Re: VR China - quo vadis?
Verfasst: 30.06.2022, 15:54
[enfternt]
Lieber otternase,otternase hat geschrieben: 30.06.2022, 15:40 in der Theorie stimmt das. ABER: parallel dazu haben auch die USA und Europa den Weg eines wirtschaftlichen Niedergangs ziemlich bewusst gewählt, ebenso wie China durch Währungspolitik, Schuldenpolitik, Ausverkauf und Zerstörung von wirtschaftlichen Kernfeldern, Schaffung von Abhängigkeiten von unsicheren Partnern und Involvierung in bewaffnete Auseinandersetzungen.
Mein Gefühl derzeit ist, dass wir geradezu einem Wettlauf des Stürzens der größten Wirtschaftsmächte zuschauen und da ist keineswegs klar, dass China "gewinnt"...
Ich würde da die Demografie nennen. Bislang waren die Prognosen, die man immer wieder gelesen hat, dass die Bevölkerungsgröße Chinas 2030 ihren Höhepunkt erreicht und sich dann bis zum Jahr 2100 halbieren könnte.
Besonders hervorheben möchte ich den letzten Absatz, der vermutlich eine gute Interpretation der Lage darstellt:Rette sich, wer kann – warum immer mehr Chinesen auswandern wollen
Viele junge und gebildete Chinesinnen und Chinesen sehen für sich in China keine Zukunft mehr. Doch die Regierung will einen Exodus unbedingt verhindern – mit mehr als fragwürdigen Methoden.
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So wie Ya Dong und seine Familie machen es immer mehr Chinesinnen und Chinesen. Unzufrieden mit den Zuständen in China, suchen sie nach Wegen, die Heimat zu verlassen und im Ausland neu anzufangen. Die Gründe reichen von den rasant steigenden Lebenshaltungskosten über die schlechteren Job- und Karriereaussichten und den Druck im Bildungswesen bis zu den immer enger werdenden Freiräumen, seit der Staats- und Parteichef Xi Jinping am Ruder ist. Als Ende letzten Jahres dann auch noch die Omikron-Variante des Coronavirus in China ankam und die Behörden immer öfter grossflächige Lockdowns verhängten, bekam die Bewegung zusätzlichen Schub.
So hatte am 3. April die Zentralregierung in Peking noch einmal unterstrichen, man werde unter allen Umständen an der Zero-Covid-Strategie festhalten. An diesem Tag stieg die Zahl der Suchanfragen im chinesischen Internet nach dem Begriff «Emigration» um 440 Prozent. Das Technologieunternehmen Tencent berichtete, die Zahl der Suchanfragen nach der Formulierung «Bedingungen für die Übersiedlung nach Kanada» sei in der Woche vom 28. März bis zum 3. April um 2846 Prozent gestiegen.
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Beinahe zeitgleich mit dem sprunghaften Anstieg der Suchanfragen hatten die Lokalbehörden die 26 Millionen Einwohner Schanghais in den Lockdown geschickt. Ya Dong und seine Familie beobachteten die Entwicklungen von Chiang Mai aus. «Wir haben uns grosse Sorgen um unsere Freunde in Schanghai gemacht», sagt er, «weil wir sahen, dass die Versorgung mit Lebensmitteln nicht funktionierte.» Jetzt ist die Familie froh, nicht mehr in China zu sein. Ya Dong sagt: «Wir haben hier jeden Tag rund 1000 Neuinfektionen, aber wir leben mit dem Virus.» Nur wenige Thailänder trügen noch Masken.
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Viele junge, weltoffene Chinesen denken ähnlich wie Ya Dong. Einige sagen von sich, sie seien «Anhänger der Run-Philosophie». Der Name basiert auf dem englischen «run», rennen im Sinne von «wegrennen». Im Chinesischen aber wird er mit einem identisch klingenden Schriftzeichen geschrieben, das «feucht» oder «glitschig» bedeutet. Auf diese Weise versuchen die Run-Anhänger, der strikten Zensur in China zu entkommen.
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Das südchinesische Shenzhen, wo Jasmine wohnt, sei anders, glaubte sie. Dank einer gewissen Liberalität wurde die Metropole direkt neben Hongkong zur erfolgreichsten Sonderwirtschaftszone des Landes. Das zog auch Ausländer an – Amerikaner und Serben, Brasilianer und Russen. «Ich traf viele Leute aus der ganzen Welt, ohne zu reisen», sagt Jasmine, die für eine ausländische Tech-Firma arbeitet. «Ich genoss mein Leben in Shenzhen – vorher.»
Im dritten Jahr der Pandemie hat sich auch in Shenzhen einiges geändert. Schätzungsweise die Hälfte der Ausländer hat China definitiv verlassen oder bekommt kein neues Visum zur Wiedereinreise. Viele Pubs und westliche Restaurants mussten schliessen. Und die Bewohner Shenzhens sind offensichtlich nicht so liberal, wie Jasmine immer dachte.
Ihr Aha-Erlebnis waren zwei Lockdowns im Frühjahr. Zuerst machte Jasmines Quartier dicht wegen einer Handvoll Corona-Fälle. Vier Tage sollte der Lockdown dauern, im letzten Moment wurde er um vier Tage verlängert. «Es gab keine neuen Fälle, trotzdem mussten wir drinnen bleiben.»
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Nach dem Lockdown wollten Nachbarn von Jasmine, die sich ausserhalb Shenzhens befanden, in ihre Wohnungen zurückkehren. Die Quartierverwaltung habe das verweigert, erzählt sie. Obwohl die Nachbarn wie verlangt an vier Tagen hintereinander negativ getestet worden seien und grüne QR-Codes in den verpflichtenden Covid-Apps gehabt hätten.
Die betroffenen Nachbarn schilderten ihre Lage in der Chat-Gruppe der Bewohner ihres Wohnhauses und hofften auf Hilfe, wie Jasmine sagt. Doch viele Anwohner hätten nur geantwortet: «Kommt nicht zurück.» Sie befürchteten, die Rückkehrer könnten sich auf dem Weg durch die Stadt anstecken. Die 20-Millionen-Metropole meldete damals rund ein Dutzend neuer Infektionen am Tag. Jasmine konnte es kaum glauben.
Als kurz darauf die gesamte Stadt in den Lockdown ging, wurde es Jasmine definitiv zu viel. «Die Mehrheit der Leute folgt einfach blind den Regeln, ohne zu überlegen: Gibt es vielleicht einen besseren Weg?» Jasmine ärgert zum Beispiel, dass viel mehr Ressourcen in Pflichttests für die gesamte Stadtbevölkerung gehen als in Covid-Impfungen.
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Eine Firma, die von emigrationswilligen Chinesinnen und Chinesen wie Jasmine profitiert, ist die Kanzlei Ying Zhong Law Office in Peking. Sie hat sich auf die Beratung rund um das Thema Emigration spezialisiert. Die Anfragen seien in den vergangenen Monaten regelrecht explodiert, sagt einer der Berater am Telefon. Zwar sei es inzwischen deutlich schwieriger auszuwandern als noch vor einigen Jahren, doch Möglichkeiten gebe es immer noch.
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Doch wer ein Visum beantragen möchte, braucht zunächst einen Reisepass, und den bekommt in jüngster Zeit kaum noch ein Chinese. Neue Reisedokumente stellen die chinesischen Behörden nur noch in Ausnahmefällen aus; abgelaufene Pässe werden nur noch selten verlängert. Im Mai erliess die Regierung zudem neue Vorschriften, nach denen Auslandsreisen nur noch in wichtigen Fällen gestattet sind, etwa wenn ein Familienmitglied im Ausland schwer erkrankt ist.
Die Regierung begründet die Massnahmen mit dem Schutz vor möglichen eingeschleppten Corona-Infektionen. In Wahrheit fügen sich die neuen Richtlinien in einen generellen Trend, im Zuge dessen China sich mehr und mehr vom Rest der Welt abkapselt und die Regierung immer mehr versucht, das Volk von Kontakten mit Ausländern abzuschneiden. Chinesen möchten bitte nach innen, auf die eigene Kultur und Historie schauen, fordert Partei- und Staatschef Xi Jinping regelmässig.
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In den vergangenen Wochen ist es häufiger vorgekommen, dass heimkehrenden Chinesen bei der Einreise die Pässe ungültig gestempelt wurden.
Für eine chinesische Geschäftsfrau, die seit mehreren Jahren in der Schweiz lebt und mit einem Schweizer verheiratet ist, hat das gravierende Folgen. Die Frau hat eine mittelgrosse Firma in China. Normalerweise fliegt sie viermal im Jahr für mehrere Wochen nach Schanghai oder Peking und leitet dort die Geschäfte. Doch damit ist nun Schluss, denn sie fürchtet, China nicht mehr verlassen zu können. Nun steht sie beinahe täglich nachts auf, um per Videoschalte die Geschäfte zu steuern.
«Wenn man das Fenster öffnet, kommen Sonnenschein und frischer Wind ins Haus, aber auch Fliegen», hielt Deng Xiaoping in den ersten Jahren der Reform- und Öffnungspolitik seinen Gegnern entgegen, die eine «geistige Verschmutzung» durch fremdes Gedankengut fürchteten.
Xi, so hat es den Anschein, hat entschieden, das Fenster zu schliessen. Es dürften weniger Fliegen ins Land kommen, aber wohl auch weniger frischer Wind und Sonnenschein.
Der gesamte Artikel deckt sich vollständig mit meinen Erfahrungen und Eindrücken.otternase hat geschrieben: 04.07.2022, 11:14 Die Gründe reichen von den rasant steigenden Lebenshaltungskosten über die schlechteren Job- und Karriereaussichten und den Druck im Bildungswesen bis zu den immer enger werdenden Freiräumen, seit der Staats- und Parteichef Xi Jinping am Ruder ist. Als Ende letzten Jahres dann auch noch die Omikron-Variante des Coronavirus in China ankam und die Behörden immer öfter grossflächige Lockdowns verhängten, bekam die Bewegung zusätzlichen Schub.
Sicher ein sehr wichtiger Punkt, selbst wenn die Zahlen von Peter Zeihan nicht stimmen sollten.oyster hat geschrieben: 02.07.2022, 07:43
Ich würde da die Demografie nennen. Bislang waren die Prognosen, die man immer wieder gelesen hat, dass die Bevölkerungsgröße Chinas 2030 ihren Höhepunkt erreicht und sich dann bis zum Jahr 2100 halbieren könnte.
Der streitbare "geopolitische Analyst" Peter Zeihan verweist auf aktuell geleakte Zahlen aus China, die auf eine deutlich beschleunigte Entwicklung hinweisen. Demnach könnte China schon dieses Jahr den Bevölkerungshöchststand erreicht haben und sich schon bis 2070 halbieren.
Er zitiert das in unzähligen Videos. Hier ein Beispiel:
https://www.youtube.com/watch?v=vo3J0UwtGJ0
Oyster
einerseits mag das stimmen.TomXian hat geschrieben: 04.07.2022, 16:54 Nach 25 Jahren "Verbots-Knick" [analog dem Pillen-Knick in Deutschland] ist die logische Konsequenz, dass die Bevölkerung überaltert.
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Ich beobachte schon seit längerem, dass dieses "System" an seine Grenzen kommt, die "Jungen" sind bereits an der Leistungsgrenze.
Ja, beim Thema Demografie haben wir in D auch ein ernstes Problem. Nur den Punkt mit den "vor allem Billiglöhner" sehe ich aus persönlicher Erfahrung etwas anders. In meinem Umfeld gibt es erhebliche Zuwanderung hochqualifizierter Arbeitskräfte. Sowohl im Job, im Freundeskreis und in der Familie. China hat meines Wissens bezogen auf seine Größe faktisch keine Zuwanderung.otternase hat geschrieben: 04.07.2022, 18:02 1) das System in Deutschland kommt gleichermassen an seine Grenzen und die Jungen beginnen ebenfalls, darunter zu leiden! "Sozialleistungen", oder auch "Wählergeschenke" vertuschen momentan noch das Problem, verzögern es und führen dazu, dass es nur noch schlimmer kommen wird! Die Lösungsansätze in Deutschland sind kaum geeignet, dem beizukommen. Private Vorsorge ist zu kompliziert und zu eng gestaltet, Einwanderung erhöht nur noch die Belastungen des Sozialsystems, weil die Abgabenlasten und das Sozialsystem in Deutschland vor allem Geringgebildete anlockt (und Arbeitgeber bei der Anstellung von Ausländern auch vor allem nach Billiglöhnern gieren und nicht nach Experten)! Die Gebildeten, die gutverdienenden Fachkräfte gehen sowieso lieber in andere Ländern mit höheren Löhnen und geringeren Steuern und Abgaben!
2) Hätte China keinen "Verbots-Knick" gehabt, dann wäre der wirtschaftliche Aufstieg der letzten Jahrzehnte nie erreicht worden. Dann würde China sehr wahrscheinlich ebenso wie noch zuletzt 1981 sich von Hungersnot zu Hungersnot hangeln... In den letzten drei Jahrzehnten hat China eine Substanz geschaffen, die ohne Geburtenknick nie erreicht worden wäre.
Ich stimme dem Geschriebenen zu großen Teilen zu. Möchte aber zu bedenken geben, dass sogar innerhalb der EU nicht nur im ersten Lockdown Anfang 2020, wo man noch nicht viel über Corona wusste und daher eine gewisse Panik verständlich war, sondern auch noch im letzten Winter, wo man es wahrlich besser hätte wissen können, auch innerhalb der EU die Reisefreiheit massiv beschränkt war! Und dass einige "demokratische" Staaten noch lange ebenso rigide Vorschriften hatten, allen voran Australien und Neuseeland!Thema des Tages: China ist in die Mao-Zeit zurückgefallen
«Die Basis, DER ARBEITER, DAS VOLK, DIE WERKTÄTIGEN, sind ihrer Regierung ausgesetzt wie dem Wetter, das man nicht machen kann», schrieb Max Frisch in sein Tagebuch in Bezug auf die Bürger der DDR, als er im zweigeteilten Berlin der 1970er Jahre lebte.
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Dasselbe galt damals für die Chinesen im kommunistischen China unter Mao Zedong. Auch sie waren ihrer Regierung ausgesetzt wie dem Wetter: Die Menschen assen, was der Staat ihnen vorsetzte. Sie wiederkäuten politische Slogans, die der Staat ihnen vorgab. Sie lebten, wo der Staat wollte. Von einer Auslandreise wagten sie nicht einmal zu träumen.
In dieses Zeitalter der umfassenden sozialen Kontrolle ist China seit Ausbruch der Corona-Pandemie 2020 zurückgefallen. Die Reise- und Bewegungsfreiheit – eine der grössten Errungenschaften an persönlichen Freiheiten seit der Öffnung des Landes nach dem Tod Maos – sind seit mehr als zwei Jahren Geschichte.
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Der Reisepass war das Symbol dieser Freiheit. Nur etwa 10 Prozent der Chinesinnen und Chinesen besitzen ein solches Dokument, das ihnen das Tor zur Welt öffnet. Insbesondere seit China Ende 2001 der Welthandelsorganisation beigetreten war, begannen die Chinesen mit steigendem Wohlstand und immer mehr Ferientagen die Welt zu bereisen. Nach Angaben der Welttourismusorganisation der Vereinten Nationen gaben chinesische Touristen im Jahr 2019 über 250 Milliarden Dollar im Ausland aus.
Die zunehmenden Alltagsfreiheiten im Vergleich zur Mao-Ära haben die Zuversicht der Chinesen auf die Zukunft ihres Landes gestärkt. Dem Einzelnen ging es schliesslich immer besser, denn wer Geld und Freizeit hat, kann das Leben geniessen: essen, was das Herz begehrt, in Bars und Klubs feiern, nach Thailand ans Meer reisen.
Doch seit der Pandemie stellen Chinas Behörden kaum noch neue Reisepässe aus. Sie verweigern die Verlängerung von auslaufenden Pässen. Seit diesem Jahr gibt es Berichte, dass Behörden und Firmen sogar gültige Pässe einziehen oder entwerten.
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Wie in der DDR darf nur noch eine Reise-Elite das Land verlassen, zum Beispiel Angestellte von chinesischen Unternehmen im Ausland oder Auslandstudenten. Verwandtenbesuche im Ausland stellen keinen triftigen Reisegrund dar. Internationale Flüge gibt es kaum noch, die Ticketpreise sind horrend, Quarantäneregeln eine Schikane. Auch das Grundrecht, als Staatsangehöriger in sein eigenes Land zurückzureisen, ist für Auslandchinesen eingeschränkt. Familien bleiben getrennt.
«Zero Covid» als Vorwand für mehr Überwachung
Dazu kommt, dass auch im Inland die Bewegungsfreiheit beschnitten wird. Mit QR-Gesundheits-Codes, willkürlichen Lockdowns und Quarantäneregeln wird den Chinesinnen das Bereisen ihres eigenen Landes madig gemacht. Gleichzeitig nimmt die Kontrolle zu – der Staat weiss genau, wer wohin reist, wer sich wann an welchem Ort zum Testen meldet. Die Willkür der Massnahmen hat zum Zweck, das Gefühl der Machtlosigkeit des Einzelnen zu zementieren und zu zeigen, wer am längeren Hebel sitzt: der «grosse Bruder».
Der vorgeschobene Grund für diese Politik ist die Volksgesundheit, das Interesse des Kollektivs soll vor den Rechten Einzelner geschützt werden. Doch dem Partei- und Staatschef Xi Jinping dürfte es vielmehr um die geistige Abschottung und soziale Kontrolle des Volks gehen. Wenn chinesische Touristen mit eigenen Augen sehen würden, wie Europäer wieder ohne Maske und ohne Impfzertifikats-Kontrolle über die Grenzen gehen, wie voll die Konzerthallen und Fussballstadien hierzulande sind, wie leer die Testzentren – dann dürften sie wohl die strikte Nulltoleranzpolitik Xi Jinpings infrage stellen.
Auslandchinesinnen tun dies schon lange. Doch wenn sie auf chinesischen Social Media teilen, wie frei und schön das postpandemische Leben ist in der Schweiz, in Deutschland oder Australien, wird der Beitrag gelöscht oder gleich das ganze Konto blockiert.
Freizügigkeit und Auswanderungsfreiheit sind als Grundrechte in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen festgehalten, die China mitentwickelt hat. Auch im Internationalen Pakt
über bürgerliche und politische Rechte, den China unterzeichnet, aber nicht ratifiziert hat, sind diese Grundrechte definiert. Wieder einmal zeigt sich, dass Chinas Bekenntnis zu diesen Menschenrechten mit der Realität nichts zu tun hat. Xi Jinping hat sein Volk auf unbestimmte Zeit eingesperrt.
Dies wird mittlerweile Land auf und Land ab berichtet.LaoMatse hat geschrieben: 11.07.2022, 23:26 Wenn das stimmt, dann gibt es nix zu beschönigen.
https://www.scmp.com/news/china/politic ... 356d156fa7