Mister-HK hat geschrieben:Verlange ich denn zu viel und zu schnell etwas. Sie ist jetzt 1,5 Jahre hier.
Sie kann es ja - aber sie will nicht.
Das kenne ich von einem befreundeten dt./chin. Ehepaar auch.
Da fehlt schlicht
das Wollen bzw. die Einsicht in die Notwendigkeit deutsch zu lernen.
Sie ist mittlerweile fast 4 Jahre in Berlin - hat aber gerade mal A2-Niveau und letzte Woche zum 2. Mal die B1-Prüfung gemacht. Das Ergebnis steht noch aus, sie hat aber kein gutes Gefühl.
Bei ihr ist weniger das deutsch verstehen das Problem, sondern das Sprechen.
In vertrauter Umgebung klappts einigermaßen - aber bei Behördengängen z.B. wird sie nervös und sagt meistens nur sehr wenig ...
Mister-HK hat geschrieben:Wenn ich frage warum nicht - kommt die Antwort " weiss nicht "
Exakt die Antwort, die sie auch ihrem Mann auf diese Frage gibt.
Mister-HK hat geschrieben:Sorry hat damit jemand Erfahrungen oder Tipps ?

S.o.
Was meine Frau betrifft, hatte ich ihren "Deutsch-Lern-Werdegang" schon mal irgendwo geschrieben - kanns jetzt aber ad haoc nicht finden. Deshalb nochmal in gekürzter Form:
Sie kam im Nov. 2006 nach Berlin (damals war noch kein A1 nötig).
Auf eigenen Wunsch hatte sie aber schon in Nanning einen ca. 3-monatigen Deutsch-Crashkurs gemacht - 3 x wöchentl. 2 h, wenn ich mich da noch richtig erinnere.
Außerdem besorgte sie sich dt. Kurzgeschichten in Buchform, um sich so schon mal ein gewisses Leseverständnis anzueignen.
Als sie schließlich nach Berlin kam, wollte sie am besten gleich den obligatorischen Integrationskurs anfangen, obwohl die Adventszeit unmittelbar bevorstand und ich ihr erstmal bis zum Jahreswechsel Zeit geben wollte hier richtig anzukommen.
Sie meinte aber, dass sie beides zeitgleich könne und außerdem auch mit meinen Eltern, deren Schul-Englisch nur noch rudimentär vorhanden war, deutsch sprechen wolle, um nicht auf meine Übersetzungen oder Wörterbücher angewiesen zu sein.
Also gings Anfang Dez. 2006 mit dem Integrationskurs los - unter widrigen Startbedingungen.
Ist aber ne längere Geschichte, die ich hier auch schon gepostet habe.
Ums jetzt auf den Punkt zu bringen: Sie hatte den Kurs als Klassenbeste abgeschlossen und gleich darauf noch 2 weiter führende Deutsch-Kurse an der VHS gemacht.
Meine Frau lernte auch dort schnell.
Motivation war, dass in meiner ganzen Family nur Schul-Englisch-Niveau (wenn überhaupt) gegeben war und meine Frau auch so schnell wie möglich arbeiten wollte.
Da wir zu der Zeit noch keine anderweitigen chin. Freunde in Berlin hatten, war chin. sprechen im Alltag keine Option.
Ich machte den Fehler meine Frau da anfangs "in Watte" packen zu wollen, indem ich englisch und deutsch mit ihr sprach, weil ich dachte, dass ich sie mit zuviel deutsch überfordern würde.
Ihr häufiger Kommentar damals: "Sprech mehr deutsch mit mir, was soll ich mit englisch?"
Und:"Ja, deutsch ist nicht einfach aber ich muss und will es lernen, weil wir in Deutschland leben."
Da ich ja tagsüber im Büro arbeiten war, hatte meine Frau nur meine Family zum reden (Schule klammere ich mal bewusst aus).
Das beschleunigte das Lernen doch sehr (Aussge meiner Frau).
Das Lesen und Schreiben ging dabei schneller als das Sprechen. Das traute sie sich außerhalb der Family anfangs nicht (obwohl sie es nachweislich konnte). Als sie merkte, dass ihre dies bzgl. Nervosität unbegründet war, wurde auch die Konversation in deutsch schnell flüssiger.
Ergo: Wenn man dazu "gezwungen" ist deutsch zu sprechen, dann klapps auch.
Natürlich wird aber, chinesisch gesprochen, wenn sie sich mit ihren chin. Freundinnen trifft
"Gnädigerweise" wird auch mal (auf Nachfrage) was in deutsch übersetzt, wenn die Ehemänner dabei sind
