Chinesen "überfremden" europäische Viertel

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astroboi
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Chinesen "überfremden" europäische Viertel

Beitrag von astroboi »

Hallo,

heute stand in der taz, dass sich hunderte von chinesischen Händlern mit der Polizei geprügelt hat.

Auslöser war dass man einer Chinesin ein Knöllchen geben wollte. Bei einem Streitgespräch soll die Polizei den Knüppel eingesetzt haben. Darauf hin kam es zu einem Menschenauflauf, die chinesischen Händler rotteten sich zusammen, um die junge Frau zu verteidigen.

Hintergrund ist der seit Jahren schwellende Streit, dass das Viertel in Mailand "überfremdet" wird durch chinesische Händler.

Die Stadtverwaltung erließ Verbote, dass den Händlern verbietet nach 14:00 Waren auszuladen. Chinesische Händler werden bei Übertretung behelligt, bei italienischen schaut die Ordnungsmacht weg.

Anführer sollen die in Italien geborenen Mitzwanziger sein, also junge italienische Chinesen.

Die Stadt wird von einem Bürgermeister regiert, der zur Partei Berlusoni gehört, also zur Rechten zählt.

Ich meine, vor einem halben Jahr gab es einen ähnlich gelagerten Fall in Paris. Damals haben sich die französischen Ladenbesitzer beschwert, dass die chinesischen Unternehmer das Stadtbild unfranzösischer machen. Schuld ist ein Kreditsystem mit dem die Chinesen, sich gegenseitig Kapital vorschießen, um Geschäftsideen vorzufinanzieren.

Leider steht der Artikel nicht in der Online-Ausgabe.
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Grufti
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Beitrag von Grufti »

hier die weitere Diskussion darüber:
fankeqian
Old China Hand



Anmeldungsdatum: 20.10.2005
Beiträge: 530
Wohnort: Hamburg Verfasst am: 14.04.2007, 20:34 Titel:

das ganze bekommt auch eine politische dimension, bzw. hat diese schon:längst:http://www.chinadaily.com.cn/china/2007 ... 850562.htm
ich hab gestern irgendwo anders gelesen, dass das gesamte personal des chinesischen konsulats gestern im chinatown unterwegs war, um zu schlichten. chinesische medien bringen diese nachricht auf den ersten seiten. das offizielle Peking fordert die italienische regierung auf, diese angelegenheit "fair" zu lösen.

Zuletzt bearbeitet von fankeqian am 14.04.2007, 20:39, insgesamt einmal bearbeitet

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siedenderschnee
Forumexperte



Anmeldungsdatum: 08.12.2005
Beiträge: 310
Verfasst am: 14.04.2007, 20:37 Titel:

Die chinesischen Onlinemedien reagierten schon viel schneller.

Hier gibts übrigens auch Bilder zu sehen. http://www.creaders.net/newsViewer.php?id=720688&dcid=0
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siedenderschnee
Forumexperte



Anmeldungsdatum: 08.12.2005
Beiträge: 310
Verfasst am: 14.04.2007, 20:39 Titel:

fankeqian hat folgendes geschrieben:
das ganze bekommt auch eine politische dimension, bzw. hat diese schon längst:http://www.chinadaily.com.cn/china/2007 ... 850562.htm



Aber du warst doch schneller als ich.
_________________
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hoffen mer mal, daß das umgesetzte Pflänzchen jetzt richtig weiterlebt... :roll: :oops: :wink:
Früher ging es uns gut. heute geht es uns besser...
Es wäre aber besser , es ginge uns wieder gut !
astroboi
Neuling
Beiträge: 22
Registriert: 29.03.2007, 22:45

Erklärung für das Phänomen

Beitrag von astroboi »

Ich habe einmal gelesen, dass die italienische Textilindustrie chinesische Einwanderer in Italien verwendet, um konkurrenzfähig zu bleiben, weil sie für weniger Geld länger und effektiver arbeiten.

In dem Viertel scheinen sich Großhändler und Einzelhändler niedergelassen zu haben, offenbar für Kleidung.

Die Konzentration scheint weiteres Gewerbe angezogen zu haben: Gastronomie und Lebensmittel.

Vor einigen Monaten kam schon einmal eine Meldung aus Mailand, dass sich die Italiener beschweren, dass die Chinesen auf offener Straße schlachten würden.

Soweit ich weiß verfügt die "ethnische" Ökonomie über eine Art Banksystem. Ein Gewerbegründer kann aus seinem Freundes- und Bekanntenkreis Geld für ein Gewerbe leihen, ohne ganz vom Bankkredit abzuhängen.

Oftmals scheint es die einzige Möglichkeit zu sein, weil einen Businessplan zu machen mit harten Plandaten, ist zu viel verlangt für Leute, die die Sprache kaum beherrschen. Viele werden auch aus der Arbeitslosigkeit gründen.

Die einheimischen Einzelhändler werden von der Konkurrenz der Discounter und Supermärkte kaputt konkurriert, anschließend erleben sie, wie ihre leeren Läden von "ethnischen" Gewerbetreibenden besetzt werden, die das Gewerbe mit einer viel niedrigeren Handelsspanne führen.

Dem Augenschein nach geben die einheimischen Gewerbetreibenden dem migrantischen Unternehmern die Schuld, aber wahr ist: die großen Discounter haben sie erledigt.

Dieses Kapitalbeschaffungssystem ermöglicht es "ethnischen" Unternehmern in kurzer Zeit ganze Straßenzüge mit Geschäften zu besiedeln. Dabei geht natürlich das ursprüngliche Stadtbild verloren.
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