Hallo zusammen,
.... und plötzlich wird ein doch schon nicht mehr so taufrischer Thread ausgegraben und entwickelt eine neue Dynamik....
Ich wohne ja nun auch in der Schweiz und sehe die Sache nicht ganz so positiv wie Yingxiong. Es wird wohl noch etwas "besser" als in Deutschland sein, Probleme sind aber auch hier viele vorhanden.
Bei unseren Kindern sind übrigens jeweils ca. 20 Schüler in der Klasse, ist auch so der Durchschnitt. Davon ca. 1/3 mit "Migrationshintergrund". Wir wohnen eher ländlich, in den städtischen Quartieren gibt es da auch sehr viel höhere Prozentzahlen.
Als grosses Problem sehe ich, dass es auch hier Kinder gibt, die in der Schweiz geboren wurden, aber beim Kindergarteneintritt kaum Deutsch können. Auch das kommt vor. Hier sind aber einige Bestrebungen im Gange...., mit obligatorischen Frühkindergärten. Bei der momentanen Finanzlage der Gemeinden, wird das aber wohl noch etwas dauern...
Spannend zu beobachten ist auch die "Balkanisierung" juserer Jugend. Ich stelle leider auch bei unseren Kindern fest, dass sie immer mehr den Slang der Balkanjugend sprechen. Das ist fast überall in der Schweiz festzustellen und macht mir etwas Sorgen. Gleichzeitig gehen innerhalb der Schweizer Familien Traditionen verloren, Vereine finden keine freiwilligen Leute mehr. Hier sind die letzten Jahre schon Veränderungen in der Gesellschaft festzustellen. Das hat nicht nur, aber teilweise auch mit der Einwanderung zu tun.
Es gibt da aber auch positive Aspekte. Neue Denkweisen und Ansichten, die sich etablieren können. Das Interesse für andere Kulturen und Sprachen steigt im Durchschnitt wohl schon etwas.
Was ich aber auch mit etwas Sorge beobachte, ist das immer grössere "Abrutschen" nach Rechts in den Abstimmungen. Geht es um Themen wie Migration, Ausländergesetze, Internationle Beziehungen wird immer öfters Richtung rechts. Bei solzialen Themen wird dann wieder eher links gestimmt.
Zu der Einwanderungsthematik selber:
Im Moment stelle ich vorallem zwei grosse Gruppen Einwanderer fest, die auffallen:
Die ganzen Leute aus Afrika und Arabien, wo die Integration nicht so gut funktioniert. Dort sind viele junge Männer dabei, aber auch Familien. Vorallem das schlechte Deutsch der Eltern stellt dort das Schulsystem vor grosse Herausforderungen. Hier muss noch fleissig gearbeitet werden. Ich bin aber auch der Meinung, dass hier Menschen, die keinen Flüchtlingsstatus haben, möglichst schnell wieder ausgeschafft werden müssen. Europa (das betrifft ja nicht nur die Schweiz) sollte hier schon konsequent sein, sonst bekommt man das nicht mehr in den Griff...
Die zweite grosse Gruppe sind die "Wirtschaftsflüchtlinge"

(man verzeihe mir den Begriff) aus Deutschland. Interessanterweise hat auch diese Gruppe immer wieder Integrationsschwierigkeiten. Es gibt inzwischen in der Schweiz eine ganze Menge Schulen, die Schweizerdeutsch als Kurse anbieten. Diese Kurse werden vorallem von Deutschen belegt. Dann gibt es auch sonst viele Kurse, die den Deutschen Einwanderern die Schweiz erklären sollen....
Noch ein paar Zahlen: Letztes Jahr hatte die Schweiz ca. 150'000 Einwanderer und ca. 95'000 Auswanderer. Bei den Einwanderern sind mit ca. 30'000 Menschen die Deutschen die grösste Gruppe.
Dieses Jahr soll der Nettozuwachs mit 80'000 noch höher sein. Davon wieder etwa die Hälfte aus Deutschland.
Ich weiss die Quelle nicht mehr, glaube aber gelesen zu haben, dass Deutschland 2011 einen Zuwandererüberschuss von einer guten halben Million Leute hatte. Somit wären die beiden Länder (im Vergleich mit der Einwohnerzahl) gar nicht so weit voneinander entfernt.
Gruss
Haima, hat keine Zeit mehr weiterzuschreiben, muss arbeitern gehen....