Vorschlag zum Eröffnen eines neuen Unterforums "Deutsch"

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ingo_001
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Re: Vorschlag zum Eröffnen eines neuen Unterforums "Deutsch"

Beitrag von ingo_001 »

Da muss ich erst 42 Jahre alt werden, um diese Bildungslücke zu schliessen :mrgreen:
Endlich kann ich wieder ruhig schlafen :mrgreen:

* Es gibt beim Erlernen jeder Sprache Dinge, die sich nicht in Regeln fassen lassen. Daher bleibt mitunter Nichts Anderes übrig, als zu sagen: "Das ist halt so."
Beispiele:
1. Warum sagt man zu kleinen Maden nicht Mädchen?
Kleine Affen werden ja auch als Äffchen bezeichnet.
2. Weltraumbahnhof - unlogischer gehts nicht:
Weit und breit keine Schiene - müsste (wie in der SciFi üblich) eigentlich Raumhafen heissen -> analog zu Flughafen.

Auf Wunsch kann ich noch andere Beispiele bringen.
Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist.

Die Logik ist Deine Freundin - Wünsch-Dir-Was und Untergangs-Propheten sind falsche Freunde.
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Re: Vorschlag zum Eröffnen eines neuen Unterforums "Deutsch"

Beitrag von happyfuture »

ingo_001 hat geschrieben:Auf Wunsch kann ich noch andere Beispiele bringen.
Bitte nicht,
nicht schon wieder .... :lol:

und RT befindet sich immer noch im Dornröschenschlaf?
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Hendrik
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Re: Vorschlag zum Eröffnen eines neuen Unterforums "Deutsch"

Beitrag von Hendrik »

ingo_001 hat geschrieben: * Es gibt beim Erlernen jeder Sprache Dinge, die sich nicht in Regeln fassen lassen. Daher bleibt mitunter Nichts Anderes übrig, als zu sagen: "Das ist halt so."
Ich lese hin und wieder ein paar Blogs zum Thema Linguistik und da werden Regeln zu Sachverhalten aufgezeigt, da fällt einem der Kinnladen runter. Bei mir fällte da der Kinnladen besonders tief, weil ich weit entfernt von einem Grammatikprofi bin. Allerdings bin ich schon besorgt wie leichtfertig mancheiner heute mit "Das ist halt so." umherschmeißt. Ein "Ich weiß es nicht." wäre da wesentlich ehrlicher.
.
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corneta
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Re: Vorschlag zum Eröffnen eines neuen Unterforums "Deutsch"

Beitrag von corneta »

Angelika hat geschrieben:Ist die Sachlage jetzt geklärter?
Also ich habs verstanden, obwohl ich bis zu deinem Post noch garnicht das Bedürfnis hatte, mir darüber Gedanken zu machen :wink: . Und es bestätigt mir wieder, ich wäre als Deutschlehrer eine Katastrophe :mrgreen: .
Hendrik hat geschrieben:Allerdings bin ich schon besorgt wie leichtfertig mancheiner heute mit "Das ist halt so." umherschmeißt. Ein "Ich weiß es nicht." wäre da wesentlich ehrlicher.


Das sehe ich ähnlich. Schon alleine hier im Forum gab es Erklärungen für den Gebrauch der deutschen Sprache, mit denen ich im Leben nicht gerechnet hätte. Und das ist ein "China-Forum" :wink: . Der Vorteil einer Muttersprache ist ja, dass man sowas wie ein "Nexusadverb" anwenden kann, ohne dass man überhaupt weiß, was das ist oder geschweige denn erklären kann. Das sagt aber noch lange nichts über das Vorhandensein oder Nichtvorhandensein einer Regel aus.
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Re: Vorschlag zum Eröffnen eines neuen Unterforums "Deutsch"

Beitrag von devurandom »

Angelika hat geschrieben: ....
Ist die Sachlage jetzt geklärter?
....
Aehem, ich bezweifle ernsthaft, ob das Wort "geklaert" eine Steigerungsform besitzt.

Gruss
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Re: Vorschlag zum Eröffnen eines neuen Unterforums "Deutsch"

Beitrag von incues »

devurandom hat geschrieben:
Angelika hat geschrieben: ....
Ist die Sachlage jetzt geklärter?
....
Aehem, ich bezweifle ernsthaft, ob das Wort "geklaert" eine Steigerungsform besitzt.

Gruss
/dev/urandom, Kuemmelspalter
Doch, das ist dann der Hyperlativ.
Es ist quasi das Schlupfloch der Grammatik. Aus Dingen, von denen es eigentlich keine Steigerung gibt, wird einfach die Hyperlative gebildet :-P
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Re: Vorschlag zum Eröffnen eines neuen Unterforums "Deutsch"

Beitrag von Taiyang »

corneta hat geschrieben: Der Vorteil einer Muttersprache ist ja, dass man sowas wie ein "Nexusadverb" anwenden kann, ohne dass man überhaupt weiß, was das ist oder geschweige denn erklären kann. Das sagt aber noch lange nichts über das Vorhandensein oder Nichtvorhandensein einer Regel aus.
Das bekräftigt aber auch das Argument, dass die besten Sprachlehrer (für Grammatik) tatsächlich eben gerade nicht Muttersprachler sind. Für Aussprache usw. ist ein Muttersprachler unabkömmlich, aber zum Grammatikerklären definitiv nicht.

Ich finde allerdings "das ist halt so" als Erklärung auch besser... weil irgendwie verinnerlicht sich dann eine Konstruktion oder ein Wort schneller und besser, als jedes Mal beim Sprechen zu überlegen "wie war das auch gleich mit der Grammatik und dem Nexusadverb?" Und die wenigsten wollen doch Satzbauteile korrekt benennen können...; es geht doch mehr ums Anwenden. :mrgreen:
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Re: Vorschlag zum Eröffnen eines neuen Unterforums "Deutsch"

Beitrag von ingo_001 »

devurandom hat geschrieben:
Angelika hat geschrieben: ....
Ist die Sachlage jetzt geklärter?
....
Aehem, ich bezweifle ernsthaft, ob das Wort "geklaert" eine Steigerungsform besitzt.

Gruss
/dev/urandom, Kuemmelspalter
Hmmm ... :idea:
geklärt -> geklärter -> am Geklärtesten :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:

Die deutsche Sprache ist ja so flexibel :wink:
Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist.

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Re: Vorschlag zum Eröffnen eines neuen Unterforums "Deutsch"

Beitrag von incues »

ingo_001 hat geschrieben:
devurandom hat geschrieben:
Angelika hat geschrieben: ....
Ist die Sachlage jetzt geklärter?
....
Aehem, ich bezweifle ernsthaft, ob das Wort "geklaert" eine Steigerungsform besitzt.

Gruss
/dev/urandom, Kuemmelspalter
Hmmm ... :idea:
geklärt -> geklärter -> am Geklärtesten :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:

Die deutsche Sprache ist ja so flexibel :wink:
Im Bezug auf ein Klärbecken wäre das wohl die geeignete Steigerung XD
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Re: Vorschlag zum Eröffnen eines neuen Unterforums "Deutsch"

Beitrag von bossel »

Angelika hat geschrieben:Zur Wortartfrage: "nämlich" ist ein - bitte anschnallen - Nexusadverb (manche Grammatiken sagen auch Konjunktional-Adverb).
[...]
ich kann dir in dem Zusammenhang die Textgrammatik von Weinrich empfehlen, die bezieht ausführlich Stellung.
& jetzt können wir uns wieder losschnallen & diese Soße vergessen. Linguistik ist nunmal zu weiten Teilen keine exakte Wissenschaft & Weinrichs Nexusadverbien als solche alles andere als allgemein akzeptiert.

Meine Gegenempfehlung:
Partikeln - Übersicht
"Die jeweils angesetzten Kriterien bzw. Betrachtungsperspektiven spielen eine wichtige Rolle bei den Einteilungen: So schreibt Engel (1988) im Zusammenhang zu seinen Erläuterungen zu den Rangierpartikeln - denen er bspw. Attribute wie Vorfeld- bzw. Erststellenfähigkeit, Ausdruck der Sprechereinstellung zum Sachverhalt, Bewertungsfähigkeit durch Bezug auf Normen und In-Beziehung-Setzung von Sachverhalten sowie fehlende Fähigkeit, als Antwort fungieren zu können, zuschreibt - zu den Wörtern auf -weise, die ansonsten meistenteils den Modalpartikeln/Modalwörtern zugeordnet werden: "Wie die Beispiele zeigen, verteilen sich die Wörter auf -weise auf Adverbien, Modal- und Rangierpartikeln, je nachdem, ob sie bestimmte Antwortfunktionen übernehmen können oder nicht." (ebd.: 763). Dass diese Kategorie eine ähnlich problematische wie die der Abtönungspartikeln ist, zeigt auch der Vergleich zu Weinrich (1993). Dort werden im Rahmen der Argumentations-Adverbien - neben der Kategorie der Geltungs-Adverbien - sogenannte "Nexus-Adverben" (dort in Klammern auch Konjunktional-Adverbien genannt) angeführt (vgl. ebd.: 600 ff.), die aufgrund ihrer jungierenden Kraft eine "Zwischenstellung zwischen Adverbien und Konjunktionen" einnehmen würden und denen syntaktisch (Vor- und Mittelfeldfähigkeit) wie semantisch (In-Beziehung-Setzung, adversative und konzessive Funktionen der Begründung, nur applikative Verwendung) ähnliche Attribute zugeschrieben werden, deren Elemente allerdings wiederum stark heterogen sind und zudem von denen der anderen Grammatiken abweichen."

Warum sollte man Schüler & Studenten mit linguistischem Gefachsimpel verwirren?
Man muss sie ja nicht gleich mit lateinischem Fachwortschatz traktieren.
Eben.



ingo_001 hat geschrieben:1. Warum sagt man zu kleinen Maden nicht Mädchen?
Schlechtes Beispiel. Simple Erklärung: Wegen der Verwechslungsgefahr.
Geht auch komplizierter. Spare ich mir aber. (Sowieso keine Zeit.)



corneta hat geschrieben:Das sagt aber noch lange nichts über das Vorhandensein oder Nichtvorhandensein einer Regel aus.
Das Vorhandensein einer Regel sagt aber noch lange nichts über deren Wert für den Lernenden aus.



Taiyang hat geschrieben:Das bekräftigt aber auch das Argument, dass die besten Sprachlehrer (für Grammatik) tatsächlich eben gerade nicht Muttersprachler sind.
Der Grund ist aber nicht so sehr, weil die Lerner so einen übermäßig komplizierten (relativen) Nonsens wie Regeln für "Nexusadverbien" lernen müßten (oder sollten), sondern weil die Erklärung in der Muttersprache erfolgen kann.
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Re: Vorschlag zum Eröffnen eines neuen Unterforums "Deutsch"

Beitrag von Hendrik »

bossel hat geschrieben:
corneta hat geschrieben:Das sagt aber noch lange nichts über das Vorhandensein oder Nichtvorhandensein einer Regel aus.
Das Vorhandensein einer Regel sagt aber noch lange nichts über deren Wert für den Lernenden aus.
Ist das aber nicht auch eine Frage des Lernstils? Wenn jemand anderes sich mit "Das ist halt so" zufrieden gibt, dann soll es so sein. Ich persöhnlich lerne aber sehr gerne etwas über die Regeln, die die Sprache zusammenhalten. Vor allem weil ich mit Regeln ähnlich Probleme leichter lösen kann.

Beispiel:
"Dort steht ein schönes Haus." <- Kann man da einfach "schön" vor ein Substantiv schreiben? Ist halt so. Jetzt stolpere ich über den Satz "Dort steht ein kleines Haus" Kann ich "klein" vor ein Substantiv setzen? Keine Ahnung, nochmals den Lehrer fragen.

Beispiel zwei:
"Dort steht ein schönes Haus." <- Kann man da einfach "schön" vor ein Substantiv schreiben? Regel: Adjektive darf man vor Substantive setzen. Jetzt stolpere ich über den Satz "Dort steht ein kleines Haus" Kann ich "klein" vor ein Substantiv setzen? Klein ist ein Adjektiv, passt also. Weiter gehts.

Am Rande bemerkt, klingt "Das ist halt so" wie ein Satz, den man sicher sehr oft in Religionslehren zu hören bekommt. Es steht im heiligen Buch, deshalb ist es halt so.
.
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Re: Vorschlag zum Eröffnen eines neuen Unterforums "Deutsch"

Beitrag von de guo xiong »

Hendrik hat geschrieben:
Am Rande bemerkt, klingt "Das ist halt so" wie ein Satz, den man sicher sehr oft in Religionslehren zu hören bekommt. Es steht im heiligen Buch, deshalb ist es halt so.
Das erinnert mich eher an den Satz: "Es steht im Duden, deshalb ist das so" :)

de guo xiong, der sich nicht erinnern kann, den oben genannten Satz, im Religionsuntericht gehört zu haben
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Re: Vorschlag zum Eröffnen eines neuen Unterforums "Deutsch"

Beitrag von bossel »

Hendrik hat geschrieben:Ist das aber nicht auch eine Frage des Lernstils?
Bei Einzelunterricht ist das sowieso individuell unterschiedlich. Da sollte man sich als Lehrer nach den Anforderungen der jeweiligen Person richten. Wenn man eine Klasse unterrichtet, funktioniert das aber leider nicht. (Wenn jemand tatsächlich Interesse an weitergehenden Erklärungen hat, muß man sich halt nach Stundenende kurz zusammensetzen.)

"Das ist halt so." würde ich aber auch in der Klasse nicht benutzen.

Am Rande bemerkt, klingt "Das ist halt so" wie ein Satz, den man sicher sehr oft in Religionslehren zu hören bekommt. Es steht im heiligen Buch, deshalb ist es halt so.
Der Satz ist ja auch Schwachsinn, von daher paßt er zu heiligen Büchern.

Regeln haben ihren Platz im Sprachenunterricht. Ich bezweifle aber stark, daß eher linguistisch(-philosophisch)e "Erklärungen" - wie hier zum Nexusadverb - der Mehrzahl der Lerner viel bringen.
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Re: Vorschlag zum Eröffnen eines neuen Unterforums "Deutsch"

Beitrag von Angelika »

Aha, man ist also doch böse geworden:
bossel hat geschrieben: & jetzt können wir uns wieder losschnallen & diese Soße vergessen. Linguistik ist nunmal zu weiten Teilen keine exakte Wissenschaft & Weinrichs Nexusadverbien als solche alles andere als allgemein akzeptiert.
... so einen übermäßig komplizierten (relativen) Nonsens wie Regeln für "Nexusadverbien"
Die Mitteilung, dass Linguistik "zu weiten Teilen" keine Chemie ist, will ich dahingestellt sein lassen. Die weiteren Folgerungen aus dieser schlichten Erkenntnis allerdings nicht. Dazu müsste man mir zumindest erklären, wo in der folgenden "Gegenempfehlung" eigentlich das "gegen" steckt:
bossel hat geschrieben:Meine Gegenempfehlung:
Partikeln - Übersicht
"Die jeweils angesetzten Kriterien bzw. Betrachtungsperspektiven spielen eine wichtige Rolle bei den Einteilungen: So schreibt Engel (1988) im Zusammenhang zu seinen Erläuterungen zu den Rangierpartikeln - denen er bspw. Attribute wie Vorfeld- bzw. Erststellenfähigkeit, Ausdruck der Sprechereinstellung zum Sachverhalt, Bewertungsfähigkeit durch Bezug auf Normen und In-Beziehung-Setzung von Sachverhalten sowie fehlende Fähigkeit, als Antwort fungieren zu können, zuschreibt - zu den Wörtern auf -weise, die ansonsten meistenteils den Modalpartikeln/Modalwörtern zugeordnet werden: "Wie die Beispiele zeigen, verteilen sich die Wörter auf -weise auf Adverbien, Modal- und Rangierpartikeln, je nachdem, ob sie bestimmte Antwortfunktionen übernehmen können oder nicht." (ebd.: 763). Dass diese Kategorie eine ähnlich problematische wie die der Abtönungspartikeln ist, zeigt auch der Vergleich zu Weinrich (1993). Dort werden im Rahmen der Argumentations-Adverbien - neben der Kategorie der Geltungs-Adverbien - sogenannte "Nexus-Adverben" (dort in Klammern auch Konjunktional-Adverbien genannt) angeführt (vgl. ebd.: 600 ff.), die aufgrund ihrer jungierenden Kraft eine "Zwischenstellung zwischen Adverbien und Konjunktionen" einnehmen würden und denen syntaktisch (Vor- und Mittelfeldfähigkeit) wie semantisch (In-Beziehung-Setzung, adversative und konzessive Funktionen der Begründung, nur applikative Verwendung) ähnliche Attribute zugeschrieben werden, deren Elemente allerdings wiederum stark heterogen sind und zudem von denen der anderen Grammatiken abweichen."
Hier wird nicht der Verfasser der "Textgrammatik" als problematisch bezeichnet, sondern eine bestimmte Kategorie von Wörtern. Dass man dazu zwei verschiedene linguistische Ansichten zitiert, ist ein Beleg für die Vertracktheit des Gegenstands und will weder Engel noch Weinrich an den Karren fahren. Im Gegenteil unterstellt die Gegenüberstellung eine ausgesprochene Wertschätzung für beide Seiten.

Dass der Freund der exakten Wissenschaften ausgerechnet auf dieses - für seine Stoßrichtung ungeeignete - Zitat verfiel, erklärt sich mir nur so, dass er den von mir in die Runde geworfenen Begriff "Nexusadverb" einfach mal in die Suchmaschine getippt hat. Wenn man das tut, stößt man tatsächlich gleich an zweiter Stelle - an der ersten steht jetzt dieser thread aus dem China-Forum - auf den Link, den er sich zu seiner "Gegenempfehlung" heranzieht. Wieso der für sich eher unschuldige Begriff jemanden in solche Erregungszustände versetzen kann, dass er gleich einen ihm sichtlich wenig bekannten Wissenschaftler verunglimpfen muss, weiß ich nicht. Die Praxis des wild Herumgoogelns ist allerdings nicht so geeignet, den erkennbaren Anspruch auf allumfassende Kompetenz zu stützen.

Zu den eher sachbezogenen Äußerungen:
Hendrik hat geschrieben:
bossel hat geschrieben:
corneta hat geschrieben:Das sagt aber noch lange nichts über das Vorhandensein oder Nichtvorhandensein einer Regel aus.
Das Vorhandensein einer Regel sagt aber noch lange nichts über deren Wert für den Lernenden aus.
Ist das aber nicht auch eine Frage des Lernstils?
Natürlich ist es das. Die Lerner unterscheiden sich doch nach Alter, Vorbildung und gewohntem Unterricht: Kinder lernen anders als Erwachsene, Leute, die die Erfahrung mit einer Fremdsprache bereits hinter sich haben anders als solche, die womöglich erst alphabetisiert werden müssen. Und chinesische Lernende haben mit der deutschen Sprache andere Probleme als Schweden - in vielerlei Hinsicht. Regeln ja oder nein und wenn ja, dann wie - das entscheidet sich nach solchen Kriterien (und nicht nach der Abzählmethode, die hier vorgeschlagen wird: Einzelunterricht so und Klasse anders).

Dass für erwachsene Lerner mit dem Anspruch über ein "Überlebensdeutsch" hinaus zu kommen, Regeln eine Ökonomisierung darstellen, hat Hendrik mit seinen zwei Beispielen ja deutlich gemacht. Mindestens in der deutschen Sprache braucht man, um zu wissen, wohin ein Wort im Satz gehört und wie es sich da gegebenenfalls verändert, auch ein Wissen um die Wortart (in seinem Beispiel war es das Adjektiv). Dass die Einordnung mitunter schwierig wird, hat Royaltramp in seinem Eingangspost sehr plastisch vorgestellt: Schüler stoßen auf "nämlich", das wie ein Adverb ausssieht und funktioniert und plötzlich zu einer Art Konjunktion mutiert und schreien dann "why?" Na schön, dann sucht man halt herum, um was für ein Dings es sich hier handelt. Meistens findet sich eine Erklärung. Die bei Weinrich heißt "Nexusadverb". Wie man es benennt, ist eigentlich shitegal, aber meistens wollen die Namen was sagen, hier: Januskopf - es verbindet wie eine Konjunktion und verhält sich dann wieder wie ein Adverb.

Mit solchen Fragen schlagen sich also die "zu weiten Teilen" unexakten Linguisten herum (allerdings tun sie das - unexakt, wie sie sind - unter Verzicht auf Worte wie "Soße" oder "Nonsens")

Dass diese Fragen dem Muttersprachler erst mal unbekannt sind, ist klar. Er lebt - völlig zu Recht - den Unterschied von "können" und "kennen": Er kanns - das Sprechen, Schreiben und Verstehen in seiner Sprache. Aber er kennt sie nicht, die Regeln und Ausnahmen, die Fallstricke und die Erklärungsmodelle. Stimmt deshalb diese Schlussfolgerung?
Taiyang hat geschrieben: Das bekräftigt aber auch das Argument, dass die besten Sprachlehrer (für Grammatik) tatsächlich eben gerade nicht Muttersprachler sind. Für Aussprache usw. ist ein Muttersprachler unabkömmlich, aber zum Grammatikerklären definitiv nicht.
Nö, ich würde den Satz schon anders gewichten: Muttersprachlichkeit allein garantiert in der Tat überhaupt nichts. Aber dass die Zielsprache für den Lehrer schon einmal Fremdsprache war, auch nicht. Er hat dem Muttersprachler nur das voraus, was der sich für seinen Beruf noch antun muss: Die eigene Sprache von außen ansehen, als wäre sie eine fremde. Das macht übrigens Spaß. Ist aber etwas aufwändiger als eine Suchmaschine anzuwerfen.

Ingos Frage
ingo_001 hat geschrieben:1. Warum sagt man zu kleinen Maden nicht Mädchen?
habe ich mit Entzücken gelesen und unter "Dada lebt" verbucht. Die Antwort des Spezialisten für alles Exakte bot allerdings schon wegen ihres wichtigtuerischen Gestus weniger Hoffnung auf vergleichbare Komik:
bossel hat geschrieben:Schlechtes Beispiel. Simple Erklärung: Wegen der Verwechslungsgefahr.
Geht auch komplizierter. Spare ich mir aber. (Sowieso keine Zeit.)
In welchem Kontext dräut da die Gefahr? Vielleicht beim "Klagelied eines Knaben auf ein totes Mädchen/eine tote kleine Made?"

Na gut, belassen wirs bei "Ist halt so".

Angelika
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Re: Vorschlag zum Eröffnen eines neuen Unterforums "Deutsch"

Beitrag von corneta »

@ Angelika

Super Beitrag, wirklich. Sag Bescheid, wenn dein Buch fertig ist, denn wenn es von ähnlicher Qualität ist, wie deine Beiträge hier, dann darf man gespannt sein.

@ bossel

Handlungsanweisung zur Beantwortung von Angelikas Post:

Zwei mal lesen, sacken lassen und dann erst in einem möglichst ausgeschlafenem Zustand eine Antwort posten :wink: .
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