Erstaunlich wie einige hier kritiklos "Politiksprech" übernehhmen, und die Schuld an Lebensmittelskandalen dem Verbraucher zuweisen. Das ist so unsinnig wie
"..die Bürger müssen mehr Eigenverantwortung übernehmen", was nichts anderes heißt, als
"Sieh zu wo du bleibst und lass Dich mit Deiner privaten Alterversorgung schön über den Tisch ziehen." (Riester und Co.)
Es gibt in Deutschland immer mehr Arme, die sich nicht mal mehr den billigsten Fabrikfraß leisten können und aus der Tonne leben, was beinahe landesweit auch noch verboten ist. Nicht diese Leute kaufen sinnlos ein und schmeissen wieder weg, weil das Haltbarkeitsdatum vor 5 Sekunden abgelaufen ist. Würde z.B. in Deutschland ein Drittel der Lebensmittelproduktion nicht im Müll oder bestenfalls in einer Biogasanlage landen, wäre das Gequake über
"Hach, die Weltbevölkerung steigt so sehr .. wir werden alle verhungern ... wenn wir nicht noch mehr Tropenwälder abholzen, Soja anbauen, damit die Wegwerfgesellschaften ihre Viecher füttern können ..." überflüssig.
Der Preisdruck geht einzig und allein von den Discountern aus, die mit der vierten Stelle hinterm Komma kalkulieren, um sich gegen die Konkurrenz durchzusetzen, wie gestern in "Frontal21" ein Fabrikfraßhersteller sagte.
Billigmarken werden mehrheitlich in Parallellinien zum teuren Produkt, gefertig. Bei "Havesta" z.B. kommen die qualitativ gleichwertigen Heringshälften auch in die Billigdose - lediglich die Tomatensoße ist "abgespeckt". Die Dose Hering in Tomaten unter der Marke "Ja" kostet nur deshalb die Hälfte, als unter der Marke "Havesta", weil die Dosen vollautomatisch befüllt werden, während am anderen Band Billiglöhner die Heringshälften in die Dose einlegen. Genauso ist es bei den teuren Fischstäbchen einer bekannten Marke. Bei der Billigmarke ist lediglich die Pannade billiger hergestellt und die Umverpackung ist anders bedruckt.
Was ich mindestens genauso kriminell finde, wie eine Falschdeklarierung ist die Auslassung von Zutaten oder Produktionshilfsstoffen, wie Derivate aus Schlachtabfällen, um z.B. Saft, Wein oder Bier zu klaren. Reinheitsgebot, kicher.
Apfelsaft mit Schlachtabfällen und andere Leckerein. Den Artikel empfehle ich besonders den China-Bashern.
Das Markenprodukte besser als Billigprodukte sind, ist meist Augenwischerei und erinnert mich an den Beschiss ab Anfang 80er mit Glühbirnen von "Osram" und "Philips". Beides Markenartikel. Beide Firmen fertigten in ihrem Stammland natürlich auch für den Export, bis man auf den Trichter kam einfach den Tampondruckkopf zu wechseln, wenn in Deutschland "Philips-Birnen" nachgefragt wurden. Wurden in Belgien oder Holland "Osram-Birnen" knapp, wurde in der Belgischen Fabrik halt "Osram" drauf gedruckt. Den Markt haben sich die beiden Firmen untereinander gut aufgeteilt. Bis mit den Birnen nichts mehr zu verdienen war. Da haben ihre Lobbyisten in Brüssel mal eben die Sondergenehmigung
"..zum Betrieb quecksilberhaltiger Leuchtmittel.." durchgesetzt, damit wieder Wettbewerb und vor allem Umsatzsteigerung los getreten wird.
Über den Wirtschaftsfaschismus regt sich kaum jemand auf - über den Nachbarn, der auf Billigfraß angewiesen ist, geht das Ratz Fatz.