Meine chinesische Verlobe ist schwanger....

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VielUnterwegs
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Re: Meine chinesische Verlobe ist schwanger....

Beitrag von VielUnterwegs »

da hai hat geschrieben:
VielUnterwegs hat geschrieben: Die Ein-Kind-Politik gibt es noch und sie wird auch immer noch konsequent umgesetzt. [...]
Als Ausländer unterliegt man aber nicht der Ein-Kind-Politik.
Sie ist Chinesin und nicht verheiratet. Da koennte ja jeder angelaufen kommen und sagen "Oh das Kind ist von einem Auslaender".
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ingo_001
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Re: Meine chinesische Verlobe ist schwanger....

Beitrag von ingo_001 »

otternase hat geschrieben:
laogai hat geschrieben:
VielUnterwegs hat geschrieben:Welche Laowai Karte soll er denn spielen [...]
Zumal hga momentan gar nicht in China ist! Soll die Verlobte etwa ins Krankenhaus gehen und sagen "Moment mal, aber das Kind ist doch von einer Langnase!"?
ja, das sollte sie, weil daraus folgt, dass das Kind deutsche Staatsangehörigkeit haben wird und daher die Ein-Kind-Politik für dieses Kind nicht gilt!
Radio Eriwan würde jetzt sagen: Guter Ansatz - aber ... ohne Heirat keine (automatische) dt. Staatsbürgerschaft. (jedenfalls nicht so ohne Weiteres).
Da aber sowieso in ein paar Monaten geheiratet wird, ist das ja kein Problem.

Also: Anderen Arzt/anderes Krankenhaus aufsuchen.
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i18n
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Re: Meine chinesische Verlobe ist schwanger....

Beitrag von i18n »

VielUnterwegs hat geschrieben:Welche Laowai Karte soll er denn spielen, wenn die beiden nichteinmal verheiratet sind? Das wird dort eher nicht interessieren. Vor allem in Schanghai, da gibt es genug Laowais. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das noch viele hinter dem Ofen vorlockt.

Die Ein-Kind-Politik gibt es noch und sie wird auch immer noch konsequent umgesetzt.
Wir waren auch nicht verheiratet, als unser Sohn geboren wurde. Die Lao-Wai-Karte meint eben einfach, daß man den Leuten klar macht, daß das Kind eben später die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten wird, also kein reiner Han-Chinese ist. Somit gilt keine Ein-Kind-Ehen-Regel, sondern die deutsche Gesetzeslage. Bei uns hat das jedenfalls ohne Probleme geklappt, meist sind die Ärzte sowieso davon ausgegangen, daß wir schon verheiratet waren, etwas anderes konnten sie sich gar nicht vorstellen.

Und gerade in Shanghai sollten sie mit solchen Geschichten Erfahrung haben.
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Re: Meine chinesische Verlobe ist schwanger....

Beitrag von otternase »

PS: ich halte die Vermutung von "blubb mit Käse" für nicht von der Hand zu weisen. Da, wie hier schon dargelegt wurde, die Ein-Kind-Politik hier nicht gilt und auch einem Arzt in einem chinesischen Krankenhaus dies erklärt werden kann, liegt die Vermutung nicht wirklich fern, dass es nicht "handfeste" Gründe sind, die einem Arztbesuch entgegenstehen, sondern eher, dass es der Verlobten peinlich ist, unverheiratet schwanger zu sein, sie "einen Gesichtsverlust" befürchtet...
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i18n
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Re: Meine chinesische Verlobe ist schwanger....

Beitrag von i18n »

VielUnterwegs hat geschrieben:... Es wurden letztes Jahr erst wieder die Verwandten von Leuten mit mehr als 2 Kindern im grossen Stil festgesetzt um die Frauen zur Sterilisation zu zwingen. Auch wird verheirateten Frauen nach dem ersten Kind die Spirale verpasst, und zwar ob sie wollen oder nicht. Wer nicht will, der muss horrende Geldstrafen bezahlen. Einfach selber bzw. bei einem bestochenen Arzt wieder rausnehmen ist auch nicht, denn es gibt verpflichtende Kontrolluntersuchungen. Das Wohl der potentiellen Mutter interessiert in China doch niemanden. Nicht verheiratete Frauen sollen abtreiben. Frauen die bereits ein Kind haben (in der Regel) auch. Sind die beiden nicht Verheiratet gibt es keine Papiere fuer das Kind und damit dann auch keinen (kostenfreien) Schulbesuch in China, etc. pp. ...
Hm, ich höre solche Geschichten immer wieder von Nichtchinesen erzählt. Zwangssterilisation, Eierstockentnahme, Spirale, Gefängnisstrafen usw. Wie kommt es nur, daß ich nicht von einem einzigen chinesischen Freund oder Bekannten solche Erfahrungen erzählt bekomme. Weil sie sich schämen? Weil die böse kommunistische Regierung die Leute mundtot macht? Deshalb würde mich mal interessieren, woher Du die Daten hast.

Was ich höre und sehe (und mein Freundeskreis ist nicht klein, die Beziehungen einigen ausgesprochen eng), sind Tricks, um die Kinder doch noch zu einem Hukou zu verhelfen, auch mehrfache Umzüge helfen manchmal. Und natürlich Hongbao an den richtigen Stellen. Es gibt immer wieder doch noch einen Weg, wie es die Leute anstellen, doch noch ein oder zwei Kinder mehr zu haben und auch schulmäßig unterzubringen.

Okay, China ist groß, Xi'an will gerne auf 10 Millionen Einwohner kommen, so daß die Behörden vielleicht nicht so genau hinsehen wie z.B. in Beijing oder Shanghai.
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Re: Meine chinesische Verlobe ist schwanger....

Beitrag von i18n »

VielUnterwegs hat geschrieben:Sie ist Chinesin und nicht verheiratet. Da koennte ja jeder angelaufen kommen und sagen "Oh das Kind ist von einem Auslaender".
Na ja, ich bin natürlich mit meiner (damals) Verlobten gemeinsam ins Krankenhaus gegangen und habe den größten Teil der Gespräche geführt. Wie überall macht der Ton die Musik, etwas Selbstsicherheit ist schon angebracht. :mrgreen:
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Re: Meine chinesische Verlobe ist schwanger....

Beitrag von ingo_001 »

i18n hat geschrieben:Na ja, ich bin natürlich mit meiner (damals) Verlobten gemeinsam ins Krankenhaus gegangen und habe den größten Teil der Gespräche geführt. Wie überall macht der Ton die Musik, etwas Selbstsicherheit ist schon angebracht. :mrgreen:
Gut für Dich - unmöglich für ihn, weil er inzwischen wieder in Deutschland ist (da dürfte es mit einem persönlichen Gespräch mit dem Arzt in China etwas ... unmöglich sein).
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Re: Meine chinesische Verlobe ist schwanger....

Beitrag von otternase »

i18n hat geschrieben:Wie kommt es nur, daß ich nicht von einem einzigen chinesischen Freund oder Bekannten solche Erfahrungen erzählt bekomme.
meine Vermutungen:
1) es geht hier ja darum, dass jemand gegen Gesetze (Ein-Kind-Politik) verstossen hat und dafür bestraft wurde. Wenn Du zB. gegen das Gesetz in D verstossen hättest und dafür zB. im Gefängnis sasst, würdest Du das unbedingt überall rumerzählen, zB. einem Dir eher oberflächlich bekannten Ausländer?
2) die Ein-Kind-Politik wird vom Grossteil der chinesischen Bevölkerung mitgetragen und befürwortet. Eine Familie, die dagegen verstößt und dafür bestraft wird, kann daher meist nicht auf Mitgefühl und Unterstützung hoffen, sondern wird eher auf Ablehnung stossen. Das trägt auch nicht gerade dazu bei, dies überall rumzuerzählen...
3) "face value" und Einfügen in die Gesellschaft sind in der chinesischen Gesellschaftsordnung bedeutender, dies verstärkt den Effekt aus 1) und 2) noch
4) solche hier angesprochenen Vorkommnisse, gerade Zwangsverfahren dürften in der Regel eher bei ärmeren Menschen ohne Beziehungen vorkommen, die anderen können sich da eher noch mit offiziellen Geldstrafen und Hongbaos aus der Affäre retten. Und zu diesen Gesellschaftsschichten dürften die meisten hier eher weniger Kontakt haben...
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Re: Meine chinesische Verlobe ist schwanger....

Beitrag von ingo_001 »

otternase hat geschrieben:PS: ich halte die Vermutung von "blubb mit Käse" für nicht von der Hand zu weisen. Da, wie hier schon dargelegt wurde, die Ein-Kind-Politik hier nicht gilt und auch einem Arzt in einem chinesischen Krankenhaus dies erklärt werden kann, liegt die Vermutung nicht wirklich fern, dass es nicht "handfeste" Gründe sind, die einem Arztbesuch entgegenstehen, sondern eher, dass es der Verlobten peinlich ist, unverheiratet schwanger zu sein, sie "einen Gesichtsverlust" befürchtet...
Auf die Variante würde ich auch tippen.
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Re: Meine chinesische Verlobe ist schwanger....

Beitrag von VielUnterwegs »

i18n hat geschrieben: Hm, ich höre solche Geschichten immer wieder von Nichtchinesen erzählt. Zwangssterilisation, Eierstockentnahme, Spirale, Gefängnisstrafen usw. Wie kommt es nur, daß ich nicht von einem einzigen chinesischen Freund oder Bekannten solche Erfahrungen erzählt bekomme. Weil sie sich schämen? Weil die böse kommunistische Regierung die Leute mundtot macht? Deshalb würde mich mal interessieren, woher Du die Daten hast.
Ich werde dir die Leute nicht mit vollem Namen und Anschrift nennen. ;-) Ich kenne aber sowohl einen Fall persoehnlich, bei dem es eine Zwangssterilisation gab und der andere Fall, wo ich die Person persoehnlich kenne, traegt unfreiwillig die Spirale. So ziemlich jede chinesische Frau die ein Kind hat und verheiratet ist die du kennst wird unfreiwillig mit Spirale rumlaufen. Das sie dir das nicht auf die Nase bindet ist verstaendlich, oder?
Jemanden der sich einer Zwangsabtreibung unterziehen musste kenne ich auch, das ist aber 20 Jahre her. Natuerlich darfst du das dir nicht so vorstellen, dass da jemand von der Polizei zur Abtreibung ins Krankenhaus gefahren wird. Da kmmen z.B. mal 5 Maenner in Zivil vorbei und pruegeln den Mann in's Krankenhaus. Die Ansage ist dann, entweder das Kind kommt weg oder der Mann kommt weg. Da die Lokalfuersten ihre Zahlen unter Kontrolle halten muessen, wird das auch heute noch vorkommen. Siehe folgendes Vorkommnis im April.

Das mit dem festsetzen der Angehoerigen habe ich nochmal rausgesucht.
The Times hat geschrieben: Doctors in southern China are working around the clock to fulfil a government goal to sterilise — by force if necessary — almost 10,000 men and women who have violated birth control policies. Family planning authorities are so determined to stop couples from producing more children than the regulations allow that they are detaining the relatives of those who resist.
http://www.timesonline.co.uk/tol/news/w ... 099417.ece

Das hatten im April 2010 eigentlich alle groesseren Zeitungen.


An die Fraktion, die immer die Ein-Kind-Politik beschoenigt mit Aussagen wie "aber Einzelkinder duerfen ja 2", "Minderheiten duerfen ja 2", "wurde gelockert", da kann ich nur Fragen, was fuer ein Menschenrechtsverstaendnis ihr habt? Man darf Zwangsabtreibungen vornehmen, nur weil man Ausnahmen macht?
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Re: Meine chinesische Verlobe ist schwanger....

Beitrag von Laogai »

i18n hat geschrieben:
VielUnterwegs hat geschrieben:Sie ist Chinesin und nicht verheiratet. Da koennte ja jeder angelaufen kommen und sagen "Oh das Kind ist von einem Auslaender".
Na ja, ich bin natürlich mit meiner (damals) Verlobten gemeinsam ins Krankenhaus gegangen und habe den größten Teil der Gespräche geführt.
Genau das ist der Punkt, den kaum jemand hier begreift! hga ist eben nicht mehr in China und kann seine Verlobte folglich auch nicht ins Krankenhaus begleiten. Ein Heiratsurkunde gibt es auch nicht. Also ist die Frau für die Krankenhäuser einfach nur eine unverheiratete Schwangere.
Und per Ultraschall kann nicht ermittelt werden, ob das Kind eine halbe ausländische Herkunft hat :shock:
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Re: Meine chinesische Verlobe ist schwanger....

Beitrag von Linnea »

laogai hat geschrieben:hga ist eben nicht mehr in China und kann seine Verlobte folglich auch nicht ins Krankenhaus begleiten.
Aber er könnte sich um eine (ausländische) Hebamme bemühen, die seine zukünftige Frau die nächsten Monate begleitet. Ein Arzt ist für die Vorsorge nicht zwingend notwendig, außer es kommt zu Komplikationen. Darüber hinaus könnten die beiden versuchen früher zu heiraten, wenn das die Dame beruhigt.
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Laogai
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Re: Meine chinesische Verlobe ist schwanger....

Beitrag von Laogai »

Linnea hat geschrieben:
laogai hat geschrieben:hga ist eben nicht mehr in China und kann seine Verlobte folglich auch nicht ins Krankenhaus begleiten.
Aber er könnte sich um eine (ausländische) Hebamme bemühen, die seine zukünftige Frau die nächsten Monate begleitet.
Die Adresse und Telefonnummer einer deutschen Gynäkologin in Shanghai steht in dem PDF, welches ich in meinem ersten Posting in diesem Thread verlinkt habe.
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Re: Meine chinesische Verlobe ist schwanger....

Beitrag von Kekrr »

VielUnterwegs hat geschrieben:So ziemlich jede chinesische Frau die ein Kind hat und verheiratet ist die du kennst wird unfreiwillig mit Spirale rumlaufen. Das sie dir das nicht auf die Nase bindet ist verstaendlich, oder?
Achso, und dir haben sie das alle auf die Nase gebunden oder du schließt das nur aus dem einen dir bekannten Fall. Ich mag das mit der Spirale stark bezweifeln. Und wenn überhaupt, dann natürlich nur wenn das erste Kind ein Junge war. Aber dann muss ich mich wundern wie es dazu kommt das immer wieder, auch ältere Frauen, sich Kondome im Supermarkt kaufen. Die wurden wahrscheinlich auch nur engagiert um Falscheindrücke zu streuen :mrgreen: !

Ich kenne einfach zuviele Leute, vorallen in Shenzhen die zwei oder mehr Kinder haben und glaube das daher eher weniger, was irgendeine eine Zeitung da behauptet. Meine Chinesische Freundin selbst hat auch noch zwei Brüder.. nicht in Shenzhen sondern in Wuhan.
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Re: Meine chinesische Verlobe ist schwanger....

Beitrag von VielUnterwegs »

Das haben mir nicht alle beim ersten Treffen auf die Nase gebunden. Ich kenne die Faelle aber trotzdem. Zur Spirale gab es auch mal einen Spiegel Artikel vor rund 1-2 Jahren, finde ihn aber leider gerade nicht. War glaube ich die Printausgabe.


Natuerlich gibt es Leute, welche die Ein-Kind-Politik bzw. die daraus folgenden Gesetze erfolgreich umgehen oder eine der Ausnahmen nutzen koennen. Beim Umgehen geht das soweit, dass manche das Kind sogar als Kind einer Tante oder anderen Verwandten registrieren, die selbst keine Kinder bekommen kann und waehrend der Schwangerschaft reist die Frau dann durch China, von Bekannten zu Verwandten, jede Woche ein anderer Ort, damit nichts auffliegt. So bekommt das Kind dann trotzdem Hukou, etc. Und wegen dieser Moeglichkeiten der Umgehung ist die Ein-Kind-Politik jetzt besser?
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