Bernhard hat geschrieben:beowulf hat geschrieben:Und ich möchte mal wissen, was für "gleiche Vorfahren" diese Völker haben sollen.
http://www.zeit.de/wissen/2010-07/tibet-gen-athlet
Das Forscherteam untersuchte die genetischen Unterschiede von Han-Chinesen und Tibetern. Beide Völker wiesen ursprünglich keine genetischen Unterschiede auf. Vor 2750 Jahren jedoch spalteten sie sich auf: Während sich die Han-Chinesen im Tiefland rasch ausbreiteten, zog die größere Gruppe in das tibetische Hochland.
das ist jetzt OT, aber ich sage doch mal so viel:
Diejenigen, die man heutzutage als "Han-Chinesen" bezeichnet, sind doch genetisch äußerst inhomogen.
Da sind die "ursprünglich chinesischen" Völker, vermischt mit den Völkern im Süden und Norden, die mit der Zeit erobert und assimiliert wurden, mit Einflüssen von Zentralasiaten, die über die Seidenstraße kamen, und mongolischen Eroberern. Es mag ja sein, dass die Han mit den Tibetern einige Vorfahren teilen. Aber eben nur einige wenige.
Überhaupt war die Zugehörigkeit zu den "Han" wohl historisch eher kulturell als abstammungsmäßig definiert. Und da muss man eben ganz klar sagen: Die traditionelle chinesische und die traditionelle tibetische Kultur sind doch sehr, sehr unterschiedlich.
Dass Han und Tibeter ursprünglich von dem selben Stamm abstammten, ist nichts neues. Es waren die sogenannten "proto-Sinotibeter", von denen die Huaxia-Stämme (Han-Chinesen) und Tibeter abstammten.
Sprachlich gehören Tibetisch und die chinesischen Sprachen auch derselben Sprachfamilie an, der sinotibetischen.
Dass die Han-Chinesen genetisch äußerst inhomogen seien, stimmt so nicht, jedenfalls überhaupt nicht, was die väterliche Abstammung betrifft.Sämtliche seriöse moderne genetische Forschungen über die han-chinesische Abstammung legen nahe, dass die väterliche Abstammung der allermeisten Han-Chinesen, also der Nord-und Südchinesen, sehr homogen ist.Ich habe diesbezüglich schon zahlreiche (westliche) Studien gelesen.
Was allerdings auch stimmt, ist, dass die mütterliche Abstammung von Teilen der Süd-Han-chinesen, insbesondere in Guangdong und Fujian etc, ziemlich inhomogen ist. Das ist auch historisch sehr gut zu erklären..Damals kamen zuerst vorallem han-chinesische Männer als Einwanderer und Kolonisten im Zuge der chinesischen Expansionen nach Süden, also ich meine nach Guangdong und Fujian etc(die vor zweitausend Jahren noch überwiegend von Nicht-Han besiedelt wurden), nicht Südjiangsu oder Nordzhejiang(deren bewohner waren schon vor zweitausend Jahren vorwiegend han-chinesisch), und nahmen sich dann oft einheimliche Nich-Han-Frauen.Aber traditionell galt sowieso jemand als Han, der väterlicherseits han-chinesisch war. Der Gründerkaiser der Tang-Dynastie hatte mütterlicherseits "barbarisches" Blut (die Mutter war eine Xianbei), trotzdem galt er als Han. Der Kaiser Kangxi der Qing-Dynastie war hingegen mütterlicherseits han-chinesisch, kein seriöser Historiker würde auf die Idee kommen zu behaupten, Kangxi wäre deshalb ein Han. Die ethnische Selbstidentifikation der Han und vieler anderer Völker in China war mit der väterlichen Seite verknüpft.
In Nordchina hatten diverse Nomadenvöker der Geschichte, z.B. Xianbei, gewisse Einflüsse auf die genetische Zusammensetzung der Nord-Han gehabt, aber deren Einflüsse waren auch viel geringer als oft angenommen, wie Forschungen zeigten. Zusammengefasst kann man sagen, dass die Abstammung der Han im Vergleich zu den Deutschen oder Japanern oder Mongolen oder Koreanern oder Engländern und vielen anderen Völkern recht homogen ist, obwohl es 1,3 Milliarden Han gibt. Das ist schon bemerkenswert.Dies ist nur eine wissenschaftliche Feststellung.
Allerdings hast du auch recht, insofern, dass die Tibeter und Han, obwohl ursprünglich der gleichen Abstammung, sich kulturell und sprachlich doch sehr unterschiedlich entwickelt haben.Schon vor tausenden Jahren waren sich beide Gruppen bereits fremd geworden und konnten sich kaum noch verständigen.Die Han sind ja sesshaft geworden und haben sich der Agrarkultur bemächtigt, die Tibeter lebten noch bis vor kurzem vorwiegend nomadisch.