Grufti hat geschrieben:Kolonialmächte sind nicht nur Okkupatoren. Das darf man auch nicht vergessen. Den Jesuiten zum Beispiel, welche überall seit hunderten von Jahren weltweit mitmischeln, denen darf man nicht nur schlechte Absichten nachsagen. Mit betonung auf 'nicht nur'.
Was sind Kolonialmächte denn sonst anderes als Okkupatoren ??? Hast Du mal ein Beispiel dafür , wo eine Kolonialmacht etwas Gutes bewirkt hatte, ohne daß diese Macht in ein Land eingefallen ist ???
Die Jesuiten sind keine Kolonialmacht gewesen...sie haben allerhöchsten als Agenten gedient
Nein, Kolonialmächte sind nicht immer Okkupatoren. Theoretisch gesehen ist das Recht, welches zumindest auf dem Stützpunkt herrscht genau das gleiche, wie dasjenige im Heimatland. Hinzu kommt, dass kein Mensch interesse hat, ein Land vollkommen in Beschlag zu nehmen, mit einer Dimension von mehreren Millionen Quadratkilimetern.
Die westlichen Nationen waren wenigstens so kultiviert und haben mit einer Annexion auch gleichzeitig die Menschenrechte für alle in's Land gebracht. Das darfst du niemals vergessen. Die Europäer haben faktisch einem verschwindend kleinen Teil der Chinesen bereits vor 100 Jahren das Gesellschaftsrecht von heute gegeben. Die europäischen Verfassungen von damals waren annähernd so fortschrittlich wie die von heute. Der Souverän hatte in keinem Land mehr die vollumschränkte Macht inne. Es waren grösstenteils bereits Republiken.
Ausserdem ging es nicht um die Beherrschung der Leute, sondern um den Handel, und schlussendlich um das Geldverdienen. Von ausgeweitetem Handel profitieren, gemäss den freien Wirtschaftsvertretern, immer alle Beteiligten, selbst die Armen und Unterdrückten.
Grufti, was ich sage stellt nicht meine Meinung dar. Aber ich will den Horizont ein wenig öffnen und vielleicht noch eine andere Wahrheit darstellen. Selbst bei einer sogenannten Okkupation eines Landes(Was für ein Spruch: Okkupation eines Landes. Geht ja gar nicht.) ist es ein Miteinander.
Mir ist klar, dass du von Taiwan redest. Aber selbst Taiwan ist gross genug für alle Kolonialsitze der ganzen restlichen Welt. Und diese werden weiteren Wohlstand in's Land bringen. Von einseitiger Ausbeutung kann doch nicht die Rede sein, oder ist zumindest nur eine Seite der Medaille.
Deine Angst ist doch viel mehr, dass die Chinesen in 'unkultivierter Art und Weise' in Taiwan einfallen, und tatsächlich eine Schreckensherrschaft errichten. Nun, wenn es dazu führt, dass einfach das Staatsrecht der VR eingeführt wird, und zwar auf das gesamte Land, und gegen den Willen der Mehrheit, dann kann man es als Annexion betrachten.
Wenn es aber so bleibt, wie zum Beispiel in Australien, wo alle grösseren Städte eine Chinatown haben, dann kann ich das nicht mit einem Kolonialsitz vergleichen. In Australien sind die China-Towns sehr gut integriert. Sie haben zwar auch ihre eigenen Gesetzmässigkeiten, ihre eigenen kriminellen Erpresserorganisationen, ihre eigene 'Polizei', usw., aber wenn es hart auf hart kommt, dann marschieren hunderte oder tausende von Polizisten der australischen Polizei auf, oder sogar das Militär, um die Lage wieder in den Griff zu bekommen und die Eigentendenzen unter 'eigener Fahne' wieder unter die Verfassung des Landes zu stellen.
Ich will dich nicht in Frage stellen. Und auch nicht relativieren. Ich möchte einfach den Horizont weiten und das Diskutieren anregen.
