Servicegebühren für Chinavisum werden erhöht

Alles zum Thema Visum für China und Deutschland: Antrag, benötigte Unterlagen, Bürokratie, Erfahrungsberichte und sonstiger nerviger Kleinkram zu dem Thema.
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Re: Servicegebühren für Chinavisum werden erhöht

Beitrag von Teilnehmer »

expat_de hat geschrieben:Backpackende Studenten bspw. will man evtl. gar nicht haben (in grösserer Zahl).
Gerade das sehe ich nicht als Grund. Es laufen doch genug Auslandsstudenten in China rum, die sich quasi frei bewegen können.

Ein Tourist dagegen, obwohl nur wenige Tage im Land, wird geknebelt, wo's bloß geht. Die Visa-Politik der VR hat wohl eher was mit "Wie du mir, so ich dir" zu tun.
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Re: Servicegebühren für Chinavisum werden erhöht

Beitrag von expat_de »

Teilnehmer hat geschrieben:Es laufen doch genug Auslandsstudenten in China rum, die sich quasi frei bewegen können.
Richtig: "quasi", denn die Leine ist recht kurz. Ich war nur auf einem Sprachsemester an einer Uni, aber dort gab es neben häufigeren Examen Anwesenheitspflichten und -quoten. Des Weiteren ist man ja über die Uni registriert. Wenn man längere Zeit frei herumreisen möchte, ist das sehr hinderlich, denn faktisch verstösst man damit gegen die Bestimmungen der Uni und des Studentenvisums.
Teilnehmer hat geschrieben:Die Visa-Politik der VR hat wohl eher was mit "Wie du mir, so ich dir" zu tun.
Das ist sicher ein weiterer Aspekt.
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Re: Servicegebühren für Chinavisum werden erhöht

Beitrag von sweetpanda »

expat_de hat geschrieben:Geht dabei IMHO weniger um Abzocke, die Einnahmen dürften für China lächerlich gering sein, als darum, die Zahl sich im Land frei bewegender Ausländer überschaubar zu halten. Und evtl. auch deren Zusammensetzung zu steuern. Backpackende Studenten bspw. will man evtl. gar nicht haben (in grösserer Zahl).
Sicher "hilft" das nicht dem chinesischem Staatshaushalt, aber irgendein chinesischer Glückspilz der am Hebel der Agentur sitzt erzielt müheloses Einkommen, für ihn wird schon genug abfallen da habe ich keine Sorge.

Die Zahl der sich im Land bewegenden Ausländer liegt im Verhältnis zur Bevölkerung in keinem Land so gering wie in China. Nur in Nordkorea gibt es einen kleineren Ausländeranteil.
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Re: Servicegebühren für Chinavisum werden erhöht

Beitrag von ingo_001 »

expat_de hat geschrieben:
Teilnehmer hat geschrieben:Die Visa-Politik der VR hat wohl eher was mit "Wie du mir, so ich dir" zu tun.
Das ist sicher ein weiterer Aspekt.
Das ist m.E. DER ASPEKT - egal, was da offiziell als Grund genannt wird.

Würden hier die Visa-Konditionen für chin. Touristen gelockert werden, dann würde es "oh Wunder" auch auf chin. Seite "natürlich zufällig" für dt. Touris entspr. Erleichterungen geben.

Das hats in der Vergangenheit immer gegeben, wenn bilateral entspr. Regelungen zwischen D. und Staat xyz getroffen wurden - und die wirds auch in Zukunft geben.

Die Frage: Will D. das?
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Re: Servicegebühren für Chinavisum werden erhöht

Beitrag von Laogai »

expat_de hat geschrieben:Geht dabei IMHO weniger um Abzocke, die Einnahmen dürften für China lächerlich gering sein [...]
Die "Einnahmen" für den chinesischen Staat betragen weiterhin 30,00 Euro für ein normales Visum. Denn so viel kostet es noch immer, alles darüber hinaus sind die "Servicegebühren" der Chinese Visa Application Service Center, und die werden von privaten Firmen betrieben.
expat_de hat geschrieben:[...] als darum, die Zahl sich im Land frei bewegender Ausländer überschaubar zu halten. Und evtl. auch deren Zusammensetzung zu steuern. Backpackende Studenten bspw. will man evtl. gar nicht haben (in grösserer Zahl).
Warum sollte man sich vor reisenden Ausländern fürchten? Die Anzahl der "sich im Land frei bewegenden Ausländer" war schon immer überschaubar und sie würde sich auch kaum ändern, wenn man für ein Visum wieder nur 30,00 Euro oder gar überhaupt nichts zahlen müsste.

Ausländische Touristen sind für China kein Wirtschaftsfaktor. Tourismus an sich schon, aber der wird durch die Chinesen selbst momentan mehr als genug abgedeckt.
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Re: Servicegebühren für Chinavisum werden erhöht

Beitrag von expat_de »

Laogai hat geschrieben:Warum sollte man sich vor reisenden Ausländern fürchten? Die Anzahl der "sich im Land frei bewegenden Ausländer" war schon immer überschaubar und sie würde sich auch kaum ändern, wenn man für ein Visum wieder nur 30,00 Euro oder gar überhaupt nichts zahlen müsste.
Das ist schon auch richtig. Aber eine nicht antizipierte, schnelle Entwicklung des Tourismus könnte bestimmte Bevölkerungskreise beeinflussen, ggf. verunsichern und letztlich damit die Harmonie stören. Die Annahme ist natürlich spekulativ, aber beruht u.a. auf meiner Beobachtung dass man in China ungern etwas dem Zufall überlässt, Entwicklungen eher langsam einleitet und sehr langfristig denkt - oder dies wenigstens versucht. China hat wahrscheinlich grössere Herausforderungen und andere Interessen als die Zahl ausländischer Touristen zu erhöhen und damit Einnahmen zu generieren. Denn darum ging es, ob es "Abzocke" ist.
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Re: Servicegebühren für Chinavisum werden erhöht

Beitrag von Laogai »

expat_de hat geschrieben:Aber eine nicht antizipierte, schnelle Entwicklung des Tourismus könnte bestimmte Bevölkerungskreise beeinflussen, ggf. verunsichern und letztlich damit die Harmonie stören.
Hmm, damit kann ich leider gar nichts anfangen :(

Welche Bevölkerungskreise könnten denn durch ausländische Touristen beeinflusst und ggf. verunsichert werden? In wie fern beeinflusst und in wie fern verunsichert? Sollte man sich wirklich vor dem Einfluss ausländischer Touristen fürchten wäre doch die logische Konsequenz überhaupt keine ins Land zu lassen.

Wie im Nachbarthread bereits angemerkt geht es bei der Visumbeantragung keineswegs darum ausländische Touristen in irgend einer Weise zu steuern oder zu kontrollieren. Hier geht es um die bereits angesprochene Retourkutsche.
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Re: Servicegebühren für Chinavisum werden erhöht

Beitrag von Kelevra »

Ich sage ja nicht das uns China abzockt sondern dieses Visacenter. Und dem Konsulat ist es egal.
Wieso erhöhen sie nicht einfach die Visagebühr? Das wäre mir immer noch lieber als irgendein externer Dienstleister.
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Re: Servicegebühren für Chinavisum werden erhöht

Beitrag von qpr »

expat_de hat geschrieben: China hat wahrscheinlich grössere Herausforderungen und andere Interessen als die Zahl ausländischer Touristen zu erhöhen und damit Einnahmen zu generieren.
Dann erkläre mir mal, warum China das 72h twov eingeführt hat und somit mehr Touristen ins Land locken will?

Warum kann man als Reisegruppe visafrei nach Hainan?

Warum kann man als Reisegreuppe 6 Tage visafrei ins Pearl River Delta einreisen?

Warum können ASEAN Tourgruppen jetzt 6 Tage visafrei nach Guilin reisen?
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Re: Servicegebühren für Chinavisum werden erhöht

Beitrag von ingo_001 »

Auf die Antwort/en bin ich jetzt auch gespannt :wink:
Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist.

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Re: Servicegebühren für Chinavisum werden erhöht

Beitrag von expat_de »

ingo_001 hat geschrieben:Auf die Antwort/en bin ich jetzt auch gespannt :wink:
Ganz einfach: Wir unterhielten uns über Individualtouristen. Die aufgeführten Beispiele hingegen betreffen nahezu ausschliesslich Reisegruppen. Die einzige Ausnahme (72h Visum) ist zeitlich und räumlich stark limitiert. Beides stützt die Kontrollthese eher. Hinzu kommen wie bereits erwähnt aussenpolitische Aspekte (ASEAN).
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Re: Servicegebühren für Chinavisum werden erhöht

Beitrag von Laogai »

expat_de hat geschrieben:Beides stützt die Kontrollthese eher.
Diese "Kontrollthese" ist ziemlich lächerlich.

Wenn man den Individualtourismus in China kontrollieren wollte würde man Individualtouristen entweder gar kein Visum erteilen, oder wirklich kontrollieren, ob die Individuen auch die bei der Visumbeantragung vorgelegten Flug- und Hotelbuchungen in Anspruch nehmen.

Das ist jedoch nicht der Fall. Es gibt keinerlei Sanktionen, wenn man nach der Erteilung des Visums andere Flüge nutzt und/oder in ganz andere Orte reist als sie im Visumantrag angegeben wurde.
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Re: Servicegebühren für Chinavisum werden erhöht

Beitrag von ingo_001 »

Laogai hat geschrieben:
expat_de hat geschrieben:Beides stützt die Kontrollthese eher.
Das ist jedoch nicht der Fall. Es gibt keinerlei Sanktionen, wenn man nach der Erteilung des Visums andere Flüge nutzt und/oder in ganz andere Orte reist als sie im Visumantrag angegeben wurde.
Damit ist dies bzgl. dann alles gesagt.
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Re: Servicegebühren für Chinavisum werden erhöht

Beitrag von expat_de »

Laogai hat geschrieben:Diese "Kontrollthese" ist ziemlich lächerlich.
Es ist eine These, mehr nicht. Man kann sie von unterschiedlichen Standpunkten betrachten und dieser ist einer davon. Es war auch nicht klug von mir, sie so beiläufig einzubringen, denn die Diskussion wird an dieser Stelle reichlich OT.
Laogai hat geschrieben:entweder gar kein Visum erteilen, oder wirklich kontrollieren
So würden "wir" es machen in unserer hier schön dargestellten Entweder-Oder-Welt. Im Okzident. China hat eine andere geografische Lage und ist ein bisschen älter, was diverse Implikationen hat, bspw. andere Herangehensweisen an Problematiken. Konkreter: China ist in meiner Erfahrung bei Weitem nicht so "diktatorisch", wie es in westlichen Medien gerne dargestellt wird. Gar nicht mal selten habe ich sogar genau den gegenteiligen Eindruck (als Ausländer, wohlgemerkt; für Chinesen sieht das anders aus, ist aber nochmals differenzierter). Aber man schafft sich und hat Optionen, wenn man sie braucht. Wie jedes andere Land auch. Nur China geht mE wesentlich intelligenter vor. Hier im Anwendungsfall würde ich annehmen man will schauen wie es sich entwickelt und passt Praxis und/oder Regeln ggf. langsam an (siehe 72h Visum Stadt für Stadt, Nichtumsetzung der eigentlich Forderung einer detaillierten Reiseplanung etc etc). Das Ganze ist im Fluss sozusagen. IMHO ist das wesentlich lebensnäher und damit u.a. robuster, aber aus unserer westlichen Sicht eben ggf. sinnfrei, chaotisch etc. Wie bereits festgestellt kommen ja noch weitere Aspekte hinzu, wie eben geo- und aussenpolitische.
Laogai hat geschrieben:Es gibt keinerlei Sanktionen
1. Eine strikte Sanktionierung wäre kontraproduktiv und würde China mit Sicherheit schaden. 2. Warum sollte man Optionen nutzen, wenn gar keine Notwendigkeit besteht. Um ihrer selbst Willen? Aus Prinzip? Das macht "der Westen": Prinzipienreiterei bei gleichzeitigem (Re-)Aktionismus und Hysterie wohin man blickt. Heute schon das GG geändert? :wink: Aber wir werden OT.
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Re: Servicegebühren für Chinavisum werden erhöht

Beitrag von mjs »

Laogai hat geschrieben:
expat_de hat geschrieben:Aber eine nicht antizipierte, schnelle Entwicklung des Tourismus könnte bestimmte Bevölkerungskreise beeinflussen, ggf. verunsichern und letztlich damit die Harmonie stören.
Hmm, damit kann ich leider gar nichts anfangen :(

Welche Bevölkerungskreise könnten denn durch ausländische Touristen beeinflusst und ggf. verunsichert werden? In wie fern beeinflusst und in wie fern verunsichert?
Wer wohl?

Die selben Kreise, die sich hier in China zu jeder Zeit vor „unkontrollieren Massen“ was in die Hose scheißen.

Vorletzte Woche: Feierlichkeiten zum „Hate Japan Day“. Pekinger Innenstadt umfangreich abgesperrt, damit bloß nicht zu viele Leute zum zuschauen kommen. Könnte ja außer Kontrolle geraten. Hass auf Japan soll im Fernsehen zelebriert werden, nicht wild auf der Strasse.

An den Bahnhofausgängen: Stichprobenkontrollen bei Waidiren. Wer zu abgerissen daherkommt kann erst einmal erklären, was er in Peking, Shanghai etc. zu suchen hat. Und wenn sich das nicht überzeugend anhört, dann geht es wieder zurück aufs Land. Habe ich mir letzten Monat wieder mal so in Shanghai angesehen.

Internet seit dem letzten Regierungswechsel auch wieder stärker kontrolliert. Sündenpfuhl Dongguan ausgehebelt, The Empress of China nochmal züchtig nachbearbeiten lassen … es könnte ja jemand im Land unkontrolliert zu viel Spass haben.

Seit dem Regierungswechsel dann auch schärferes Vorgehen gegen Zuwanderung in den Arbeitsmarkt (Englischlehrer, ausländische Praktikanten). Und insgesamt auch die Gruppe der Touristen enger eingrenzen. Familienbesuche ... aussortiert. Freunde besuchen ... aussortiert. Die laufen seitdem in anderen Bahnen mit eigenem Visatyp. Und da sind ja inzwischen auch viele Ex-Chinesen bei.

2008 war ich schon hier und habe den Zirkus ähnlich zur Olympiade miterlebt. Teilweise wurde versucht, in Hong Kong auch keine Geschäftsvisa für die Einreise nach China mehr auszustellen. Ging zwar nicht lange gut aber man tut halt was man kann. Die Olympiade selbst dann: Alles schön steril und Auswärtige (Waidiren, Waiguoren, egal) bitte nur dabei, wenn’s absolut gar nicht anders geht (Athleten zum Beispiel).

Hukou System: Seit Jahrzehnten innerchinesische „Grenzkontrollen“ wer sich wo gefälligst ansiedeln soll und wo nicht. Siehe oben: Kontrollen am Bahnhof.

Usw. usf.

Da du mit allem dem so leider gar nichts anfangen kannst, eine kurze Frage: Warst du eigentlich schon einmal in China? :wink:
Laogai hat geschrieben:Hier geht es um die bereits angesprochene Retourkutsche.
Mach euch da mal nix vor.

Nur weil es dem einen oder anderen hier vielleicht nicht passt, wie die deutsche Botschaft den Antrag eurer Freundin / Schwiegermutter / Geschäftspartner behandelt hat, braucht sich trotzdem keiner von euch einbilden, dass das irgendwen, der in China was zu sagen hat, auch nur die Bohne interessiert. China ändert seine Kontrollen weil Edmund’s Freundin keinen Bock hat A1 zu machen? Lachhaft.

Das ist die übliche Staatsparanoia in China. Und die hat jetzt wieder mal Aufschwung im Abschwung. Gegen das eigene Volk und dann Ausländer sowieso. Und inzwischen kommen von letzterem auch ein paar mehr nach China als noch in den 90igern. Und beliebt sind wir hier nur bedingt. Begrenzt. Und bitte zeitlich befristet.

Wobei: 30 € extra für den guten Kumpel vom Servicezentrum sind natürlich auch nicht zu verachten.
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