Re: Übersetzung in antikes Chinesisch
Verfasst: 12.01.2014, 04:31
So ein Quatsch.Laogai: Dann solltest du dich mal ein wenig über die chinesische Schrift (Link zu Wikipedia) informieren. Denn es gibt kein "antikes" Chinesisch. Die Schriftzeichen, welche heute noch verwendet werden, gab es bereits vorüber 2000 Jahren.
Die einzig nennenswerte Reform gab es 1956, als in der VR China die sogenannten Kurzzeichen (Link zu Wikipedia) eingeführt wurden. In Hongkong, Macau, auf Taiwan und in Singapur zum Beispiel werden noch ausschließlich die Langzeichen verwendet. Und wer diese lesen kann, kann auch die Zeichen auf Stelen aus der Qin Zeit (Link zu Wikipedia) lesen.
Die chinesischen Schriftzeichen in der Qin Zeit vor zweitausend Jahren nennt man die Kleine Siegelschrift. Die meisten Zeichen in dieser Schriftform können heute 99+ Prozent der Chinesen mit Sicherheit überhaupt nicht lesen. Die meisten Hongkong-chinesen oder Taiwanesen auch nicht.
Oder kannst du sowas lesen?
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/c ... acters.jpg
Außerdem:
Es gab sehr wohl Antikes Chinesisch. Es wird beim Antiken Chinesischen sogar zwischen "Altchinesische Sprachen" (上古汉语), "Mittelchinesische Sprachen"(中古汉语) und "Neuzeitliche Chinesische Sprachen" (近代汉语) unterschieden.
Die chinesischen Sprachen der Qin-Zeit gehörten zu Altchinesischen Sprachen. Nach der großen Völkerwandlung und Besetzung Nordchinas durch die Nomadenvölker im 4. Jh n. Chr. begann dann das Zeitalter des Mittelchinesischen, weil chinesische Sprachen in dieser Zeit durch die normadischen Eroberer stark verändert wurden. Das Zeitlalter der mittelchinesischen Sprachen endete dann mit der Besetzung Chinas durch die Mongolen. Während der Monglischen Fremdherrschaft motierte das Mittelchinesische dann zu "Neuzeitlichen Chinesischen Sprachen",die bis 1900 ihre Existenz fanden.
Zwischen diesen drei antiken chinesischen Sprachen liegen Welten! Das heisst, Sprecher dieser drei Sprachenepochen können sich untereinander überhaupt nicht verständigen, weil Grammatik und Töne dieser Sprachen gravierend voneinander unterscheiden.
Ein Beispiel:
Das heutige Kantonesisch ist dem Mittelchinesischen in Grammatik und Töne direkt verwandt, jedoch nicht mit dem Neuzeitlichen Chinesischen (Grund: Kanton bzw große Teile Südchinas waren sprachlichen und kulturellen Einflüssen der nomadischen Eroberer weniger stark ausgesetzt als Nordchina).
Aus dem Neuzeitlichen Chinesischen stammt wiederum Mandarin ab. Nordchinesen und Kantonesen können sich untereinander in ihrer Muttersprache nicht verständigen.