Wir werden doch nicht am Ende noch Freunde werden?punisher2008 hat geschrieben:Ja, und genau so schätze auch ich den Kern des Konflikts ein. Ich kann hier nicht allen Kommentaren 100% zustimmen, nämlich dass es eine "Chefin" gibt und du zu kuschen hast. Somit werden Probleme nun mal nicht beseitigt, nur verdrängt. Mir ist ehrlich gesagt egal wie "die Chinesen" denken und was dort Sitte ist, im Moment seid ihr alle nun mal in D. Klar sollte man die Meinung der Ehefrau berücksichtigen, aber das darf keine Einbahnstraße sein.
@rambothekid
Ja, so ist es. Wir hatten hier erst neulich eine Diskussion, ich weiss nicht mehr um wen es genau ging, um das Thema "Ich habe eine Chinesin geheiratet und kann sie nicht einfach wieder nach China schicken". Das ist eine löbliche Einstellung und ich würde da ähnlich verfahren, nur, es gibt auch Grenzen.
Ich/Wir hatte auch schon Konflikte in der Beziehung und ich dachte mir auch immer, "Mensch, Du hast sie jetzt aus China geholt und musst nun dies oder das", aber das ist falsch. Meine und nahezu jede beliebige andere chinesische Frau spricht immer davon, dass SIE, wenn DU nicht spurst, sowieso wieder nach China fliegt und sowieso alles wegen ihrer Gutmütigkeit funktioniert.
Aber diesen Zahn kann man den Damen relativ schmerzlos ziehen. Beide wollten sich, beide wollten heiraten, beide wollten in D leben - damit ist eigentlich schon alles gesagt
Natürlich muss man kein Ar... sein, aber man muss auch nicht kuschen und sich allen möglichen chinesischen Sitten beugen. Ihr lebt eine interkulturelle Beziehung, da müssen auch interkulturelle Fakten geschaffen werden. Als Beispiel: Meine Frau möchte ihre Kultur hier pflegen und behalten - das ist auch unbesehen richtig und gut - aber in China möchte ich auch meine Kultur pflegen und behalten - da beginnen dann die Diskussionen
Nun kann man sich einigen, dass man im jeweiligen Land die jeweilige Kultur pflegt, oder man einigt sich, dass jeder seine eigene Kultur, egal wo, pflegt. Es geht auch nicht darum, wo oder wer der Hauptteil der Familie ist, das ist zu kurz gegriffen - es muss darum gehen, was für die Kinder vorteilhaft ist. Wenn man es arrangieren kann, dass sie vor dem Kindergarten oder zwischendrin mal einige Wochen nach China fahren und die dortige Kultur hautnah erleben, ist das sehr positiv, aber wenn es darum geht Deutsch zu lernen und in die Schule zu gehen, ist das wohl unbestritten hier besser.
Wenige Gerichte, und anscheinend auch sehr wenige Eltern, fragen sich, was wirklich dem Wohl des Kindes am besten gereicht. Es geht mehr um eigene und kulturelle und soziale Befindlichkeiten, als um das Wohl der Kinder. Wenn Ihr irgendwann einmal vorhabt, nach China aus zu wandern, wäre wohl nichts besser, als die Kinder darauf vor zu bereiten - wenn Euer Lebensmittelpunkt hier in D bleiben soll, wäre wohl nichts besser, als sie hier zu behalten.
Schwiegereltern und andere Verwandte hin oder her. Nur DAS solltest Du Deiner Frau klar machen, nicht irgendwelche kulturellen oder sonstigen Befindlichkeiten.
Herzliche Grüße



