Studium: Reg. China BWL oder Rechtswissenschaften?

Allgemeine Fragen und Erfahrungsaustausch rund um China - Kultur - Geschichte usw.
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Maikea
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Studium: Reg. China BWL oder Rechtswissenschaften?

Beitrag von Maikea »

Einen wunderschönen guten Tag,
bei mir ist es endlich so weit. Abitur ist gemeistert, Bewerbungen wurden geschrieben und Zusagen wurden empfangen.
Nun brauch ich euren Rat.
Ich habe von der Uni Hamburg die Zusage für Sinologie mit BWL und von der Uni Köln die Zusage für Reg. China Rechtwissenschaften.
Ich finde BWL als auch Rechtswissenschaften unglaublich interessant, hab aber zuerst Rechtswissenschaften abgeschrieben, weil ich selbst nichts mit anfangen konnte.
Doch ein Freund meines Vaters (Dr. der Biologie) war begeistert von der Idee, man könne sicher sehr gut was damit anfangen und gut Geld damit verdienen, wenn man die Firmen berät, wenn zB deutsche Firmen nach China verkauft werden. Aber vielleicht denkt er, und nun ich auch, völlig falsch. Ich denke aber auch, dass man von Anfang an sehr selbstständig arbeiten muss und diese Arbeit sehr, sehr risikoreich ist.
BWL ist ja eigentlich klar, allerdings gibt es mehr Konkurenz. Mein Vater versprach mir, sofort einen Job beschaffen zu können, wenn ich BWL nehme (eigene Firmen, reicher LK, große Firmen mit internationalen Wirkungskreis). Von der Schule her, war ich in BVW (Betriebs- und Volkswirtschaftslehre) nicht schlcht, allerdings bin ich wirklich kein Ass in Mathe. Ich denke aber auch, dass man sich Mathe auch reinquälen kann und darf. :)

Beide Fächer liegen bei mir auf gleicher Höhe. Ich bin gerade unglaublich gestreßt, weil ich mich schon in sieben Tagen entschieden haben muss. Was denkt ihr? Habt ihr erfahrungen?

UND:
Kennt ihr irgendjemanden der Reg. China/ Rechtswissenschaften studiert hat?
Ich finde kaum/gar nichts uni-extrernes über dieses Fach!


Kann jemand etwas zu den Unis Köln und Hamburg sagen?

Ich hoffe, ihr könnt mir helfen!
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Re: Studium: Reg. China BWL oder Rechtswissenschaften?

Beitrag von Phytagoras »

Ich studier Jura in Köln, aber was ist Reg. China/Rechtswissenschaften?
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Maikea
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Re: Studium: Reg. China BWL oder Rechtswissenschaften?

Beitrag von Maikea »

Ich poste hier mal am besten das Vorlesungsverzeichnis von dem was die Rechtswissenschaften ausmachen neben der Sprache und allgemeinen Infos:

AM 2e RZC - Recht und Zivilgesellschaft in China AM 2f RUWC - Das rechtliche Umfeld des Wirtschaftens in der VRC BM1 - Grundlagen des Bürgerlichen Rechts BM2 - Besonderes Schuldrecht BM3 - Staatsrecht I - Staatsorganisationsrecht BM4 - Staatsrecht II - Grundrechte
BM 7 HMCR - Der hist. Hinterg. d. mod. chin. Rechts AM 1 SEcV-VI - Spracherwerb Chinesisch 5-6 AM 2a GEC - Gesellschaft und Entwicklung Chinas

Was denkst du dazu`?
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Guinness
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Re: Studium: Reg. China BWL oder Rechtswissenschaften?

Beitrag von Guinness »

Die Frage die ich mir bei so einem 2-Fach-Bachelor stellen würde ist, was macht mich besser als jemanden der ein "vollwertiges" BWL-Studium absolviert hat oder einen chinesischen BWLer? Der BWL-Anteil in dem Studium dürfte kaum über das hinausgehen, was BWL-Studenten in ihren Grundkursen erlernen und die Chinesisch-Kenntnisse dürften nach 3 Jahren eher rudimentär sein.

Gleiches gilt für Rechtswissenschaften. Wenn ich mir die von Dir genannten Module angucke, hat das mit Jura "Rechtswissenschaften" an sich wenig am Hut, eher kultureller Hintergrund und geschichtliche Entwicklung dürften hier auf dem Programm stehen.
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Re: Studium: Reg. China BWL oder Rechtswissenschaften?

Beitrag von Phytagoras »

Grundlagen des Bürgerlichen Rechts BM2 - Besonderes Schuldrecht BM3 - Staatsrecht I - Staatsorganisationsrecht BM4 - Staatsrecht II - Grundrechte
Das sind im Endeffekt anderthalb Semester unseres "normalen" Jura. Nicht wirklich viel irgendwie.

Interessant scheint das alles zu sein. Ich frag mich halt, wo man damit später arbeiten sollte?
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Re: Studium: Reg. China BWL oder Rechtswissenschaften?

Beitrag von no1gizmo »

BWL + Chinesisch (oft als Wirtschaftssinologie bezeichnet) ist beliebt und macht durchaus Sinn.* Ich kenne persönlich auch jemanden, der das erfolgreich bis zum Master studierte und nun einen guten Job in der Unternehmensberatung hat. Daumen hoch.

Wichtig ist, dass man sich beim Chinesisch wirklich reinhängt, ohne die BWL-Kenntnisse zu vernachlässigen. Ein Praktikum und/oder Auslandssemester in China ist obligatorisch.

Regionale Rechtswissenschaft Chinas ist meiner Meinung nach bullshit. Rechtswissenschaft ist ein Expertengebiet, man lässt sich entweder von Volljuristen oder gar keinen Juristen beraten, fertig aus.
Entweder Jura oder höchstens noch Wirtschaftsrecht (als Studiengang, damit ist man auch kein Volljurist und kann kein Anwalt oder gar Richter werden!), alles andere ist nicht sinnvoll.


*Anmerkung: Ich habe Wirtschaftsingenieurwesen studiert und auch mich mal mehr, mal weniger intensiv mit China und Chinesisch beschäftigt und hänge jemanden, der Wirtschaftssinologie studiert hat auch nicht viel hinter her. Letztendlich rate ich zu rein fachlichen Einzel- oder Kombifächern. Sprache und Kultur ist doch eher was für Nebenbei, auch wenn es dann doppelten Fleiß (oder Zeitaufwand) bedingt.
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Re: Studium: Reg. China BWL oder Rechtswissenschaften?

Beitrag von ingo_001 »

no1gizmo hat geschrieben:Entweder Jura oder höchstens noch Wirtschaftsrecht (als Studiengang, damit ist man auch kein Volljurist und kann kein Anwalt oder gar Richter werden!), alles andere ist nicht sinnvoll.
Sehe ich auch so.
Frage Dich immer, wen Du nehmen würdest, wenn Du Rat in den besagten Bereichen brauchst.
Diese Variante ist m.E. nur dann sinnvoll, wenn Du nicht weisst, was Du willst und Dir so eine Entscheidungshife aneignen möchtest.
Ich an Deiner Stelle würde aber gleich eins von beiden auswählen - die sowohl als auch Variante bringt Dich m.E. nicht wirklich weiter, weil Du Dich danach mit Sicherheit für ein Gebiet entscheiden musst, um Dir da die obligatorischen fundierten Kenntnisse anzueignen.
Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist.

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Re: Studium: Reg. China BWL oder Rechtswissenschaften?

Beitrag von tanzhou »

no1gizmo hat geschrieben:BWL + Chinesisch (oft als Wirtschaftssinologie bezeichnet) ist beliebt und macht durchaus Sinn.*
Das meine ich aber auch sehr stark. Ich habe zwar Informatik studiert und von den rechtswissenschaftlichen- bzw geisteswissenschaftlichen Faechern nicht viel Ahnung, aber die Sprach-Kombi mit einem rechtswissenschaftlichen Gebiet ist 100% zukunftsweisend. Ich denke, man sollte Sprachen immer beruecksichtigen. Ich habe zu meiner Studienzeit nur englisch genommen (wurde als einzigen Sprache angeboten, ein sog. nichtwissenschaftliches Pflichtfach). Wenn ich heute nochmal studieren wuerde und die chin. Sprache im Angebot waere, wuerde ich das sicherlich mitnehmen. Aber zu meiner Zeit als Student wusste ich noch nicht, das es mich, wenn auch nicht aus berufl. Gruenden, mal nach CN verschlagen wuerde .. :)

However, jedenfalls sehr interessant!!
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Re: Studium: Reg. China BWL oder Rechtswissenschaften?

Beitrag von Luntan »

Geh nach Hamburg :)

Diese Kombination ist in der Praxis viel mehr gefragt. Mit Rechtsfragen hast Du so oder so dann immer wieder zu tun. Wie schon andere geschrieben haben: Die Sprache ist zentral, und bis Du an dem Punkt bist wo sie Dir wirklich hilft, wirst Du recht viel lernen müssen...
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Maikea
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Re: Studium: Reg. China BWL oder Rechtswissenschaften?

Beitrag von Maikea »

Guten Morgen!
Vielen Dank für eure Tipps, Köln ist dann wohl mal abgeschrieben.
Ich habe unglaubliche Bauchschmerzen und Panik vor der Wahl und vor der Zukunft.
Könnte ich doch wohl Interesse an einem MINT Fach entwickeln oder sonstigem Nutzvollem.. D:!! Das ärgert mich sehr! Ich habe mich auch für Lehramt und Wiwi und BWL Fächern beworben, aber ich denke daraus wird nichts. Mein Durchschnitt ist "nur" 2,7 und ich kann mir nur wenig aussuchen.

Ich habe den Wunsch etwas sicheres für die Zukunft zu haben, aber ich denke auch, dass jede Person selber für ihr Glück zuständig ist.. Vielleicht werde ich noch Glück haben?

Hättet ihr sonst noch Tipps zu Wirtschaftssinologie?
Irgendwelche Erfahrungen?

Ich danke euch herzlichst!
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Re: Studium: Reg. China BWL oder Rechtswissenschaften?

Beitrag von Guinness »

Ich möchte dem TE die Studienwahl nicht schlecht reden, aber von einer zukunftweisenden Kombi zu sprechen indem Chinesisch mit Rechts- oder BWL Grundkursen kombiniert wird, geht ein wenig an dem vorbei, was der TE wohl sucht. Das es der TE zu etwas bringen kann, steht außer Frage, wir reden hier aber immer noch über ein primär geisteswissenschaftlich ausgelegtes Studium und ein Blick ins Modulhandbuch zeigt, das egal welche Kombination nun gewählt wird (es gibt sogar VWL und Sozialwissenschaften), der Schwerpunkt des Studiums immer noch auf dem Erlernen der Sprache und der geschichtlichen, kulturellen, soziologischen, etc. Entwicklung von China liegt.

Vermutlich wird der TE mehr als 70% seiner Zeit mit dem Erlernen der Schriftzeichen verbringen. Wenn es das sein soll, ist das Studium genau das richtige. Aber für Rechtsfragen oder wirtschaftswissenschaftliche Analysen, Entscheidungen würde immer noch ein Experte (Jurist, BWLer, VWLer) zu Rate gezogen werden.

Die Universitäten und Fachhochschulen übertreiben auch teils maßlos was die Umschreibung des Studiums betrifft oder spätere Jobmöglichkeiten. Die betreiben auch eine Art Marketing.

EDIT: 2-Fach-Bachelor Studiengänge sollten so weit es geht vermieden werden. Man bekommt hier nichts halbes und nichts ganzes.
Schneeti
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Re: Studium: Reg. China BWL oder Rechtswissenschaften?

Beitrag von Schneeti »

Guinness hat geschrieben:Die Universitäten und Fachhochschulen übertreiben auch teils maßlos was die Umschreibung des Studiums betrifft oder spätere Jobmöglichkeiten. Die betreiben auch eine Art Marketing.
EDIT: 2-Fach-Bachelor Studiengänge sollten so weit es geht vermieden werden. Man bekommt hier nichts halbes und nichts ganzes.
Ich kann hier nur beipflichten, für die allermeisten ist ein grundständiges Studium in einem Fach sinnvoller als so eine Kombination. Gerade im Bachelor ist es schon schwer genug, ausreichend Lerninhalte für ein Fach zu vermitteln, geschweige denn für zwei.
Ein Bekannter von mir hat sein Kombi-Studium nach zwei Semestern geschmissen, weil die Lernbelastung dermaßen hoch war - offensichtlich wollte man hier weder etwas Halbes noch etwas Ganzes anbieten, sondern zwei Ganze. Und das in kürzerer Zeit (war einer der ersten Bachelor-Jahrgänge).
Ich finde, bei Bedarf kann man auf ein grundständiges Studium noch einen passenden Master draufsatteln oder für ein Weilchen im Ausland studieren. Bei der Spezialisierung auf genau ein Land wär ich sowieso vorsichtig. Es kann nicht immer nur bergauf gehen... Und gerade im Bezug auf China konkurriert man immer auch mit zahlreichen in Deutschland ausgebildeten Chinesen - das sollte man auch nicht vergessen.
Schneeti
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Re: Studium: Reg. China BWL oder Rechtswissenschaften?

Beitrag von Schneeti »

Maikea hat geschrieben: Ich habe unglaubliche Bauchschmerzen und Panik vor der Wahl und vor der Zukunft.
Könnte ich doch wohl Interesse an einem MINT Fach entwickeln oder sonstigem Nutzvollem.. D:!! Das ärgert mich sehr! Ich habe mich auch für Lehramt und Wiwi und BWL Fächern beworben, aber ich denke daraus wird nichts. Mein Durchschnitt ist "nur" 2,7 und ich kann mir nur wenig aussuchen.

Ich habe den Wunsch etwas sicheres für die Zukunft zu haben, aber ich denke auch, dass jede Person selber für ihr Glück zuständig ist.. Vielleicht werde ich noch Glück haben?
Ich würde mich wegen der Studienwahl nicht verrückt machen. Wenn einem etwas überhaupt nicht liegt, kann man immer noch recht schnell zu etwas anderem wechseln. Ich kenne viele, die genau das gemacht haben, und trotzdem (bzw. gerade deswegen) glücklich geworden sind :) Bei den meisten Handyverträgen legt man sich länger fest ;)

Wenn du was Sicheres für die Zukunft willst, mach am besten das, was dir am meisten Spaß im Studium verspricht. Dann hast du zumindest schon mal die Zukunft namens "Studium" abgedeckt, und für das was drüber hinaus geht, kann sowieso niemand eine Prognose machen (ich glaube nicht, daß jemals funktionsfähige Glaskugeln in Serie gegangen sind). Mit einer Studienentscheidung legt man sich wirklich nicht für sein ganzes Leben fest - also Kopf hoch!
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