Aremonus hat geschrieben:Mich nervt bei den deutschen Politiker der Peer Steinbrück mit seinem Umgangston. Aber solche Politiker gibt's eben leider überall... in der Schweiz haben wir Rechsteiner & Blocher, in Österreich gab's Jörg Haider, in Italien Berlusconi
Na, ich sehe da schon einen inhaltlichen Unterschied zwischen Steinbrück und den anderen in Deiner Aufzählung.
Aremonus hat geschrieben:Aber ich muss die ja nicht wählen, wenn ich nicht will. Leider scheint es in unseren Ländern inzwischen genügend Leute zu geben, denen ein solcher Stil zusagt. Warum schaffen es gewisse Leute immer wieder, ein Volk mit undifferenzierten und extremistischen Weltansichten - seien sie Links oder Rechts - zu verführen?
Bezogen auf Steinbrück???
Falls dem so ist, musst Du mir das mal bitte erläutern.
Sicher, seine Ausdrucksweise glänzt nicht durch Rhetorik - aber gerade das sehe ich als Plus- und nicht als Negativpunkt - zumal er inhaltlich dadurch doch klare Aussagen trifft.
Schwammige und nichtssagende Rhetorik-Statements tragen ja gerade zur Gleichgültigkeit und/oder Politkverdrossenheit bei.
Ich jedenfalls wünsche mir mehr klare Aussagen - und weniger BlaBla.
Aber die weich-gespülten Politiker von heute wollen ja gar keinen klaren Standpunkte vertreten, man könnte ja von der jeweils anderen Seite dann argumentativ darauf fest genagelt werden.
Nein, nein, der Himmel (und der geheiligte Rhetorik-Trainer) möge verhindern, dass das jemals geschieht ...
Bundeskanzler AD Helmut Schmidt ist für mich DAS Paradebeispiel, dass Sachverstand und Integrität mit klaren Statements durchaus vereinbar sind.
Ich denke, nicht zuletzt deshalb ist er für viele (mich eingeschlossen) der letzte dt. Politiker, der auch als Solcher bezeichnet werden kann.
Formulierungen wie: "Dazu will ich jetzt nichts sagen" oder "das weiss ich nicht" sind für ihn kein Tabu, sondern eben klare Aussagen, die von heutigen Blabla-Rhetorikern nie kommen würden.
Die gehen vorsätzl. nicht auf unangenehme Fragen ein, sondern wechseln (mehr oder weniger) geschickt das Thema - für mich absolut untragbar.
Macht man das in der Schule gibts ne 6 und der/die Betr. wird nicht versetzt.
Später wird aber gerade dieses Vorgehen erwartet/antrainiert, um vom eigenen Unwissen und/oder dem Nicht-Vertreten der eigenen Meinung vorsätzlich abzulenken.
Sicher sollte vieles (wenn mögl.) im Konsenz geregelt werden.
Wo das aber nicht mögl. ist, muss man das auch klar benennen - und auch entsprechend Handeln.
Was die gegenwärtige dt. Regierungs-Koalition bisher so verzapft hat, bestätigt genau meine Sichtweise.
Heute zählt nur noch die "Sowohl-als-auch"-Masche - oder, um mit Peppermint Petty zu sprechen: Die Wischi-Waschi Typen.
Mit vielen Worten nichts zu sagen, bringt (auch wenns die Rhetoriker und ihre Jünger glauben) keine Pluspunkte - ausser natürlich bei den Gleichgesinnten.
Gleiches gilt für klare Aussagen zu mitunter auch heiklen Fragestellungen.
Wenn ich nur daran denke, was es hier in der Politik für einen Aufschrei gab, als K.T. z. Guttenberg die Verhältnisse in Afghanistan als Krieg bezeichnete, anstatt das durch schwammige und beschönigende Formulierungen zu verharmlosen ...
Das ist aber auch der einzige Pluspunkt, den der Copy and Paste Profi bei mir gesammelt hatte.