Lokaler Vertrag, Direkteinstieg/Absolvent

Wirtschafts-Forum: Wirtschaftsnachrichten diskutieren und Erfahrungsaustausch für Unternehmer, die in China tätig sind bzw. planen, in China tätig zu werden.
stimulus
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Lokaler Vertrag, Direkteinstieg/Absolvent

Beitrag von stimulus »

Hallo zusammen,

ich habe vor kurzem mein Studium abgeschlossen (Wirtschaftsingenieurwesen) und habe nun eine, schon mal vom Inhalt her, sehr interessante Stelle in Shanghai in Aussicht.


Grundsätzlich gibt es zwei Aspekte, bei denen ich mich freuen würde, wenn mir jemand einen Ratschlag gibt

- Welches Gehalt (netto in RMB pro Monat) ist realistisch? (grobe Einschätzung!)
- Auf was ist ansonsten zu achten?


Hintergrundinfos wären Folgende:

- Junges, aber erfolgreiches Sourcing-Unternehmen im Maschinenbau (< 10 MA)
- Wohnung wird wahrscheinlich bezahlt
- Krankenversicherung wird von der Firma übernommen (sollte hier Weiteres berücksichtigt werden außer, dass "westl. Krankenhäuser/Ärzte" mit einbezogen sind?)
- in Deutschland reche ich mit mind. 3600€ brutto bzw. etwa 2200€ netto (lediglich als Anhaltspunkt, ich bin mir bewusst, dass man es nicht übertragen kann)
- das Unternehmen ist ausdrücklich auf eine loyale, längere Anstellung, über mehrere Jahre hinaus, aus
- Ich gehe davon aus, dass der Urlaubsanspruch, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall etc. deutschen Konditionen sehr nahe kommt.
- (ich weiß wieviel ein chinesischer Absolvent im Mittel an Gehalt erhält, diesen Aspekt aber bitte außen vor lassen)

Ich freue mich auf hilfreiche Ratschläge!
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VielUnterwegs
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Re: Lokaler Vertrag, Direkteinstieg/Absolvent

Beitrag von VielUnterwegs »

Du rechnest also mit 43200€ Einstiegsgehalt in Deutschland. Du solltest in China also mindestens das verdienen, zusaetzlich dazu den gleichen Krankenversicherungsschutz sowie Rentenerwerb, Berufsunfaehigkeitsversicherung, usw. Dazu dann nochmal 20% Aufschlag, dafuer, dass du in China bist und dort dein Leben teurer sein wird als in Deutschland, da du viel importiers kaufen musst. Dann solltest du noch 3 Heimfluege im Jahr haben. Alles in allem muesste deine Firma zusaetzlich zum Gehalt nochmal einiges in die Hand nehmen um deine Sozialversicherungen in Deutschland zu bezahlen.
stimulus
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Re: Lokaler Vertrag, Direkteinstieg/Absolvent

Beitrag von stimulus »

Danke!
Ja, in etwa... abgesehen vom 13. Gehalt.
Ich werde aber in China in gewissem Maße Abstriche machen müssen, da man das Gehaltsniveau und die Kaufkraft nicht unbedingt gleichsetzen kann.
In China lebe ich ziemlich chinesisch möchte ich mal behaupten und kaufe so gut wie nie Importiertes. Bisher gebe ich in Deutschland meist eher mehr für Lebensmittel und Dinge des täglichen Lebens aus.
tigerprawn
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Re: Lokaler Vertrag, Direkteinstieg/Absolvent

Beitrag von tigerprawn »

stimulus hat geschrieben:Auf was ist ansonsten zu achten?
Das für ein Visum 2 Jahre Berufserfahrung (nach dem Studium) nötig sind.
stimulus
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Re: Lokaler Vertrag, Direkteinstieg/Absolvent

Beitrag von stimulus »

tigerprawn hat geschrieben:
stimulus hat geschrieben:Auf was ist ansonsten zu beachten?
Das für ein Visum 2 Jahre Berufserfahrung (nach dem Studium) nötig sind.
Das ist mir neu. Seit wann das?
Was ist hier deine Quelle?
tigerprawn
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Re: Lokaler Vertrag, Direkteinstieg/Absolvent

Beitrag von tigerprawn »

stimulus hat geschrieben:Seit wann das?
Was ist hier deine Quelle?
Wenn ich mich richtig erinnere ca. seit 1-2 Jahren, Quelle : 'Internet-Buschtrommel', also nicht besonders zuverlässig. Zumindest dieser http://www.visainchina.com/visa3.htmVisum-Service listet:
4. Copy of BA degree
5. Reference letters from any foreign company to prove you have 2 years full-time working experience (after graduated) in your current field and position.
Falls es in Deinem Fall nicht nötig ist, ist das natürlich prima. Halt uns auf dem Laufenden.
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Re: Lokaler Vertrag, Direkteinstieg/Absolvent

Beitrag von Lotti »

hmm... ich musste nur meinen Uniabschluss belegen.
aber ich hab auch die Erfahrung gemacht, dass sich in China häufig Süppchen zusammen gekocht werden, die schonmal unterschiedlich ausfallen.
die 2 Jahre Berufserfahrung beziehen sich meines Wissens auf Facharbeiter.
(100% Garantie geb ich für die Info allerdings nicht. habs mir nicht gezielt gemerkt, da es für mich irrelevant war.)
In 3 Sekunden ist der Huehnerfuss aus meiner Suppe verschwunden, sonst gibts morgen Kaesefondue!!!
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Re: Lokaler Vertrag, Direkteinstieg/Absolvent

Beitrag von VielUnterwegs »

Taeusch dich mit der Kaufkraft nicht. Das Leben in Peking als Auslaender ist auf keinen Fall billiger als in Stuttgart oder Berlin, wenn man seinen Lebensstandard halten will.

Das mit den 2 Jahren Berurfserfahrung ist nicht nur ein Geruecht, sondern kann in den Richtlinien mancher Provinzen nachgewiesen werden. Ausnahmen sind bei besonderen Erfordernissen der Stelle aber moeglich.
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Re: Lokaler Vertrag, Direkteinstieg/Absolvent

Beitrag von Laogai »

VielUnterwegs hat geschrieben:Taeusch dich mit der Kaufkraft nicht. Das Leben in Peking als Auslaender ist auf keinen Fall billiger als in Stuttgart oder Berlin, wenn man seinen Lebensstandard halten will.
stimulus hat geschrieben:In China lebe ich ziemlich chinesisch möchte ich mal behaupten und kaufe so gut wie nie Importiertes.
Es gibt Leute, die wissen um das Leben in dem Land, in dem sie arbeiten wollen, bevor sie dahin entsendet werden. Und es gibt Leute, die sind zwar VielUnterwegs, haben jedoch nur WenigHorizont.
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Re: Lokaler Vertrag, Direkteinstieg/Absolvent

Beitrag von Torte »

stimulus hat geschrieben:
tigerprawn hat geschrieben:
stimulus hat geschrieben:Auf was ist ansonsten zu beachten?
Das für ein Visum 2 Jahre Berufserfahrung (nach dem Studium) nötig sind.
Das ist mir neu. Seit wann das?
Was ist hier deine Quelle?
Das ist schon mindestens seit 4-5 Jahren so. Ist aber "umgehbar".
Kannst dich gluecklich schaetzen als Berufsanfaenger so ein Angebot zu bekommen. Ist normalerweise ungewoehnlich dass Firmen unerfahrende Mitarbeiter zu solchen Konditionen einzustellen (in China).
Ist die Firma deutsch, chinesisch oder was?
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Re: Lokaler Vertrag, Direkteinstieg/Absolvent

Beitrag von VielUnterwegs »

laogai hat geschrieben:
VielUnterwegs hat geschrieben:Taeusch dich mit der Kaufkraft nicht. Das Leben in Peking als Auslaender ist auf keinen Fall billiger als in Stuttgart oder Berlin, wenn man seinen Lebensstandard halten will.
stimulus hat geschrieben:In China lebe ich ziemlich chinesisch möchte ich mal behaupten und kaufe so gut wie nie Importiertes.
Es gibt Leute, die wissen um das Leben in dem Land, in dem sie arbeiten wollen, bevor sie dahin entsendet werden. Und es gibt Leute, die sind zwar VielUnterwegs, haben jedoch nur WenigHorizont.
Ich kenne keinen einzigen Expat der auf Dauer "ziemlich chinesisch" lebt.
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Re: Lokaler Vertrag, Direkteinstieg/Absolvent

Beitrag von Torte »

VielUnterwegs hat geschrieben: Ich kenne keinen einzigen Expat der auf Dauer "ziemlich chinesisch" lebt.
Kommt wohl darauf an was man unter "ziemlich chinesisch" versteht. Ganz ohne Importiertes geht es auch fuer die Hartgesottenen nicht. Guenstig leben, mit sich ab und zu was leisten geht aber schon ganz gut. Mit dem oben genannten Nettogehalt gehoert man in China schon eher zu den Topverdienern (als Berufseinsteiger definitiv, egal ob Auslaender oder nicht).
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Re: Lokaler Vertrag, Direkteinstieg/Absolvent

Beitrag von incues »

Wie genau ist denn "lokaler Vertrag" zu definieren. Für mich wäre es ein lokaler Vertrag hier in Deutschland, also keine Entsendung aus Deutschland, richtig?
In dem Fall sollte man bei der Gehlatsfrage hart argumentieren, denn die Unterschiede sind oftmals gewaltig.

Nur mal zum Vergleich, die meisten chinesischen Absolventen, die auch im eigenen Land anfangen zu arbeiten, erhalten meist ein Einstiegsgehalt zwischen 3.000 und 7.000 RMB, je nach Branche.
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Re: Lokaler Vertrag, Direkteinstieg/Absolvent

Beitrag von Farron »

incues hat geschrieben: Nur mal zum Vergleich, die meisten chinesischen Absolventen, die auch im eigenen Land anfangen zu arbeiten, erhalten meist ein Einstiegsgehalt zwischen 3.000 und 7.000 RMB, je nach Branche.
Das kann man aber so nicht sagen. Das kommt auch darauf an bei welcher Universität studiert wurde und vor allem in welcher Stadt man lebt. Leute aus nicht-technischen Studienfächern verdienen auch in Shanghai, Shenzhen oder Beijing selten mehr wie 2500 RMB im Einstiegsgehalt, selbst wenn an einer 1. Level Universität studiert wurde. In kleinen Städten kommt es sogar vor, dass Absolventen zwischen 800-1500 RMB verdienen. 3.000 - 7.000 RMB , wohl nur in den erwähnten Städten und bei Mint-Studienfächern.

Er gehört zwar zu den Top-Verdienenden unter den Chinesen, aber vergleichen kann man das trotzdem nicht, da er einfach einen gewissen Standard leben wird den er aus Deutschland gewöhnt ist. Denn wie leben chinesische Absolventen denn i.d.R nach dem Studium ? Oft in einer WG mit 2-3 anderen Personen. Da wird dann in der Gemeinschaft gekocht usw. Er ist allerdings alleine in China, wird wohl öfters auswärts Essen statt selbst zu kochen und auch mit seinen Kollegen und Freunden vor allem am Wochenende unterwegs sein. Das sind alles Dinge dich sich läppern. Ich denke der Threadersteller hat das schon richtig erkannt - ihm wird es nicht schlecht gehen, aber gegenüber Deutschland wird er in der Lebensqualität Abstriche machen müssen. Ich würde sagen, er wird eher gut als schlecht aber eben "normal" leben. Man kann eigentlich nur hoffen, dass er die Wohnung tatsächlich bezahlt bekommt, ansonsten wird er schon aufs Geld schauen müssen wenn er auch noch für die Versicherung, Heimatflüge etc. aufkommen muss (das übrigens bei Chinesischen Absolventen auch noch weg fällt ...).
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Re: Lokaler Vertrag, Direkteinstieg/Absolvent

Beitrag von Torte »

Farron hat geschrieben: Er kann eigentlich nur hoffen, dass er die Wohnung wirklich bezahlt bekommt... ansonsten wird er schon gut aufs Geld schauen müssen.
Hm, naja, das kann ich nicht so stehen lassen. Habe eine zeitlang weitaus (!!!) weniger verdient als er und hatte Ende des Monats immer noch genug Geld ueber, auch mit weggehen, auswaerts essen, etc..
Ernsthaft, umgerechnet 20000 RMB ist ne Menge Geld in China, vor allem wenn man single und keine weiteren Ausgaben hat. Um das zu verprassen muesste er schon jeden Tag um die Haueser ziehen.
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