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wuseltiger
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Beitrag von wuseltiger »

TaugeNix hat geschrieben: Ich könnte hier noch ewig weiterschreiben, aber du wirst mich nicht verstehen. Ebensowenig wie ich deine Ansichten verstehen kann (und anscheinend auch des Rests des Forums, da hier ja keinerlei Widerspruch aufflammt).

Der Widerspruch ist schon da, dreimal bisher ;)

Es ist natürlich nicht sozial, Arbeitsunwilligen Geld der arbeitenden Menschen in den Rachen zu werfen. Nur: finde diese Menschen mal außerhalb von BILD, RTL (I-II) und der ProSiebenSat1-Media Group.

Das ist wirkich blödsinn und zeigt, dass du total realitätsfremd lebst und nicht wirklich weißt wovon du sprichst...
TaugeNix

Beitrag von TaugeNix »

...

Man, nochmal: es geht mir vorliegend nicht (!) darum, wie gut es deutsche Hartz IV-Empfänger doch im Gegensatz zu (von mir aus auch hart arbeitenden) Drittewelt-Bewohnern haben, das sollte jedem klar sein.
Auf dieser Stufe ist eine Diskussion obsolet - das wären die berühmten Äpfel und Birnen.

Mir geht es hier ausschließlich um die Tatsache, dass ein "Geld nur bei Arbeit" ein unsoziales Problemfeld ist. Bitte vermischt diese Themen nicht.

Wie gesagt: die eigentlich aus den Vereinigten Staaten bekannte harte Hand hat hier in Deutschland dazu geführt, dass immer mehr Menschen inzwischen ohne Krankenversicherung sind, da sie sich schlicht nicht leisten können, ohne Perspektive (wer einmal bei der Bundesagentur für Arbeit nach Beschäftigungsmöglichkeiten gefragt hat, weiß was ich meine), ohne soziale Absicherung, ohne soziale Anerkennung.

Ein Euro Jobs helfen diesen Leuten wenig, da sie:
a) für diese oftmals überqualifiziert sind (und sie diese daher oft gar nicht angeboten bekommen oder Absagen erhalten)
b) sie diese Arbeit niemals in ein reguläres Beschäftigungsverhältnis bringen wird

Weiter substituiert diese "Billigkonkurrenz" reguläre Arbeitsverhältnisse, wer das bestreitet hat seit Beschluss der Agenda 2010 auf einem anderen Planeten gelebt.

Grundsätzlich bin ich der Meinung, das ein Recht auf Arbeit existieren sollte, denn in einer Gesellschaft, in der Hunger, etc. nur noch vereinzelt (aber leider wieder fortschreitend) Probleme darstellen, ist die soziale Anerkennung eines Arbeitslosen ein viel größeres Problem.

Wie dem ganzen Problemfeld beizukommen weiß ich persönlich nicht - einzig die Investition in Bildung erscheint mir sinnvoll. Aber selbst das wird kein Allheilmittel sein.

Gruß,
TaugeNix^dem Angst und Bange wird, wenn demnächst eine "verlorene" Generation nachrückt, ohne Perspektive, ohne Bildung, mit immer weiterer Gängelung und sozialer Ächtung
wuseltiger
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Beitrag von wuseltiger »

TaugeNix hat geschrieben:...

Man, nochmal: es geht mir vorliegend nicht (!) darum, wie gut es deutsche Hartz IV-Empfänger doch im Gegensatz zu (von mir aus auch hart arbeitenden) Drittewelt-Bewohnern haben, das sollte jedem klar sein.
Auf dieser Stufe ist eine Diskussion obsolet - das wären die berühmten Äpfel und Birnen.

Mir geht es hier ausschließlich um die Tatsache, dass ein "Geld nur bei Arbeit" ein unsoziales Problemfeld ist. Bitte vermischt diese Themen nicht.

Wie gesagt: die eigentlich aus den Vereinigten Staaten bekannte harte Hand hat hier in Deutschland dazu geführt, dass immer mehr Menschen inzwischen ohne Krankenversicherung sind, da sie sich schlicht nicht leisten können, ohne Perspektive (wer einmal bei der Bundesagentur für Arbeit nach Beschäftigungsmöglichkeiten gefragt hat, weiß was ich meine), ohne soziale Absicherung, ohne soziale Anerkennung.

Ein Euro Jobs helfen diesen Leuten wenig, da sie:
a) für diese oftmals überqualifiziert sind (und sie diese daher oft gar nicht angeboten bekommen oder Absagen erhalten)
b) sie diese Arbeit niemals in ein reguläres Beschäftigungsverhältnis bringen wird

Weiter substituiert diese "Billigkonkurrenz" reguläre Arbeitsverhältnisse, wer das bestreitet hat seit Beschluss der Agenda 2010 auf einem anderen Planeten gelebt.

Grundsätzlich bin ich der Meinung, das ein Recht auf Arbeit existieren sollte, denn in einer Gesellschaft, in der Hunger, etc. nur noch vereinzelt (aber leider wieder fortschreitend) Probleme darstellen, ist die soziale Anerkennung eines Arbeitslosen ein viel größeres Problem.

Wie dem ganzen Problemfeld beizukommen weiß ich persönlich nicht - einzig die Investition in Bildung erscheint mir sinnvoll. Aber selbst das wird kein Allheilmittel sein.

Gruß,
TaugeNix^dem Angst und Bange wird, wenn demnächst eine "verlorene" Generation nachrückt, ohne Perspektive, ohne Bildung, mit immer weiterer Gängelung und sozialer Ächtung

In diesem Post sind wir uns das erste mal relativ einig.

Ich gebe auch zu, dass mein Ansatzpunkt vielleicht nicht funktioniert.

Aber was ich nicht glaube ist, dass mit "mehr Bildung" alleine das Problem gelöst werden kann, weil diese Bildung diejenigen von denen ich spreche gar nicht erreicht. Es muss ein kompletter Mentalitätswechsel herbeigeführt werden. Dabei koennte ein (gesundes) Nationalgefühl hilfreich sein, weil es schwieriger ist von einem Land Geld zu kassieren, das man liebt, als von einem das man verachtet.

UND JAAA! Stütze für bedürftige, von mir aus doppelt so viel! Die Berufssozialhilfeempfänger sind doch der Grund (und die Konjunktur), warum den wirklich bedürftigen nicht geholfen werden kann!

Und ich widerspreche energisch, dass das "ausserhalb von RTL" alles Bedürftige sind, das stimmt einfach nicht...
TaugeNix

Beitrag von TaugeNix »

wuseltiger hat geschrieben:
TaugeNix hat geschrieben:
Es ist natürlich nicht sozial, Arbeitsunwilligen Geld der arbeitenden Menschen in den Rachen zu werfen. Nur: finde diese Menschen mal außerhalb von BILD, RTL (I-II) und der ProSiebenSat1-Media Group.

Das ist wirkich blödsinn und zeigt, dass du total realitätsfremd lebst und nicht wirklich weißt wovon du sprichst...
So, so..
Wenn du das sagst.

Ich kenne selbst genug Beispiele, in denen ich persönlich Kontakt mit Leuten hatte, die verzweifelt versuchten, wieder in ein Beschäftigungsverhältnis zu wechseln. Leider sind sie entweder zu alt (haha, mit 45 bist du ein alter Sack - aber noch zu jung für die Rente), zu qualifiziert (und damit zu teuer, selbst wenn sie für weniger arbeiten würden), zu krank (nun, ein Rückenleiden verbietet eben körperliche Arbeit), usw.

Ich weiß sehr wohl, von was ich spreche. Meine Mutter war Sonderbeauftragte des Landes Hessens für den sonderpädagogischen Förderungsbedarf (und hat damit sehr viel Kontakt, mit dem sogenannten bildungsfernen Prekariat, womöglich sogar mit Migranten-Hintergrund), mein Vater war zwei Jahre lang arbeitslos (mit mehr als ein paar Hundert Bewerbungen), mein Bruder war ein "Ein Euro"-Jobber, Freunde aus dem Sozialarbeiterbereich..
Und du willst mir die Kenntnisse über die Realität absprechen? Lächerlich.

Gruß,
TaugeNix^kann nur den Kopf schütteln
wuseltiger
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Beitrag von wuseltiger »

Wenn du behauptest, dass nur die Menschen die bei RTL auftreten Berufssozialhilfeempfänger seien, und alle anderen Stütze zu recht bekommen,dann kennst du die Realität numal wirklich nicht ;) Egal was deine Mutter gearbeitet hat oder nicht...

EDIT: Meine Grundaussage ist eigentlich einfach: Wenn in diesem Land jeder Mensch morgens aufstehen muesste, dann waere schon sehr viel getan. Niemand soll morgens im Bett liegen bleiben muessen.

Das Prob. daran ist, dass viele eben nicht von 1. Arbeitsmarkt aufgenommen werden koennen, wg. mangelnder Ausbildung. Aber auch die sollen morgens aufstehen und etwas sinnvolles tun, dann bin ich gerne bereit Steuern zu bezahlen um diesen Menschen, die oftmals nix für ihre nicht vorhandene Ausbildung koennen (weil ihre Eltern beknackte Vorbilder waren), zu helfen.
Mir geht es hier ausschließlich um die Tatsache, dass ein "Geld nur bei Arbeit" ein unsoziales Problemfeld ist.
Ich verstehe nicht, warum es unsozial sein sollte Geld nur gegen Arbeit zu bekommen.. Bin da ratlos.. Wie das gemeint ist. Gearbeitet muss doch werden, warum den nicht? Keiner arbeitet mehr.. Tolle Welt :lol:
TaugeNix

Beitrag von TaugeNix »

wuseltiger hat geschrieben:
Ich gebe auch zu, dass mein Ansatzpunkt vielleicht nicht funktioniert.

Aber was ich nicht glaube ist, dass mit "mehr Bildung" alleine das Problem gelöst werden kann, weil diese Bildung diejenigen von denen ich spreche gar nicht erreicht.
Richtig. Das ist wirklich ein Riesenproblem.
Aber du wirst es nicht über die "harte Hand" erreichen.

Meinst du, mich regen Mädels im Alter von 16 nicht auf, die gerade die Hauptschule beendet haben, und dann (mangels Perspektive) erstmal ein Kind in die Welt setzen, um wenigstens was zu tun zu haben (und vom Kindergeld usw. mehr schlecht als recht zu leben).

Natürlich läuft da was tierisch falsch.
Aber nocheinmal: durch die Harte Hand wirst du diese Menschen nicht erreichen, leider weiß ich auch nicht, WIE man sie überhaupt erreichen kann. Deswegen schrieb ich auch "verlorene Generation", da ich persönlich das Gefühl habe, die nachfolgende Generation wird hoffnungslos verloren sein (was wiederum ein extremes soziales Spannungsfeld herausbilden wird).

Dennoch, und dagegen verwehre ich mich: die wenigsten sind die von dir beschrieben "arbeitsunwilligen" Arbeitslosen.

Ich wünschte, ich würde eine allumfassende Lösung kennen, aber die kenne ich nicht (und da kommt zutage, dass ich kein Gutmensch bin: ich verschwinde einfach irgendwann aus diesem Land, ohne den Versuch, etwas zu ändern).

Gruß,
TaugeNix^wird vielleicht nimmer antworten können, da dieser *§%! Rechner dauernd seinen Geist aufgibt
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belrain
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Beitrag von belrain »

Das keiner mehr arbeiten muss ist eine tolle Vision und funktioniert nur bei Star Trek :wink:
Und das alle Menschen Arbeit haben werden, geht wohl auch nur im Märchen :wink:

Bleibt mal zu klären, warum gibt es zu wenig Arbeit in Deutschland? Oder gibt es genug Arbeit, aber zu wenig qualifizierte Arbeiter?
Letzteres scheint, zumindest im Ingenieursbereich, der Fall zu sein. Derzeit, so heisst es immer in den Medien geht es der Wirtschaft ganz gut und es werden viele Ingenieure gesucht. Wo aber sollen die herkommen, wenn die Kinder von ihren Eltern vor den Fernseher gesetzt werden und so geistreiche Sendungen wir Vera...., Pimp my Ride, Richter(in) ..., etc. zu sehen bekommen. Was wäre wenn das Fernsehen mal eine wichtige Aufgabe übernehmen würde - Bildung? Statt alberner Talkshows sinnvolle Dokus etc. :wink:
Ganztagsschule mit Schulpflicht, um das Bildungsniveau anzuheben. Kinder die die Schulpflicht missachten mit entsprechenden Strafen belegen, die ihnen weh tun - Entzug von Taschengeld etc. Und wenn Eltern die Schulschwänzer unterstützen, auch denen eine entsprechende Geldstrafe aufbrummen.
Die Polizei muss härter durchgreifen dürfen, bei Verbrechen. Es kann nicht sein, das ein Polizist der auf einen bewaffneten Verbrecher schiesst hinterher angeklagt wird weil er den Typen ja auch in Bein hätte schiessen können statt in die Brust - auch wenn er damit anderen das Leben gerettet hat.
Geld nur an die, die auch eingezahlt haben und die, die niht arbeiten können (gesundheitlich/alters bedingt). Es kann nicht sein, dass jemand noch nie in seinem Leben etwas eingezahlt hat aber ständig Kohle in den Hintern geblasen bekommt. Dazu zähle ich auch Ausländische Mitbürger, die schon mehrere Jahre hier wohnen, nicht arbeiten und kein Interesse daran haben jemals zu arbeiten. Gibt leider zuviele Schmarotzer in Deutschland (Deutsche und Ausländer).

Ansonsten geht es uns in Deutschland schon ziemlich gut. Und die Leute, die sich ständig besaufen etc. machen das, weil sie es wollen. Ich kenne einige Hartz IV Empfänger und denen geht es gut - schöne Wohnung, Auto, Computer, teure Kamera etc. Und manche davon haben noch nie wirklich gearbeitet - weil sie es auch garnicht wollten :?
Das Leben ist schön

Shanghai - seit 2009
1. April 2012 - Neuer Job (gleiche Firma) und nochmal mindestens 3 Jahre Shanghai
1. April 2015 - Neuer Job (gleiche Firma) und nochmal mindestens 3 Jahre Shanghai
TaugeNix

Beitrag von TaugeNix »

wuseltiger hat geschrieben:Wenn du behauptest, dass nur die Menschen die bei RTL auftreten Berufssozialhilfeempfänger seien, und alle anderen Stütze zu recht bekommen,dann kennst du die Realität numal wirklich nicht ;) Egal was deine Mutter gearbeitet hat oder nicht...
Nun, wie gesagt - es gibt andere Beispiele.
Ich werde meine Aussagen ebensowenig "beweisen" können wie du deine.
Mir geht es hier ausschließlich um die Tatsache, dass ein "Geld nur bei Arbeit" ein unsoziales Problemfeld ist.
Ich verstehe nicht, warum es unsozial sein sollte Geld nur gegen Arbeit zu bekommen.. Bin da ratlos.. Wie das gemeint ist. Gearbeitet muss doch werden, warum den nicht? Keiner arbeitet mehr.. Tolle Welt :lol:
Okay, ich versuche es einfach zu erklären (was ich eigentlich schon mehrmals tat): es gibt eben - wie von dir richtig bemerkt- für manche Menschen keinen Platz im Arbeitsmarkt, egal ob im ersten oder zweiten.

Für diese Menschen, warum auch immer sie an der Arbeitsaufnahme gehindert sind (Alter: 45+ bspw., aber auch Überqualifikation), hilft auch ein Ein-Euro-Job nichts, da sie diese meist gar nicht erst angeboten bekommen oder aber dafür nicht geeignet sind.
Hier werden vielmehr Talent und auch volkswirtschaftliche Kraft verschwendet, während durch Subsitutionseffekte immer noch zu hoch qualifizierte "Billigheimer" reguläre Arbeit verdrängen.
Natürlich ist "Arbeit" sozial, hab ich ja auch beschrieben. Nur: Woher nehmen? Das ist das Problem. Und Leute mit "Keine Arbeit, kein Geld" abzustrafen, weil einfach keine Arbeit existiert, kann (und darf) nicht der richtige Weg sein.

Gruß,
TaugeNix^meint, Arbeitslosigkeit ist die heutige Angst Nr. 1 - nicht weil die Leute faul sind..
TaugeNix

Beitrag von TaugeNix »

belrain hat geschrieben:Ich kenne einige Hartz IV Empfänger und denen geht es gut - schöne Wohnung, Auto, Computer, teure Kamera etc. Und manche davon haben noch nie wirklich gearbeitet - weil sie es auch garnicht wollten :?
Und ich kenne das Gegenteil..
Aber klar, solche von dir beschriebenen gibt es auch, dass bestreite ich nicht.
Nur scheint mir es, dass die Leute diese Menschen als "Beispiel" nehmen, was aber einfach eine unzulässige Extrapolation darstellt.

Gruß,
TaugeNix^hat Angst, dass der Rechner jeden Moment wieder zusammenbricht
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Bellerophon
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Beitrag von Bellerophon »

@Wuseltier
Ich finde einiges von dem, was du sagst, sehr richtig.
Wir brauchen eine neue Mentalität, wir brauchen ein wenig mehr Nationalstolz, Wir brauchen mehr Identität (ich liebe dieses Wort)

Aber dein Standpunkt "Geld nur für Arbeit" wäre doch fatal. Jeder der einmal in die Arbeitslosigkeit gerät, braucht Unterstützung, sonst kann er nicht aus eigener Kraft einen Neustart versuchen und stürzt völlig ab. Dadurch würden vor allem solche Leute abgesägt werden, die auch mal eine Idee haben und bereit sind ein Risiko einzugehen. Und gerade diese Leute brauchen wir.

Andererseits muss man wirklich sagen, dass das Arbeitsamt nicht der Anlaufpunkt ist, um eine geeignete Beschäftigung zu finden. Was würde wohl mit einem Ingenieur oder einem Doktor für klassische Philologie passieren wenn er die Angebote der Agentur abwartete.
Er würde 1 € Jobber(ich hasse dieses Wort) werden und die Straße fegen oder Flaschen sortieren. Schließlich müsste sich ein Akademiker selbst um eine angemessene Beschäftigung kümmern oder ins Ausland gehen. Und da soll sich noch einer über Fachkräftemangel beschweren! Bildung und Qualifikation werden einfach nicht mehr geschätzt und belohnt in diesem Land.

@Dennis
Ich versuche mal zu einigen deiner Fragen Stellung zu nehmen:

Schuluniformen finde ich gut. Die Schüler würden sich wohl viel eher mit ihrer Schule identifizieren und wären eher auf ihren Ruf bedacht. Viele Leute würden hier vielleicht einwenden, dass das die persönliche Entfaltung einschränke. Ich meine, dass es jetzt langsam reicht mit der Persönlichkeitsentfaltung. Manche Jugendliche können ja vor lauter Persönlichkeit kaum noch laufen!

Das mehrgliedrige Schulsystem ist meiner Meinung nach der Hauptgrund für die soziale Ungerechtigkeit des Systems, die ja schon von der OECD angemahnt wurde. Wer heute auf die Hauptschule kommt, hat schon ganz schlechte Zukunftschancen, und das sind tatsächlich in der Regel die Kinder aus sozialschwachen Familien. Außerdem ist der Zeitpunkt der Selektion (das zehnte Lebensjahr/die vierte Klasse) der denkbar schlechteste nach Ansicht der meisten Pädagogen.

Diese Strukturen aufzubrechen, ist allerdings ein organisatorisch viel zu hoher und kostenintensiver Vorgang. Deswegen wäre der erste Schritt, den Zeitpunkt der Selektion einige Jahre nach oben zu verschieben und die Hauptschulen zu stärken. Zumal ja die Gesamtschule auch nicht das bringt, was sie eigentlich bringen sollte, vielmehr mausert sie sich zu einem Hauptschulersatz...

Zum Thema Föderalismus und Hoheit der Bundesländer im Bildungsbereich fällt mir nur ein Wort ein: ABSCHAFFEN!!!
Durch den Föderalismus wird das Bildungssystem nur zusätzlich von Ideologien, parteipolitischen Spielchen und Eitelkeiten der Landesregierungen belastet. Stattdessen müsste ein bundesweiter und parteienübergreifender Bildungskonsens her.
Tut mir zwar Leid für die ach so schlauen Bayern, aber davon würden wir langfristig alle profitieren.
Das nenn ich jetzt wirklich einen Roman, aber kürzer konnte ich auf die gestellten Fragen einfach nicht antworten. :oops:
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Bellerophon
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Beitrag von Bellerophon »

Grufti hat geschrieben
WB Bellerophon Hen jiu meijian! Winken
Äh...Ja? Meine Freundin ist gerade nicht da. Könntest du es für mich übersetzen?

@Belrain
Ich finde deinen Ansatz mit der Schule gut. man müsste die Eltern wieder stärker in die Pflicht nehmen. Wenn sie ihren Nachwuchs verhunzen oder vernachlässigen, dann müssen sie eben dafür hinhalten. Aber wenn man so stark in die Verantwortung der Eltern eingreift, muss man auch flexible Gegenleistung bringen. Man muss die Eltern auch gleichzeitig fördern. Wenn ein Kind die Möglichkeit hat, seine Nachmittage in einer intakten Familie zu verbringen, dann ist das besser als in der Schule zu vergammeln.
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Beitrag von wuseltiger »

@ belerophon:

Aber dein Standpunkt "Geld nur für Arbeit" wäre doch fatal. Jeder der einmal in die Arbeitslosigkeit gerät, braucht Unterstützung, sonst kann er nicht aus eigener Kraft einen Neustart versuchen und stürzt völlig ab. Dadurch würden vor allem solche Leute abgesägt werden, die auch mal eine Idee haben und bereit sind ein Risiko einzugehen. Und gerade diese Leute brauchen wir.

Du hast recht, der Geld für Arbeit Teil meiner "Idee" ist dabei nur ein Unterkapitel. Dass die Schmarotzer (die es eben doch gibt) nicht das größte Problem in D sind, das ist mir auch klar.
Für die anständigen Arbeit zu finden, das ist natürlich das größte Problem.
Den Frust wenn man ausgebildet ist und keine Arbeit findet, den moechte ich wirklich nicht erleben. Das ist demütigend. Wie man dieses Problem im angesciht der Globalisierung und Arbeitsplatzverlagerung loesen kann, das weiß ich nicht. Aber es muss gelöst/angepackt werden.

Aber die Millionen Menschen der sog. Unterschicht, die sich im Sozialsystem eingenistet haben, die sind eben auch ein Problem, das angegangen werden muss. Und zu behaupten, soetwas gäbe es nicht ist einfach albern..

Hab leider keine Zeit auf alles einzugehen...
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Beitrag von wuseltiger »

TaugeNix hat geschrieben: Für diese Menschen, warum auch immer sie an der Arbeitsaufnahme gehindert sind (Alter: 45+ bspw., aber auch Überqualifikation), hilft auch ein Ein-Euro-Job nichts, da sie diese meist gar nicht erst angeboten bekommen oder aber dafür nicht geeignet sind.
Hier werden vielmehr Talent und auch volkswirtschaftliche Kraft verschwendet, während durch Subsitutionseffekte immer noch zu hoch qualifizierte "Billigheimer" reguläre Arbeit verdrängen.
Natürlich ist "Arbeit" sozial, hab ich ja auch beschrieben. Nur: Woher nehmen? Das ist das Problem. Und Leute mit "Keine Arbeit, kein Geld" abzustrafen, weil einfach keine Arbeit existiert, kann (und darf) nicht der richtige Weg sein.

Gruß,
TaugeNix^meint, Arbeitslosigkeit ist die heutige Angst Nr. 1 - nicht weil die Leute faul sind..
Ja natürlich. Man sollte dem 32 jährigen Sozialhilfeempfänger der 5 Jahre während meines Studiums unter mir gewohnt hat und nach eigener Aussage stolz darauf war, noch nie gearbeitet zu haben, das Geld wegnehmen und natürlich denjenigen geben, die wirkliche Probleme haben.
Ich hab doch nix anderes geschrieben.
Unterstelle mir nicht, dass ich behaupte man solle 55 jährigen, die keinen Job mehr finden in den Arsch treten. Das habe ich nicht geschrieben und lasse es mir auch nicht unterstellen ;)
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Beitrag von no1gizmo »

Ich würde mir mal weniger Sorgen machen, um den studierten Juristen, Arzt, Ingenieur, Wirtschaftler usw . (vielleicht nen Tick über studierte Sinologen :wink: )

Wer Qualifiziert ist, findet was, wenn nicht hier, dann im Nachbarland (okay okay, man denke an die Familie, die wohl hier stationiert ist, das ist ein anderes Problem).

Akademiker sind nachweislich die, die am wenigsten von der Arbeitslosigkeit betroffen sind. Ausgebildete (Berufsausbildung) Fachkräfte sind da schon ehe von Arbeitslosigkeit betroffen, Bank-, Versicherungs- und Industriekaufleute, Fachinformatiker (ich auch), Mechatroniker und einige andere sind noch die guten Ausbildungen, wo man relativ wenig Angst haben muss (aber mehr als ein Akademiker!), aber was ist mit den anderen?

ich kenne jemand, der hat eine Ausbildung zum "Zahntechniker" oder sowas gelernt, kein einfacher Job, aber meint ihr, der findet nen guten Job? Pustekuchen.

Und dann die vielen ungelernten Fachkräfte, die ungelernt sind, weil sie kein Bock haben oder auch wegen ihrer schlechten Schulnoten keinen Ausbildungsplatz bekommen...

Dank Globalisierung, wird die Produktion gerne mal nach Ungarn, Bulgarien oder -wie wir alles wissen- nach China verlegt. und dann die Automatisierung, die kommt dazu und fordert schon seit 50 Jahren ihren Tribut.

Arbeitslose gab es schon immer, auch als wir dicke Wirtschaftsaufschwünge (nicht solchen Pseudo-Wirtschaftsboom wie aktuell immer alle 2 Wochen in den Medien angepriesen) hatten und no1gizmo noch ein Embryo war, nur halt nicht so viele. Wenn wir wieder mehr Beschäftigungsmöglichkeiten haben wollen, brauchen wir richtige Investitionen hier, aber die gibt es nicht, denn der Fokus liegt auf den Schuldenabbau!!! Es wird gespart wo es nur geht, kein Wunder, dass dann nichts passiert. Dann werden auch noch die Lohnnebenkosten erhöht und Steuern allgemein erhöht, so kann das nicht hinhauen.

Entweder einen hohen Lebensstandard für die Bevölkerung (viel beschäftigungsmöglichkeiten, gute Einkommensmöglichkeiten, viel Innovation) oder eben viel Umweltschutz, Schuldenabbau und Sparen des Staates und Einkommenserschließung für den Staat (Den Bürgern das Geld aus der Tasche ziehen).

Also Fazit: Was wir brauchen ist ein (richtiger) Wirtschaftsboom!
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Beitrag von no1gizmo »

@wuseltiger:

Du trägst ganz gute Argumente vor, aber dennoch würde ich mich eher auf TaugeNix Seite stellen.

Ich denke, wenn Arbeit vom Staat so unterstüzt wird und man Zwangsarbeit verhängt, dass die leute dann aus dieser Arbeit nicht rauskommen werden, dass Unternehmen das System ausnutzen werden (hat TaugeNix glaube ich schon dargeslegt) und dass der Wer der Arbeit inflationiert.

interessant finde ich auch diesen Spiegel-Artikel dazu:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,509965,00.html
(In die Armut arbeiten)
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