Seite 9 von 12

Re: Sklavenhandel, Ekel-Wok; Deutsche Medien kotzen mich an!

Verfasst: 24.08.2009, 02:08
von beowulf
eax hat geschrieben:
aquadraht hat geschrieben: Zu Rassismus: Ja, den gibt es, und der ist eklig. Ich denke auch, wie auch Beowulf, dass der Rassismus ein Produkt der "westlichen Zivilisation" ist.
Rassismus ist ein Menschliches Attribut und kein "Produkt", Auch wenn bestimmte Zivilisationen in der Geschichte in die extreme fallen, so ist Es ein globales Problem und Nicht einer einzigen Zivilisation zuzuordnen.
Rassismus gibt es überall, auch in China.

Naja - das ist die berühmte Definitonssache. Diskriminierung, Gruppendenken, Vorurteile etc. sind nicht automatisch Rassismus. Es geht um den "Rasse" Gedanken, der im 19. Jahrhundert aus dem Darwinismus abgeleitet wurde. (ps- ich mag die Betonung durch den Satz ein "Produkt der westlichen Zivilisation" eigentlich nicht gerne - obwohl richtig - aber er wirkt wie eine Anprangerung des Westens kombiniert mit der ethnoschwärmerischen Unterstellung, dass es "Diskriminierung", "Vorurteile" etc. bei den "Naturvölkern" nicht gibt - was übrigens Aquadraht auch nicht sagt, aber hier falsch verstanden werden könnte)

Dazu passt auch die Grufti Geschichte. Der besagte Bayer dürfte also kein Rassist sein, dafür aber diskriminierend und vorurteilsbehaftet gegenüber Preusen. Der Witz funktioniert halt, weil im Deutschen unter dem Sammelbegriff "Rassismus" alles gescherrt wird.

Re: Sklavenhandel, Ekel-Wok; Deutsche Medien kotzen mich an!

Verfasst: 24.08.2009, 02:10
von Laogai
Grufti hat geschrieben:da fällt mir doch die Geschichte einer jungen Frau aus dem tiefsten ländlichen Bayern ein, die nach wochenlangem Zögern den Eltern ihren Verlobten vorstellen will.
History Repeating :P

Re: Sklavenhandel, Ekel-Wok; Deutsche Medien kotzen mich an!

Verfasst: 24.08.2009, 02:29
von beowulf
Will noch eine kurze Geschichte anbringen weil es so schön passt.

Auf dem Donauinsel Fest hatte ich vor ein paar Jahren die Gelegenheit einen interessanten Dialog zwischen einer Gruppe Bayern und Oberösterreichern anzuhören die auf einer Wiese nebeneinander saßen. Der Dialog zwecks besseren Verständnis auf Hochdeutsch:

Ö: Wo kommt ihr her?
B: Aus Bayern.
Ö: Gott sei Dank, ich habe schon einen Moment geglaubt ihr seid Deutsche.
B (lachend): Willst du mich beleidigen?

Man könnte diese Geschichte auch als "Rassismus" gegenüber Deutsche seitens Bayern und Österreicher interpretieren. Klingt aber irgendwie lächerlich, oder?

Oder noch deutlicher - im Film "der Untergang" gibt es eine Szene (die anscheinend auf einer wahren Geschichte beruht) in der Hitler ein Mädchen aus Bayern gegenüber den anderen norddeutschen Mitbewerbern um den Sekräteriatsposten klar bevorzugt, obwohl diese sichtlich schlechter qualifiziert ist (das Probediktat ist eine Katastrophe). Also ein klarer Fall von positiver Diskriminierung der Bayerin und negativer Diskriminierung gegenüber den Norddeutschen, denen er nicht einmal die Chance gibt ihr Können zu zeigen.

Jetzt könnte man genauso den Schluss ziehen, dass Hitler ein Rassist ist. Was er auch war. Aber hier als ein "Rassist" gegenüber Deutsche.

Deswegen bin ich gegen diese breite Anwendung des Begriffes. Weder die besagten Bayern noch Oberösterreicher oder gar Hitler fühlten sich "rassisch" gegenüber Norddeutschen überlegen. Nein, sie hatten nur die selbe Antipathie gegenüber Norddeutsche.
(häufige Begründung - Norddeutsche gelten in Ö als arrogant - vielleicht nicht umbedingt immer durch das was sie sagen, sondern wie sie es sagen (vor allem Klangbild der Sprache) und sich verhalten)

Re: Sklavenhandel, Ekel-Wok; Deutsche Medien kotzen mich an!

Verfasst: 24.08.2009, 02:43
von Grufti
beowulf hat geschrieben: Dazu passt auch die Grufti Geschichte. Der besagte Bayer dürfte also kein Rassist sein, dafür aber diskriminierend und vorurteilsbehaftet gegenüber Preusen. Der Witz funktioniert halt, weil im Deutschen unter dem Sammelbegriff "Rassismus" alles gescherrt wird.
Vorurteilsbehaftet kann man das nicht nennen... sondern eine Reaktion auf die historischen Erfahrungen !

Du hast sicher den historischen Hintergrund der bayerischen Aversion gegen "die Preußen" komplett übersehen... :wink:

so z.B. der gegen Preußen verlorene Krieg 1866 und daß Bismarck durch seine Intrigen den bayerischen König dazu gezwungen hatte, als Sprecher der deutschen Fürsten den preußischen König 1871 in Versailles zum deutschen Kaiser auszurufen..

Im Gegensatz zu Rest-Deutschland ist die bayerische Geschichte der letzten 200 Jahren noch recht gut in der Erinnerung der bayerischen Bevölkerung haften geblieben...


Im Übrigen war die Mark Brandenburg eh mal 50 Jahre lang wittelsbachisch...

Re: Sklavenhandel, Ekel-Wok; Deutsche Medien kotzen mich an!

Verfasst: 24.08.2009, 02:46
von Laogai
beowulf hat geschrieben:Man könnte diese Geschichte auch als "Rassismus" gegenüber Deutsche seitens Bayern und Österreicher interpretieren.
Kann ich nicht. Für mich ist Rassismus die Anfeindung einer "Rasse" der anderen gegenüber. Also Schwarz gegen Gelb gegen Weiß gegen Schwarz....

Re: Sklavenhandel, Ekel-Wok; Deutsche Medien kotzen mich an!

Verfasst: 24.08.2009, 02:54
von beowulf
laogai hat geschrieben:
beowulf hat geschrieben:Man könnte diese Geschichte auch als "Rassismus" gegenüber Deutsche seitens Bayern und Österreicher interpretieren.
Kann ich nicht. Für mich ist Rassismus die Anfeindung einer "Rasse" der anderen gegenüber. Also Schwarz gegen Gelb gegen Weiß gegen Schwarz....
Also pflichtest du mir was die schwammige Benutzung des Begriffes Rassismus betrifft bei?

Re: Sklavenhandel, Ekel-Wok; Deutsche Medien kotzen mich an!

Verfasst: 24.08.2009, 02:58
von beowulf
Grufti hat geschrieben:
beowulf hat geschrieben: Dazu passt auch die Grufti Geschichte. Der besagte Bayer dürfte also kein Rassist sein, dafür aber diskriminierend und vorurteilsbehaftet gegenüber Preusen. Der Witz funktioniert halt, weil im Deutschen unter dem Sammelbegriff "Rassismus" alles gescherrt wird.
Vorurteilsbehaftet kann man das nicht nennen... sondern eine Reaktion auf die historischen Erfahrungen !

Du hast sicher den historischen Hintergrund der bayerischen Aversion gegen "die Preußen" komplett übersehen... :wink:

so z.B. der gegen Preußen verlorene Krieg 1866 und daß Bismarck durch seine Intrigen den bayerischen König dazu gezwungen hatte, als Sprecher der deutschen Fürsten den preußischen König 1871 in Versailles zum deutschen Kaiser auszurufen..

Im Gegensatz zu Rest-Deutschland ist die bayerische Geschichte der letzten 200 Jahren noch recht gut in der Erinnerung der bayerischen Bevölkerung haften geblieben...


Im Übrigen war die Mark Brandenburg eh mal 50 Jahre lang wittelsbachisch...
Naja, womit wir wieder bei der Sache wären, inwiefern der Kolonialismus noch heute in China eine Rolle spielt - auch ohne KP "Propaganda"
Dieses Posting hätte ich gerne im anderen Thread von dir gelesen.

Re: Sklavenhandel, Ekel-Wok; Deutsche Medien kotzen mich an!

Verfasst: 24.08.2009, 02:59
von Grufti
beowulf hat geschrieben:Will noch eine kurze Geschichte anbringen weil es so schön passt.

Auf dem Donauinsel Fest hatte ich vor ein paar Jahren die Gelegenheit einen interessanten Dialog zwischen einer Gruppe Bayern und Oberösterreichern anzuhören die auf einer Wiese nebeneinander saßen. Der Dialog zwecks besseren Verständnis auf Hochdeutsch:

Ö: Wo kommt ihr her?
B: Aus Bayern.
Ö: Gott sei Dank, ich habe schon einen Moment geglaubt ihr seid Deutsche.
B (lachend): Willst du mich beleidigen?

Man könnte diese Geschichte auch als "Rassismus" gegenüber Deutsche seitens Bayern und Österreicher interpretieren. Klingt aber irgendwie lächerlich, oder?
Blood is thicker than water :mrgreen:

Auch wenn Bayern bereits im Jahre 975 die Gebiete südlich der heutigen Grenze verloren hatte, so fühlen sich die Bewohner dieser Gebiete dennoch eher den Bayern verbunden, als den Rest-Deutschen,...und umgekehrt.
..auch wenn Bayern bitter unter der österreichischen Besetzung anno 1700/01 gelitten hatten ( Schmied von Kochel , Sendlinger Mordweihnacht), und Bayern es eigentlich nur Preußen zu verdanken hatte, daß es danach als Staat weiterexistiren hatte können, denn Österreich wollte einen Tausch "Österreichische Niederlande (Belgien) gegen Bayern" durchsetzen. Es ist nur am Veto des preußischen Herrschers gescheitert.

beowulf hat geschrieben: (häufige Begründung - Norddeutsche gelten in Ö als arrogant - vielleicht nicht umbedingt immer durch das was sie sagen, sondern wie sie es sagen (vor allem Klangbild der Sprache) und sich verhalten)
Stichwort "PIEFKE" :mrgreen:

nein, Norddeutsche hatten sich immer gerne als "Besserwisser" gegenüber den etwas altmodischen Österreichern aufgeführt, besonders seit dem Zeitalter von Willem Zwo.
Der Ton gehört natürlich dazu...

Re: Sklavenhandel, Ekel-Wok; Deutsche Medien kotzen mich an!

Verfasst: 24.08.2009, 03:04
von Grufti
beowulf hat geschrieben:
Grufti hat geschrieben:
beowulf hat geschrieben: Dazu passt auch die Grufti Geschichte. Der besagte Bayer dürfte also kein Rassist sein, dafür aber diskriminierend und vorurteilsbehaftet gegenüber Preusen. Der Witz funktioniert halt, weil im Deutschen unter dem Sammelbegriff "Rassismus" alles gescherrt wird.
Vorurteilsbehaftet kann man das nicht nennen... sondern eine Reaktion auf die historischen Erfahrungen !

Du hast sicher den historischen Hintergrund der bayerischen Aversion gegen "die Preußen" komplett übersehen... :wink:

so z.B. der gegen Preußen verlorene Krieg 1866 und daß Bismarck durch seine Intrigen den bayerischen König dazu gezwungen hatte, als Sprecher der deutschen Fürsten den preußischen König 1871 in Versailles zum deutschen Kaiser auszurufen..

Im Gegensatz zu Rest-Deutschland ist die bayerische Geschichte der letzten 200 Jahren noch recht gut in der Erinnerung der bayerischen Bevölkerung haften geblieben...


Im Übrigen war die Mark Brandenburg eh mal 50 Jahre lang wittelsbachisch...
Naja, womit wir wieder bei der Sache wären, inwiefern der Kolonialismus noch heute in China eine Rolle spielt - auch ohne KP "Propaganda"
Dieses Posting hätte ich gerne im anderen Thread von dir gelesen.
Etwas Ähnliches hatte ich auch schon geschrieben....nur als Propaganda gegen China :P

Anspruch Chinas auf Tibet etc...vs. Anspruch Bayerns auf das ganze östliche Norditalien ( ab Gardasee..Venetien, Friauls etc.) ferner Holland (Seeland -Hennegau) Herzogtum Jülich Kleve-Berg mit Erzbistum Kölle..
war alles mal Wittelsbachisch... 8)

...und vergesse bitte nicht die Gebiete Heinrichs des Löwen.... :!:

Re: Sklavenhandel, Ekel-Wok; Deutsche Medien kotzen mich an!

Verfasst: 24.08.2009, 03:14
von beowulf
Grufti hat geschrieben:
beowulf hat geschrieben:Will noch eine kurze Geschichte anbringen weil es so schön passt.

Auf dem Donauinsel Fest hatte ich vor ein paar Jahren die Gelegenheit einen interessanten Dialog zwischen einer Gruppe Bayern und Oberösterreichern anzuhören die auf einer Wiese nebeneinander saßen. Der Dialog zwecks besseren Verständnis auf Hochdeutsch:

Ö: Wo kommt ihr her?
B: Aus Bayern.
Ö: Gott sei Dank, ich habe schon einen Moment geglaubt ihr seid Deutsche.
B (lachend): Willst du mich beleidigen?

Man könnte diese Geschichte auch als "Rassismus" gegenüber Deutsche seitens Bayern und Österreicher interpretieren. Klingt aber irgendwie lächerlich, oder?
Blood is thicker than water :mrgreen:

Auch wenn Bayern bereits im Jahre 975 die Gebiete südlich der heutigen Grenze verloren hatte, so fühlen sich die Bewohner dieser Gebiete dennoch eher den Bayern verbunden, als den Rest-Deutschen,...und umgekehrt.
..auch wenn Bayern bitter unter der österreichischen Besetzung anno 1700/01 gelitten hatten ( Schmied von Kochel , Sendlinger Mordweihnacht), und Bayern es eigentlich nur Preußen zu verdanken hatte, daß es danach als Staat weiterexistiren hatte können, denn Österreich wollte einen Tausch "Österreichische Niederlande (Belgien) gegen Bayern" durchsetzen. Es ist nur am Veto des preußischen Herrschers gescheitert.

beowulf hat geschrieben: (häufige Begründung - Norddeutsche gelten in Ö als arrogant - vielleicht nicht umbedingt immer durch das was sie sagen, sondern wie sie es sagen (vor allem Klangbild der Sprache) und sich verhalten)
Stichwort "PIEFKE" :mrgreen:

nein, Norddeutsche hatten sich immer gerne als "Besserwisser" gegenüber den etwas altmodischen Österreichern aufgeführt, besonders seit dem Zeitalter von Willem Zwo.
Der Ton gehört natürlich dazu...

Naja, ich bin sowieso überzeugt, dass Österreicher und Bayern sich kulturell näher stehen als Norddeutsche und Bayern. Ich trau mich sogar weiter und glaube, dass die Verwandtschaft zu den Bayern gegenüber den Ostösterreichern (Wiener, Burgenländer, teile Niederösterreich) bei den West-Süd Österreichern sogar noch stärker ist...
Ostösterreich ist stärker slawisch beeinflusst und Wien halt eine historische "Metropole" mit starker eigener Identität (wenn auch Mischidentität - aber das ist ja kein Widerspruch)
West-Süd Österreich ist eher ländlich und gebirgig (ich weiß wovon ich rede, ich komme aus Oberösterreich) :lol:

Das wirkt sich halt kulturell alles aus.

Man könnte sogar eine Grenze ziehen zwischen den Gebieten wo primär Bier getrunken wird und denen in der primär Wein getrunken wird :-)

Re: Sklavenhandel, Ekel-Wok; Deutsche Medien kotzen mich an!

Verfasst: 24.08.2009, 03:20
von beowulf
Naja - es fühlen sich halt da alle als Opfer. Die tibetischen Nationalisten (hier nicht als "Schimpfwort" verstehen, sondern als Beschreibung für die Gruppe die Tibet als eigene Nation sehen, interpretieren) als Opfer der Han-Chinesen. Die chinesischen (nicht nur Han, es gibt auch genug andere ethnischen Gruppen die sich zur Nation China/Zhong Guo bekennen) Nationalisten als Opfer des westlichen Kolonialismus welcher diverse Gebiete (u.a. Tibet) aus China herausbrechen woll(t)en/hatten. usw.

Mir ist die Problematik da schon bewusst.

Re: Sklavenhandel, Ekel-Wok; Deutsche Medien kotzen mich an!

Verfasst: 24.08.2009, 03:29
von HK_Yan
beowulf hat geschrieben:
HK_Yan hat geschrieben:
happyfuture hat geschrieben:Interessant! Reaktion der Chinesischen Botschaft:
http://www.china-botschaft.de/det/jmwl/t579740.htm" target="_blank
Eine recht einfältige Stellungnahme wie man sie aus China gewohnt ist und man auch nichts anderes erwartet hat. Was PR angeht ist China noch in der Steinzeit.

Die Restaurants haben mit dem Land "China" nichts zu tun. Es sind 100% deutsche Unternehmen. Die Besitzer sind "vielleicht" Chinesen (in der Minderzahl), viele werden aber deutsch sein, oder anderer Nationalität. Dazu eine Pressemitteilung abzugeben nur weil das Wort "China" im Polizeibericht vorkommt ist schon recht naiv.
Sorry - ich versteh dein Posting überhaupt nicht. Ich finde die Stellungsnahme gut und notwendig.
Lass uns doch mal das gut und notwendig etwas genauer beleuchten. Dazu gehen wir die Mitteilung noch mal durch:

Vor kurzem haben einzelne deutsche Medien jeder Grundlage entbehrend und auf übertriebene Weise über die sogenannten "Razzien in China-Restaurants: Verdacht auf Menschenhandel" berichtet.

Die Razzien haben stattgefunden, somit ist die Grundlage für die Berichte doch gegeben. Das Wort "übertrieben" verstehe ich in dem Zusammenhang nicht. Es fand eine Razzia statt in der Beweismaterial sichergestellt wird. Was daran übertrieben ist ist mir ein Rätsel. Ich glaube das "gut" ist damit schon entkräftet und sagen wir mal lieber "dilettantisch".

Nach der Bestätigung bei der deutschen Polizei richtet sich diese Aktion nicht gegen sogenannte "illegale Einwanderer aus China".

Es ging im illegale Beschäftigung.

Mit den wahrheitswidrigen Meldungen sind wir äußerst unzufrieden.

Wenn etwas falsch war hätte man es belegen können, scheint man hier nicht zu können. (Das ist ein typisch chinesisches Pressevorgehen etwas als falsch darzustellen, es aber nicht näher zu erläutern.

Die betreffenden Medien sollen diesen Fall sofort abklären und objektiv, gerecht und allseitig berichten.

Das ist auch wieder Wunschdenken. Wir haben eine freie Presse und man kann denen leider nicht anordnen was sie schreiben sollen, oder nicht.

Wie allen bekannt, nimmt die chinesische Regierung konsequent den klaren Standpunkt ein, rechtmäßig entschieden gegen illegale Auswanderung vorzugehen.

"Wie allen bekannt" ist lächerlich und deutsch aus der Grundschule. "Rechtmäßig entschieden" ist mir unklar.

Die überwiegende Mehrheit der China-Restaurants in Deutschland werden deutsche Gesetze befolgend betrieben und haben Beiträge zur Entwicklung der deutschen Gesellschaft geleistet.

Das dem so ist stellt keiner in Frage.

Die legitimen Rechte und Interessen ihrer Besitzer und aller anderen Beschäftigten sollen geschützt werden.

Das stellt doch auch keiner in Frage.

Ich glaube es ist damit geklärt. Das "notwendig" falsch ist ging schon aus meinem ersten Posting hervor.

IMHO täte die Botschaft gut daran mit der Polizei zusammenzuarbeiten und die Schleuser in China ausfindig zu machen.

Eine neue DPA Depesche dazu:

http://www.bild.de/BILD/regional/hannov ... ht-im.html" target="_blank

Re: Sklavenhandel, Ekel-Wok; Deutsche Medien kotzen mich an!

Verfasst: 24.08.2009, 03:58
von beowulf
HK_Yan hat geschrieben:
Lass uns doch mal das gut und notwendig etwas genauer beleuchten. Dazu gehen wir die Mitteilung noch mal durch:

Vor kurzem haben einzelne deutsche Medien jeder Grundlage entbehrend und auf übertriebene Weise über die sogenannten "Razzien in China-Restaurants: Verdacht auf Menschenhandel" berichtet.

Die Razzien haben stattgefunden, somit ist die Grundlage für die Berichte doch gegeben. Das Wort "übertrieben" verstehe ich in dem Zusammenhang nicht. Es fand eine Razzia statt in der Beweismaterial sichergestellt wird. Was daran übertrieben ist ist mir ein Rätsel. Ich glaube das "gut" ist damit schon entkräftet und sagen wir mal lieber "dilettantisch".

Nach der Bestätigung bei der deutschen Polizei richtet sich diese Aktion nicht gegen sogenannte "illegale Einwanderer aus China".

Es ging im illegale Beschäftigung.

Mit den wahrheitswidrigen Meldungen sind wir äußerst unzufrieden.

Wenn etwas falsch war hätte man es belegen können, scheint man hier nicht zu können. (Das ist ein typisch chinesisches Pressevorgehen etwas als falsch darzustellen, es aber nicht näher zu erläutern.
Naja du führst ja selber schon an was nicht korrekt ist. Menschenhandel ist ungleich illegale Beschäftigung. Ein Bekannter von mir hatte beim Hausbau auch Rumänen auf Pfusch angestellt. Ein Menschenhandel wurde da weder von der Firma (obwohl es solche Fälle gibt, z.B. ist es nicht selten das rumänische Arbeiter nach D gelockt werden, ihnen die Pässe abgenommen werden und sie dann ohne Gehaltszahlungen einfach abgeschoben werden) noch von dem Bekannten begangen.
HK_Yan hat geschrieben: Die betreffenden Medien sollen diesen Fall sofort abklären und objektiv, gerecht und allseitig berichten.

Das ist auch wieder Wunschdenken. Wir haben eine freie Presse und man kann denen leider nicht anordnen was sie schreiben sollen, oder nicht.
Ich kann hier kein Wunschdenken oder eine Vorschrift/Befehl erkennen, sondern einen Wunsch bzw. eine Forderung. Dieses Recht hat die chinesische Botschaft. Ich finde den Reflex sehr verdächtig Kritik bzw. Forderung nach einer objektiven, gerechten und allseitigen Berichterstattung sofort als Zensur abzustempeln.
HK_Yan hat geschrieben: Wie allen bekannt, nimmt die chinesische Regierung konsequent den klaren Standpunkt ein, rechtmäßig entschieden gegen illegale Auswanderung vorzugehen.

"Wie allen bekannt" ist lächerlich und deutsch aus der Grundschule. "Rechtmäßig entschieden" ist mir unklar.
Ok, das ist wirklich eher schlechtes Deutsch. Ich glaube die Bedeutung ist folgende:
"Wie allseits bekannt ist, steht die chinesische Regierung konsequent und klar zu ihrem Standpunkt im Einklang mit dem Recht/Gesetz entschieden gegen illegale Auswanderung vorzugehen."
HK_Yan hat geschrieben: Die überwiegende Mehrheit der China-Restaurants in Deutschland werden deutsche Gesetze befolgend betrieben und haben Beiträge zur Entwicklung der deutschen Gesellschaft geleistet.

Das dem so ist stellt keiner in Frage.

Die legitimen Rechte und Interessen ihrer Besitzer und aller anderen Beschäftigten sollen geschützt werden.

Das stellt doch auch keiner in Frage.
Wirklich - ich habe schon den Eindruck, dass in einigen Medien zumindest der Eindruck erweckt wird, dass alle bzw. zumindest die Mehrheit der chinesischen Restaurants in Menschenhandel/kriminelle Machenschaften verwickelt sind.

Ich kann mich an einen ähnlichen Fall in Österreich erinnern. Da wurde im Rahmen der Operation Spring auch eine riesen Razzia gegenüber Schwarzafrikanern in Österreich durchgeführt. Da gab es auch Pauschalurteile in der Presse und in sehr vielen Fällen hat sich später herausgestellt, dass die Polizei viele Unschuldige verhaftet bzw. festgenommen hatten und viele Beweise nicht nur mangelhaft sondern auch gefälscht bzw. hingebogen waren.
http://de.wikipedia.org/wiki/Operation_Spring" target="_blank

Der Verdacht, dass die Polizei bei solchen Großrazzien auf Sensationsergebnisse aus ist und da oft nachgeholfen wird, ist nicht völlig aus der Luft gegriffen. Genauso wie der Punkt, dass sich die Presse auf solche Sensationsergebnisse stürzt und auf der Xenophobie in D u. Ö. gerne reitet um den Verkauf anzutreiben. Wenn ich mir die oben beschriebene Gegendarstellung ansehe, kann ich da einige Parallelen erkennen.
Besonders bei der "Opfer" Befragung. Bei Operation Spring wurden auch einige Schwarzafrikaner dazu gebracht, das gewünschte Auszusagen um vermeintliche Köpfe schwer belasten zu können. Wie man beim Film Operation Spring sehen kann, wurden da alle möglichen Methoden von der Androhung von Gefängnisstrafen, Abschiebung, unmenschliche Behandlungen (der Begriff Folter würde hier zu weit gehen) etc. angewandt.
Hauptsache das Ermittlungsergebnis stimmt.

Naja, die Afrikaner haben mit den Grünen und Menschenrechtsorganisationen zumindest eine Lobby die sich für sie einsetzt. Die Chinesen in Deutschland haben das nicht, dafür haben sie im Gegensatz zu den afrikanischen Ländern eine starke Regierung in ihrem Heimatland, die es sich leisten kann den Mund aufzumachen. Und ich bin froh, dass sie es macht. Sie sollte aber noch viel mehr tun.

Re: Sklavenhandel, Ekel-Wok; Deutsche Medien kotzen mich an!

Verfasst: 24.08.2009, 04:49
von HK_Yan
beowulf hat geschrieben:
HK_Yan hat geschrieben: Die überwiegende Mehrheit der China-Restaurants in Deutschland werden deutsche Gesetze befolgend betrieben und haben Beiträge zur Entwicklung der deutschen Gesellschaft geleistet.

Das dem so ist stellt keiner in Frage.

Die legitimen Rechte und Interessen ihrer Besitzer und aller anderen Beschäftigten sollen geschützt werden.

Das stellt doch auch keiner in Frage.
Wirklich - ich habe schon den Eindruck, dass in einigen Medien zumindest der Eindruck erweckt wird, dass alle bzw. zumindest die Mehrheit der chinesischen Restaurants in Menschenhandel/kriminelle Machenschaften verwickelt sind.
Bitte nenne Quellen und Passagen. Du redest auch von "einigen" Medien, also Plural, also mehrere. Ich hab aber bisher aber eine einzige Depesche (von DPA) dazu gesehen die lediglich abgedruckt wurde.

Man sollte sich auch nicht an dem Wort "Menschenhandel" hochziehen. Das hat erstmal gar nichts zu sagen. Bei mir im Supermarkt hängen auch Kleinanzeigen für Klavierstunden usw., das macht dem Supermarkt nicht zum Menschenhändler.

Du schreibst woanders "illegale Auswanderung". Hier ist ja eine Ausreise und (noch) keine Auswanderung. Auch bei einer legalen Ausreise (z.B. aus DE) und einer legalen Einreise (z.B. in CN) kann es illegal sein wenn man z.B. mit einem F oder L Visa dort arbeitet. Das die Arbeiter legal ausgereist sein ist nicht relevant. Relevant ist ob sie legal in DE arbeiten dürfen. Relevant ist auch ob die Arbeitsbedingen deutschem Recht entsprechen, das hat aber mit China gar nichts zu tun.

Ironischerweise ist dieses eine rein deutsche innere Angelegenheit, und China verbittet sich immer gerne den Kommentar zu den eigenen inneren Angelegenheiten. Nach meiner Meining darf natürlich jeder zu allem eine Meinung haben und diese auch sagen. China ist nur besser im finden von Fettnäpfchen.

Re: Sklavenhandel, Ekel-Wok; Deutsche Medien kotzen mich an!

Verfasst: 24.08.2009, 07:35
von Bernhard
zu jayapolis:

ich habe nichts generalisiert. Ich habe auch nicht geschrieben, dass Kinder von Ausländern (oder heißt es politisch korrekt "Migranten"?) allgemein nicht gut deutsch sprechen. Ich habe geschrieben, dass die Kinder aus Migrantenfamilien, in denen deutsch gesprochen wird, es oft nicht besser beherrschen als die, in denen die Muttersprache der Eltern gesprochen wird.

Wie aquadraht bin ich der Meinung, dass man sich zumindest bemühen soll, die Sprache des Landes zu sprechen, in dem man dauerhaft lebt. Und das gilt für alle Länder.
Die Betonung liegt auch auf dauerhaft. Post-docs, die 2 oder 3 Jahre in Deutschland leben, brauchen nicht unbedingt deutsch lernen. Obwohl ich es dort auch für eine nette Geste halte, wenn sie zumindest ein paar Höflichkeitsfloskeln beherrschen.

Ich persönlich finde es sogar besser, wenn Chinesen mir ihren chinesischen Namen sagen. Wenn chinesische Studenten bei der Vorstellung ihren deutschen/englischen Namen nennen, bin ich erst mal befremdet.
Ich hatte deine ursprüngliche Aussage vielleicht auch missverstanden. Wenn man bei einem fremdländischen Namen sagt "der ist mir zu schwer, hast du nicht einen deutschen Namen?", dann ist das in der Tat ziemlich arrogant. Ich war erst davon ausgegangen, sie fragen interessehalber, und du regst dich dann darüber auf.

Dass Engländer fragen, wie man genannt werden will, liegt wohl daran, dass Abkürzungen und Spitznamen dort viel weiter verbreitet sind und sehr viele Leute nicht bei ihrem "offiziellen" Namen genannt werden. Ich weiß nicht, ob man den Deutschen einen Vorwurf daraus machen kann, wenn sie es nicht tun.


Ein Punkt, den ich in meinem vorigen Beitrag vergessen hatte:
Wer sagt, dass nirgendwo sonst über die Assimilation von Migranten diskutiert wird? Auch redet in Deutschland niemand über Assimilation, sondern über Integration. Das ist ein Unterschied (frag beowulf :wink: ).
Ich habe noch nie in England gelebt, aber in Frankreich. Und da wird vielleicht weniger über die Assimilation von Migranten diskutiert. Aber eine Integration wird einfach verlangt. Wer in Frankreich wohnt, achtet die Gesetze des Landes und spricht ausreichend französisch. Was denn sonst?
Dass das in anderen Ländern mit der Integration nicht immer klappt, sieht man auch. Die Unruhen in französischen Vororten und in Großbritannien geborene Islamisten legen Zeugnis davon ab. Erstrebenswert ist das nicht.
Sicher, man kann den rassistischen Europäern die alleinige Schuld daran geben. Ich habe da aber meine Zweifel.


zur fernöstlichen Kommunistischen Weltherrschaft:
aquadraht, das war zu viel des Lobes. Gerüchte oder Phantasien über die Weltherrschaft Chinas sind natürlich absoluter Blödsinn.
However, I think jayapolis' reply to any unqualified comments from strangers is extremely exaggerated and absolutely not adequate. You may call this "humour", but in such a situation, it has nothing humorous and seems extremely poisonous.
Maybe I am lacking humour. Maybe I'm a "typical German". When, however, China is getting stronger and stronger, and people are having an (unsubstantiated, methinks) fear of this strong China, then it's quite arrogant to say "we'll rule the world, get along with it!"
Yes yes, I'm a German lacking humour. I know.