otternase hat geschrieben: 29.09.2022, 16:55
TomXian hat geschrieben: 29.09.2022, 16:39
Diese angeblichen "Terrorakte" entspringen der chinesischen Lügen-Propaganda und wurden von keiner zweiten Seite je bestätigt.
die Liste der in westlichen Medien bestätigten Terroranschläge hatte ich bereits hier einmal gepostet, will mich nicht wiederholen:
viewtopic.php?p=390339#p390339
Oder liess Dich mal hier ein:
https://www.files.ethz.ch/isn/179639/3b ... 81eb96.pdf
Quelle:
The Norwegian Peacebuilding Resource Centre (NOREF) is a
resource centre integrating knowledge and experience to strengthen
peacebuilding policy and practice. Established in 2008, it collaborates
and promotes collaboration with a wide network of researchers,
policymakers and practitioners in Norway and abroad.
Conclusion:
To assess the true level of threat China faces from terrorist
groups in Xinjiang demands that we distinguish among
various accounts of the violent incidents in China that have
been linked to the region. This in turn requires a judgement
about the capabilities and motivations of a number of shadowy organisations with regard to their possible role in such
incidents. A survey of the credible evidence suggests that
while the Chinese government’s characterisation of the
threat it faces has been exaggerated, the potential for
Islamist acts of terror to occur does exist and, if the
Chinese government’s attribution of the attacks to Xinjiang
is correct, it will mark a major shift in the ways in which
Uyghur dissent is expressed. Experts on the region who
acknowledge this threat also acknowledge that Uyghur
resentment of government policy in Xinjiang has been as
much a motivating force as any hypothesised Islamist
agenda. The future stability of Xinjiang, and perhaps other
regions in China, cannot simply be reduced to the question
of China’s security arrangements with its neighbours, nor
its own internal security provisions, but will also continue
to be determined by the consequences of the policies it
applies in Xinjiang.
genau diesen Bericht aus 2014 hatte ich vor Jahren auch gelesen, zumal das NOREF eine gewisse Glaubwürdigkeit für sich in Anspruch nimmt, im Gegensatz zu den Chaoten von SITE und anderen, die ebenfalls in diesem Bericht verrissen werden.
Zu Beginn heißt es dort:
"
Eine Reihe von Berichten aus akademischen und nicht-chinesischen Medien sowie von Menschenrechtsorganisationen haben die offizielle Erklärung der chinesischen Regierung für viele dieser Vorfälle in Frage gestellt. Die Kritiker werfen der Regierung mangelnde Transparenz und das Fehlen zuverlässiger Beweise vor und behaupten, dass sie die weit verbreiteten und vielfältigen Beschwerden und Leiden der Menschen in Xinjiang nicht anerkennt und zurückweist.
Der vorliegende Bericht zielt darauf ab, diese unterschiedlichen (Märchen-) "Erzählungen" über diese Region in Einklang zu bringen, die für Chinas Wirtschaft und Energiesicherheit von wachsender Bedeutung ist."
Auf den Folgeseiten gibt der Bericht einen Abriß über die letzten 30 Jahre (vor 2014) und führt aus, welche massiven Eingriffe Beijing in dieser "autonomen" Provinz vorgenommen hat und damit die Vereinbarungen von 1949 brach.
Moscheen wurden geschlossen, Imane verhaftet, islamistische Festlichkeiten wie der Ramadan massiv behindert oder verboten.
Die Uigurische Sprache wurde im Unterricht verboten, dann allgemein verboten und Autoren, ja sogar Schüler, die diese Sprache weiterhin einsetzten, verhaftet.
Zusätzlich wurden Bücher und Musik öffentlich verbrannt, wegen ihres angeblich separatistischen Inhalts.
Uiguren wurden an weiterführenden Schulen nicht zugelassen, auch nicht an Universitäten, diese wirtschaftliche Ausgrenzung sowie die willkürliche Inhaftierungen ("economic exclusion, arbitrary detention") führten zu erheblichen Verwerfungen.
Überdies stellt man fest, dass eine "separatistische" Einstellung der Uiguren nicht nachzuweisen ist.
Und:
"Eine endgültige Bewertung des Falls der chinesischen Regierung wird durch die Schwierigkeit des Zugangs zu Informationsquellen behindert und verhindert. Es gibt massive Beschränkungen für ausländische Journalisten in Xinjiang, öffentliche Ermittlungsarbeit wird sehr erschwert und selbst grundlegenden Fakten über die meisten Vorfälle, einschließlich der Zahl der Opfer oder der Reihenfolge der Ereignisse,
bleiben unbestätigt."
"Chinas Justizsystem ist undurchsichtig und es mangelt an Unabhängigkeit, während
die Zerstörung traditioneller Werte in verschiedenen Regionen ein fast universelles Merkmal von China ist, während der letzten drei Jahrzehnte der >Modernisierung<."
Ich könnte hier noch endlos weiter aus dem Bericht zitieren, belasse es aber bei
deren "Fazit":
1a. Um das tatsächliche Ausmaß der Bedrohung Chinas durch terroristische Gruppen in Xinjiang zu beurteilen, müssen wir zwischen
verschiedenen Darstellungen der gewalttätigen Vorfälle in China unterscheiden, die mit der Region in Verbindung gebracht werden.
1b. Dies wiederum erfordert eine Bewertung der Fähigkeiten und Motivationen einer Reihe von Schattenorganisationen im Hinblick auf ihre mögliche Rolle bei solchen Vorfällen.
2. Ein Überblick über die glaubwürdigen Beweise deutet darauf hin, dass die
chinesische Regierung die Bedrohung, mit der sie konfrontiert ist,
übertrieben dargestellt hat, ein Potenzial für islamistische Terrorakte aber vorhanden ist, und dass,
falls die Zuordnung (Unterschiebung) der Anschläge in Xinjiang
durch die chinesische Regierung richtig ist, dies eine erhebliche Veränderung der Art und Weise bedeutet, wie uigurische Wut und Unverständnis zum Ausdruck kommt.
3. Experten für die Region, die diese Bedrohung anerkennen, räumen auch ein, dass die Wut der Uiguren über die Politik der chinesischen Regierung in Xinjiang eine mindestens ebenso starke Triebkraft ist wie eine "hypothetische" islamistische Agenda.
4. Die künftige Stabilität Xinjiangs und vielleicht auch anderer Regionen Chinas, kann nicht einfach auf die Frage der Sicherheitsvorkehrungen (Gewaltandrohungen) Chinas mit seinen Nachbarn oder seiner eigenen (partei-)internen Sicherheitsbedürfnisse reduziert werden, sondern sie wird bestimmt durch die Konsequenzen, die sich durch die angewandte Politik in Xinjiang ergeben.
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Auf Hochdeutsch:
Die NOREF konnte - trotz monatelanger Bemühungen und dem Heranziehen aller vorliegenden Informationen [siehe unter Refeferenzen] -
genau nicht ermitteln, dass es zu "terroristischen" Anschlägen tatsächlich gekommen ist. Nach Sichtung der glaubwürdigen Beweise hat die chinesischen Regierung bei der Darstellung der Gefahr übertrieben, genauer: gelogen.
Eine
potentielle (!!) Gefahr für Terrorakte sei aber gegeben.
Diese Gefahr ergibt sich weniger aus irgendeiner "hypothetischen" islamistischen Agenda, sondern vielmehr aus der Wut der Bürger.
China wird Stabilität in der Region nicht durch Gewalt und Unterdrückung erreichen, sondern durch angewandte Politik.
Dies ist die Mehrheitsmeinung aller seriösen Medien auf der Welt. Und eben auch der NOREF
Wie es nach 2014 weiterging, wissen wir ja.
Errichtung von Konzentrationslagern, Einsperren von 1-2 Millionen Uiguren, Massenvergewaltigungen, Zwangssterilisationen, Hinrichtungen, millionenfache Zwangsarbeit. Fröhlicher Organhandel auf Bestellung.
Mittlerweile gibt es auch zahlreiche Zeugen, abertausende von Fotos, geleakte Polizeiberichte, usw., usw.