chinesisches und deutsches Bildungssystem --- PRO+CONTRA

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Torte
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Re: chinesisches und deutsches Bildungssystem --- PRO+CONTRA

Beitrag von Torte »

forum.chinaseite.de hat geschrieben:meine Güte, Torte! Brauchst Du so viel Aufmerksamkeit, oder wie?

Bei soviel Informationen kann ich nur selektiv wahrnehmen und auch dementsprechend darauf antworten. Bei meiner begrenzten Zeit im Forum möchte ich meine Botschaft an die Allgemeinheit richten.
es geht wie gesagt gar nicht darum wie du informationen aufnimmst oder wie du darauf reagierst. Es geht einfach darum dass du informationen welche deiner meinung eher nicht entgegen kommen einfach komplett ignorierst. Wenn du eine Meinung widerlegen kannst oder du einfach ein bisschen "china ist besser als der westen" sätze rauslässt hast du ja scheinbar auch genug zeit.
Und nein, ich brauche keine Aufmerksamkeit. Normalerweise ignoriere ich solche forumteilnehmer wie dich (genauso wie diesen anti-china vietnamesen vor kurzem, mit dem auch keine vernünftige diskussion zustande kam), aber heute stach mir das irgendwie ins auge. Sorry. Bist von jetzt an wieder ignoriert. oO
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HK_Yan
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Re: chinesisches und deutsches Bildungssystem --- PRO+CONTRA

Beitrag von HK_Yan »

forum.chinaseite.de hat geschrieben:das deutsche Bildungssystem bringt zwar Leute hervor, die sich besser audrucken und verkaufen können, aber sie sind trotzdem nicht kompetent genug.

Oder anders ausgedrückt: Grosse Klappe, nichts dahinter!
Wogegen das System in China weder das Eine noch das Andere hervor bringt. Allerdings ist das chinesische System besser wenn man Leute will die immer "Ja" sagen, und störendes Mitdenken vermeiden.

Aber mal im Ernst, eine Uni Abgänger in China hat wirklich weder theoretische noch praktische Ahnung und ist eigentlich nur als Hilfskraft einsetzbar. Die meisten bleiben es dann ihr Leben lang.

Ein deutscher KFZ Lehrling am ende des 1. Lehrjahres wird jeden chinesischen mechanischem Ingenieur um Längen schlagen. Ist leider so.
forum.chinaseite.de hat geschrieben:Die Eindeutigkeit dieser chinesischen Überlegenheit in Mathe zeigt, dass das Vorurteil, dass Chinas Bildungssystem auf Auswendiglernen gerichtet ist, nicht gerechtfertigt ist.
Ich denke du sprichst von der PISA Studie. Meine Frage dazu wäre, wie wird die Studie in China erstellt? Sind das Blindtests, oder werden vorher ausgewählte Schüler getestet? Wo wird getestet, an irgendwelchen Schulen oder an Schulen die in dem Bereich schon Top Ergebnisse haben? Da gibt es in meinem Glauben sehr viele Möglichkeiten zur Manipulation.

Die deutsche Mentalität neigt eher dazu den Test möglichst objektiv zu gestallten um verwertbare Ergebnisse zu bekommen, die chinesische Mentalität neigt eher dazu jedes Mittel zu benutzen um gut auszusehen, auch gerne durch Manipulation.

Daher nehme ich die Zahlen nicht wirklich ernst.

Das bedeutet nicht das es in Deutschland kein deutliches Verbesserungspotential gibt. Man sollte aber eher auf Länder schauen wie z.B. Finnland oder Kanada.
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Dennis (CDS)
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Re: chinesisches und deutsches Bildungssystem --- PRO+CONTRA

Beitrag von Dennis (CDS) »

HK_Yan hat geschrieben:Ich denke du sprichst von der PISA Studie.
Nein, es spricht von der Internationalen Mathe-Olympiade. Und zwar ausschließlich davon.
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HK_Yan
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Re: chinesisches und deutsches Bildungssystem --- PRO+CONTRA

Beitrag von HK_Yan »

Dennis (CDS) hat geschrieben:
HK_Yan hat geschrieben:Ich denke du sprichst von der PISA Studie.
Nein, es spricht von der Internationalen Mathe-Olympiade. Und zwar ausschließlich davon.
Die ist aber auf freiwilliger Basis und hat nun gar keinen repräsentativen Wert.
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Dennis (CDS)
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Re: chinesisches und deutsches Bildungssystem --- PRO+CONTRA

Beitrag von Dennis (CDS) »

HK_Yan hat geschrieben:Die ist aber auf freiwilliger Basis und hat nun gar keinen repräsentativen Wert.
Das hört sich stark nach einem Argument an. Viel Glück damit. :wink:
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Philipp
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Re: chinesisches und deutsches Bildungssystem --- PRO+CONTRA

Beitrag von Philipp »

HK_Yan hat geschrieben: Wogegen das System in China weder das Eine noch das Andere hervor bringt. Allerdings ist das chinesische System besser wenn man Leute will die immer "Ja" sagen, und störendes Mitdenken vermeiden.

Und wenn man Leute will, die bei jeder Gelegenheit jubelnd und Fahnen schwenkend den Kniefall vor den jeweiligen Staatsführern üben. Ich kann mich noch erinnern, als Hu Jintao 2005 nach Deutschland kam und tausende chinesische Studenten aus allen Landesteilen Deutschlands nach Berlin und Bonn gereist sind, um sich Fahnen schwenkend und Sprechchöre skandierend Stunden lang in den Regen zu stellen, nur um zwei Minuten seiner vorbeifahrenden Autokolonne zujubeln zu dürfen. Genosse Hu ist dabei nicht mal aus seiner Mercedes Limousine ausgestiegen, um die durchnässten Studenten zu begrüßen, weil es an dem Tag Regenschauer gab und der Genosse Vorsitzende ja nicht nass werden darf. Vermutlich hat ihn auch gestört, dass die Gegendemonstranten nicht verhaftet oder zumindest zusammengeschlagen wurden.

Das sind die "Intellektuellen" die das chinesische Bildungssystem hervorbringt: Jubeln, applaudieren, Fahnen schwenken.

HK_Yan hat geschrieben: Ich denke du sprichst von der PISA Studie. Meine Frage dazu wäre, wie wird die Studie in China erstellt? Sind das Blindtests, oder werden vorher ausgewählte Schüler getestet? Wo wird getestet, an irgendwelchen Schulen oder an Schulen die in dem Bereich schon Top Ergebnisse haben? Da gibt es in meinem Glauben sehr viele Möglichkeiten zur Manipulation.

Ich nehme die PISA Ergebnisse nicht einen Moment ernst. An vielen deutschen Schulen wurde den Schülern angeboten nach Hause gehen zu können, sobald sie den Test beendet hatten. Dementsprechend wurde dann von vielen Schülern einfach querbeet irgendwas angekreuzt, um möglichst schnell Schulfrei zu haben, mit dem entsprechenden Ergebniss.

In den asiatischen Ländern saßen die Schüler bestimmt während des gesamten Tests muxmäuschenstill, alle in Reih und Glied und die schlechteren Schüler wurden vermutlich gar nicht als Testteilnehmer ausgewählt.
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Yingxiong
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Re: chinesisches und deutsches Bildungssystem --- PRO+CONTRA

Beitrag von Yingxiong »

forum.chinaseite.de hat geschrieben:
Yingxiong hat geschrieben:Zähle also mal die Nobelpreise und die Patente dieser Länder auf.
Also die Anzahl der Nobelpreise und Patente sagen nicht aus, dass die Menschen in Iran, Peru nicht schlauer sind als die deutschen.

Wer entscheidet denn, werr den Nobelpreis bekommt? Das sind doch paar schwedische/norwegische Wikinger, die auch einen wie Dalie Laber oder Arafat den Nobelpreis verliehen haben...

Noch Fragen?
Wieso dann noch in die Schule gehen, wenn man nach der Schule nichts mehr vom gelernten braucht?
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Re: chinesisches und deutsches Bildungssystem --- PRO+CONTRA

Beitrag von Yingxiong »

Philipp hat geschrieben: Und wenn man Leute will, die bei jeder Gelegenheit jubelnd und Fahnen schwenkend den Kniefall vor den jeweiligen Staatsführern üben.
In Deutschland bevorzugt man dann wohl die Nörgler-Mentalität. An allem herumnörgeln - ohne Sinn und Verstand. Wie als Opositionspartei in der Politik: Nur kritisieren, auch wenn die Ziele, die eine Regierungspartei jetzt umsetzt, vorher die eigene Meinung bildeten.
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TaugeNix

Re: chinesisches und deutsches Bildungssystem --- PRO+CONTRA

Beitrag von TaugeNix »

Jetzt mal meine 2 Cent:
Ich bin Student der Rechtswissenschaften, meine Freundin auch.
Ich habe ein Jahr in China studiert, meine Freundin wird ein halbes Jahr in Deutschland studieren.
Ich beziehe nachfolgend Geschriebenes allein auf dieses Gebiet.

Unser Jura-Studium fängt etwa mit dem 19. (Männer wg. Bundeswehr- oder Ersatzdienst meist 20.) Lebensjahr an.
Meine Freundin fing' mit 17 an.
In Deutschland werden von Anfang an nur rechtswissenschaftliche Vorlesungen angeboten. Ein interdisziplinäres Fach muss für ein Semester besucht werden (Vwl für Juristen, Mediation, etc.).
Das ganze Studium ist sehr wenig verschult, alles ist mehr oder weniger freiwillig (keine Anwesenheitskontrolle, keine Kontrolle, wer was wo wie schreiben sollte oder müsste, etc.).
In China sind die ersten zwei Jahre mitunter sehr verschult, fast wie die deutsche Oberstufe am Gymnasium, es gibt Sport, studienfachferne Unterrichtseinheiten, vorbereitende Kurse auf das "wirkliche" Studium.
Wir müssen 3 Monate Praktika vorweisen können. In Beijing ist dies mehr oder weniger freiwillig, ein Monat.
Unser Studium dauert (bei perfekter Planung und keinen Fehlschlägen): 8 Semester, Staatsexamen.
4 Semester Referendariat, 2. Staatsexamen. Komplett: Mindestens 12 Semester, eher mehr - sprich: über 6 Jahre. Deutsche (Voll)Juristen sind deshalb mindestens 25, eher älter. Die meisten werden wohl mit 27-30 Jahren in den Beruf einsteigen (Auslandssemester, Master-Degree, Promotion, etc.).
Das juristische Studium dauert in China auch 8-10 Semester. Allerdings sind davon die ersten 4 auch anderweitigen Fächern geöffnet. 4 bis 5 Jahre. Chinesische Juristen sind demnach 22 bis 23 Jahre alt. Mit Auslandssemestern, Master-Degrees, Promotion: 25-26. Also bis zu 5 Jahre jünger als deutsche Juristen bei Berufseinstieg.
Studieninhalt:
Das deutsche und chinesische Studium der Rechtswissenschaften gleicht sich in einem Punkt (leider) komplett: fehlender Praxisbezug. "Wir" sind Fachdeppen, die im Beruf erst einmal eingelernt werden müssen.
Unterschiede: deutsche Juristen lernen das System, lernen die Fähigkeit, unbekannte Sachverhalte so zu bearbeiten, dass diese anhand des Gesetzes gelöst werden können. Klausuren sind oftmals Fälle. Dies stellt zwar keinen Praxisbezug her, hat aber den Vorteil, dass man nur mit dem Wissen um des Systems "alles" lösen kann. Der Student wird aber wie so oft sich völlig selbst überlassen, Eigenständigkeit geschult.
China: hier wird oftmals Theorie abgefragt. Also wenig Fälle, sondern Lehrbuchwissen. Dies ist sicherlich auch wichtig, aber leider ein Auswendiglernen. Jedoch gibt es einzelne Gebiete, in denen ein fallorientierteres Lernen stattfindet. Dem Student wird aber auch hierbei oftmals eingetrichtert, wie er was zu tun hat. Unbekanntes wird zum unüberwindlichen Hindernis.


Fazit:
Vorteil Deutschland: Systemverständnis, Eigenständigkeit.
Vorteil China: großes Hintergrundwissen, früherer Abschluss.
Nachteil Deutschland & China: fehlende Praxis.

Die Studienwege unterscheiden sich zum Teil sehr. Allerdings ist in meinen Augen beides durchaus verbesserungswürdig ;)

Gruss,
TaugeNix^widmet sich dann erstmal dem Sport um sich dann seinem verbesserungswürdigen Studium hinzugeben :lol:
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belrain
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Re: chinesisches und deutsches Bildungssystem --- PRO+CONTRA

Beitrag von belrain »

Aus meinem Bereich (Maschinenbau) kann ich dazu nur sagen, dass es meinen chinesischen Ingenieurskollegen (ich meine damit nur die, die ich kennen gelernt habe) durchweg an vielen Grundkenntnissen fehlt, die man in Deutschland lernt. Beginnt bei Lebensdauerberechnungen, geht über Fallanalysen bis hin zu selbständigen Prüfauswertungen. Sorry, aber wenn das der Normalfall für chinesische Maschinenbauer ist kann man diese leider nicht auf den weltweiten Markt lassen, da sie dann bessere Hilfskräfte sind. Da hilft es auch nicht, zu irgendwelchen Mathewettbewerben die "Intelligenzbestien" hinzuschicken. Wobei solche Wettbewerbe nicht wirklich repräsentativ sind.
Bloss weil China in Beijing die meisten Goldmedaillen geholt hat heisst es nicht, dass sie das beste Sportförderungsprogramm haben sondern lediglich, dass sie beim Dopen besser waren als andere. :wink:
Beide Bildungssysteme haben ihre Vor- und Nachteile. Man kann aber die Bildungssysteme allein nicht beurteilen sondern muss noch das Umfeld mit einbeziehen welches die Schüler prägt die am System partizipieren. Wenn man in Deutschland die Schulpflicht schärfer regulieren würde, faulen Sozialschmarotzern nicht das Geld hinterherwerfen würde etc. bin ich sicher, würde die heutige Schülergeneration sich mehr um einen guten Schulabschluss bemühen.
In China haben die Schüler keine Wahl. Sie müssen gute Ergebnisse abliefern um studieren zu können, da sie sonst als Wanderarbeiter, Masseur o.ä. enden würden. Ehrenwerte Berufe aber besch.... bezahlt. Allerdings basiert das chinesische Schulsystem grösstenteils auf Auswendiglernen aber nicht auf praktische Anwendungen - Stichwort Sprachen. Warum gibt es denn wohl mehr Chinesen die zwar gut Englisch schreiben / lesen und verstehen aber nur ganz schlecht sprechen können?
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HK_Yan
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Re: chinesisches und deutsches Bildungssystem --- PRO+CONTRA

Beitrag von HK_Yan »

belrain hat geschrieben:Stichwort Sprachen. Warum gibt es denn wohl mehr Chinesen die zwar gut Englisch schreiben / lesen und verstehen aber nur ganz schlecht sprechen können?
Sprachen ist auch ein gutes Beispiel. Die Nichte einer Freundin hat englisch irgendwo im Norden studiert. Ihr englisch verstehe ich kaum. Mangelhaft, setzen.

Ich hab auch vor ein paar Jahren mal eine Deutschlehrerin an der CU in HK kennengelernt. Die erzählte mir das die HK Studenten immer sehr frustriert von diversen internationalen Treffen wiederkamen. Die wussten zwar alle was Plusquamperfekt ist und wie dieser angewendet wird, konnten aber nicht sprechen.

Meine Freundin selber hat ein Interesse für alles deutsche entwickelt und spricht (vermutlich) deswegen sehr gut deutsch. Bei vielen Chinesen vermisse ich das Sprachinteresse total. Mal ein Film sehen oder ein Buch lesen das man wirklich lesen will, und nicht zum englisch testen ist Fehlanzeige. Auch beim Freunde machen steht dann immer das englischtesten im Vordergrund.

Stichwort Maschinenbau: Es gibt 2 Gruppen die Maschinenbau studieren:

Die 1. - die die es studieren wollen, das ist eine sehr kleine Gruppe

Die 2. - die es nicht bis Medizin, Law usw. geschafft haben. Das ist eine grosse Gruppe.

Man studiert etwas für das man Null-Interesse hat.
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Re: chinesisches und deutsches Bildungssystem --- PRO+CONTRA

Beitrag von TaugeNix »

HK_Yan hat geschrieben: Sprachen ist auch ein gutes Beispiel. Die Nichte einer Freundin hat englisch irgendwo im Norden studiert. Ihr Englisch verstehe ich kaum. Mangelhaft, setzen.
Ich denke nicht, dass man es an den örtlichen Gegebenheiten festmachen kann.
Meine Freundin hat großes Interesse an Sprachen (Deutsch/Englisch) und spricht beide nahezu perfekt. Ich denke, es kommt auf das Interesse an.
Mein Englisch war jahrelang in der Schule extrem dürftig. Irgendwann hatte ich aber großes Interesse an Englisch entwickelt - und wurde auch gefordert, es anzuwenden. Ich denke, heute kann sich mein Englisch durchaus sehen lassen.
Man studiert etwas für das man Null-Interesse hat.
Das ist leider nicht nur in China so. Aber durch die "Zuteilung" ist es in China wohl wahrscheinlicher..

Gruss,
TaugeNix^der Jura schon sehr gern hat - nur es manchmal vergisst ;)
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Re: chinesisches und deutsches Bildungssystem --- PRO+CONTRA

Beitrag von HK_Yan »

TaugeNix hat geschrieben:
HK_Yan hat geschrieben: Sprachen ist auch ein gutes Beispiel. Die Nichte einer Freundin hat englisch irgendwo im Norden studiert. Ihr Englisch verstehe ich kaum. Mangelhaft, setzen.
Ich denke nicht, dass man es an den örtlichen Gegebenheiten festmachen kann.
Das war auch nicht so gemeint.
TaugeNix hat geschrieben:Mein Englisch war jahrelang in der Schule extrem dürftig. Irgendwann hatte ich aber großes Interesse an Englisch entwickelt - und wurde auch gefordert, es anzuwenden. Ich denke, heute kann sich mein Englisch durchaus sehen lassen.
Das war bei mir 100% identisch. Bei mir war es dann die Gier englische Songtexte zu verstehen und die Reiselust.

Bei meinem 1. Trip alleine nach London mit 16 oder so konnte ich kaum in der Herberge nach einem Zimmer fragen. Ich denke allerdings das auch heute das Schulenglisch in Deutschland sehr stark variieren kann.
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Re: chinesisches und deutsches Bildungssystem --- PRO+CONTRA

Beitrag von ingo_001 »

HK_Yan hat geschrieben:.

Aber mal im Ernst, eine Uni Abgänger in China hat wirklich weder theoretische noch praktische Ahnung und ist eigentlich nur als Hilfskraft einsetzbar. Die meisten bleiben es dann ihr Leben lang.

Ein deutscher KFZ Lehrling am ende des 1. Lehrjahres wird jeden chinesischen mechanischem Ingenieur um Längen schlagen. Ist leider so.
Beim 1. Punkt stimme ich Dir zu.

Beim 2. Punkt auch, sofern der KFZ-Lehrling überhaupt den EINSTELLUNGSTEST schafft.

Mir gehts darum, dass - bezogen auf das schulische "Grundwissen" - bei uns hier einiges im Argen lieget. Und das ist ein Problem der Grundschulen.
Finnland und Canade liegen da als Positiv-Beispiele am Nächsten. Aber Japan wird ebendso genannt. Und wenn es um die Basics wie Lesen, Schreiben und Rechnen geht, sind Vergleiche auch mit China möglich.
In Ländern wie China, Japan oder Süd-Korea gibt es da fast keine Unterschiede.
Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist.

Die Logik ist Deine Freundin - Wünsch-Dir-Was und Untergangs-Propheten sind falsche Freunde.
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Re: chinesisches und deutsches Bildungssystem --- PRO+CONTRA

Beitrag von da hai »

Stupides Auswendiglernen halte ich auch für ziemlich fraglich - etwas das in der Uni in D leider auch viel zu oft der Fall ist. In der Diskussion hier wurde ja die freie Meinungsäußerung als positiver Aspekt des deutschen Bildungssystems angeführt. Bei all der durchaus berechtigten Kritik am Auswendiglernen wird aber m.E. ein wichtiger Aspekt übersehen. Um eine sinnvolle Diskussion zu führen, um eine SINNVOLLE Meinung zu äußern bedarf es eines gewissen Hintergrundwissens. Und genau dieses eignet man sich durch Lernen an.

In Deutschland mag ja viel und gern diskutiert werden, aber was nützt es sich in ellenlangen Diskussionen zu suhlen, wenn es letztlich am Wissen fehlt. Das sind Erfahrungen die meine Frau beim Studium in Deutschland zum Vergleich mit China gemacht hat. Sie hatte das Gefühl, dass die Leute einfach nur diskutieren wollten (oder sollte man sagen sich gern selbst reden hören?), aber eben auch so viel unglaublichen Mist erzählt haben, weil sie irgendetwas irgendwo gelesen, gehört oder sonst wo aufgenommen haben, aber letztlich von der Materie überhaupt gar keine Ahnung hatten, weil ihnen das Hintergrundwissen fehlte (Ich muss dazu anmerken das sie vorher schon in China fertig studiert hatte). Vor allem drehte man sich letztlich immer wieder im Kreis - es wurden immer wieder die ewig gleichen Argumente laut, so dass bei den Diskussionen überhaupt kein neuer Input mehr dazukam.

Andererseits muss ich meinen Vorrednern recht geben, was das Problembewusstsein und den Umgang mit neuen Problemen angeht. Ich glaube, dass der Umgang mit Selbigen in Deutschland wesentlich ausgeprägter ist als in China, dass zeigt sich m.E. auch schön an der "Meinungsäußerung" von Shenzhou. Er hat es überhaupt nicht gelernt sich argumentativ irgendwie zu äußern. Sein einziges Hilfsmittel sind irgendwelche Tabellen ohne diese überhaupt zu hinterfragen.

Wichtig finde ich aber trotzdem, dass bei uns auch wieder wesentlich mehr Wert auf die Vermittlung von Hintergrundwissen insbesondere in den Naturwissenschaften gelegt wird und Schüler diesbezüglich wesentlich mehr gefordert werden. Denn was nützt einem letztlich eine Schar von Dummschwätzern. Und das Förderung von Diskussion und freier Meinungsäußerung in der Schule nicht immer dazu führt, dass ein Problembewusstsein entsteht bzw. Situationen hinterfragt werden, zeigt sich m. E. ja schön an der Auseinandersetzung mit China vor und während der Olympischen Spiele.

PS: Meine Frau ist nicht besonders gut in Mathe :-).
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