xùqiú hat geschrieben:Ich mische mich mal ganz dreist ein...

Sehr schön.
xùqiú hat geschrieben:Also chinesische Zeichen haben zwar schon alle eine koreanische Lesung, aber das Problem ist, dass die Grammatik sich nicht allein mit Zeichen darstellen lässt.
Ja, etwas problematisch kann es mit den Partikel werden. Im Kantonesischen wird das so gehandhabt dass jeder Partikel der im Hochchinesischen nicht vorkommt, ein Phonogramm mit 口 ist. Z.B. 嘞、啦、喇、咁、咗、...
xùqiú hat geschrieben:Man braucht Flexionen und so und da kommt man mit einem unveränderbaren Schrifzeichen eben nicht so weit.
Ich weiss dass es im Japanischen Flexionen gibt, aber im Koreanischen? Das wusste ich nicht.
xùqiú hat geschrieben:Aus dem Grund verwenden die Japaner ja auch zwei Silbenschriften (obwohl eine eigentlich reichen würde...) und kombinieren sie mit den Zeichen.
Wir verwenden zwei Alphabete (Groß- und Kleinbuchstaben) obwohl eines eigentlich ausreichen würde.
xùqiú hat geschrieben:Auf die Weise kann aus 来 dann so was wie 来る (ku-ru = ich/du/er komme/st/t) 来ます(ki-masu = das gleiche in höflich) 来た (ki-ta =gekommen) 来て (ki-te = spezielle Flexionsform zur Verbindung von Verben) gemacht werden.
Zuerst hab ich das im Deutschen so gehandhabt:
吾 來e (ich komme) oder [亻口] 來e
佴 來st (du kommst)
他 來t (er kommt)
(口 = erste Person, 耳 = zweite Person, 也 = dritte Person, 亻 = Singular)
In Sprachen wie Spanisch oder Griechisch kommen die Personalpronomen in den meisten Saetzen aber gar nicht vor. Man erkennt die Person nur an der Verbendung. Deshalb hab ich dann auch fuer die Verbendungen Zeichen eingefuert.
Inzwischen sieht man kaum noch Buchstaben wenn ich Deutsch schriftlich wiedergebe. Dafür kann ich dann das Englische drunterschreiben, und es sieht bis auf ein zwei Zeichen mit dem Deutschen identisch aus. Ähnlich wie das auch zwischen Kantonesisch und Hochchinesisch ist.
xùqiú hat geschrieben:Dass man das Zeichen dann einmal so und einmal so ausspricht muss man natürlich wissen...
In meiner eigenen Schrift hab ich Abweichungen vom Infinitiv zuerst über dem Schriftzeichen gekennzeichnet. Zum Beispiel hab ich bei 吾 可 (ich kann), über dem 可 ein "a" klein drüber geschrieben. Inzwischen mache ich das nicht mehr. Wenn ein chinese den Text ließt, dann wird er sowieso die chinesische Aussprache benutzen *, und wenn ihn ein Deutscher ließt kennt er die unregelmäßigkeiten bereits. Da sie keine Informationen tragen sind sie nicht wichtig.
Und wie du sagst ist das ja im Japanischen ähnlich. Man muss einfach wissen wann sich die Aussprache ändert.
xùqiú hat geschrieben:So weit ich richtig informiert bin war ein Grund der Entwicklung von Hangul die Unmöglichkeit die vorhandenen Zeichen in verständliche grammatische Sätze umzuformen, ohne chinesisch zu lernen.
Warum nicht zusätzliche Zeichen statt Buchstaben?
Wenn es nur um die Verständigung innerhalb eines Landes geht, dann reichen eigentlich auch einfach Buchstaben, egal wieviel sich da ähnlich anhört, die Japaner würden es verstehen. Der Vorteil der chinesischen Schrift ist aber, dass sie sprachliche Barieren überwinden kann. Natürlich muss sie dafür dann auch etwas weiterentwickelt werden.
* eine Lesung auf chinesisch ist immer möglich da ich auch allen selbstentwickelten Zeichen chinesische Aussprachen geben habe oder geben werde - so wie das auch mit den in Japan entwickelten Zeichen auf chinesischer Seite gemacht wurde.