe, die offenkundigen Ungereimtheiten weiter zu hinterfragen oder gar zu prüfen.
Einzig logischer Schluß: Die Justiz hatte kein Interesse daran, die tatsächlichen Ereignisse aufzuklären, die zu seinem Tod führten.

Dass das Verfahren 2014 schließlich nochmal aufgerollt wurde und "oh Wunder" festgestellt warde,
dass, Zitat: die Beteiligung Dritter als wahrscheinlich anzunehmen ist. spricht den vorherigen Ermittlingen und deren Ergebnis/Urteil zynischen Hohn und ist ein Schlag ins Gescht der UNABHNGIGEN Justiz.
Alles andere als ein Ruhmesblatt der dt. Justiz.

Der Fall hatte damals (mit Recht) hohe Wellen geschlagen und Entrüstung ausgelöst.
Mithin wieder ein Beleg, dass bei der Polizei im worst case davon ausgegangen werden muss, dass der Korpsgeist dort in bestimmten Fällen noch immer trägt - und im Zweifel höher gewichtet wird als die Ermittlungen so zu führen, wie sie sein sollen.
Und auch die Justiz ist da letztlich nicht frei von Schuld, sonst wäre nicht ein so offensichtlich falsches - und ich sage: vorsätzlich falsches - Urteil ergangen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Oury_Jalloh#cite_note-46

Ein klassisches Beispiel dafür, dass eigenes, logsches und auch kritisches Denken immer angesagt sein sollte - in allen Bereichen.

Immerhin scheint da die Justiz dazu gelernt zu haben, s. den aktuellen Fall.

Re: Chinesische Studentin in Dessau vermisst

Verfasst: 27.05.2016, 21:58
von otternase
"So wie von den Polizisten geschildert, kann Oury Jalloh nicht zu Tode gekommen sein - das ist logisch schlicht unmöglich."

Das wurde ja schon im ersten Verfahren 2008 vom Richter Steinhoff damals festgestellt, als er von "Schlamperei" und "Falschaussagen der Beamten" sprach, "die jede Chance auf ein rechtsstaatliches Verfahren sowie die Aufklärung des Sachverhaltes verhindert hätten"

Bislang jedoch war ich davon ausgegangen, dass die Wahrheit am ehesten zu finden war in der Aussage einer Polizistin, die diese jedoch widerrief, wonach Oury Jalloh nur oberflächlich und schlampig durchsucht, bevor er in die Zelle verbracht wurde, er dort offenbar im alkohol-/drogengetrübtem Denken glaubte, durch ein Feuer erreichen zu können, aus der Zelle herausgeholt zu werden und daher mt dem übersehenen Feuerzeug seine Matraze entzündete und dann um Hilf rief, der Dienststellenleiter während eines Telefonats jedoch die Gegensprechanlage zur Zelle abgeschaltet und einen auflaufenden Feueralarm wiederholt weggedrückt hätte, in der irrigen Annahme, die Anlage sei defekt, obwohl eine Reparatur der zuvor tatsächlich defekten und Fehlalarme auslösenden Anlage bereits Wochen zuvor ausgeführt worden war und dies ihm bekannt war. Also grobe Fahrlässigkeit, die dann durch schlampige Ermittlungen und Lügen versucht wurde zu vertuschen.
Auch heute halte ich diese Version für die Wahrscheinlichste.

Aber nicht mehr für die einzig Denkbare!
Dass Polizisten die Schlampereien und Fahrlässigkeit von Kollegen zu vertuschen versuchen, dass hielt ich immer für denkbar und möglich. Dass aber mehrere Polizisten einen von ihren Kollegen begangenen Mord decken würden, das hielt ich für nicht möglich. Seit heute jeoch kann ich mir plötzlich vorstellen, dass da wirklich Polizisten den "nervigen afrikanischen Dealer", mit dem sie immer wieder Scherereien hatten, gemeinschaftlich abgefackelt haben und die Kollegen sie gedeckt haben!

Re: Chinesische Studentin in Dessau vermisst

Verfasst: 27.05.2016, 22:39
von ingo_001
Man muss sich das mal auf der Zunge zergehen lassen:
Da wird von Privat-Personen (nicht von der Justiz, deren Aufgabe das ja sein sollte) ein zweites Gutachten in Auftrag gegeben.
Dieses deckt die Ungereimtheiten auf - warum kam das erste Gutachten nicht zum sellben Schluss?
M.E. war es stümperhaft gemacht oder ein Gefälligkeitsgutachten.

Und was kommt vom Staatsanwalt: Geheuchelte Überraschung über dessen Ergebnis ...

Dass Politik mitunter ein schmutziges Gecäft ist, ist bekannt.
Dass Selbiges auch auf die Justiz zutreffen kann leider auch.
Die Justiz hat die Möglichkeit (und auch die Pflicht) sich selbst (ihre Arbeit) zu kontrollieren, indem bei Verdacht auf ... "Ungereimtheiten" der betr. Fall von der nächst Höheren Instanz geprüft wird.

Leider passiert das i.d.R. nur durch öffentlichen Druck und auch erst nach Jahren.

Anderes Beispiel: Der Ehemann, der auf Betreiben von seiner Frau in die Psychatrie eingewiesen wurde.
Der betr. Richter, der das veranlasste, lies sichdie "Notwendigkeit" durch einen befreundeten Gutachter attestieren - so erschreckend einfach war das.
Und warum?
Weil der Ehemann der Frau es doch tatsächlich wagte diese wegen ihrer kriminellen Geschafte anzuzeigen.
Also wurde er einfach (im Wortsinn) in die Psychatrie verfrachtet.
Dort hielt man es nicht für nötig ihn überhaupt daruaf hin zu untersuchen, ob er tatsächlich so geistesgestört ist, wie es das Gutachten aussagte.

Ist s, als wenn man beim Blutspenden die Angeban zur Blutgruppe im Blutspenderpass ungeprüft übernimmt.
Das tut man aber natürlich nicht.
Bei JEDER Blutspende wird nicht nur die Blutgruppe immer wieder neu bestimmt, sondern auch (so weit wie möglich)ndas Blut selbst auf evtl. Krankheitserreger überprüft.
In jedem Fall erfolgen da MEHRERE Prüfungen.

Aber zum Einweisen eines unliebsamen Zeitgenossen, genügen ein befreundeter Amts-Richter, der seinerseits durch einen befreundeten Gutacher ein entsprechendes Gefälligkeitsgutachten erstellen lässt.
Somit hat im worst case EINE EINZIGE Person (wie in diesem Fall) die Macht einen Menschen "verschwinden" zu lassen ...

Frei nach dem Motto: Die "Götter in schwarz" sind immer unfehlbar und über jeden Zweifel erhaben.
Immer, wenn nur eine Person am Hebel sitzt, ist potentiellem Missbrauch Tür und Tor geöffnet.
Das Vier-Augen-Prinzip sollte da besser Einzug halten.

Ich hoffe, das die Justiz auch aus dem Fall die nötigen Lehren gezogen hat und das nicht mehr möglich ist.

Der Unfehlbarkeitsstatus der "Götter in weiß" is ja mittlerweile zum Glück Geschchte.

Das BVG ist ein sehr gutes Beispiel, wie sauber die Justiz arbeiten kann, wenn den die Varaussetzungen stimmen.

Re: Chinesische Studentin in Dessau vermisst

Verfasst: 27.05.2016, 22:47
von otternase
im konkreten Fall wäre es nach all diesen Entwicklungen gerade auch im Interesse des Ansehens Deutschlands und speziell Sachsen-Anhalts in der Welt und speziell in China jetzt wohl der geeignete Zeitpunkt, dass die Landesregierung bzw. das Innenministerium des Landes eine Einladung nach China sendet, dass China eigene Ermittler zur Unterstützung und als Beobachter nach Deutschland senden möge. Das wäre ein sehr markanter Schritt, aber wohl der einzig noch denkbare, um das Ansehen Sachsen Anhalts nach sovielen Pannen noch zu retten!