Darüber ob Kunst alles darf, lässt sich trefflich streiten. Meiner Meinung ist auch die Kunst an die Moral gebunden (zumindest an grundlegendste Werte). Oder darf man derartige "künstlerische" Fotos mit z.B. einem KZ im Hintergrund machen (inclusive abfälliger oder lächerlich machender Wörter bzw. Gesten)?
Für mich muss Kunst einen Anspruch haben. "Kunst" kommt ursprünglich von "können". Zwar steht heutzutage weniger das "handwerkliche" Können als vielmehr die Idee im Vordergrund. Viel Genialität kann ich bei den oben gezeigten Bildern aber nicht entdecken. Natürlich sind das nicht die einzigen "Werke" von Ai Weiwei, aber mein Eindruck von ihm ist: Er ist vor allem ein Provokateur. Natürlich kann Kunst provozieren, aber nicht alles, was provoziert ist Kunst.
robbe hat geschrieben:
Ich finde das immer so lustig, wie die Chinesen hier im Forum diese Themen so hochpushen. In den deutschen Medien geschieht das jedenfalls nicht. Wenn dann kommt solch ein Thema (meistens) im letzten Drittel der TV-Nachrichten. Ich möchte gar nicht wissen auf welcher Seite es in den Zeitungen erscheint. Hohe Relevanz hat es nicht. Einmal gehört, in 10Minuten wieder vergessen.
Naja, wer sucht der findet!
Darum geht es nicht. Es ist klar, dass China in den hiesigen Nachrichten keine hohe Priorität hat. Trotzdem sind die Nachrichten, die gesendet werden, oft negativ oder zumindest mit negativem Unterton. Und das bleibt hängen, vielleicht noch mehr, als wenn es hohe Priorität hätte. Mit Hauptthemen setzt man sich eher gedanklich auseinander, Berieselung wird viel eher "geschluckt".
OK, ich muss zugeben, dass ich kein Fernsehgerät besitze und auch meine Informationen über China normalerweise aus anderen Quellen als der Tageszeitung beziehe. Aber wenn ich dort etwas lese, ist es sehr oft negativ unterlegt.
Was den Artikel anbelangt:
Die Aussage "ihr versteht die Komplexität des chinesischen Rechtssystems nicht" ist natürlich hirnrissig. Das chinesische Gesetzeswerk ist sicherlich nicht komplizierter als das eines westlichen Landes. Und selbst wenn, dann ist es eine dümmliche Unterstellung an westliche Juristen, zu dumm dafür zu sein.
Was allerdings wohl öfter mal der Fall ist, ist dass "Westler" oft nicht die komplexen Verhältnisse in diesem 1,3-Milliarden-Land verstehen. Und oft scheint es mir auch: nicht verstehen wollen.
Diese Festnahme zeigt noch einmal deutlich, dass China noch lange kein Rechtsstaat ist. Auch der Fall, den Hendrik geschildert hat, zeigt das überdeutlich. Und es wird sich auch ändern, da bin ich mir sicher. Bloß, wenn man China vor allem negativ darstellt, beschleunigt das diese Entwicklung meiner Einschätzung nach nicht unbedingt....