Bald keine Zwangs-Organspenden mehr?

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canni
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Re: Bald keine Zwangs-Organspenden mehr?

Beitrag von canni »

Aremonus siehe es doch mal so: bei uns gibt es keine Todesstrafe und lebenslänglich ist in der Regel selbst bei schweren und bei cleverem Anwalt schwersten Verbrechen gerade mal 15 Jahre bei guter Führung.
Was andere Länder machen ist deren Sache.

In China gibt es nicht ein so engmaschiges Crosscheck System bei der Prüfung eines Organs wie bei uns. Also - ich weiss das - dort raus... da rein.--- und abwarten was passiert. Die Empfänger haben auch ein hohes Risiko.

Nochmal. kein Spenderausweis, kein Organ! Wie andere das machen können wir nicht entscheiden und sollten das auch nicht kommentieren.
Das Leben ist manchmal wie jemand, der Dir eine Tafel Schokolade hinhält und wenn Du reinbeisst merkst Du, dass es eine Zitrone ist. Mogelpackung.
Wenn du eine Sprache nicht oder nicht richtig sprichst, solltest Du zumindest ein guter Pantomime sein....
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Re: Bald keine Zwangs-Organspenden mehr?

Beitrag von henchan »

ingo_001 hat geschrieben: Das geht schon beim Blutspenden los: Ich spende seit Mitte der 80-er Jahre Blut und habe nicht nur vom eigenen Erleben, sondern auch durch Gespräche mit DRK-Mitarbeitern genau diesen Umstand bestätiigt bekommen.

Natürlich soll immer Blut da sein, wenn man es mal brauchen sollte - aber selber spenden ... nein danke (keine Zeit, keine Lust, andere können ja spenden) :twisted:
Habe mir ehrlichgesagt darüber nie Gedanken gemacht. Sollte ich aber.
Man muss ja nicht "täglich" spenden (was eh nicht möglich ist). Aber hin
und wieder sicherlich schon.
Hast mich auf eine Idee gebracht.

Bei der Deutschen Knochenspenderdatei bin ich jedoch schon seit Jahren gemeldet.
Einmal sollte ich eine zweite Blutprobe abgeben, da ich in den engeren Kreis für
eine Spende gekommen bin. Vor ein paar Monaten wäre ich sogar fast als Spender
genommen. Gab jedoch potentielle Spender, die geeigneter waren.
Ich würde mich aber über eine Knochenmarkspende riesig freuen.
Mein Verein Hertha BSC - eine Leidenschaft die Leiden schafft.
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corneta
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Re: Bald keine Zwangs-Organspenden mehr?

Beitrag von corneta »

Hier mal mein Senf generell zu Organspende:

Mir verschließt sich komplett, warum manche so verbissen dagegen sind, dass nach dem eigenen Ableben nicht ein Ersatzteil wiederverwertet werden kann. Wenn man tot ist, merkt man eh nichts mehr und selbst wann man an die Wiedergeburt der Seele glauben mag, dann ist der Wurscht, ob die Niere oder das Herz noch irgendwo anders eine zweite Chance bekommen.
Was ich zumindest in kleinen Teilen nachvollziehen kann, ist die Tatsache, dass manche Angst haben, für hirntot erklärt zu werden, weil jemand scharf auf das Herz ist. Da sollte dringend noch Aufklärungsarbeit geleistet werden.

Ob Hingerichtete jetzt Zwangsspenden müssen...., tja... Bei mir fängt es schon an, schwierig zu werden, wenn es um Hinrichtung geht.

Ich würde das Thema auch mal aus einer anderen Perspektive beleuchten. Wenn ich wüsste, dass es möglich ist, dass das gespendete Organ von jemandem ist, wo beim Sterben nachgeholfen wurde (und nichts anderes ist Hinrichtung), hätte ich unter Umständen ein schlechtes Gewissen. Mit einer Niere weniger kann der Spender ja auch noch leben, aber spätestens beim Herz wird das eigene Weiterleben gegen den Tod eines anderen getauscht. Und weiß ich, ob da die Hinrichtung "zweifelsfrei" war?

Ich bin aber bis jetzt in der glücklichen Lage kein Spenderorgan zu brauchen, und deshalb sind das auch nur theoretische Gedanken und ich weiß nicht, ob sich das ändert, wenn man plötzlich Betroffener ist.

corneta, die einen Organspendeausweis hat und jedem ans Herz legt, sich zumindest mal mit dem Thema auseinanderzusetzen. Wenn man dann beschließt, ich will nicht, dann ist das auch in Ordnung.
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Re: Bald keine Zwangser-Organspenden mehr?

Beitrag von ingo_001 »

Aremonus hat geschrieben:Mein Problem mit der Todesstrafe ist, dass sie das Töten gesellschaftsfähig macht. Deswegen führt sie zu mehr Tötungsdelikten - und verfehlt somit ihr Ziel, Sicherheit zu schaffen.
Das Problem dabei: Das Töten ist gesellschaftsfähig, weil der Mörder ja sicher sein kann, dass ihm das Schicksal seines Opfers nicht blüht ...
Noch besser: Nach ein paar Jahren gibts i.d.R. die Möglichkeit der Prüfung einer vorzeitigen Haftentlassung.
Da ich das ja weiß, verhalte ich mich entsprechend ... ohne meine innere Einstellung geändert zu haben.

Und es verhöhnt geradezu die Hinterbliebenen, weil es zynischer Weise auch noch das Schicksal des Mörders in den Vordergrund stellt.
Wie es den Hinterbliebenen geht ... egal, die können ja sehen, wie sie klar kommen.
Deren Menschenrecht (das auf psychische Unversehrtheit) interessiert nicht.
Aremonus hat geschrieben:Sind wir uns nicht einig, dass das Ziel eine möglichst geringe Mordrate bei möglichst tiefen Kosten ist?
Das ja, nur haben wir unterschiedliche Ansichten, wie wir dazu kommen.
Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist.

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Re: Bald keine Zwangs-Organspenden mehr?

Beitrag von punisher2008 »

qpr hat geschrieben:Du bist derjenige gewesen,diejenigen, die nicht deiner Meinung sind, als Weicheier und Gutmenschen zu bezeichnen. :roll:
Nein, nicht weil sie anderer Meinung sind, auch nicht weil sie gegen die Todesstrafe sind. Was ich aber heuchlerisch und moralisch unvertretbar finde ist wie sich immer alle aufregen und mit dem Finger auf andere Länder zeigen, aber nicht merken was so im eigenen Land abgeht. Was für ein riesen Aufschrei wenn in China Leute hingerichtet werden. Wenn in D jemand massenweise Kinder tötet und dann für paar Jahre eingesperrt wird kommen dann diese Gutmenschen und jammern rum mit "ja aber er hat es sicher bereut", "er hatte sicher eine schwere Kindheit", "das hatte ja keiner voraussehen können" (bei freigelassenen Wiederholungstätern) bla bla bla....
Und nenne mir doch bitte einen ECHTEN Grund warum Organe von Hingerichteten (aus welchem Grund auch immer) nicht dazu verwendet werden sollten Leben zu retten. Ich wette das einzige Argument was dir einfällt sind irgendwelche pseudo-moralischen oder religiösen Vorstellungen, keine konkreten und praktischen Überlegungen.
Man kann dort die Leute umerziehen und dafür sorgen, dass sie wieder Gesellschaftsfähig werden. Zudem ist sie, wie die Todesstrafe, eine "Strafe", die signalisiert, dass das Töten gesellschaftlich nicht akzeptiert ist.
In der Theorie, vielleicht! Aber wie sieht die Praxis in Gefängnissen aus? Ich wette der durchschnittliche Gefangene wird im Gefängnis mit mehr Verbrechen, Gewalt und Morden konfrontiert als draussen. Du denkst eine solche Umgebung ist hilfreich sie "umzuerziehen"? Ich habe da meine Zweifel.
Hier nur ein Beispiel über eine der berüchtigsten und brutalsten Banden IN Gefängnissen in USA:
http://de.wikipedia.org/wiki/Aryan_Brotherhood
Viele lernen im Gefängnis sogar noch besser Verbrechen zu begehen. Eine kriminellere Umwelt kann man sich wohl kaum vorstellen. Eine andere extreme Zwangs-Sozialisierung wie in Clockwork Orange wäre wohl auch keine richtige Lösung, da dem entlassenen Gefangenen einfach nur die Entscheidungsfreiheit Verbrechen zu begehen genommen wurde. Geläutert oder moralisch besser wurde er nicht.
Was immer die Lösung für Verbrechen sein mag, Gefängnisse scheinen keine zu sein.
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Re: Es ist hingerichtet

Beitrag von punisher2008 »

Laogai hat geschrieben:Wenn es die Todesstrafe nur gegen Geständnis gibt kann man sie auch gleich sein lassen, denn dann würde niemand gestehen, egal wie erdrückend die Indizien sind. Dann würde sich jeder im wahrsten Sinne des Wortes um Kopf und Kragen reden.
Nein, es soll sie nicht ausschließlich gegen Geständnis geben. Ich sprach von Fällen wo Täter ohne Zweifel überführt und zusätzlich noch gestanden hatten, die Lage also eindeutig war.
Dass niemand gestehen würde da wäre ich mir nicht so sicher. Warum sollte nicht jemand eine Hinrichtung einem Leben in Gefangenschaft vorziehen? Oder da du schon so strikt gegen die Todesstrafe bist, wie wäre es mit einem System in dem der Verurteilte selbst die Wahl zwischen Todesstrafe und lebenslänglich bzw. Arbeitslager hätte? Das wäre ein Kompromiss. Also wenn ich mal jemanden vorsätzlich ermorde dann wäre ich auch damit einverstanden dass man mich hinrichtet. Da kann mich gerne jeder zitieren. Wenn ich ein Leben nehme sollte ich auch bereit sein meines zu geben.
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Re: Bald keine Zwangs-Organspenden mehr?

Beitrag von Aremonus »

Wie andere das machen können wir nicht entscheiden und sollten das auch nicht kommentieren.
Ich seh' mich nicht Primär als Bürger meiner Nation - sondern als Inviduum. Und da ich öfters in China bin, betrifft mich die dortige Politik sehr wohl. Daher finde ich, dass ich nicht nur das Recht, sondern sogar die Pflicht habe, mich mit der gesellschaftlichen und politischen Entwicklung des Landes aktiv auseinander zu setzen und den Diskurs voranzubringen.
Oder da du schon so strikt gegen die Todesstrafe bist, wie wäre es mit einem System in dem der Verurteilte selbst die Wahl zwischen Todesstrafe und lebenslänglich bzw. Arbeitslager hätte?
Dann stell doch jedem Gefangenen 'nen wackligen Stuhl und 'nen Strick in die Zelle :wink:

Du denkst eine solche Umgebung ist hilfreich sie "umzuerziehen"? Ich habe da meine Zweifel.
Die Rückfallquote von Mördern liegt laut dem BMJ bei 0,3 Prozent. Das mit dem Umerziehen scheint also ziemlich gut zu funktionieren.
Erst wenn der letzte Baum gefällt, der letzte Fluss gestaut und der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr feststellen, dass man Biber nicht essen kann!
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Re: Bald keine Zwangs-Organspenden mehr?

Beitrag von Aremonus »

Was ich zumindest in kleinen Teilen nachvollziehen kann, ist die Tatsache, dass manche Angst haben, für hirntot erklärt zu werden, weil jemand scharf auf das Herz ist. Da sollte dringend noch Aufklärungsarbeit geleistet werden.
Die ist bei mir auch Hauptursache Nummer 1, weswegen ich der Thematik ambivalent gegenüberstehe. Besonders heikel finde ich es, wenn man erst Herztod, aber noch nicht Hirntod ist - was bei den meisten Herzinfarkten kurzzeitig der Fall ist.
Die Ärzte spulen dann einfach ein Programm ab und wenn das nicht auf anhieb hilft, leiten sie die Organspende ein - denn das muss auch schnell gehen.

Würde ich hingerichtet, würde ich darauf bestehen, dass meine Organe gespendet werden. Aber ich kann aus meiner subjektiven Perspektive nicht für die Gesamtheit der Menschheit sprechen - und verteidige daher das Recht der Verurteilten auf Selbstbestimmung.
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Re: Bald keine Zwangs-Organspenden mehr?

Beitrag von punisher2008 »

Aremonus hat geschrieben:
Oder da du schon so strikt gegen die Todesstrafe bist, wie wäre es mit einem System in dem der Verurteilte selbst die Wahl zwischen Todesstrafe und lebenslänglich bzw. Arbeitslager hätte?
Dann stell doch jedem Gefangenen 'nen wackligen Stuhl und 'nen Strick in die Zelle :wink:
Warum nicht? Aber dann wäre es doch um einiges humaner den Verurteilten wenigstens die Möglichkeit die eigene Hinrichtung wählen können zu geben. Wenn man findet dass man grundsätzlich ein Recht auf Leben hat muß man einem aber auch ein Recht auf Tod geben. Ich sage das natürlich als Atheist, also fällt für mich die Vorstellung von Sünde weg. Ist es nicht eigentlich um einiges grausamer jemandem (womöglich ein Leben lang) die Freiheit zu nehmen und ihm auch noch die Entscheidung für den eigenen Tod zu verweigern? Wäre da nicht eine freiwillige Hinrichtung besser? Meiner Meinung nach schon. Aber jetzt kommen wir zu weit vom Thema weg!
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Re: Es ist hingerichtet

Beitrag von Laogai »

Ein letzter Versuch punischer2008 (der Name passt ja hier wie die Kugel ins Genick):
punisher2008 hat geschrieben:
Laogai hat geschrieben:
punisher2008 hat geschrieben:Ingo hat ganz deutlich zweifelsfrei gesagt, und damit meint er wohl auch zweifelsfrei, NICHT Fälle wo sich dann irgendwann herausstellt dass die Verurteilten unschuldig waren.
Sonst geht's noch, oder? Die Logik hinter deiner Aussage - äh, da ist gar keine Logik. Lies dir nochmal genau durch was du da verzapft hast.
Es gab schon mehrere Fälle, in denen Leute "zweifelsfrei" überführt und hingerichtet wurden, die sich aber im Nachhinein als unschuldig entpuppten. Daher gibt es kein "zweifelsfrei".
Äh, nein, wo ehrlich gesagt die Logik fehlt ist bei dir. Wir sprachen mehrmals und ganz ausdrücklich NUR von den Fällen wo es keine Zweifel an der Schuld des Verurteilten gibt.
Ist ja schön, dass du bzw. ihr (da hast du dich mit Ingo bestimmt abgesprochen, oder?) "NUR von den Fällen wo es keine Zweifel an der Schuld des Verurteilten gibt" redest.
Die Vorgabe, dass es "keine Zweifel an der Schuld des Verurteilten" gibt gab es in den meisten Ländern, die bis Mitte des 20. Jahrhunderts noch die Todesstrafe vorgesehen haben. Sie wurde jedoch abgeschafft als durchsickerte, dass ein "keine Zweifel an der Schuld des Verurteilten" nicht möglich ist.

Nochmal:
Laogai hat geschrieben:Was du nicht verstanden hast bzw. nicht verstehen willst: Hier geht es überhaupt nicht um Täterschutz! Es geht darum, dass die Todesstrafe auch einen Unschuldigen treffen kann.
Es geht um Opferschutz! Dafür plädierst du doch immer, richtig?

Ich bin absolut für die Todesstrafe! Aber nur, wenn die Tat zweifelsfrei nachgewiesen werden kann. Da "zweifelsfrei" jedoch nicht möglich ist (lies dazu die Ausführungen/Entgleisungen von Ingo) bin ich jedoch gegen die Todesstrafe.

Die Kuscheljustiz der deutschen Gesetzgebung finde ich übrigens auch nicht richtig. Mörder sollten dahin versperrt werden wo die Sonne nicht scheint und sie lediglich von Wasser und Brot leben. Und wo sie erst in horizontaler Stellung ausgewiesen werden können.

Oder das Gefängnis verlassen, weil ihre Unschuld nachträglich entschieden wurde. Bereits Hingerichtete könnten das leider nicht :(
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Re: Es ist hingerichtet

Beitrag von ingo_001 »

Laogai hat geschrieben:Ist ja schön, dass du bzw. ihr (da hast du dich mit Ingo bestimmt abgesprochen, oder?) "NUR von den Fällen wo es keine Zweifel an der Schuld des Verurteilten gibt" redest.
Die Vorgabe, dass es "keine Zweifel an der Schuld des Verurteilten" gibt gab es in den meisten Ländern, die bis Mitte des 20. Jahrhunderts noch die Todesstrafe vorgesehen haben. Sie wurde jedoch abgeschafft als durchsickerte, dass ein "keine Zweifel an der Schuld des Verurteilten" nicht möglich ist.
Das gibt jetzt aber Abzüge in der B-Note ...
Schon mal auf den Gedanken gekommen, dass man diesen Stadtpunkt auch ohne vorherige Absprache teilt (so wie in diesem Fall)?
Laogai hat geschrieben:Ich bin absolut für die Todesstrafe! Aber nur, wenn die Tat zweifelsfrei nachgewiesen werden kann. Da "zweifelsfrei" jedoch nicht möglich ist (lies dazu die Ausführungen/Entgleisungen von Ingo) bin ich jedoch gegen die Todesstrafe.
Sarkasmus? ... find ich gut - da wo er angebracht ist.
So, und nun sei bitte so freundlich und zeige mir meine Entgleisungen.
Laogai hat geschrieben:Die Kuscheljustiz der deutschen Gesetzgebung finde ich übrigens auch nicht richtig. Mörder sollten dahin versperrt werden wo die Sonne nicht scheint und sie lediglich von Wasser und Brot leben. Und wo sie erst in horizontaler Stellung ausgewiesen werden können.
Na das ist dann aber nach Deiner eigenen Argumentation (Seite 3, 1. Posting) auch nicht Rechtens. Was passiert, wenn der Unschuldsbeweis erst nach seinem Ableben erbracht wird? Dann hat der arme Kerl bis an sein Lebensende in der Dunkelheit bei Wasser und Brot gehockt.
Deine Argumentation konsequent zu Ende geführt, durfte NIEMAND ins Gefängnis, weil Du zweifelsfreie Urteile generell ausschließt.
Gilt das auch für Mordverdächtige die irrtümlich frei gesprochen wurden - oder sind SOLCHE Urteile dann per se zweifelsfrei?
Du siehst: So einfach, wie Du es hinstellst, ist es nicht.
Oder Du willst es nicht sehen, was an dem Umstand aber nichts ändert.
Laogai hat geschrieben:Oder das Gefängnis verlassen, weil ihre Unschuld nachträglich entschieden wurde. Bereits Hingerichtete könnten das leider nicht :(
ingo_001 hat geschrieben:Was passiert, wenn der Unschuldsbeweis erst nach seinem Ableben erbracht wird? Dann hat der arme Kerl bis an sein Lebensende in der Dunkelheit bei Wasser und Brot gehockt
- oder er im Knast "nur" emotional und mental und/oder gesundheitlich vor die Hunde geht.
* Dazu gibts mehrere belegbare Fälle auch aus der dt. Justiz.

Wie sieht es denn bei Mordverdächtigen, die irrtümlich frei gesprochen wurden - also Mörder sind - aus?
Sind SOLCHE Urteile dann per se zweifelsfrei?
Ich machs mal einfacher: Es müssten im Umkehrschluss dann natürlich auch ALLE Freisprüche in Zweifel gezogen werden, denn ein Freispruch ist ja auch ein URTEIL.
Aber wie wir ja von Dir gelernt haben, sind SÄMTLICHE Urteile in Zweifel zu ziehen ...

Dann müsste es eigentlich so aussehen, dass alle als schuldig Verurteilte auf freien Fuß gesetzt werden müssten - und alle Unschuldigen in den Knast, weil ja JEGLICHE Urteile schlicht nur zweifelhaft sein können (nach Deiner Argumentation wohl gemerkt).
Mordverdächtige, die irrtümlich frei gesprochen wurden - oder sind SOLCHE Urteile dann per se zweifelsfrei? - müssten dann auch "einfahren".

Ich kanns nur wiederholen: Wenn JEDER bei den Ermittlungsbehörden und der Justiz seinen Job unabhängig und unvoreingenommen machen würde (wie es die Gesetze vorschreiben), dann wäre schon viel gewonnen.
Da aber eben leider nicht JEDER seinen Berufs-Ethos hochhält (die Gründe dafür hab ich in einem Vor-Posting ja schon genannt), wird es auch weiterhin (leider) Fehlurteile geben.
Genauso, wie es andererseits auch viele (ich hoffe die weit überwiegende Mehrheit) in den genannten Institutionen gibt, die durchaus so arbeiten, wie es der jeweilige Berufs-Ethos vorgibt. Was dann eben doch zweifelsfreie (im Wortsinn wohlgemerkt) Urteile zur Folge hat.

* Sosehr ich Deine sonstigen Beiträge im Forum auch schätze - aber bei dem Thema (genauer gesagt Deiner Argumentationsweise), frage ich mich, weshalb Du verschiedene Teile meiner Beiträge schlicht vorsätzlich unkommentiert lässt?
Als Beispiel dafür nenne ich mal die Stichworte Sharon Tate oder die 77 Opfer des Massakers auf der norwegischen Urlaubsinsel (die Überlebenden haben den Täter "natürlich" NICHT ZWEIFELSFREI identifizieren können??) :shock: :roll:
Na ja: "Es kann natürlich nicht sein, was nicht sein darf" ... also wirds ignoriert :(
Das war und ist immer das Standardverhalten derjenigen, die nicht Willens und/oder in der Lage sind ihre jeweilige Argumentationen mal selbstkritisch zu hinterfragen ... :(
Statt dessen werden mal eben angebliche Entgleisungen unterstellt ... aber da sie ja von mir sind, müssen sie ja auch nachzulesen sein.
Wie ich dies bzgl. schon sagte: Zeig sie mir bitte.
Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist.

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Re: Bald keine Zwangs-Organspenden mehr?

Beitrag von canni »

Aremonus hat geschrieben: Die ist bei mir auch Hauptursache Nummer 1, weswegen ich der Thematik ambivalent gegenüberstehe. Besonders heikel finde ich es, wenn man erst Herztod, aber noch nicht Hirntod ist - was bei den meisten Herzinfarkten kurzzeitig der Fall ist.
Die Ärzte spulen dann einfach ein Programm ab und wenn das nicht auf anhieb hilft, leiten sie die Organspende ein - denn das muss auch schnell gehen.
So einfach geht das nun doch nicht mein Lieber. Da hat unser Gesetzgeber doch schon einige Riegelchen vorgeschoben. Der behandelnde Arzt - also, der den Hirntod feststellt - ist nicht der entscheidende. Da müssen noch neutrale Ärzte, das Transplantationsteam, hinzugezhogen werden.

Und genau das ist der Punkt, warum sehr viele Transplantationsmöglichkeiten einfach von den krankenhäusern nicht gemeldet werden an Eurotransplant. Die Ärzte sind übermüdet, der entscheidende Arzt ist vielleicht schwer zu erreichen... also verzichtet man drauf.

Die Gefahr fälschlich für tot erklärt zu werden ist viel geringer als die durch den enormen Aufwand nicht durchgeführten Meldungen. Allein schon die Suche nach Angehörigen und die Gespräche mit Ihnen ist für die Ärzte in den KH eine irre Belastung zusätzlich zu ihrem unmenschlichen Dienst, weil es zu wenig Personal gibt.

Deswegen: jeder kann und muss sich selbst entscheiden. Organspendeausweis ja oder nein? Das wird bei der Krankenkasse notiert und kann über ein Zentralregister abgerufen werden. Dann ist das klar und einfach und schnell. Wer keinen Organspendenausweis will, ist mit nein notiert und kriegt auch kein organ... Das ist fair...

Schade, das so einfach Lösungen nicht in allen schwierigen Bereichen zum Standard gehören. Z.b. die Steuer: wenn Hoeneß nicht zahlt, zahl ich auch nicht... ist das nicht die Gleichstellungsklausel?
Und um den Chinabezug herzustellen: wenn Franzose X, der in Berlin lebt, seine afrikanische Frau hereinholen kann, dann muss der kleine Michel auch seine Frau aus einem anderen Land zu sich nehmen dürfen.

Habe fertig.
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Re: Es ist hingerichtet

Beitrag von punisher2008 »

Laogai hat geschrieben:Ein letzter Versuch punischer2008 (der Name passt ja hier wie die Kugel ins Genick)
Lass das "Ge" weg dann passt es. Es ist ein NICK, und hat nichts mit meiner Einstellung zu Todesstrafe oder Selbstjustiz zu tun. Oder bist du etwa für 劳改? :lol:
Ist ja schön, dass du bzw. ihr (da hast du dich mit Ingo bestimmt abgesprochen, oder?)
Nein, wir haben uns nicht abgesprochen, das ist auch keine große Verschwörung gegen dich. Es gibt nunmal einfach Leute die anderer Meinung sind, das musst du akzeptieren.
Ich bin absolut für die Todesstrafe! Aber nur, wenn die Tat zweifelsfrei nachgewiesen werden kann. Da "zweifelsfrei" jedoch nicht möglich ist (lies dazu die Ausführungen/Entgleisungen von Ingo) bin ich jedoch gegen die Todesstrafe.
Habe verstanden! Auch wenn es 100 unabhängige Augenzeugen gibt die sich nicht kennen und die Tat gleich beschreiben, auch wenn alle Indizien eindeutig sind, auch wenn der Täter selbst die Tat genau so beschreibt wie die Augenzeugen, auch wenn alle gerichtsmedizinischen Tests den Täter eindeutig identifizieren, auch wenn DNA, Fingerabdrücke etc. übereinstimmen...., es GIBT für dich einfach kein zweifelsfrei. Dann habe ich ehrlich gesagt auch keine Argumente mehr.
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Re: Es ist hingerichtet

Beitrag von Skorpid »

punisher2008 hat geschrieben:
Für mich klingen diese Forderungen stark nach unseren "Todesstrafe für Kinderschänder"-Nazis
(Hintergrund für die Auswärtigen, diese Aufkleber sind hier auf einigen Autos und dienen als "geheimes" Erkennungszeichen für unsere Neonazis, ähnlich der Thor Steiner oder Lonesdale Kleidung)
Wird ja immer besser!!! Jetzt werden Kinderschützer als auch noch als NAZIS bezeichnet! Wir die was gegen Kinderschänder haben werden jetzt auch mit Neonazis in einen Topf geworfen? Also ich glaube diese Diskussion hat echt keinen Sinn mehr und kann gerne geschlossen werden!
Nein, Du kannst mir in dem Punkt glauben, das ist wirklich das Erkennungszeichen der Neo-Nazis (zumindest im Osten, kann über den Westen momentan nichts sagen), am besten noch in Alt-Deutscher Schrift hinten auf der Heckscheibe! Denen geht es nicht um den Inhalt des Satzes, sondern um eine "geheime" Losung. Also entspann dich :lol:
Google mal nach dem Slogan, bekommste gleich das Werbeplakat der NPD (Nazipartei in Deutschland) sowie einschlägige Webseiten etc.
ingo_001 hat geschrieben:Natürlich soll immer Blut da sein, wenn man es mal brauchen sollte - aber selber spenden ... nein danke (keine Zeit, keine Lust, andere können ja spenden)
Um hier mal wieder Chinabezug zu haben. Meine Frau, seit über 10 Jahren ständig in Deutschland, aufgewachsen in Shenyang, wollte in unserer netten ostdeutschen Kleinstadt Blut spenden gehen und wurde ohne Prüfung abgewiesen, sie dürfe nicht spenden. Die Begründung: (ich war dabei und wäre beinahe umgefallen) Sie haben zu nahe an der Mongolei gewohnt und da gibt es unbekannte und ansteckende Krankheiten !!!!!! Ich habe noch die Email von Haema da, als ich entrüstet denen geschrieben habe, es läge im Ermessen des blutabnehmenden Arztes... Ich war kurz davor, die Rassismuskeule rauszuholen (Entfernung Shenyang, erster Zipfel Mongolei = ca. 800km....)
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Re: Es ist hingerichtet

Beitrag von ingo_001 »

Skorpid hat geschrieben:Um hier mal wieder Chinabezug zu haben. Meine Frau, seit über 10 Jahren ständig in Deutschland, aufgewachsen in Shenyang, wollte in unserer netten ostdeutschen Kleinstadt Blut spenden gehen und wurde ohne Prüfung abgewiesen, sie dürfe nicht spenden. Die Begründung: (ich war dabei und wäre beinahe umgefallen) Sie haben zu nahe an der Mongolei gewohnt und da gibt es unbekannte und ansteckende Krankheiten !!!!!! Ich habe noch die Email von Haema da, als ich entrüstet denen geschrieben habe, es läge im Ermessen des blutabnehmenden Arztes... Ich war kurz davor, die Rassismuskeule rauszuholen (Entfernung Shenyang, erster Zipfel Mongolei = ca. 800km....)
Na, wie krass ist das denn ...?
Besagter Arzt hatte nicht zufällig einen nicht näher genannten Aufkleber im Sortiment/am Auto/im Kopf? :roll: :twisted:

Meine Frau darf auch nicht Blut spenden - hat aber auch nachvollziehbare Gründe:
1. Sie hat das geforderte Mindestgewicht (50 Kg) nicht, das man haben muss, um die hier üblichen 500 ml. Blut spenden zu können.
2. Es gibt in Deutschland keine Möglichkeit weniger als die fest gesetzten 500 ml. Blut zu spenden.

* In China hatte sie auch immer regelmäßig Blut gespendet.
Die "Zapfmenge" beträgt dort 200-300 ml.
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